lange hat es gedauert

  • Hallo Lola,

    erstmal herzlich Willkommen.

    Deine Geschichte gleicht sich wie viele hier. Es ist gut, dass DU fuer Dich jetzt etwas tust, dass Du etwas fuer Dich in Bewegung bringst und Du so nicht weitermachen moechtest. Das ist der erste Schritt raus aus diesem ganzen Alkohol-Co-Abhaengigkeits-Hamsterrad.

    Du hast Deinen Mann jetzt offen damit konfrontiert Du hast das ausgesprochen, was schon ewig in der Luft hang . Das ist gut so. Wichtig ist, dass Du jetzt sehr konsequent bist, denn nur durch Konsequenz gibst Du Deinem Mann zu verstehen, wie ernst es Dir ist. Wirst Du schwach und machst Drohungen nicht wahr dreht sich das Hamsterrad immer weiter.

    Es ist auch gut, dass Du Dich hier angemeldet hast, hier findest Du rund um die Uhr immer eine Moeglichkeit Fragen und Sorgen loszuwerden, hier verstehen Dich die Leute, auch wenn manche Antworten manchmal etwas harsch klingen, aber wichtig ist, dass Du und wir ehrlich zueinander sein duerfen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Servus Lola41,

    wenn Du das durchziehst,

    Zitat

    ...ich geh es jetzt an und wenn es nicht klappt, dann pfeiff ich auf Ehe, Eigenheim etc. und fang noch mal von vorne an...

    bist Du auf jeden Fall "safe".

    Ich kann Dich nur ermuntern und bestärken, Dich von diesem geraden Weg durch nichts und niemand abbringen zu lassen. Wie Du richtig schreibst,

    Zitat

    ...Ein bischen schwanger gibts nicht und ich denke es gibt auch nicht ein bischen Alkoholiker...

    gibt's das nicht.

    Und wichtig ist auch nicht, wie es Deinem Göttergatten und seiner Einstellung zum Alkohol in Bayern geht, sondern wie es Dir mit seinem Konsum geht. Und Dir geht's -mit verlaub- beschi..en damit, also wird's geändert.

    Kopf hoch, zieh das durch, klare Ansage, klare Konsequenzen!

    Ich wünsch Dir viel Kraft auf Deinem Weg!

    LG
    Spedi

  • Hallo Lola ! Also unter deinem Post könnte original mein Name stehen. Genauso habe ich es erlebt von 1983-2007. Dann konnte ich nicht mehr. eine Freundin hat mir eine Broschüre über CO-Abhängigkeit gegeben. Da wußte ich, ich bin in Phase 3: Zitat :"Co-Abhängige sind am Ende ihrer körperlichen Kraft und seelischen Belastbarkeit. Sie fühlen sich ausgelaugt, sind bisweilen selbst krank"- Zitat-Ende. Ich habe seit ca. 9 Jahren schwere Magen-Darm-Probleme.Wußte das nicht einzuordnen. Dann nahm mich die Freundin mit zur Kreuzbund - SHG. Ich bin heute so froh über den Schritt. Im September 2007 folgte die Trennung nach langem hin und her. Ich kann auch Dank meiner Eltern und vielen Freunden und Bekannten zu denen ich offen war, mein Leben heute genießen. Der Schritt lohnt sich so sehr. Jetzt habe ich meinen Mann in der Hand und nicht mehr er mich. Wir haben uns damals wegen unseren 9-järigen Tochter in "Guten" getrennt. Er sieht bis heute nicht ein, irgendwas gegen sein Saufen zu machen. Heult mir ständig vor, er sei so allein und trinkt vor lauter Einsamkeit. Gott und allen, die mir geholfen haben und noch helfen, sei Dank, weiß ich es besser und falle auf keine traurigen Augen und falschen Beteuerungen mehr rein. Ich muß echt jeden Monat rechnen, aber die Ruhe und Zufriedenheit lasse ich mir um nichts in der Welt mehr nehmen. Ich glaube, auch mein Darm kapiert das langsam. Alles braucht eben seine Zeit. Ich bin noch in psychologischer Beratung und das tut so gut. Und nicht zuletzt bestätigt mir auch dieses Forum, daß ich alles richtig gemacht habe (Trennung usw.). Also Mut für alle, die ihn brauchen wünscht euch Katrine

  • Servus Lola,

    es hat leider niemand behauptet, dass die Situation einfach oder gar schön wäre...nein...

