Beiträge von Morgenrot

    hallo Lollo,

    ich möchte ihn wissen lassen, wie ich mich fühle und warum ich wie reagiere bzw. welche Entscheidungen ich für mich getroffen hab.

    ich habe das tatsächlich mal versucht, aber ohne Erfolg und ohne Reaktion von seiner Seite. Ich habe hier dann gelernt, dass es überhaupt nichts bringt, einem nassen Alkoholiker etwas erklären zu wollen. Meine Annahme war, dass er ja morgens nüchtern ist. Das ist eine Fehleinschätzung gewesen. Niemand der bis in den späten abend hinein trinkt ist morgens nüchtern. Also konnte ich auch diesen Plan abhaken.

    habe aber Angst dass er sich unnötig Sorgen machen muss.

    glaubst du nicht, dass er spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auch hier kann ich dir nur Offenheit ans Herz legen, wenn Fragen kommen. Sprich den Kindern ihre Wahrnehmungen nicht ab. Habe ich aus Schutz für sie getan, und sie haben mir dann als Erwachsene erzählt, was und wann sie etwas wahrgenommen haben. Unausgesproches wabert in der Luft ist nicht greifbar, bei Klarheit fühlen sie sich ernstgenommen.

    Hallo Kaettl,

    Trinkt er heimlich um mich zu schützen?

    er trinkt heimlich, weil er Diskussionen aus dem Wege gehen will, der Gedanke dich zu schützen wird da eher nicht vorkommen. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.

    Dieses WOE ist mein jüngster Sohn bei uns und ich habe immer Angst dass er irgendwas mitbekommt

    Wieso? Wie alt ist der Sohn? Was wäre schlimm daran, wenn er etwas mitbekommt?

    Es ist so dass man meinem Mann den Konsum nicht im geringsten anmerkt. Nur wenn es am WOE dann zur späteren Stunde einfach echt viel geworden ist.

    da hat er immer mal wieder zwischendurch bzw. am Anfang zuerst was alkoholfreies getrunken.

    das ist in meinen Augen nur Augenwischerei für dich. Damit will er dir zeigen, schau her ich kann auch ohne. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie da bei dir Hoffnung aufkommt, ging mir ähnlich.


    lg Morgenrot

    Wie ist das bei euch?

    merkt ihr, wie sehr ihr noch um den nassen Alkoholiker kreist? Es bringt leider nichts wenn ihr Trinkmengen vergleicht, Geld einteilt usw. Dann seid ihr gleich wieder meilenweit von euren Bedürfnissen weg.

    Ich weiß, dass es sehr schwer ist, gerade am Anfang, den Ausstieg zu finden, und sich wirklich mal um sich zu kümmern, aber es geht nur so. Hier soll es um euch gehen.


    lg Morgenrot

    und uns jetzt einfach mal bis nachm Entzug machen lassen

    macht er "nur" Entzug, oder ist eine Langzeit geplant? Der Entzug ist ein Anfang, danach beginnt die Trockenarbeit, für die er alleine verantwortlich ist. Kontakte zu Selbsthilfegruppen wären wichtig, aber nicht zu dieser hier, denn dies ist jetzt deine Gruppe, in der du für dich etwas verändern willst/kannst

    Selbst bei mir kommt sie bis heute nicht über ein stell dich nicht so an raus.

    den Eindruck hatte ich bei meiner Mutter auch oft, ich fühlte mich nicht richtig ernst genommen. Wie beschrieben, änderte sich dass mit dem Zeitpunkt, wo ich redete. Sie sagte mir, sie hätte da wenig Ahnung, und könne mir sicher keine große Hilfe sein, aber sie sehe meine Situation jetzt mit anderen Augen.

    Ich hatte mich auch immer als Außenseiterin gefühlt, ich war ja auch durch das vertuschen in das Lügengespinst des Alkoholikers eingebunden. Diesen ewigen Kreislauf gilt es zu durchbrechen, jedenfalls bin ich gut damit gefahren.

    lg Morgenrot

    Hallo Lollo,

    Das hast du bei Kaettl geschrieben, und ich denke dass es eine Falle für COabhängige ist.

