meine Geschichte, ... am Ende

  • Hallo Liberty,
    das Trinkverhalten und die Bewußtseinsveränderung bis hin zu diesem Ätzend-Sein wenn der "Saufdruck" größer wird, gegen Ende der Abstinenz-Zeiten, all das kann ich 1 : 1 unterschreiben!! Leider sind wir alle hier im Forum keine Individuen, es ist immer dasselbe. Traurig aber wahr.
    Du musst weg von ihm, er macht dich kaputt.
    Ich fasse es mal ganz kurz zusammen...ich empfehle die aber, dich hier stundenlang durchzuwühlen, durch sämtliche Beiträge. Du wirst DICH wieder finden. Aber hier nun meine Zusammenfassung:

    1. Er ist krank und muss sich um Hilfe kümmern
    2. Sieht er es nicht ein, dann hat es keinen Sinn
    3. DU kannst ihm nicht! helfen

    Du brauchst gar nicht alle Wege, von total liebevoll bis hin zu Vorwürfen oder Plädoyers ausprobieren, ich fürchte, es wird alles nichts bringen. Versuche, klare , erreichbare Grenzen zu setzen. Z. B. wenn du getrunken hast, werde ich nicht mit dir sprechen. Das dann ganz klar durchziehen. Kündige ihm nur an, was du auch tun kannst und willst.
    Schlußendlich, überlege dir, daß Trennung eine letzte Konsequenz sein kann, um dich zu retten!

    Ich hoffe, ich konnte dir deutlich machen, daß du hier verstanden wirst! Du bist hier richtig, es wird dir helfen!

    lg

  • Hallo Liberty,

    die übertriebene Eifersucht ist auch ein klassisches Alkoholiker-Symptom. Leider. Das hatte mir auch sehr zu schaffen gemacht. Auch jetzt nach der Trennung fragt er sich nur, ob ich schon einen neuen Freund habe, anstatt zu kapieren, daß seine Trinkerei alleine schuld ist und daß in mir auch alles kaputt ist, unfähig zu einer neuen Beziehung.


    Ich wüsste auch gar nicht, wie ich das anstellen sollte..:-))

    Daß er nicht mehr zu den AA geht ist nicht verwunderlich, denn er ist wegen dir hingegangen, er muss es halt selbst wollen, das hast du ja schon erkannt. Anscheinend kann er noch nicht zugeben, daß er Alkoholiker ist. Du kannst es damit versuchen, daß du das Wort "Alkoholiker" vermeidest und ihm erklärst, daß es egal ist, wie man es nennt, daß aber Alkohol ganz klar ein Problem in seinem!!! Leben ist, unter welchem Du auch zu leiden hast und daß es daher an ihm! ist, das zu ändern, bzw. das Problem komplett! aus der Welt zu schaffen. Ein kontrolliertes Trinken gibt es nicht. Nur in den Träumen der Suchtkranken. Ich verstehe sehr gut, daß es schwer ist, aber nicht unmöglich, ganz für immer auf Alkohol zu verzichten und das muss er. Solange er das nicht möchte - keine Chance.
    Ein weiteres Symptom ist natürlich ganz klassisch, daß immer die Anderen schuld sind, wie du ja auch erkannt hast. Und daß es auf alles von dem Alkoholiker eine passende Antwort gibt. Hier eine Liste meiner immer erhaltenen Antworten:
    1. die AA (die Betroffenen) sind ganz anders als er, die sind ja wirklich krank
    2. die Angehörigen, die zu einer Gruppe gehen, die bemitleiden sich nur selbst und sind Egoisten, die über sich reden und nur quatschen wollen
    3. werfe ich ihm konstruktiv und ruhig Fehlverhalten vor, so bin ich fies und gemein, ich sehe wohl nicht, daß es ihm ohnehin schon schlecht genug geht
    4. werde ich unbeherrscht und verliere die Fassung, so übertreibe ich und er wirft mir vor, ich liebte ihn nicht mehr
    5. fordere ich eine Lebensumstellung, so liebe ich ihn auch nicht mehr, sonst würde ich ihn ja so nehmen, wie er ist
    6. er hat keine zwei Gesichter, wie immer von mir behauptet, akzeptiere ich das nicht, so greift Punkt5
    7. Keiner! versteht ihn
    8. Er hatte es so schwer in der Kindheit
    9. Er hat es ständig schwer, der "Soundso" hat ihn heute soooo geärgert
    10. seine Kinder fragen nicht nach ihm, ihm geht es so schlecht, er leidet;
    11. er hat "Kopfdruck", Alkohol würde helfen
    12. Er trinkt nicht wegen der Sucht, sondern weil er Depressionen hat, das einzige Gegenmittel ist Alkohol, das verstehe ich aber nicht, weil ich ja nicht betroffen bin , von diesen schlimmen Depressionen
    13. Ich bin schon schlecht gelaunt, wenn ich ihn nur sehe, mit seinem Bier, aber er tut mir ja nichts, er ist doch lieb!
    14. Das mit seiner übertriebenen Eifersucht, das sind eben Urängste, Verlustängste, und gegen Ängste kann man nichts tun, sie sind einfach da und real
    15. Er will sich nicht bevormunden lassen
    16. keine Vorschriften, schließlich ist er erwachsen
    17. da er ja erwachsen ist, wird er ja wohl mal ein Bier trinken dürfen
    18. schließlich ist es ja sowieso sein Leben
    19. was werfe ich ihm eigentlich konkret vor? nur, daß er nicht so ist, wie ich ihn haben will? ich bin ein Egoist
    20. er kann die Verabredung nicht einhalten, er fühlt sich schlecht
    22. er kann nicht mitkommen, denn ich bin so gemein zu ihm gewesen
    23. er kann mir nicht sagen, was ich diesmal verbrochen habe, weshalb er nicht mit mir spricht, denn da muss ich ja wohl selbst drauf kommen (rätsel...)
    24. seine Mutter ist auch ein Egoist, schließlich erzählt sie nur von ihren Sorgen und daß er ja nicht für sie da sei
    25. er hat nur alkoholfreies Bier getrunken (Anmerkung: das Lallen und die Verhaltensänderung, die Fahne, das bilde ich mir wohl ein), aber da ich ja so gemein bin und ihm nicht vertraue, sollte er doch besser wirklich trinken jetzt
    26. ich verstehe das nicht, wenn der XY doch sein neues "Was auch immer" im Brauhaus feiern will, dann MUSS er doch was mittrinken, welchen Eindruck macht DAS denn sonst!