    Schließlich war da ja mal (irgendwann?) auch Liebe im Spiel. Und viele gemeinsame (??? bei Suff ???) Jahre schweissen auch zusammen, dazu kommt noch der "Gewöhnungsfaktor", und und und...

    Hast Du denn jemand als emotionale Stütze? Eine sehr gute Freundin?

    Ich kann Dir nur an's Herz legen, Dir auch eine Selbsthilfegruppe für Angehörige (wie z.B. hier im Forum der geschlossene Bereich) zu suchen, wo Du nicht nur fachlichen Rat und Informationen findest, sondern auch Deine Sorgen und Nöte besprechen kannst. Besprechen mit Menschen, die das gleiche erleben mussten wie Du. Die von der gleichen Familienkrankheit Alkoholsucht befallen wurden.

    Ich drück Dir mal die Daumen, dass es Dir bald wieder besser geht.

    LG
    Spedi

  • Servus Lola,

    auf die Gefahr hin, jetzt von einigen hier im Forum gesteinigt zu werden: Du musst Deinen Mann ja nicht für immer verlassen!

    Wenn Du JETZT eine Auszeit brauchst und Dir JETZT das Zusammenleben mit Deinem Mann nicht vorstellen kannst und ihm JETZT nicht vertraust und aus allen diesen JETZT folgerst, ihn zu verlassen, dann ist das eine Sache.

    Die andere Sache ist: was passiert , wenn Dein Mann z.B. das erste Jahr nach einer stationären Langzeittherapie komplett trocken geblieben ist, seine Selbsthilfegruppe regelmässig besucht und ihr beide dann feststellt, ihr habt Euch wieder etwas zu sagen und wollt erneut ein Leben miteinander versuchen - wer sollte Euch daran hindern?

    Es ist momentan die Trennung für Dich vielleicht ähnlich schlecht vorstellbar, wie für einen Alkoholiker das "nie wieder Trinken", was ich hier so oft lese. Also versuche, für Dich gangbare Schrittweiten zu finden. Es ist auch immens wichtig, dass Du hinter Deinen Entscheidungen "stehst" und diese glaubwürdig vertreten kannst.

    Und: Dein Mann muss (JETZT) nicht wissen, mit welchen Optionen im Hinterkopf Du Dich von ihm trennst... oder? Hauptsache, Du hast für Dich endlich mal wieder den Freiraum, (D)ein Leben ohne die Beeinträchtigung des Alkohols leben zu können!

    LG
    Spedi

  • Nachtrag: was meinst Du, was ich meiner Frau zum Teil alles versprochen habe...leider nur, damit ich meine Ruhe hatte und (heimlich) weiter saufen konnte... :oops:

  • Hi Lola,

    ich geb da Spedi vollkommen Recht. Eine Trennung muss ja nicht endgueltig und fuer immer sein, wer weiss was die Zukunft bringt, dass weiss niemand wirklich jetzt so genau. Aber konsequent handeln solltest Du im jetzt, damit Du auch eine gesunde und fuer Dich relaxte Zukunft sehen kannst und vor Dir hast.

    So wie Spedi sagt, setze einen Schritt nach den anderen und befreie Dich aus diesem Co-Abhaengigkeit-Hamsterrad.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Lola,
    falls es dir ein Trost ist, ich war noch viel länger so dumm und habe ausgehalten. Wenn du willst , kannst du meine Geschichte in allen Farben nachlesen.
    Geholfen hat wirklich nur knallharter Entschluss: Suchthilfe oder Trennung.
    Im Nachhinein kann ich es manchmal immer noch nicht glauben, dass mein Mann sich wirklich für die Trockenheit mit Hilfe (er besucht eine SHG) entschieden hat.
    Aber ich hätte auch wirklich nicht weitermachen können, noch einen Tag aushalten können.
    Jetzt leben wir neu. Und gut.
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hi Lola,

    das ist ein Gefuehlschaos, das glaub ich Dir. Du kannst sowieso nichts machen, Du kannst nur machen lassen und schauen was draus wird. Wichtig ist aber, dass falls etwas passiert und Du Konsequenzen angedroht hast, Du die auch wahrmachen musst, wie gesagt Holzauge sei wachsam.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Lola,

    gesteinigt wird hier keiner :lol: . Ich denke mal es ist wichtig, dass man trotzdem wachsam bleibt, dass ist wichtig und Du musst ja auch auf Dich schauen, Du musst fuer Dich genau im Auge behalten was Du moechtest und wie Du gluecklich wirst.

