ein großer sprung für mich, ein kleiner für die menschheit.

  • Hi Pappnase,

    lass es mich mal kurz in zwei kleinen Sätzen versuchen. Also:

    Ein Alkoholiker ist alkoholkrank! … Und:
    Einen alkoholkranken Menschen nenn man auch Alkoholiker!

    Verstanden? :wink:

    Mal ganz im Ernst: Es ist völlig unerheblich, in welchen Abständen oder in welcher Intensität die Kontrollverluste stattfinden, wichtig ist nur die Tatsache, dass es passiert. Meine persönliche Meinung ist, dass es keinerlei Rolle spielt, welchen Namen man diesem Kind jetzt gibt, solange man sich der Ernsthaftigkeit dieser Problematik bewusst bleibt. Viele gehen dort den Weg, sich selbst ganz offensiv als Alkoholiker zu begreifen, obwohl das eigene Verhalten dem Klischeebild des ‚Penners vom Hbf’ noch lange nicht entsprach. Das führt sicher zu einer Menge Unverständnis bei dem ein oder anderen Mitmenschen (besonders bei denen, die selbst gerne eine heben!), hilft jedoch ungemein, sich die Problematik intensiv im Gedächtnis wach zu halten.

    Zu Deiner Suchtberaterin: Ich würde dieser Aussage von Ihr nicht allzu viel Bedeutung geben. Ich glaube auch nicht an irgendwelche psychologischen Testverfahren nach dem Motto: Wir prüfen, ob der Junge jetzt so am Boden ist, dass er sich einer Hilfe auch als würdig erweist. Bis auf Deine Aussetzer ist Dein Trinkverhalten ja fast noch WHO-konform, was soll die Dame Dir denn dazu sagen? Es wäre etwas anderes, wenn Du eine 16-wöchige, stationäre Entwöhnungsbehandlung anstreben würdest. Da hätte Dein Leidensdruck sicher etwas dramatischere Züge annehmen müssen. Ohne Dich jetzt in einer falschen Sicherheit wiegen zu wollen: Ein Suchtberater sieht im Berufsalltag ganz andere Fälle, wie den Deinen! Aber Du hast die Chance, Dich durch eine konsequente und verzichtsfreie Abstinenz davor zu bewahren, einmal auch ein solch schweres Schicksal zu werden. Dann werden die Antworten kommen, die Du jetzt nicht bekommen hast, aber ob das ein Weg ist?

    Also: Bleib trocken und lass Dich nicht beirren!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Zitat von Pappnase

    wenn menschen nicht immer gleicher meinung sind kommen diskussionen auf ! und ich denke mal das wir das hier auch benötigen.
    jetzt denkt vielleicht der eine oder andere "mann ist das ein schwachkopf" aber auch damit kann ich ohne probleme leben (so viel zu meinen selbstbewußtsein)

    Dass Du ein Schwachkopf bist, denke ich ganz gewiss nicht. Es stellt sich mir nur die Frage, warum Du darüber diskutieren willst und warum Du überhaupt eine Unterscheidung triffst. Jemand, der wirklich Hilfe will, hält sich meiner Meinung nach nicht an solchen Begriffen fest.

    Ich möchte dich auch ganz klar darauf hinweisen, dass in so einer Unterscheidung ein enormes Rückfallpotential liegt. Nach einiger Zeit wird deine Sucht dir suggerieren, dass Du ja vielleicht gar kein Alkoholiker bist, sondern "nur" so ein bißchen alkoholkrank. Solche Hintertürchen müssen unbedingt von dir geschlossen werden, wenn Du wirklich trocken bleiben willst. Du wirst sonst fast zwangsläufig rückfällig und verfällst in alte Denkmuster.

    Eric

  • Hi Pappnase,

    Zitat

    also habe ich gestern praktisch eine null runde gemacht und mich 45 minuten mit einer "ich schau mal aus dem fenster raus" unterhalten


    Das ist natürlich schade und vor Allem auch wenig konstruktiv. Aber natürlich sind auch Suchtberater am Ende nur Menschen und da gilt natürlich immer: Es gibt solche und solche!

    Noch mal kurz zur Begriffs- und Krankheitsdefinition: Natürlich machen Mediziner und Psychologen auch Differenzierungen. Für Dich als Betroffener sollten diese allerdings keine Rolle spielen. Viel eher solltest Du eine klare Position beziehen, also alkoholerkrankt (Alkoholiker) oder eben nicht. Denn nur so wirst Du auf Dauer auch in der Lage sein, eine wirkliche Loslösung vom Alkohol zu erreichen.

    Ein kleines Beispiel aus dem weiteren Bekanntenkreis: Ein sehr geschäftstüchtiger Mann um die 60 Jahre und somit im besten Alter, die Früchte seiner Arbeit zu geniessen, liegt jetzt mit einer apfelgroßen Leber, die so hart wie ein Betonbrocken ist, im Sterben. Dieser Mann hat wirklich gesoffen, ich habe ihn noch nie wirklich nüchtern erlebt. Aber wie gesagt: Ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Und in der Zeit zwischen Karneval und Ostern hat er natürlich nicht getrunken (man ist ja katholisch!), also geht es ja auch ohne. Selbstverständlich ist dieser Mann kein Alkoholiker, auch nicht alkoholkrank ... nur leider ist er eben auch bald tot :roll:!

    Du siehst, es gilt für Dich eine klare Position zu beziehen.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Papp,

    du musst nicht an dir arbeiten , das glaube ich nun nicht! :wink:

    Du weißt sicherlich genau das du Alkoholiker bist , es aber zu akzeptieren das tut erstmal weh ! Das kennen wir alle und es ist verdammt schwer !

    Ich kann mir 100 Meinungen einholen, nur ändert es ja nichts an meinem Zustand! Ich bin Alkoholiker ! Nicht mehr und nicht weniger!

    Die einzigste Unterscheidung die es bei Alkoholiker gibt ,oder ich gelten lasse ist!

    Nass oder Trocken!

    Auf welcher Seite du stehen willst ist ganz alleine deine Entscheidung!

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo,

    Was ist los?

    Warum schreibst du nicht mehr und hast dich zurück gezogen?

    Liebe Grüsse
    Elocin

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