    Liberty, ich könnte unendlich fortfahren...

    Ich bin auch sehr traurig heute, habe viel geweint, eben auf der Heimfahrt. Ich war sogar zum Trost beim Frisör, es half nichts....aber ich denke immer an alle diese Punkte und NEIN, ich will das nicht mehr.

    lg

  • Hallo liberty,

    ich habe gestern schon mal angefangen, Dir zu schreiben, hab´s aber wieder gelöscht, weil ich nicht ganz sicher bin, ob ich hier die Richtige bin, um Ratschläge zu erteilen. Ich habe mich jetzt doch entschlossen, Dir meine Meinung mitzuteilen und Dir ein wenig über meine Erfahrung zu berichten, weil ich einige Parallelen zu meinem Leben sehe:

    Du wirst den Rest Deiner Selbstachtung verlieren, wenn Du bei ihm bleibst und das weiter mitmachst!
    Falls Du Dich von ihm wirklich trennen möchtest, sag´s ihm erst, wenn Du sicher bist, daß Du es auch wirklich durchhälst. Ich habe den Fehler gemacht, immer nur zu drohen, bzw. immer wieder zu ihm zurück zu gehen. Und es ist jedes Mal - nach einem kurzen "Hoch" - ein bißchen schlimmer geworden. Irgendwann hat er über meine Drohungen nur noch gelacht! Ich bin inzwischen seit 2 Wochen ausgezogen, aber ich glaube, er glaubt´s immer noch nicht
    Diese Anspannung, was einen als nächstes erwartet, kann einen Fix und Fertig machen. Nüchtern, Betrunken, Friedlich, Agressiv, Depressiv, hoffentlich hat er sich nicht bei der Arbeit geärgert oder ist unangenehme Post gekommen........ Das hält auf Dauer keiner aus!!!
    Man merkt es ja daran, daß man gesundheitliche Beschwerden bekommt - bei Dir die Schmerzen in der Brust, bei mir lähmt sich immer der Mundbereich, so daß ich nicht mehr richtig sprechen kann.

