Hallo Marguerite,
erst mal vielen Dank, dass du auf meine Fragen hin etwas mehr erklärt hast.
Ich möchte wahrscheinlich jemanden, der sagt: Bleib weiter dran. Du übertreibst nicht.
Genau das sage ich dir jetzt!
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es im Laufe des Zusammenlebens mit einem Abhängigen immer schwieriger wird, den eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen. Mein erster Mann hat wunderbar geschafft, mir das Wort im Mund umzudrehen, mich als zu empfindlich, blöd, völlig falsch und all sowas hinzustellen. Irgendwann war es dann so dass ich genau gesehen habe, was mit ihm los ist, es mir aber selbst garnicht mehr glauben konnte. Das war ein ganz merkwürdiges Gefühl.
Ob dein Mann alkoholabhängig ist oder nicht, das kann nur er selbst sagen. Aber so ähnlich wie du es beschreibst kenne ich das auch von meinem Exmann. Und der war alkoholabhängig, ist auch vor 3 Jahren an den Folgen seiner Sucht verstorben.
Er findet immer einen Grund: entweder Stress oder endlich mal kein Stress an freien Tagen.
Oh ja, das ist ganz typisch. Einen Grund gibt es immer, da wird alles herangezogen, was ein Grund sein kann. Selbst das schöne Wetter, wenn man auf dem Balkon sitzen kann. Das ist doch ein Grund, vor Freude gleich einen zu heben. Oder wenn es regnet, was für ein Wetter, da muss man sich innerlich wärmen...
Das sind typische Verhaltensweisen.
Wie geht es denn DIR dabei? Du schreibst ja, dass du dich austauschen möchtest, mit Freunden nicht darüber reden möchtest. Das verstehe ich gut. Meistens findet man bei Menschen, die mit diesem Thema nichts zu tun haben, kein wirkliches Verständnis. Wie fühlst du dich denn so?
Überfordert, machtlos, ängstlich? Oder wütend, verunsichert, desillusioniert? Was ist DEIN Ziel? Ihn aus der Sucht raus zu holen?
Liebe Grüße
Aurora