Schmerzhafte Schritte aus der Co-Abhängigkeit

  • Liebe Lichtwind,
    ich gehe selber gerade eine Trennung durch und muss Dir eines sagen: das wichtigst ist genau die räumliche Trennung - zumindest für mich. Wohin ziehe ich mich den zurück wenn eine Beziehung krankt, doch in mein Heim, welches ich mir glücklich selber gestalte.

    Soll da wirklich ein "er" bei Dir leben, von dem du nicht weißt wie er sich entwickelt? Du hast ja selber Bedenken dass Du vielleicht mit ihm nicht so glücklich bist, bzw. Weihnachten Dich eingelullt hat.

    So, er will eine Entziehungskur! Klasse - aber was hat die damit zu tun dass er zu Dir zieht? Wenn er entziehen will, dann dürfte wichtig sein wo er DAS tut und wie es ihm DORT geht und nicht die Forderung zukünftig bei Dir leben zu können.

    Liegt ihm was an der Beziehung? Wenn ja, dann fordert er ein Zusammenleben nicht ein sondern freut sich über jeden gemeinsamen Moment - auch ohne Zusammenleben. Dann wird er kämpfen gegen seine Krankheit und für Eure Beziehung. Wenn es ihm aber zu unbequem ist sich auf den Weg zu Euch zu machen, dann wollte er ein warmes geschütztes Nest.

    Dafür solltest Du Dein Nest vielleicht nicht unbedingt aufgeben, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Lichtwind,

    erstmal herzlich Willkommen.

    Du wirst wahrscheinlich schon wissen, dass ein nasser Alkoholiker, der keine Krankheitseinsicht hat, generell immer wieder einen Grund fuers Trinken finden will. Mich ueberrascht es sehr das diese Leiterin der Gruppe ihn bestaerkt bei Dir einzuziehen, bevor er eigentlich etwas tut :shock:

    Wichtig ist fuer Dich, dass Du Dich abgrenzt und klar Deine Grenzen verteidigst. Wie Du siehst, ist das manchmal schwer. Ich generell koennte mit keinem Alkoholiker mehr zusammenleben, denn ich wuerde nur skeptisch sein und ich bin auch der Meinung, dass ich dann meine Co-Abhaengigkeit nicht mehr im Griff haben wuerde. Daher solltest Du Dir wirklich auch mal ueberlegen, ob Du nicht der Beziehung ein Ende setzen solltest und ganz die Finger von Suchtabhaengigen lassen solltest.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Zitat

    ich glaube ihm kein Wort

    ..würde ich auch nicht, lichtwind, ein willkommen auch von mir.

    Entzug und dann drei Flaschen Bier?????? :shock: Wozu dann entziehen?
    Und "kontrolliert trinken" :shock: - da lies Dich mal bei den Leuten hier durch, die die Erfahrung haben - den Alkoholiker/Innen, die trocken sind oder waren...die können Dir das viel besser sagen als ich...

    Zitat

    Ich bin sauer, enttäuscht und ratlos.

    Verstehe ich gut, wäre ich auch. Stell Dir mal vor, Deine Freundin würde Dir so ne Geschichte erzählen. Was würdest Du ihr sagen?

    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Freud! :lol:

    Zitat

    dass sie sich von ihm verhalten sollte


    Hoffe Du wolltest fern halten schreiben? Verhalten ist das altdeutsche Wort für aushalten lassen... :wink:

    Da ist wohl Freud mit Dir durchgegangen...

    Härter mit uns selbst gehen viele von uns um - und manchmal ziemlich härter als mit anderen :shock:

    Warum durcheinander und niedergedrückt?

    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Ja, Lichtwind, ist ein deutliches Zeichen, dass ihm der Alkohol halt doch wohl (zumindest im Moment) wichtiger ist.

    Es wird sich zeigen, ob Eure Beziehung eine Chance hat, aber vergiss nicht selbst zu leben während dieser Zeit, gell?