    Meine größte Angst war immer, daß ich keine Ahnung hatte, an wen ich mich wenden sollte, was ich alles unternehmen muß bei einer Trennung, da ich und die Kinder finanziell von ihm abhängig sind. Ich habe nur einen riesen Berg vor mir gesehen und hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte.
    Wenn das, wie Du schreibst, auch Deine Sorge ist, hoffe ich Dir diese ein bißchen nehmen zu können:
    Ich habe mir einen Termin bei einer RAin geben lassen, (solltest dafür über kein Geld verfügen, gibt es bei Gericht einen Beratungsschein, dann kostet das nur 10,00 €), die hat alles in die Wege geleitet (Sorgerecht, Unterhalt usw.) und jetzt kommt langsam eins nach dem anderen ins rollen. Der Berg zerbröselt sich langsam in einzelne Stückchen, die zu bewältigen sind. Es ist zwar immer noch nichts richtig entschieden (viel Bürokratie :roll: ) und ich habe immer noch eine ganze Menge ungeklärter Fragen, aber es geht alles seinen Gang und das in zwei Wochen!
    Etwas anders sieht es mit den Gefühlen und dem Gewissen aus, aber damit muß man leider selbst klarkommen.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft

    Liebe Grüße Lenjana

  • Liebe Liberty,

    ich wünsche mir so für dich, du machst bald einen Anfang zum "normalen Leben". Das ständig schlechte Gewissen kenne ich auch, er brachte mich immer! dazu, daß ich mich entschuldige, immer. Est ist schon witzig, wie Wahrheit verdreht werden kann, wenn es nicht so traurig wäre....
    Ich sage dir nur, du musst ! raus, du bist am Ende. Es gibt nichts dort in dieser Beziehung, wofür es sich lohnt, sich selbst aufzugeben. Mach es für dein Kind und für dich! Wobei: Ich will dir keine Ratschläge aufdrücken, du musst es selbst wissen, also, wenn du noch Monate brauchst, verstehe ich das auch. Bei mir hats auch sehr sehr lange gedauert.
    Ich drücke dir die Daumen. Meld dich wieder!

  • Hallo Liberty,

    ja, die finanzielle Unabhängigkeit ist ganz wichtig für dich, denn nur dann kannst du ja auch ihm frei helfen, ohne Abhängigkeiten.
    Es reicht ja, wenn einer abhängig ist....kleiner blöder Scherz...sorry.

    Die 2 Gesichter sind genau das Problem. Er IST ein toller Mensch, er ist wirklich krank. Wenn du das begreifst und richtig trennst, dann ist es sogar noch schwerer für dich. Wärst du dumm und naiv, so könntest du ja sauer sein, wie schlimm er dich manchmal behandelt, aber nein, du verstehst es und das macht es total schlimm, schwer, aussichtsarm (nicht aussichtslos). Jetzt musst du nur noch lernen, daß nur er sich helfen kann, nicht du ihm. Wenn er dich nicht verlieren möchte und ein vollkommen neues Leben (das echte) starten, dann geht das ja!! Aber durch Liebe, Betüteln, sogar Vorwürfe, Predigten...erreichst du nichts, solange er nicht wirklich wirklich begreift. Du hilftst ihm nichtmal, sondern schadest ihm, denn indirekt bist du die Suchtunterstützung, denn es klappt ja, du bleibst dann! Super, dann kann er ja weitertrinken. Ich hoffe, ich war nicht zu krass oder zu streng....ich kann dich nämlich in allen Punkten verstehen und was glaubst du, was ich alles getan habe...ohje...bis ich verstand, was da los ist und welchen einzigen Weg es gibt...ich wünsch dir Kraft! und ihm für sich (und dich) die Einsicht.

  • Hallo Liberty,
    vor ein paar Minuten habe ich zu einem anderen Forum einen Teil meiner Lebensgeschichte geschrieben. Und jetzt lese ich deine, fast die gleichen Sorgen.
    Auch ich kann dir nur raten, hart zu bleiben und dich von ihm zu trennen. Wir haben zwei Kinder (18 und 23 Jahre alt), um die ich mich die meiste Zeit alleine kümmern musste. A) weil mein Mann Schichtdienst arbeitet un B) weil er so oft nichts (!) tun konnte. Die beiden waren meine größte Sorge, dass sie keinen Schaden bekommen sollten, wegen der Sauferei des Vaters.
    Ich kann nicht in sie hineinsehen, weiß nicht, ob sie irgendwelche irreparabele Schäden davontragen. Aber, nachdem meine Tochter letztes Jahr das erste Mal zu mir sagte: Laß dich doch scheiden!, bin ich wahrscheinlich erst mal aufgewacht. Es hat noch etliche gute und schlechte Zeiten in unserer Ehe gedauert, bis ich aber wirklich hart wurde.
    Nach 24 Jahren war unsere Ehe eigentlich kaputt. Keine Gefühle mehr da ( außer Ekel meinerseits gegenüber der Bier - und Sonstiges - Fahne).
    Jeder hat seine Freizeit für sich verbracht. Wir haben nebenher gelebt.
    Angst vor der entgültigen Trennung hatte ich aber auch. Finanziell bin ich auch abhängig. Und dann bin ich auch noch gläubig - so mit : bis dass der Tod euch scheidet - in guten und in schlechten Zeiten - .
    Aber zuletzt war ich auch körperlich und seelisch nicht mehr belastbar. Nur noch ein Nervenbündel. Es musste sein.
    Eigentlich bin ich eine totale Flasche. Feige bis zuletzt. Aber diesmal habe ich es geschafft. Und du schaffst es auch!!!! Das wünsche ich dir ganz sehr.
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Liberty,
    wie geht es dir jetzt? Wie ist deine Lage?
    Vor der Einsamkeit brauchst du keine Angst haben, die Zeiten, wo man weint, etc...sind vorhanden, aber es sind keine so tiefen Verzweiflungen und keine solch seelischen Qualen, wie man sie beim Leben mit einem nassen Alkoholiker hat. Beileibe nicht.
    Und was er da tut, das sind doch nur Erpressungsversuche. Er drückt die Knöfte bei dir, die immer funktioniert haben. Erst, wenn du diesen Kreislauf durchbrichst, wird sich etwas bewegen. Aber DU entscheidest, wo du schläfst, nicht er.

