Beiträge von Morgenrot

    ich habe über 40 Jahre in diesem Bereich gearbeitet, und weiß noch sehr genau, in welche Schublade damals die Angehörigen gesteckt wurden und wie es abgetan wurde. Das harmloseste war noch Hysterie.
    Da wurde teilweise bis in die jüngste Vergangenheit noch die Mithilfe der Angehörigen quasi von Ärzten und auch Therapeuten vorausgesetzt.
    Das hat sich zum Glück geändert, und deshalb ist es erst einmal wichtig einen Namen dafür zu haben. Ich denke da wird sich auch weiterhin noch einiges entwickeln, hoffe ich jedenfalls.
    Schublade zu und fertig finde ich bei diesem Thema zu kurz gesprungen

    Ich kann für mich sagen, dass mein Weg gefühlt von Kindheit "gebahnt" wurde, auch ohne Alkohol. Kann mich erinnern, wie mir oft meine Wahrnehmungen abgesprochen wurden. Wie oft sah ich etwas falsch, oder verstand es angeblich nicht.
    So wurde ich zu einem unsicheren Kind und Jugendlichen. Das geschah sicher nicht bewusst, ich weiß, dass meine Mutter z. Bsp. auch ähnlich behandelt wurde.
    Da haben sich Muster entwickelt, die ausgefahren sind, wie Autobahnen. Ich war sehr oft sehr unsicher. Dachte ich sein nie gut genug. dass hat mein Leben schon geprägt.
    Wenn mir dann das Trinken meines Mannes auffiel und ich es ansprach, war es so, wie es bestimmt fast alle erlebt haben: täuschen, tarnen, tricksen.
    Ich habe dann immer wieder und sehr lange gedacht, ich liege falsch, und habe mich nur langsam mit Hilfe des Forums herausarbeiten können.
    Hier habe ich gelernt, dem zu vertrauen, was ich sehe, obwohl trotzdem bis heute auch immer wieder mal Zweifel aufkommen. Alte Muster zu überschreiben dauert mitunter sehr lange.


    lg Morgenrot

    Ich bin 1x mit zum Arzt gegangen, allerdings hat er da noch getrunken und es ging um eine schwere Krankheit .

    Ja wir wohnen zusammen. Es ist wichtig zu wissen, dass du in der Trockenheit einen anderen Menschen vor dir hast. Bei mir war es so, da wollte plötzlich jemand mitreden. Das war ich nicht mehr gewöhnt.

    oder ist es besser für mich diese Hoffnung aufzugeben!

    Das ist so eine Sache mit der Hoffnung, diese Hoffnung hat mich auch immer wieder zermürbt, nämlich dann, wenn sie wieder einmal zerstört wurde.
    Im Prinzip ist Hoffnung immer gut, aber sie darf nicht dazu führen, dass ich mich selbst damit kaputt mache.
    Ich habe mich auch nicht getrennt, ich habe geredet und geredet. Ich war ja vom Fach, und musste es doch schaffen. Wie es aber so ist, Fachwissen nützt oft nichts.
    Meinem Mann wurde nach 33 Jahren gekündigt, und wenige Wochen später ist er gestürzt. Da hat er eingesehen, dass er Hilfe braucht, hat dann Entgiftung und Langzeittherapie gemacht. Er war dann 6 Jahre trocken, hatte dann einen Rückfall.
    Es ist eine Erkrankung die sehr oft ein auf und ab hat. Für mich ist es wichtig, mich nicht in diesen Kreislauf hineinziehen zu lassen. Dass ist alleine seins, ich bin nicht verantwortlich. Er weiß was zu tun ist, hat seine Gruppe, ich habe meine und bin ansprechbar, aber tun muss er.