    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Lichtwind,

    ich bin Laurina und co.-abhängig.

    Als ich eben die Geschichte von der Heimleiterin las, kam mir sofort in Erinnerung, dass Alkoholiker sich vieles ausdenken, um zu manipulieren, damit wir uns verantwortlich und schuldig fühlen. Ehrlich gesagt kann ich mir kaum vorstellen, dass die Leiterin einer Suchtklinik so einen Rat geben würde.

    Von dem Meinigen kenne ich Aussagen, dass ich z.B. krank bin und Männer regelrecht kaputt mache und in den Suff treibe, wenn ich mich anders verhielte, bräuchte er nicht zu trinken :!: Kommt wahrscheinlich vielen hier sehr bekannt vor :?:

    Letztlich muss er es ganz alleine schaffen wollen, solange das nicht gelingt, wird weiter eine Schuldige gesucht. Wir Co`s mit unserem Helfersyndrom ziehen uns diesen Schuh noch an und fühlen uns schlecht und leiden. Du hast es eben auch beschrieben, wir suchen das Aufregende und Leidenschaftliche, das erhalten wir ja auch stets, nicht weil wir es wollen, sondern anscheinend brauchen. Das Bodenständige, vertrauensvolle stösst uns eher ab und erscheint uns langweilig.

    Der Meinige ist nun mit einem Kollegen auf dem Weg in die Masuren. Er sagte zuletzt, er müsse die Schlacht gegen sich selbst ganz alleine schlagen, Hilfe wäre unter seinem Niveau und wird als Schwäche ausgelegt. Schließlich ist er ein ganzer Mann und Andere können ihm ohnehin nicht helfen. Mit Sprit im Kopf ist er ein galanter Rhetoriker zu vielem Scherz, Schabernack und Abenteuer aufgelegt. Dieses Verhalten mochte ich anfangs, später gingen mir die ständigen Wiederholungen gegen den Strich, irgendwann mochte und konnte ich es nicht mehr hören, und diese ständige Prahlerei und Schmeichelei anderen Frauen gegenüber. Sie finden ihn alle so nett und verständnisvoll, können nicht nachvollziehen, was mit mir los ist, an ihnen lässt er natürlich nicht seinen Frust ab. Als ich ihn mal nachmittags nüchtern traf, war er schroff, übel gelaunt, abweisend und schüchtern, auch nicht gesprächig.

    Habe mir mal Gedanken darüber gemacht, wenn er nüchtern und trocken wäre ohne Therapie, würde er mir auch nicht gefallen, er sích selbst wohl auch nicht - dann hätte er schnell wieder einen Grund zum Trinken. Einige Frauen aus meiner Gruppe haben mit ihrem Trockenen auch viele Probleme. Sie gehen eigene Wege und verfolgen ihre Interessen, leben sozusagen zwei verschiedene Leben.

    Ich weiss noch nicht so ganz genau, was ich will und hoffe auf den Tag, an dem ich die Kraft zum Loslassen aufbringe. Im Grunde möchte ich weder einen nassen noch einen trockenen Mann, sondern einen ganz "normalen" mit dem ich alles ausleben kann, ohne dass es in Sucht ausartet.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Ich kenne ein Story, liebe Leute, von einem Heroinabhängigen, der nicht mehr wusste wie er sich sein Methadon finanziert. Ganz cool klopfte der an Türen von Bekannten an und sagte "Mein Suchtberater hat gesagt, Du könntest doch...."

    Ups, und wie das zog: "Sein Suchtberater hat doch...." Aber hallo, nichtmal zu Weihnachten würde das ein Suchtberater machen - wenn da nämlich was dran wäre, dann würde der Suchtberater das schon selber sagen.... Denn diese Therapeuten oder Suchtberater kennen genau diese Lügen, die wir oftmals nicht erkennen können oder wollen.

