ich habe über 40 Jahre in diesem Bereich gearbeitet, und weiß noch sehr genau, in welche Schublade damals die Angehörigen gesteckt wurden und wie es abgetan wurde. Das harmloseste war noch Hysterie.
Da wurde teilweise bis in die jüngste Vergangenheit noch die Mithilfe der Angehörigen quasi von Ärzten und auch Therapeuten vorausgesetzt.
Das hat sich zum Glück geändert, und deshalb ist es erst einmal wichtig einen Namen dafür zu haben. Ich denke da wird sich auch weiterhin noch einiges entwickeln, hoffe ich jedenfalls.
Schublade zu und fertig finde ich bei diesem Thema zu kurz gesprungen
Ich kann für mich sagen, dass mein Weg gefühlt von Kindheit "gebahnt" wurde, auch ohne Alkohol. Kann mich erinnern, wie mir oft meine Wahrnehmungen abgesprochen wurden. Wie oft sah ich etwas falsch, oder verstand es angeblich nicht.
So wurde ich zu einem unsicheren Kind und Jugendlichen. Das geschah sicher nicht bewusst, ich weiß, dass meine Mutter z. Bsp. auch ähnlich behandelt wurde.
Da haben sich Muster entwickelt, die ausgefahren sind, wie Autobahnen. Ich war sehr oft sehr unsicher. Dachte ich sein nie gut genug. dass hat mein Leben schon geprägt.
Wenn mir dann das Trinken meines Mannes auffiel und ich es ansprach, war es so, wie es bestimmt fast alle erlebt haben: täuschen, tarnen, tricksen.
Ich habe dann immer wieder und sehr lange gedacht, ich liege falsch, und habe mich nur langsam mit Hilfe des Forums herausarbeiten können.
Hier habe ich gelernt, dem zu vertrauen, was ich sehe, obwohl trotzdem bis heute auch immer wieder mal Zweifel aufkommen. Alte Muster zu überschreiben dauert mitunter sehr lange.
lg Morgenrot