Hi Pappnase,
lass es mich mal kurz in zwei kleinen Sätzen versuchen. Also:
Ein Alkoholiker ist alkoholkrank! … Und:
Einen alkoholkranken Menschen nenn man auch Alkoholiker!
Verstanden? ![]()
Mal ganz im Ernst: Es ist völlig unerheblich, in welchen Abständen oder in welcher Intensität die Kontrollverluste stattfinden, wichtig ist nur die Tatsache, dass es passiert. Meine persönliche Meinung ist, dass es keinerlei Rolle spielt, welchen Namen man diesem Kind jetzt gibt, solange man sich der Ernsthaftigkeit dieser Problematik bewusst bleibt. Viele gehen dort den Weg, sich selbst ganz offensiv als Alkoholiker zu begreifen, obwohl das eigene Verhalten dem Klischeebild des ‚Penners vom Hbf’ noch lange nicht entsprach. Das führt sicher zu einer Menge Unverständnis bei dem ein oder anderen Mitmenschen (besonders bei denen, die selbst gerne eine heben!), hilft jedoch ungemein, sich die Problematik intensiv im Gedächtnis wach zu halten.
Zu Deiner Suchtberaterin: Ich würde dieser Aussage von Ihr nicht allzu viel Bedeutung geben. Ich glaube auch nicht an irgendwelche psychologischen Testverfahren nach dem Motto: Wir prüfen, ob der Junge jetzt so am Boden ist, dass er sich einer Hilfe auch als würdig erweist. Bis auf Deine Aussetzer ist Dein Trinkverhalten ja fast noch WHO-konform, was soll die Dame Dir denn dazu sagen? Es wäre etwas anderes, wenn Du eine 16-wöchige, stationäre Entwöhnungsbehandlung anstreben würdest. Da hätte Dein Leidensdruck sicher etwas dramatischere Züge annehmen müssen. Ohne Dich jetzt in einer falschen Sicherheit wiegen zu wollen: Ein Suchtberater sieht im Berufsalltag ganz andere Fälle, wie den Deinen! Aber Du hast die Chance, Dich durch eine konsequente und verzichtsfreie Abstinenz davor zu bewahren, einmal auch ein solch schweres Schicksal zu werden. Dann werden die Antworten kommen, die Du jetzt nicht bekommen hast, aber ob das ein Weg ist?
Also: Bleib trocken und lass Dich nicht beirren!
Liebe Grüße
J.