    Ein Therapeut oder Suchtberater wird sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und Schuldzuschreibungen kommentieren. Warum auch, sie ändern ja absolut nichts an der Sucht!

    So, Laurina, unser männermordender Vamp bringt sie alle unter die Erde ;) Mensch klasse, dann frage ich mich aber zu welcher Klasse diese Männer gehören .... vermutlich sind die alle nicht mehr in der Lage die Beine in die Hand zu nehmen und sich vor Laurina in Sicherheit zu bringen.

    Aber, liebe Laurina, Deiner ist ja ein ganzer Mann ;) Hart gegen sich selber ;) Oh bähh, der soll mal aufpassen, dass er sich nicht selber ein Beinchen stellt - oder vielleicht schon lange gestellt hat. Denn irgendwie kommt er ja nicht mehr so richtig auf die Beine, oder täusche ich mich da?

    Ach Laurina, auch Du gehst Deinen Weg, da bin ich mir sicher. Genieße die Zeit, in der Du nun alleine bist. Ich muss Dir sagen, die Zeiten wo mein Ex unterwegs ist sind für mich die Gewöhnung ans Alleinsein. Vier Tage sind es zumeist - Mensch, das ist mehr als die Hälfte der Zeit. Da fehlt er mir nicht - warum also in der zweiten Hälfte....

    Dann aber kann ich wieder meinen Tagesablauf planen, nicht so wie jetzt : aus dem Bett erst wenn er weg ist um Terror zu vermeiden, fremdenorts zu übernachten wenn er aggressiv wird ..... Neee, danke, von diesem Imbiss hatte ich schon genug ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hier bin ich männermordenener Vamp :wink:

    Fataler weise war ich stets die Frau für schlechte Zeiten, sozusagen die Retterin in der Not für den armen enttäuschten Schluckspecht, der seine guten finanziellen Zeiten schon mit meinen Vorgängerinnen verlebte und mich für sein verlassenes Leben verantwortlich machte :roll:
    Ich Dummchen wollte mit Liebe und Bescheidenheit retten, um geliebt und anerkannt zu werden :shock:

    Ja Dagmar auf seinen Beinchen steht er schon recht wackelig, vor allem im Trunke dieser breitbeinige Gang :?

    Meine Angehörigengruppe hat mir gestern Abend richtig gut getan, komme immer wieder gestärkt nach Hause. Interessant war die Sichtweise eines Betroffenen, der uns Co.`s ganz schön auf den Boden der Tatsachen setzte. Er ist der Freund der Gruppenleiterin und nahm gestern Abend mal mit teil, weil sein Chor ausfiel. Als trockener Alkoholiker hat er jahrelange Ausbildungen in der Suchtberatung absolviert. Mit Beschwerden war da nichts, die Eigenverantwortung ansehen :shock: war das Thema. Warum mache ich das, warum tue ich mir das an, warum setzte ich für mich keine gesunden Grenzen, warum übernehme ich Fremdverantwortung usw.
    Für jedes Aber einer Co. Frage hatte er ein Gegenargument, einige unserer Frauen sehen sich noch gerne als Opfer und mussten sich widerstrebend ansehen, dass sie gleichfalls Täterin waren, in dem sie nämlich gerne den Betroffenen manipulieren :oops: ja sie wurden richtig verlegen, die Sucht nach einem Süchtigen gibt vermeintliche Macht!
    Einen Gruppenbesuch kann und möchte ich im Grunde jedem empfehlen, ob Betroffen oder angehörig, was auch ganz schön betroffen machen kann.

    Der Meinige hat sich heute früh aus Posen ganz unverbindlich gemeldet. Später rief er noch mal zurück, weil womögich sein Vermieter verstorben ist. Das bedeutet für ihn eine Lebensveränderung. Er ist dort damals vor ca. drei Jahren unangemeldet mit eingezogen. Eine Einzimmerwohnung, in der zwei Betten stehen. Diesen Mann, einen Hartz-IV Empfänger hat er ernährt und gekleidet, auch seine Schulden beglichen. Nun ist der Meinige auf Reisen und hat seine restlichen Sachen sprich Kleidung noch in dieser Wohnung. Seine Papiere hat er allerdings im Büro. Übernachtet hat er meistens bei mir, war auch viel gemütlicher. Nun bin ich gespannt, wie es weiter geht. Sicher setzt er nun auf meine Hilfe.