    Ich bin meist die Fahrerin, da er ja alkoholisiert ist oder wir müssen dann immer schnell nach Hause, damit er seinen Drang nachgeben kann.

    ich habe hierzu nur eine Anmerkung, du hast ja schon einiges für dich in Erwägung gezogen, dass ist auch gut so. Mit deinen Chauffeurdiensten unterstützt du aber wieder die Sucht, wenn er saufen will, soll er sehen wie er an die Quelle kommt. Dass sind so Doppelbotschaften, mit denen du dir deine guten Ansätze selbst wieder zunichte machst.

    Bei mir war es umgekehrt, da ich wegen einer Sehbehinderung nie einen Führerschein machen durfte, fühlte sich mein xy sicher, da ich ihn ja brauchte, um auf die Arbeit usw. zu kommen. Das hat mit zu meinen ersten Änderungen gehört, mit ihm nicht mehr Auto zu fahren.


    lg Morgenrot

    hallo Luffi,

    ich kann dir nur aus meinen Erfahrungen berichten, als ich die Karten auf den Tisch gelegt habe, hat sogar meine Mutter das Ausmaß verstanden und sie war damals auch schon über 70. Es geht nicht darum dass sie dir eine Lösung präsentieren sollen, sondern das du, von diesem Druck des verheimlichens befreit wirst. Denn der kann einem die Luft zum atmen nehmen.

    lg Morgenrot

    Hallo Kaettl,

    auch ein herzliches Willkommen von mir.

    Darf ich fragen was du außer reden schon alles probiert hast?

    Du kannst so ziemlich alles probieren, aber ohne Krankheitseinsicht des nassen Alkoholiker wird das alles nichts bringen. Bei allem was ich probiert habe, wurde ich immer tiefer in diese Suchtspirale mit hinein gezogen. Gefolgt von Gefühlsachterbahne usw. Der nasse Alkoholiker wird alles abstreiten, und immer wieder versuchen dir klar zu machen, wie sehr du daneben liegst und dass deine Wahrnehmungen alle falsch sind. Das wichtigste ist erst einmal, dass du dir deine Wahrnehmungen nicht zerreden lässt, denn die sind richtig.


    lg Morgenrot

    hallo livia,

    ich bin zwar nicht Bergdohle, aber ich kann dir sagen, dass ich nicht mehr für meinen Mann gekocht habe, weder gewaschen noch gekocht. Ausflüge und später auch Urlaube habe ich alleine gemacht.


    lg Morgenrot

    Hallo Sebi,

    Gibt es eigentlich Fälle, wo beide das durchstanden haben und hinterher war alles gut ?

    das kannst du nicht so pauschal fragen. Wenn es wird, wird es anders. Plötzlich ist da wieder jemand der am Leben teilnehmen will, der sich einmischt usw. Das kann auch teilweise nervig sein, wenn du jahrelang alles alleine gemacht hast. Beide müssen sich bewegen.


    lg morgenrot

    Hallo Livia,

    Alkohol ist ein Nervemgift und verzerrt Wahrnehmungen. Das führt auch zu Überschätzungen. Aus diesem Albtraum kommst du leider nicht raus, solange du deine ganze Aufmerksamkeit auf ihn richtest. Das ist eine Spirale, die nur eine Richtung kennt, und die geht nach unten.

    Mach etwas für dich, richte deine Aufmerksamkeit auf dich, damit es dir besser geht. Lass ihn machen, denn trotz all deiner Aufmerksamkeit wird er weitertrinken. Du kannst ihn nicht trockenlieben. Das funktioniert nicht.


    lg Morgenrot

    Hallo Layana.

    herzlich willkommen bei uns, in unserer Onlineselbsthilfegruppe.

