Beiträge von Morgenrot

    ja auch immer wieder vermeintlich "funktioniert" hat. "Ich" hatte immer wieder "Erfolg". Und er war mir "dankbar". Auch das Umfeld hat mich gelobt.

    ich habe mich da lange Zeit über das helfen wollen definiert. Als es mir dann immer schlechter ging, war ich enttäuscht, dass von nirgendwo Hilfe kam, wo doch vorher auch mal Lob kam.
    Bin ja auch noch in einer realen Gruppe und es fällt immer wieder auf, wie viele COs aus sog. "Kümmerberufen" kommen. Ich konnte mich da richtig hinein knieen, weil etwas was im Beruf scheinbar gut lief, auch zu Hause gut zu laufen hatte. Damit wurde der Druck aber immer größer, und mir ging es damit immer schlechter.

    Du brauchst da nicht zu reagieren, wenn du nicht willst.

    Vielleicht ist es der Bekannten jetzt auch zuviel geworden .

    Die Stellen, die er jetzt aufsuchen muss, können ihm da sicher weiterhelfen. Was als Übergang gedacht ist kann schnell wieder Dauerzustand werden.

    Lg Morgenrot

    Ich muss ja als Partnerin darunter nicht leiden, so wie meine Mutter damals.

    Du leidest doch, sonst hättest du dich doch hier nicht angemeldet, oder? Die Frage ist vielleicht gemein, aber oft ist der Leidensdruck bei uns COs immens, aber es braucht gefühlt ewig bis etwas unternommen wird. Es liegt oft daran, dass wir immer Hoffnung schöpfen, auch bei kleinsten Veränderungen des nassen Alkoholikers.

    wenn man einen Partner hat, der fast täglich Alkohol konsumiert, ohne "betrunken" zu werden,

    dann hat er sehr wahrscheinlich seine Alkoholtoleranz schon immer weiter nach oben geschraubt. Für mich waren es eher Fallen, weil ich meine Befindlichkeiten eher dem nassen Alkoholiker angepasst habe, und meinen Wahrnehmungen nicht vertraut habe.

    außer, dass es sich für mich nicht richtig anfühlt, mir Unbehagen bereitet, weil ich dem Alkohol nicht vertraue und ich diesen Ausdünstungs-Geruch am Tag danach einfach widerlich und abstoßend finde.

    du darfst lernen, dir zu vertrauen, dass ist sehr viel wichtiger, als sich irgendwie zu verbiegen. Du wirst beeinträchtigt, du hast jeden Tag diesen Gestank um dich, den ich auch ekelhaft fand. Das sollte dein Maßstab sein. Es geht um dich.

    In gewisser Weise spricht er mir schon meine Wahrnehmungen ab,

    nicht nur in gewisser Weise, er tut es. Dadurch können sich für uns Grenzen immer weiter verschieben, wir nehmen immer mehr hin.


    lg Morgenrot

    ich habe über 40 Jahre in diesem Bereich gearbeitet, und weiß noch sehr genau, in welche Schublade damals die Angehörigen gesteckt wurden und wie es abgetan wurde. Das harmloseste war noch Hysterie.
    Da wurde teilweise bis in die jüngste Vergangenheit noch die Mithilfe der Angehörigen quasi von Ärzten und auch Therapeuten vorausgesetzt.
    Das hat sich zum Glück geändert, und deshalb ist es erst einmal wichtig einen Namen dafür zu haben. Ich denke da wird sich auch weiterhin noch einiges entwickeln, hoffe ich jedenfalls.
    Schublade zu und fertig finde ich bei diesem Thema zu kurz gesprungen

    Ich kann für mich sagen, dass mein Weg gefühlt von Kindheit "gebahnt" wurde, auch ohne Alkohol. Kann mich erinnern, wie mir oft meine Wahrnehmungen abgesprochen wurden. Wie oft sah ich etwas falsch, oder verstand es angeblich nicht.
    So wurde ich zu einem unsicheren Kind und Jugendlichen. Das geschah sicher nicht bewusst, ich weiß, dass meine Mutter z. Bsp. auch ähnlich behandelt wurde.
    Da haben sich Muster entwickelt, die ausgefahren sind, wie Autobahnen. Ich war sehr oft sehr unsicher. Dachte ich sein nie gut genug. dass hat mein Leben schon geprägt.
    Wenn mir dann das Trinken meines Mannes auffiel und ich es ansprach, war es so, wie es bestimmt fast alle erlebt haben: täuschen, tarnen, tricksen.
    Ich habe dann immer wieder und sehr lange gedacht, ich liege falsch, und habe mich nur langsam mit Hilfe des Forums herausarbeiten können.
    Hier habe ich gelernt, dem zu vertrauen, was ich sehe, obwohl trotzdem bis heute auch immer wieder mal Zweifel aufkommen. Alte Muster zu überschreiben dauert mitunter sehr lange.