    Nun will ich in Schwung kommen, habe heute meinen Enkeleinhütetag und muss mit dem Zug nach außerhalb.

    LG Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Weißt Du, liebe Laurina,
    das, was Du berichtest, und auch Lilly und andere, die wirklich wissen von was sie reden, zeigt überdeutlich auf, dass gesund werdende Alkoholiker keinen Wert auf Co-Abhängige Angehörige legen. Sie wollen gesund werden und den Strukturen befreit werden, die sie kleiner, abhängiger und unfrei gemacht haben. Ich spreche jetzt nicht von den "Möchte-Gern-Blabla-Helden" sondern von denjenigen, die definitiv anders leben wollen.

    Schon alleine dadurch - selbst dann, wenn Menschen nur ihre Partner zurückgewinnen woll(t)en - wäre dieses loslassen nötig! Ob nun aber ein "loslassen" ohne räumliche Trennung möglich ist, wäre bei mir beispielsweise zu verneinen.

    Ja, Du Retter in der Not, der hoffentlich nur noch sich selber retten will und sich selber erst mal gutes tut, ich denke, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Opferrolle ist eine, die wir selber abstreifen können und müssen - gewiss, reinrutschen kann man/frau in alles - aber mit dem Wissen muss es auch die Möglichkeit geben sich frei zu arbeiten, kranken Strukturen zu entfliehen und für das eigene Glück und die Zufriedenheit zuständig zu sein - nicht mehr gebunden an das Gefühlsleben des Partners.

    Tja, Dein werter "Sunnyboy" wird sich nun wohl gehörig Gedanken machen müssen, aber wer weiß, vielleicht findet er wieder einen günstigen "Einkehrpunkt".
    Zumindest ein Punkt, an dem es so aussieht, als müsse er in irgendeiner Art und Weise aktiv werden.

    Weißt Du, liebe Laurina, ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Ex immer erst dann ans Handeln kam, wenn die Situation zu erdrückend wurde: derzeit sucht er ein Haus in der Nähe seiner Trinkkameraden und dort auch einen Job. Hmmm, eigentlich entgegen aller Logik, einen 10 Jahre besetzen Arbeitsplatz aufzugeben (der doch mit einer gewissen Sicherheit verbunden war) in ein neues Haus ziehen zu wollen, wo Kautionen anfallen, vermutlich Maklergebühren, ganz sicher aber die Renovierung des alten Hauses und die Kosten der Neueinrichtung/Renovierung.

    Hm, aber hier gibt es wohl eine andere Logik:
    Der Arbeitsplatz könnte schon mit Problemen durch den Alk behaftet sein. Mir erzählte er er müsse nun demnächst Nachschicht arbeiten - hier wird evtl. die Routine durcheinandergebracht. Denn vorher trinken könnte peinlich sein, während der Nachtschicht geht nicht und und und

    Der Wohnort muss wohl deshalb gewechselt werden, weil er hier die Person ist, die am meistgehasstesten ist. Er wurde schon offen darauf angesprochen den Ort doch bitte zu verlassen weil er ein Störfaktor sei.
    Freunde gab es noch nie, die Trinkbegleitungen machen sich auch rarer.

    Aber diese Veränderungen in die Tat umsetzen zu wollen dauert doch tatsächlich bis kurz vor meinem Umzug. So lange also, bis das Deckmäntelchen der "Normalität" sich in der traurigen Realität entblättern könnte.

