Liebe Dagmar,
Ohje, nein, ich habe nicht gemeint, dass man Schadenfreude über seinen Absturz empfindet! Und ich verstehe sehr gut, dass es Dir Angst macht auch für Dich - diese Nacht mit dem Handy in der Hand und "fluchtbereit", das ist scheusslich, das dürfte niemand erleben müssen!
Ich habe nur gemeint, dass ich mir irgendwie wünsche, dass er schnell seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht und dann etwas unternimmt mit professioneller Hilfe - nicht mit meiner, das weiss ich nur zu gut! Du drückst das perfekt aus: "Co und Süchtler bringen sich gegenseitig um"!
Aber dass ich eben irgendwo auch die Angst habe, dass es ihm ohne mich jetzt wirklich besser geht und er nicht mehr trinkt oder dass er mit der anderen Frau sein Problem angeht und in den Griff bekommt. Dass es einfach nur mit mir nicht geklappt hat. Dass ich irgendwie Schuld dran war.
Ich weiss ja, dass das nicht so ist, aber im Moment läuft so viel irrationales bei mir ab, das erschreckt mich manchmal wirklich. Ich muss mich mehr am Riemen reissen, das geht so nicht weiter!
Hast Du denn nicht jemanden, der Dir beim Umzug helfen oder einfach dabeisein kann, wenn Du nach dem Auszug noch zurück musst? Damit Du nicht alleine bei ihm bist und Angst haben musst, dass er vielleicht aggressiv wird? Ich wünsche Dir ganz fest, dass die Drehbücher nicht so schlimm sein weiden, wie Du sie Dir vielleicht jetzt ausmalst. Aber pass auf jeden Fall gut auf Dich auf!
Und mit dem Selbstmitleid hast Du sicher auch bis zu einem gewissen Punkt recht, aber allzuviel ist ungesund, man zieht sich mit zu viel Selbstmitleid auch selber runter und das ist doch nicht gesund, oder? Da ist die Taktik Tu-Dir-was-Gutes sicher besser und Du machst das ja vorbildlich, von den Lederhosen über die Brille hin zum Möbeleinölen!
Mal schauen, morgen geh ich shoppen, da sollte schon was drinliegen! ![]()
Liebe Grüsse,
c.