    Was sollst Du auch machen, klar aergerst Du Dich, dass er nicht hingeht, ob er seinen Job vorschiebt oder ob es der Wahrheit entspricht, weisst Du ja nicht. Wenn er wirklich das nicht einhalt was Du Dir fuer die Zukunft versprichst, dann musst Du handeln, wenn Du das dann nicht machst, dann wirst Du Dich in einem immer schnellerdrehenden Hamsterrad befinden.

    Wir werden sehen was passiert, schau nach Dir nicht nach ihm.

    Alles Liebe,

    Jenny


  • Lola, damit hat Spedi es auf den Punkt gebracht. Bei mir war dieses „Jetzt“ vor zweieinhalb Jahren. Inzwischen drehen sich meine Gedanken längst nicht mehr darum, was er wohl macht, womit er mich damals verletzt hat oder ob er wohl wieder trinkt. Und das nicht etwa, weil wir uns aus den Augen verloren haben. Nein, ich habe eine ganze Menge eigener Dinge und Projekte, mit denen ich mich gedanklich und auch tätig befasse, sodass gar kein Platz mehr in meinem Kopf ist, ständig die Gedanken um ihn kreisen zu lassen. Kontakt haben wir dagegen relativ häufig. Schon alleine deshalb, weil wir uns beide, getrennt, für die Selbsthilfe engagieren und von daher immer wieder Berührungspunkte haben. Und weil wir Dinge zusammen unternehmen, denn schließlich sind wir mal zusammengekommen, weil wir ähnliche Interessen und Vorlieben haben. Allerdings warte ich seit langem nicht mehr darauf, dass wir irgendwann mal wieder ein Paar sind. Jeder hat sein Leben und diese Leben berühren sich punktuell. Für mich ist das ein sehr befreites Gefühl. Auch weil ich weiß, dass es mich nicht mehr aus der Bahn werfen würde, sollte er sich bezüglich seiner Trockenheit irgendwann einmal wieder umorientieren. MEIN Glück und MEINE Zufriedenheit sind davon nicht mehr abhängig. Traurig wäre ich darüber, ja, aber es würde mir nicht mehr den Boden unter den Füßen wegziehen, denn ich habe inzwischen ein eigenes Leben.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Klar, Lola, dass du die Belohnung für 20 Jahre ausharren bekommen möchtest. Und die soll dir dein Mann geben, indem er trocken wird und bleibt und mit dir glücklich lebt bis ans Lebensende.

    Wenn du schreibst, dass du dich schon vor Jahren hättest trennen können, wenn du es jetzt tust, dann ist mein Gedanke dabei nur, dass das Leben mit einem Alki keine Aufgabe ist, die es zu bewältigen gilt, um dann die Früchte für das Durchstehen zu ernten. Du siehst das scheinbar anders und hast dann so gesehen natürlich recht, wenn du schreibst, dann wäre alles für die Katz gewesen. Es ist dein Leben und du kannst es gestalten. Wenn du es davon abhängig machst, ob dein Mann trinkt oder nicht, lässt du dich weiterhin leben anstatt es selbst zu tun.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hi Lola,

    da muss ich mich doch auch nochmal zu Wort melden:


    Zitat

    Ich weiß ja nicht, wie lange deine Beziehung mit deinem Partner gedauert hat, aber 20 Jahre verheiratet, da trennt man sich nicht mehr so einfach. Hieß es doch in guten wie in bösen Tagen....