    Ich bin mir selbst nicht sicher, übertreibe ich... Hat er Recht und baut vielleicht den Alkohol einfach nicht richtig ab... Ich weiß es nicht mehr.

    Ohne mehr von dir gelesen zu haben möchte ich dir sagen, nein du übertreibst nicht. Fang an deinen Wahrnehmungen zu vertrauen, die sind richtig. Lass dir nichts Alkoholabbau erzählen, dein Mann scheint ein Heimlichtrinker zu sein, war mein Mann auch. Er hatte sichtbar nichts getrunken, hatte aber soviele Wege in den Keller oder sonstwo hin, eigentlich hatte er an vielen Stellen den Alk. versteckt.

    ch habe jetzt schon einiges gelesen. Im Vergleich dazu kommen mir meine Probleme klein vor.

    Bitte vergleich dich nicht mit anderen, du hast dich hier angemeldet, da hast du anscheinend doch Leidensdruck oder?

    Magst du dich hier austtauschen, dann klicke unten auf den Link, schreib noch einen kurzen Satz dazu und wir verschieben dich dann in den offenen Bereich.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    lg Morgenrot

    Murmel

    ich kann mich Rennschnecke nur anschließen. Gerade in der Anästhesie kann es noch sehr lange eine Rolle spielen. Natürlich können auch Traumata eine wesentliche Rolle spielen, da geht es dann um Kontrollverlust während der Narkose. Das kann für viele Traumapatienten ein großes Problem darstellen.


    lg Morgenrot

    Hallo Livia,


    Du schreibst, nachdem Du offen mit dem Thema umgegangen bist, war Hilfe möglich. Du hast gesagt, Deine Familie hat Dir geholfen. Wie hat die Hilfe von Deiner Familie ausgesehen und wie ist es dann mit Deinem Mann weitergegangen?

    Was denkst du, was es für mich eine Erleichterung war, keine Ausflüchte mehr nutzen zu müssen, keine Entschuldigungen mehr für peinliches Verhalten. Vor allem das Wissen, wenn er sich mal wieder blamierte, dass es nichts mit mir zu tun hat. Wir haben dann nur noch wie eine WG im Haus gelebt, jeder hat seine Dinge gemacht, ich habe für ihn nichts mehr gemacht, bin nicht mehr in sein Auto eingestiegen, habe mich nirgendwo mehr hinfahren lassen. Das war noch der Trumpf den er glaubte in der Hand zu haben, das Auto. Ich durfte wegen einer Sehbehinderung nie den Führerschein machen.

    Es nahm über die Jahre alles seinen Lauf. Führerschein- und Jobverlust. Mein Vertrauen war weg.

    Er wurde dann irgendwann trocken, war dann fast 6 Jahre trocken, hatte dann einen Rückfall den er stoppen konnte. Es hat sich vieles verbessert. Er ist für seine Trockenheit verantwortlich.

    Ich habe einfach Angst, dass alles auseinanderbricht.

    Ist denn nicht schon vieles auseinandergebrochen? Ich kann deine Hoffnung gut verstehen, aber ich war irgendwann mit immer weniger zufrieden. Seine Versprechungen waren nur dazu da, mich ruhigzustellen, aber ich habe sie geglaubt.

    lg Morgenrot

    Kann, darf man in diesem Alter noch mal von vorne anfangen? Schaffe ich das? Ich habe so wenig Vertrauen in mir selber.

    du darfst in jedem Alter neu anfangen auch mit 60. Ich selbst habe auch nur eine Trennung innerhalb des Hauses gehabt, aber da war ich ja immer noch irgendwie mittendrin.

    Ich weiß wie es ist, wenn das Selbstvertrauen am Boden liegt, und man sich nichts zutraut. Hol dir Sicherheit bei einer Beratung, vielleicht durch einen Anwalt. Das Geld würde ich dranhängen. Dann hast du Fakten in der Hand, die dich vielleicht sicherer machen können. Damit kannst du dann auch ganz anders argumentieren.


    lg Morgenrot