    lg Morgenrot

    hallo Lumen,
    ich habe deine Beiträge auch nicht als Liebeskummerchat gesehen, finde den Ausdruck auch nicht passend. Ich kenne viele deiner Zweifel auch sehr gut. Ich habe sehr oft überlegt, ob ich auch wirklich alles versucht habe.
    In meinen Augen, und nach meiner Erfahrung musst du nichts für die Entgiftung tun, dass ist sein Ding, da muss er sich kümmern.
    Ich habe damals bei der Entgiftung meines Mannes eingreifen müssen, aber es diente ganz alleine zu meinem Schutz. Damals ging es um die Krankenhauseinweisung. Hier sind zwei Krankenhäuser in verschiedene Sektoren aufgeteilt, und ich wollte ihn auf keinen Fall in der Klinik haben, wo ich arbeitete.

    lg Morgenrot

    dass nur die richtigen Knöpfe gedrückt werden müssen und ich falle in alte Verhaltensmuster.

    das kenne ich sehr gut, bei mir hat es gefühlt ewig gedauert, bis sich da etwas geändert hat. Mit der Zeit wurde es besser, aber es kann mir immer noch passieren, dass ich wieder in alten Mustern lande. Der Vorteil heute ist, dass ich es je tzt gleich erkenne.
    Sei geduldig mit dir, und denke auch mal dran, wie lange du vorher in diesem Kreislauf gesteckt hast. Dafür hast du doch schon einiges erreicht.

    Und das händezittern hat man das nicht automatisch wenn man weniger trinkt?

    für mich fand ich im nachhinein wichtig, meinen Wahrnehmungen zu vertrauen. Das war ein schwieriger Prozess, denn ich ließ mich oft von seinen Beruhigungen einlullen und glaubt sie nur zu gerne. Immer in der Hoffnung alles wird gut.
    Dich stört sein Alkoholkonsum. du fühlst dich damit nicht gut? Dann sollte dass deine Richtung sein, egal ob die Hände zittern oder irgendwelche anderen Symptome vorhanden sind. es geht darum, dass es dir besser geht.

    hallo lumen,

    Wieso habe ich außer leeren Flaschen wenn ich in seiner Wohnubg war , was sehr selten war nichts mitbekommen?

    weil nasse Alkoholiker es sehr gut beherrschen. Sie täuschen, tarnen und tricksen. Es kann durchaus sein, dass die Radlerflaschen als "Alibiflaschen" da waren.
    Du ahnst nicht wie einfallsreich nasse Alkoholiker sein können. Da werden auch leere Flaschen mal mit Wasser aufgefüllt und wieder in den Kasten gestellt.

    Kein Händeziztern, nichts gerochen.

    Ich hab doch dein vetmplktes Zimmer mit Dutzenden von Weinfladchen gesehen, sein höndezittern bemerkt etc. Selbst nach einem Schlaganfall hat er noch regelmässig getrunken ..

    wie passt dass denn zusammen, wie ist es gemeint?

    lg Morgenrot

    Hallo Findus,

    Wir könnten reden.....

    geredet ist doch bestimmt genug, oder. In meinen Augen könnte der Satz nur lauten:
    ich fange an etwas zu tun.

    Ich weiß wie schnell bei mir immer wieder die Hoffnung hoch gekommen ist, bei vielen seiner Ankündigungen, nur geändert hat er damals nichts.
    All diese hochtrabenden Ankündigungen waren im Grunde "Beruhigungspillen" für mich, und er trank in Ruhe weiter.

    lg Morgenrot

    hallo Findus,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Es ist gut, dass du dir Hilfe für dich suchst, deinem Mann kannst du nicht helfen.
    Alkohol und Medikament können fatale Auswirkungen haben, seine Verantwortung wäre es, sich darüber zu informieren.

    worin mein Sohn mich auch bestärkt hat aber nach dem Gespräch mit seiner Mutter und ihren vielen Tränen hab ich es dann wieder nicht durchgezogen.

    Vielleicht ist seine Mutter froh, dass er in "guten "Händen ist. Kenne solche Anwandlungen auch von meiner verstorbenen Schwiegermutter. Heute denke ich, sie war einfach froh, ihn versorgt zu wissen. Es geht um dich, und dein weiteres Leben damit es dir besser geht.
    Dein Sohn steht hinter dir, dass ist doch sicher ein gutes Gefühl.

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    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    lg Morgenrot