    Ich sehe da schon Ähnlichkeiten zu der Story Deines Mannes, der sich bei Dir wohl fühlte und im Notfall an einen anderen Ort flüchten konnte. Aber nicht einmal, verzeiht mir bitte, Mans genug sich selber etwas einzurichten, aufzubauen. Papiere hier, Klamotten dort - ein Vagabundendsein, weil kurz bequemer war. Mir wäre das viel zu viel Stress mir überlegen zu müssen was wo liegt und wann was passiert oder die Wohnung gekündigt wird oder oder oder.....

    Ja, liebe Laurina, wenn wir Co's endlich mal unsere Hilfsmittel verstecken, dann wird es vielleicht interessant. Vielleicht ein MOment des Aufwachens, in den meisten Fällen wohl ein Untergehen.

    Sag mal, hast Du eigentlich noch "Hoffnung"?? Denn ich für meinen Teil stelle immer mehr fest ich will gar nicht mehr den Alltag mit der Person teilen, mir der ich da noch zusammen lebe. Wenn ich ihn kurz sehe, so ist er mir fremd. Ich sehe ihm nicht in die Augen und empfinde ihn als "Belästigung". Wohl hart, aber unsere Welten sind so weit voneinander entfernt wie es nur denkbar ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • UUps, merke erst gerade dass wir LIchtwinds Threas "misshandelt" haben. Ich hoffe aber, die Thematik passe dennoch rein.

    Hat sich da jetzt eigentlich irgendwas ergeben, liebe LIchtwind? Denn im Prinzip stehst Du ja da, hörst seine Aussagen (die du ihm evtl. nicht abkaufst) musst aber irgendwie handeln....

    Würde mich schon mal interessieren.

    Also ich schaffe es gerade mal so meinen Ex nicht mit seinen Lügen zu konfrontieren, bin aber zu keinem Gespräch - egal über was - bereit, weil er noch in der Lage wäre mir Mittags um 12.00 klar machen zu wollen dass jetzt der Mond scheint.

    Ich will damit sagen, ich kann gar kein Gespräch mehr mit ihm führen weil ich keine seiner Aussagen als wahr annehme - selbst wenn doch mal zufällig eine stimmen sollte. Für mich keine Basis, auch nur für den kleinsten Kontakt.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo, liebe LIchtwind,
    bei mir kann ich sagen, warum ich mich auf diese Kategorie Mensch eingelassen habe: meine Eltern waren diszipliniert, streng und unnahbar. Mein Vater starb da war ich gerade volljährig. Ich vermute ganz stark, dass auch dieser unnahbare Mann, deshalb in mein Leben gekommen ist. So quasi im Sinne von "Er ist unnahbar, vielleicht kann ich diese Nuss knacken. Vielleicht bekomme ich hier die Liebe und körperliche Nähe, die mir im Elternhaus fehlte. Partner ist ja auch Sexualität und somit körperliche Nähe.".

    Ich kenne diese BÜcher schon lange, habe sie auch schon lange, kann aber erst mitten im Chaos beginnen das alles umzusetzen. Als es nur geringe Probleme gab war es mir nicht möglich die Spirale zu erkennen. Genau wie ich auch nicht die Suchtspirale erkennen kann.

    Diese Suchtspirale trifft sich nämlich da, wo Ihr beide - Laurina und Lichtwind - um Hilfe angegangen werdet. Boah, wenn ich mir vorstelle, ich habe meine Wohnung, ein Partner zieht ein und der Alk beginnt sein Spiel zu treiben. Ich werde es immer wieder so halten wie vor dieser Beziehung: ein Partner kann genau das mitbringen, was in einen Koffer packt, den kann ich nämlich mit meiner hauseigenen Kraft vor die Türe stellen.

