Luffi - gefangen im Alptraum

  • hallo Luffi,

    ich kann dir nur aus meinen Erfahrungen berichten, als ich die Karten auf den Tisch gelegt habe, hat sogar meine Mutter das Ausmaß verstanden und sie war damals auch schon über 70. Es geht nicht darum dass sie dir eine Lösung präsentieren sollen, sondern das du, von diesem Druck des verheimlichens befreit wirst. Denn der kann einem die Luft zum atmen nehmen.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ja genau darum geht es mir. Ich will keine Lösung. Das mach ich schon selber. Ich will Luft zum atmen haben. Ich hab schon privat genug Probleme und jetzt kommt das Familienproblem auch noch dazu.

    Ich würde ja gerne...Aber ob meine Mutter da in Richtung Verständnisvoll reagiert? Ich bezweifel es stärkstens. Selbst bei mir kommt sie bis heute nicht über ein stell dich nicht so an raus. Und jetzt ein Alkoholiker als Schwiegersohn? Sie macht mir/uns da glaub eher die Hölle heiß...

  • Selbst bei mir kommt sie bis heute nicht über ein stell dich nicht so an raus.

    den Eindruck hatte ich bei meiner Mutter auch oft, ich fühlte mich nicht richtig ernst genommen. Wie beschrieben, änderte sich dass mit dem Zeitpunkt, wo ich redete. Sie sagte mir, sie hätte da wenig Ahnung, und könne mir sicher keine große Hilfe sein, aber sie sehe meine Situation jetzt mit anderen Augen.

    Ich hatte mich auch immer als Außenseiterin gefühlt, ich war ja auch durch das vertuschen in das Lügengespinst des Alkoholikers eingebunden. Diesen ewigen Kreislauf gilt es zu durchbrechen, jedenfalls bin ich gut damit gefahren.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Danke für dein Erfahrungsbericht. Ich grübel mal weiter ob ich was sagen soll... ein Ausgang wie bei dir wäre mein sehnlichst Wunsch. Sie wüsste was los ist, würde nichts mehr verlangen was halt nicht geht. Bzw. Zu Zeiten wo ich es machen kann ( daran solls ja nicht scheitern bin aber halt berufstätig) und uns jetzt einfach mal bis nachm Entzug machen lassen. Danach treffe ich dann eh meine Entscheidung wies und obs mit uns weitergeht. Er hat einfach zu viel kaputt gemacht...

  • und uns jetzt einfach mal bis nachm Entzug machen lassen

    macht er "nur" Entzug, oder ist eine Langzeit geplant? Der Entzug ist ein Anfang, danach beginnt die Trockenarbeit, für die er alleine verantwortlich ist. Kontakte zu Selbsthilfegruppen wären wichtig, aber nicht zu dieser hier, denn dies ist jetzt deine Gruppe, in der du für dich etwas verändern willst/kannst

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Bis jetzt ist nur Entzug geplant. Ob er sich auf was anderes einlässt weiß ich nicht. Bis jetzt sträubt er sich. Aber; er weiß genau was zu tun wäre. Und was passiert wenn er danach wieder anfängt zu trinken. Dann wars das. Hab ich ihm mehrmals mehr als deutlich gesagt. Ich habs satt... 4x hab ichs jetzt mitgemacht. Ein 5. Mal gibt's nicht..und so schlimm wie diesmal wars noch nie. Da hat ers geschafft einen Entzug zu machen bevor er ein körperliches Wrack war.

  • Ich kann nur von mir sagen, dass ich die Alkoholkrankheit neines XY nicht verheimlicht habe. Ich bin damit immer offen umgegangen. Wenn wie ehrlich zu uns sind, dann wissen oder ahnen es die Menschen in unserem Umfeld sowieso. Nichts schlimmeres, als so zu tun, dass alles in Ordnung wäre und alle hinter meinem Rücken sagen, was macht die sich den vor.

  • Ich finde da Ehrlichkeit auch am besten Aber wenn Du zb zu Deinen alten Verwandten sagst "er kann Dir nicht helfen, er ist krank, ich möchte aber nicht darüber reden was er hat" dann finde ich das auch nicht unehrlich. Falls das so besser für Deine momentane Situation passt.