  • Liebe Liberty,
    ich habe den Eindruck, du bist distanziert genug in deinem Inneren. Kann schon sein, daß er die Kinder auf seine Seite ziehen will, das spielt alles keine Rolle, das sind ja verzweifelte Versuche, sein soziales Umfeld in Ordnung zu halten, ohne aufzuhören mit der Trinkerei. Wird nicht klappen.

    Deinen Hausarzt kannst du prinzipiell als anonyme Stelle bezeichnen, denn er ist ja absolut zu Schweigen verpflichtet. Sofern er nicht seit langen Jahren ein Freund der Familie ist, würde ich mich an ihn wenden. Allerdings sind manche Hausärzte (meiner z.B.) nicht up to date, was Adressen angeht und ziemlich überfordert, aber das kann ja bei dir besser klappen.

    Viel Glück!
    Und viel Stärke!

    Kaddip

  • Hallo Liberty, es istw ichtig, daß du dich zuerst um den bürokratischen Kram kümmerst, denn nur dann kannst du handeln, ohne davon beeinflußt zu sein, daß du irgendwie abhängig bist, etc..
    Du schreibst, daß dich seine Anwesenheit belastet, ob nüchtern oder voll. Irgendwie denke ich jetzt, da hast du Glück, denn diese Liebe, die ich als Co empfunden habe, wenn er nüchtern war, denn dann war er für mich der richtige Mensch, in seiner "wahren Form", die ist so groß gewesen, das hat mich wahnsinnig abhängig gemacht, von ihm. Das war schlimm. Denn auch ich habe mir was vorgelogen. Er ist der Mensch, der er nu mal ist, und das ist einer, der nicht versteht, der mich im vollen Kopp tyrannisiert und der lügt und trinkt und trinkt und trinkt....usw..

  • Hallo Liberty, wie gehts dir?
    Hoffentlich ein bisschen besser. Wie war das Gespräch mit dem Anwalt?
    Bis dahin bin ich ja nicht gekommen, aber dieses Gefühl, der hilflosen Leere, einfach nicht mehr weiter wollen, das kenne ich auch.
    Wir waren uns letztlich auch nur noch egal.
    Mein Mann hat es meistens auch mit seiner Nichtachtung mir gegenüber erreicht, dass ich schwach wurde. Zuletzt ging es uns wie euch.
    Die Kinder hat er versucht mit seinen Geldzuwendungen (bei mir war eben schneller Ebbe) für sich zu gewinnen, aber es nicht erreicht, denn sie haben ihn durchschaut. Schon lange.
    Ich denke mal, wenn du gleichbleibend mit deiner Liebe bei deinen Kindern bleibst, werden sie erkennen, dass du auf der richtigen Seite stehst. Und wenn du jetzt eine feste Linie gehst, wächst du in ihrer Achtung. Das hat meinen Kindern auch gutgetan.
    Ich wünsche dir ein gutesWochenende mit deinen Kindern, und für dich viel Luft zum Atmen, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Liberty,

    ich denke, du bist für deine Kinder da, das spüren sie. Das mit dem Cabrio wird sie verletzen, sehr. Leider neigen Alkoholiker zu solch überzogenen Dingen, erinnert mich manchmal an manisch-depressiv.

    Ich wünsch Dir weiterhin Kraft!

    lg
    Kaddip

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!