    Weißt Du Lichtwind, das schlimme ist, dass die Gespräche weder ehrlich sind (der Abhängige muss ja lügen um sein Selbstbild nicht zu zerstören), oftmals nicht im nüchternen Zustand geführt werden und somit schon an sich eine Belastung durchs zuhören darstellen und last not least auch noch beim Alkoholiker eine Wut auslösen können. Das ist hier mehrfach geschehen. Da erspare ich mir doch jedes Wort, bin still und denke "ach Du armes Wesen, bist Du wieder so böse auf Dich, dass Du jemanden zum streiten brauchst.... Aber mich kriegst Du nicht als Punching Ball ...."

    So, und nun habe ich zumindest meinen Frieden mit mir. Ich habe meinem mal gesagt sprech mich mit 0 Promille an. Vermutlich ahnt er selber, dass ihm das nicht möglich ist. Seit der Aussage - mitte letzter Woche - kamen keine größeren Sätze mehr in meine Richtung.

    Viel Kraft liebe Lichtwind wünscht Dir
    Dagmar

  • Zitat von lichtwind

    Hallo Laurina,

    erstmal vielen Dank für deinen Beitrag zu meinem Thema, es war sehr hilfreich und ich habe mich darin wiedererkannt. Ich kann dir, was die Gruppe betrifft, nur zustimmen. Mir geht es hinterher auch immer viel besser und ich sehe klarer. Oftmals werden mir durch die Beitrage der anderen, die von ihren Schwierigkeiten erzählen, die Augen für meine eigenen co-abhängigen Verhaltensweisen geöffnet.
    Warum wollen wir gerade von dem Mann Liebe und Anerkennung, der durch seine Sucht absolut nicht in der Lage dazu ist? Warum geben wir uns mit ihren kleinen Brotkrumen der liebevollen Zuwendung zufrieden, warum sind die „normalen“ Männer so uninteressant – viele Antworten dazu fand ich in dem Buch „Wenn Frauen zu sehr lieben“ oder „Briefe von Frauen die zu sehr lieben“ - kennst du die auch?
    Es ist nicht der „richtige“ Mann, der mir Erfüllung bringt – schade… ;) zumindest das habe ich endlich kapiert, die Sehnsucht ist schon noch da, doch ich passe auf mich auf.
    Laurina, auch mein Freund setzt auf meine Hilfe, wenn er demnächst sein Wohnung verliert, aber ich will es nicht, will ihn nicht in meine „Schutzburg“ lassen, denn selbst wenn er längere Zeit trocken sein sollte – ich könnte es nicht ertragen, wenn er rückfällig wird (wäre er trocken wirklich der Mann, mit dem ich zusammenleben will?) die Frage ist ja noch viel beklemmender :roll:
    freue mich wieder von dir zu lesen!

    viele Grüße
    lichtwind

    Hallo Lichtwind,

    ich kenne beide Bücher, habe sie vor Jahren gelesen, sie waren auch mit ein Einstieg meine Abhängigkeiten überhaupt zu erkennen. Zuvor lebte ich ganz selbstverständlich meine Muster und meinte, das gehört sich so, ist halt mein Schicksal, zumal ich etwas astrologiegläubig ein enormes Suchtpotiental mit bekommen habe neben meinen Kindheitserfahrungen. Früher habe ich immer erst dann reagiert, wenn ich selbst schon fast zu erschöpft war, um mich im aller letzten Moment dann doch noch zu retten. Warum uns diese Männer so reizen? Sind wir nicht auch Perfektionistinnen, die das Unmögliche wahr machen wollen, spornt das uns nicht an, weil es so viel Kraft kostet und so schwer zu erreichen ist. Schließlich definieren wir uns u.a. über Leistung, nur wenn wir etwas leisten, fühlen wir annähernd einen Selbstwert. Dass wir so in Ordnung sind und geliebt werden ohne Leistung, wurde uns nicht gesagt, mir jedenfalls nicht, das mag im Einzelfall auch anders gewesen sein. Der Alkoholiker bestätigt mir mit seinen Angriffen und Vorwürfen im Grunde genau das, was ich selbst von mir glaube, und genau aus diesem Grund reagiere ich so empört und wütend, ansonstem würde es mich kalt lassen. Er kann mich genau an meinen wunden Punkten treffen, als Gegenleistung treffe ich ihn an seinen wunden Punkten. Das ist das Suchtspiel. Wenn einer mir sagt, ich sei völlig in Ordnung, werde ich bereits misstrauisch, es fehlt der Reiz des Erkämpfens. Je ablehnender dieser gestrickte Mann, desto mehr die Anstrengung und Mühe, dass wir doch liebenswert sind, im Grunde die Suche nach dem Beweis. Und wenn ihm einmal eine nette positive Bemerkung entwischt, dann fühlt sich das schon fast so an wie die Seligkeit, wir haben es doch geschafft, er liebt uns doch. Wenn Einer mir zehn mal am Tag bestätigt, er würde mich lieben, verliert er an Interesse, dann lege ich ihn an die lange Leine. Wenn einer mich an die lange Leine legt, werde ich aktiv. Es ist dieser Reiz von Leidenschaft, Verrücktheit, Unnahbarkeit, unkonventionell und nicht einschätzbar, der Hang zu Tragödien und Machtgefühlen, auch Missionieren und Drüber nachdenken müssen. Es durfte nie einfach und leicht sein, schließlich auch noch die Funktion als Hobbypsychologin.