    Genau solche Begruendungen fallen immer wenn wir Co's uns hinter unserer Krankheit verstecken wollen. Da wird das Eheversprechen hervorgekramt und man sieht es als Begruendung dafuer weil man solange mitgelitten hat. Leider ist aber das wahre Leben nicht so wie im einigen Maerchen wo dann das Boese sich aufloest und alles wieder gut und eitel Sonnenschein ist.

    Wir Co's vergessen unsere Erkrankung und verleugnen sie genauso wie der nasse Alki. Der Alki soll aufhoeren mit dem Trinken und dann ist alles gut. Aber wir Co's wollen nicht an uns selbst arbeiten, denn wir haben ja kein Problem, nur unser Partner, der hat ein Problem und wenn das geloest ist, dann ist das gesamte Problem geloest, so denken viele von uns, die in ihrer Co-Abhaengigkeit feststecken.

    Du hast auch schon Deine Bedenken geaeussert:


    Zitat

    Wer weiß schon, was in 3 Monaten ist? Vielleicht mag er mich nüchtern nicht mehr? Vielleicht haben wir uns tatsächlich auseinandergelebt? Vielleicht, Vielleicht....

    Wenn Du naemlich nicht bei Dir bleibst und auch nicht an Deiner Co-Abhaengigkeit arbeitest, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich gross, dass der dann trockene Alki nicht mehr mit seinem Co zusammenleben moechte. Denn da sind immer noch Kontrollmechanismen und das Helfersyndrom welches wir dann nicht abgelegt haben.

    Schau auf Dich, glaub nicht daran, das nach dunklen Wolken immer eitel Sonnenschein kommen muss und das Dein Problem geloest ist, wenn Dein Mann aufhoert zu trinken. Arbeite genauso an Dir und Deiner Krankheit.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Lola,


    Zitat

    Nur weil wir zusammen leben und er Alkoholprobleme hat, bin ich dann automatisch Co???

    Klar bist Du dann Co, denn Du entschuldigst ja Dein Verhalten und Dein Fortfuehren der Beziehung damit:

    Zitat

    Beziehung ist nun mal Arbeit

    Du hast all die Jahre zugeschaut und ignoriert und die Beziehung so weiter fortgefuehrt mit dem Alkoholproblem, da spielt auch das Co-Verhalten mit. Nur weil Du keine Flaschen wegraeumst und keine Entschuldigungen bei anderen fuer Deinen Partner besuchst, macht Dich das nicht automatisch zu einem Nicht-Co.

    Das Annehmen seiner eigenen Erkrankung faellt uns auch schwer, weil wir uns nach wie vor viel zu sehr auf das Problem des Partners beziehen und ihm die komplette Schuld an unserer Misere geben, wir wollen uns unschuldig machen, sind wir ja nicht derjenige der trinkt.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo lola!

    Schade, dass du nicht mehr schreiben willst... cih würde wirklich gerne wissen, wie es bei jetztz so weitergeht...!
    Ich sehe das mit dem Co-Verhalten ähnlich wie du, auch ich räume keine leeren Flaschen weg und entschuldige sein Verhalten nicht!
    Mag sein, dass ich mich auch öfter schon hab "einwickeln" lassen, aber auch ich denke, dass zu einer intakten Beziehung auch Arbeit gehört!
    Sicherlich von BEIDEN Seiten, das ist klar!
    Aber auch wenn es manchmal schwer fällt, denke ich, dass man fair bleiben sollte (auch wenn der Partner nicht immer fair war...) und auch die kleinen Schritte würdigen sollte!
    Mein Mann hat sich jetzt schon mal wegen einer Therapie beraten lassen und trinkt "nur noch" alle paar Tage was... immerhin!
    Nein, klar reicht mir das auch noch nicht, aber da sind wir doch schon um Meilen weiter als noch vor ein paar Wochen!
    Du hast ja geschrieben, dass dein Mann zu der Beratung nicht gehen "konnte"... schade!
    Wie hat er sich denn zu seinem Verhalten dir gegenüber, wenn er getrunken hat, geäußert?
    Sieht er, dass er fies wird mit Alk?
    Sind ihm deine Konsequenzen bewusst, wenn er wieder trinkt?

    Würde mich freuen, wieder von dir zu lesen!

    Sonnige Grüße,

    fish

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