Hallo Maria,
In dem Moment, wo man sich dagegen entscheidet, sich weiter verletzen zu lassen (was mit einem alkoholkranken Partner bedeutet, sich zu trennen) ist man kein Opfer mehr.
in dem Moment wo ich etwas für mich tue, werde ich aktiv. Das hat mir sehr gut getan.
Ich habe angefangen damit, das ich nicht gleich nach dem Dienst nach Hause gefahren bin, sondern mich in eine Cafè gesetzt habe und einen Cappu getrunken habe. Mini Freiräume die ich stetig erweitert habe, bis hin zu längeren Urlauben alleine oder mit Tochter und Enkelkindern.
Das können Minischritte sein, wie bei mir und es kann auch oft die sofortige Trennung sein. Warum ich mich nicht trennen konnte, weiß ich bis heute nicht.
Wichtig ist in allen Dingen, das ich konsequent bin, und nur das ankündige, was ich wirklich schaffe.
Es nützt nichts, immer etwas anzukündigen, und es dann nicht einzuhalten. Das macht uns unglaubwürdig und der nasse Alkoholiker wird weitermachen.
Er wird weiter unsere Grenzen einreißen, weil die bei COs eher lasch und biegsam sind, als fest umgrenzt.
Hat das Opfer sein auch Vorteile? 🤔 Möchte niemanden verletzen, aber warum hält man daran fest?
Das ist eine sehr gute Frage, die sich jeder beantworten sollte.
Es nur schwierig, denn wenn ich noch voll im Hamsterrad stecke bin ich nicht offen dafür, etwas zu ändern.
Das Opfer ( also ich rede hier von mir ) hofft und sehnt sich nach Anerkennung, Anerkennung auch für den Leidensweg mit dem nassen Alkoholiker.
Ich fühlte mich dadurch, das die Anerkennung nicht kam, überhaupt nicht gesehen, und dachte ich strenge mich also noch mehr an.
Man muß doch wahrnehmen, das ich diesen Menschen "liebe" und meine Mühen um ihn würdigen.
Nichts kam, aber als ich meine Rolle verlassen habe, gab es Unterstützung. Ich bin wieder zu meinem "Mädelsabend" gegangen, habe auch darüber gesprochen.
Dabei habe ich festgestellt, das es viele geahnt haben das mein xy trinkt, aber mich keiner angesprochen hat, damit es mir nicht noch schlechter geht.
Als mein xy dann irgendwann trocken wurde und es bei mir dann keinen Alkohol mehr gab, ist keiner von denen weggeblieben. Das hat mich sehr gefreut.
Aber egal , wie gerne würde ich diesen Mann wieder haben ohne Alk . Aber er ist ja der Meinung ich bub es schuld das er trinkt .
Eines kann ich sagen, das du keine Schuld hast, das er trinkt, egal was er sagt. Das sind Sätze und Aussagen um dich bei "der Stange " zu halten.
Vertrau deinen Wahrnehmungen und glaub das, was du siehst.
Den bekommst du nicht zurück, selbst wenn er trocken wird. Ein nasser Alkoholiker der trocken wird, ist ein anderer Mensch. Da ist plötzlich einer, der mischt sich ein, da konnte ich nicht mehr schalten und walten.
Ist auch für den Angehörigen eine völlig neue Situation.
Aber auch meine.Familie sagt , ich bin nur noch eine maulende.unzufriede verbitterte Frau
hast du deiner Familie mal gesagt, wie es bei euch aussieht?
Ich fühlte mich auch immer von der Familie im Stich gelassen, aber auch hat sich erst etwas geändert als ich anfing zu reden. Früher kann man niemanden helfen.
Als er trocken wurde, hat es sich erneut verändert, und zwar in eine Richtung, die ich nicht für möglich gehalten hätte. 
Trotz der positiven Richtung ist nicht alles gut, aber ich bin weiter auf dem Weg und es bleibt spannend.
Um etwas ändern zu können, kommt es auf einen Menschen an, auf dich.
lg Morgenrot