    Erkannt habe ich das alles, die Umsetzung in ein anderes Leben scheint die Barriere zu sein. Dagmar fragte, ob ich noch Hoffnung habe? Nein habe ich nicht. Klar ist, dass ich mit ihm nicht zusammmen in einer Wohnung leben werde. Es sind noch intensive Gefühle vorhanden, die ich noch auszuleben habe, noch ist er mir nicht gleichgültig, noch kann er mich erreichen und verletzen. Wenn dem nicht so wäre, wäre er mir egal und alle Wutgefühle überflüssig. Dann würde ich mich nicht mehr mit ihm beschäftigen. Mit anderen Behauptungen würde ich mir selbst etwas vormachen. Es soll angenommen und ausgelebt werden, bis es sich ganz selbstverständlich ausschleichen kann. Was ich tun kann, gut für mich sorgen, meinen Interessen nachgehen, Grenzen setzen und loslassen. Vor allem auch umsetzen, dass es viel für mich zu tun gibt, bevor ich weiter an ihm herum bastle und analysiere.

    Also weiter auf dem Weg.....)))
    mit lieben Grüßen Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Hallo Lichtwind,

    zur Frage auf der vorherigen Seite?
    Mit ausgelebt meine ich, dass nur etwas verlassen werden kann, was ausgelebt ist, wenn das der Fall ist, wird es nicht mehr gebraucht. Das ist individuell ganz verschieden, eine Nichtabhängige kann sich ganz schnell dafür entscheiden, so nicht leben zu wollen und kann sich kurzfristig wieder davon trennen.

    Zur letzten Frage, nein es ist nicht mein Buch, ich nenne es so, weil es mir so gut gefallen hat und nun gerade in meiner SHG die Runde macht. Es wurde übrigens mal hier im Forum erwähnt, weiss aber nicht mehr von wem?
    Habe heute nichts brennendes unter den Nägeln, es war Reinigungstag, mein Haushalte musste herhalten mit allen Ecken und Kanten.

    Bis bald und
    liebe Grüße Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Zitat

    Ja, das trifft es auf den Punkt, lieber leide ich mit ihm, als das eine andere mit ihm glücklich wird


    :shock::shock::shock::shock::shock:
    Das ist nicht Dein Ernst, oder doch? Um dann zig Jahre mitzuleiden, irgendwann dann doch abserviert werden, wenn die andere besser passt für den Moment und dann zu erkennen, dass es verlorene Lebenszeit, aber gewonnene Leidenszeit war?