  • Ich habe die Heimlichtuerei auch vor Monaten abgelegt. Jedesmal wenn ich Ausreden für ihn erfunden habe, hat es sich wie Verrat gegenüber mir und den Anderen angefühlt. Ich geh damit nicht hausieren. Reden tue ich darüber nur mit Freunden und dem engsten Familienkreis. Aber ich habe im Nachhinein oft erfahren, das die meisten es wussten oder geahnt haben. Die Nachbarn, die ihn antreffen, wenn er torkelnd nach Hsuse kommt. Freunde und Familie, die sehen wenn jemand „gerne“ trinkt. Und letztlich auch die Kinder, die das anders wahrnehmen. Der Papa guckt komisch. Der Papa hat schlechte Laune. Der Papa ist immer müde und krank. Der Papa ist unzuverlässig. Irgendwann können Sie das Thema beim Namen nennen.

    Für mich war es eine Erleichterung und hat zusätzlich den Vorteil, dass man darüber reden kann. Und die meisten haben selbst einen Freund, Nachbarn oder ein Familienmitglieder mit einer Alkoholsucht.

    Anfangs habe ich mich gegenüber meinem XY schlecht gefühlt, aber am Ende ist ER es doch, der seine SUCHT offen auslebt. ER stellt sich nicht den Fragen des Umfelds. Das bleibt an der Familie hängen.

  • Danke für eure Meinungen.

    Ja. Genau so fühlt sich das an. Verrat. Sie wissen es nicht und wundern sich immer wieder. Und mir ist das so peinlich. In ein paar Tagen bin ich nochmal bei der Suchtberatung. Vielleicht gibt es ja dort eine Idee wie man es möglichst schonend rüberbringt. Ich bin inzwischen auch soweit, ich möchte es nicht mehr verstecken, ich kann nicht mehr. Aber ich hab echt schiss... Meine Mutter ist ein Narzist... inzwischen klappt das bei uns ja weil ich sag mach du deins ich mach meins..ohren zu und durch..Aber bei sowas...oh weh

  • Ich muss leider nochmal schreiben. Heute hatten wir tatsächlich den Hausarzt daheim. Wow er hats zugelassen. Immerhin.

    Aber ich bin absolut entsetzt was der Hausarzt getan hat. Nämlich NICHTS. Keine Untersuchung, gar nix. Nur ja er ruft im Krankenhaus an ob er früher zum Entzug kommen kann ( das ist ja schon mal etwas). Und er soll zur Blutabnahme kommen. Wozu?- ist ja eh klar was dabei herauskommt. Aber sonst? Er hat seine Flecken der geplatzten Äderchen, seine gelbe Haut, sein Bauch etc.... nicht gesehen. Nicht mal zu nem Ultraschall hat er ihn aufgefordert. Klar mein Mann hatte bis oben hin Klamotten an. Ein Arzt muss doch wenigstens mal untersuchen wenn man schon alles sagt was los ist. Dachte ich zumindest....:/

    Lieg grad echt am Boden;(;(;(...und was sagt mein Mann? Na siehste...

  • Danke.

    Ich befasse mich grad echt mit dem Gedanken - dann soll er machen was er will. Es ist nicht mein Leben.

    Ich habe ja jetzt etwas offizielles für seine Famile. Der Arzt war da, wenn was passiern sollte können sie sich an den wenden. Ich hab mein Möglichstest getan. Mehr geht nicht.

    Ist zwar für meinen Kopf nicht leicht... ich wollte mein Leben mit ihm verbringen... Aber was soll ich nur tun? Ausser die Mauer, die ich inzwischen zwischen uns erbaut habe noch zu erweitern? Ich hab ja eh keine Chance. Warten bis zum Entzug ( davon bekommt mich keiner ab) und danach weiter schauen. Hab mir inzwischen sogar nen Anwaltstermin geholt damit ich weiß was auf mich zukommen sollte.

  • hallo Luffi,

    du kannst doch schreiben, so oft du willst. Was du beschreibst gehört in deinen Faden.

    Du hast alles getan, hast den Arzt gerufen, und so einiges mehr. Mehr kannst du nicht tun. Wenn der Arzt keinen Handlungsbedarf sieht, dann ist es so. Das ist schwer auszuhalten. Es ist gut, dass du einen Anwaltstermin hast, lass dich beraten und plane deine nächsten Schritte.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Nicht direkt. Er hat von vorzeitigen Entzug gesprochen und von müdigkeitund das ers nicht allein schafft. Das will der Arzt auch versuchen.

    Den Rest habe ich gesagt. Aber das zählt ja wohl nicht. Hab ich jetzt kapiert

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