    lg Morgenrot

    Ich bin 1x mit zum Arzt gegangen, allerdings hat er da noch getrunken und es ging um eine schwere Krankheit .

    Ja wir wohnen zusammen. Es ist wichtig zu wissen, dass du in der Trockenheit einen anderen Menschen vor dir hast. Bei mir war es so, da wollte plötzlich jemand mitreden. Das war ich nicht mehr gewöhnt.

    oder ist es besser für mich diese Hoffnung aufzugeben!

    Das ist so eine Sache mit der Hoffnung, diese Hoffnung hat mich auch immer wieder zermürbt, nämlich dann, wenn sie wieder einmal zerstört wurde.
    Im Prinzip ist Hoffnung immer gut, aber sie darf nicht dazu führen, dass ich mich selbst damit kaputt mache.
    Ich habe mich auch nicht getrennt, ich habe geredet und geredet. Ich war ja vom Fach, und musste es doch schaffen. Wie es aber so ist, Fachwissen nützt oft nichts.
    Meinem Mann wurde nach 33 Jahren gekündigt, und wenige Wochen später ist er gestürzt. Da hat er eingesehen, dass er Hilfe braucht, hat dann Entgiftung und Langzeittherapie gemacht. Er war dann 6 Jahre trocken, hatte dann einen Rückfall.
    Es ist eine Erkrankung die sehr oft ein auf und ab hat. Für mich ist es wichtig, mich nicht in diesen Kreislauf hineinziehen zu lassen. Dass ist alleine seins, ich bin nicht verantwortlich. Er weiß was zu tun ist, hat seine Gruppe, ich habe meine und bin ansprechbar, aber tun muss er.

    lg Morgenrot

    hallo Lumen,
    ich habe deine Beiträge auch nicht als Liebeskummerchat gesehen, finde den Ausdruck auch nicht passend. Ich kenne viele deiner Zweifel auch sehr gut. Ich habe sehr oft überlegt, ob ich auch wirklich alles versucht habe.
    In meinen Augen, und nach meiner Erfahrung musst du nichts für die Entgiftung tun, dass ist sein Ding, da muss er sich kümmern.
    Ich habe damals bei der Entgiftung meines Mannes eingreifen müssen, aber es diente ganz alleine zu meinem Schutz. Damals ging es um die Krankenhauseinweisung. Hier sind zwei Krankenhäuser in verschiedene Sektoren aufgeteilt, und ich wollte ihn auf keinen Fall in der Klinik haben, wo ich arbeitete.

    lg Morgenrot

    dass nur die richtigen Knöpfe gedrückt werden müssen und ich falle in alte Verhaltensmuster.

    das kenne ich sehr gut, bei mir hat es gefühlt ewig gedauert, bis sich da etwas geändert hat. Mit der Zeit wurde es besser, aber es kann mir immer noch passieren, dass ich wieder in alten Mustern lande. Der Vorteil heute ist, dass ich es je tzt gleich erkenne.
    Sei geduldig mit dir, und denke auch mal dran, wie lange du vorher in diesem Kreislauf gesteckt hast. Dafür hast du doch schon einiges erreicht.

    Und das händezittern hat man das nicht automatisch wenn man weniger trinkt?

    für mich fand ich im nachhinein wichtig, meinen Wahrnehmungen zu vertrauen. Das war ein schwieriger Prozess, denn ich ließ mich oft von seinen Beruhigungen einlullen und glaubt sie nur zu gerne. Immer in der Hoffnung alles wird gut.
    Dich stört sein Alkoholkonsum. du fühlst dich damit nicht gut? Dann sollte dass deine Richtung sein, egal ob die Hände zittern oder irgendwelche anderen Symptome vorhanden sind. es geht darum, dass es dir besser geht.