Guten Morgen,
vorhin, als ich ein paar der Postings in diesem Bereich hier las, wurde mir wieder einmal bewusst, dass wir uns in unserer Abhängigkeit von den Alkis gar nicht so sehr unterscheiden. Als mein Ex trank, war er immer voll des Selbstmitleides. Die Welt war schlecht und er hatte keine Chancen darin. Klar, wenn „mann“ jeden Tag nur spritig übersteht, ziehen Chancen logischerweise ungenutzt an einem vorbei. Ich sah mich dann als die arme Helferin, die hoffte und liebte und sich aufrieb im Hoffen und Helfen wollen.
Wenn ich dann lese, wie sich Gedanken und Gefühle nur um den Alki drehen, bekomme ich wieder ein ähnliches Gefühl, wie damals ihm gegenüber. Für ihn war die Welt schlecht, weil sie ihm schlimme Dinge antat. Und für Co-Abhängige ist es der Alki, der schlecht mit ihnen umgeht. Der sie zum Opfer macht und dafür sorgt, dass ihr Leben aus den Fugen gerät. Nichts anderes als das Arme-Sau-Syndrom, nur in nüchtern. Keiner und Keine von uns Co´s ist dazu verurteilt, sich alles bieten zu lassen, was einem nassen Alki so einfällt. Aber es wird zu gern gelitten, als dass „frau“ oder „mann“ die eigene Situation, das eigene Leben in die Hand nimmt und Nägel mit Köpfen macht – sprich, etwas verändert.
Zu gern werden dann die Menschen, die die Dinge beim Namen nennen, als herzlos verschrie(b)en. Klar, wieder sind die Leidenden die Opfer. Doch solange wir uns nicht aus unserer Opfermentalität lösen und UNSER „Arme-Sau-Syndrom“ kultivieren, wird sich für uns auch nichts ändern.
Ette