    Mensch, Lichtwind, wie wenig musst Du Dir selbst wert sein, um so etwas allen Ernstes sagen zu können? :oops::cry: Macht mich traurig...jeder von uns hat was besseres verdient als so ein Leben! :!:

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Lichtwind,

    kannst Du das Gefühl noch spüren, von dem Du geschrieben hast in Deinem ersten Betrag? Du fühltest Dich "frei und unbeschwert". Dieses Gefühl, das hattest Du schon einmal und es gibt keinen Grund es nicht wieder zu bekommen. Damit Du damals an den Punkt gekommen bist, musstest Du bestimmt auch ganz schön viel Schmerz erleiden, aber wie es sich für mich anhört, hat es sich gelohnt.

    Dann schlug der Wiederholungszwang (man, den kenn ich nur allzu gut) mal wieder voll rein. Du bist zurück, weibliche Eitelkeit spielte eine Rolle ...
    Was bekommt die Nebenbuhlerin denn? das was Du NICHT willst, sie will ihr Leben mit ihm teilen.
    Heißt das, er behält seins und sie gibt ihm noch die Hälfte von ihrem dazu?? Toller Deal. So sieht die Realität nämlich aus.

    Du hast am 15.7. geschrieben (sorry, das zitieren hab ich immer noch nicht kapiert) das man ihm in der Klinik gesagt hat „nach Jellinek wäre er zu früh gekommen…“ . Zu früh kommt niemand und nach Jellinek mal schon garnicht. Das war nämlich der Herr, der die "Trinkertypen" eingeteilt hat. Wenn Du magst, kann ich Dir dazu gerne Info´s geben, will Dich hier aber nicht langweilen.
    Nur so viel, nach Jellinek gibt es zwar Typen, die kontrolliert trinken können (das sind die, die meinen Konflikte damit lösen zu können, den Alkohol aber nicht brauchen und auch ohne Problem abstinent sein können und die sogenannten Wochenendtrinker). Es gibt dabei fließende Übergange und die Einteilung ist auch schon etwas alt. Bis heute hat noch keine ernsthafte Studie ergeben, dass es für einen Alkoholiker soetwas wie ein kontrolliertes Trinken gibt. Es gibt nur die absolute Abstinenz!! und nach der Entgiftung "3 Bier". Für was hat er dann eigentlich entgiftet, wenn er das Gift dann wieder zuführt? Lass Dir keine Stories erzählen.

    Geh, wenn Du die Kraft hast durch das Tal der Tränen. Dann hast Du es wie schon einmal geschafft. Die Alternative ist: Du hast einen nassen Alkoholiker in Kombination mit einer Geliebten.
    Die Frage, brauchst Du das?

    Ganz viel Sonnenschein in Dein Herz, und mindestens drei mal ordentlich Kraft.

    Liebe Grüße

    Gigi

  • Hallo Lichtwind,

    es macht mir nichts aus, dass Du einen früheren Beitrag von mir kopiert und eingestellt hast. Dieser Mann, über den ich 2005 schrieb, hat heute eine neue Freundin, es macht mir nichts mehr aus, im Gegenteil wünsche ich ihm freundschaftlich alles Gute, habe nämlich keine Liebesgefühle mehr ihm gegenüber. Das ist für mich ausgelebt und losgelassen.

    Wenn ich meinen früheren Beitrag so durchlese, muss ich auch ein wenig schmuzeln, mit meiner damaligen Liste hat es nicht so recht geklappt :lol: Habe tatsächlich ein Jahr lang allein gelebt und kam auch gut zurecht, bis das Schicksal noch mal zuschlug, und ich mich in meinen jetztigen Bekannten verliebte, obwohl es nie wieder im Leben ein Trinker sein sollte. Folglich empfinde ich meine Fortschritte nicht als so gewaltig :oops:
    Der einzige Unterschied, dass es dieses Mal eher umgekehrt ist, nicht ich bin sehr in der Sucht und Abhängigkeit gefangen, vielmehr ist er es, der von mir nicht loskommt. Obwohl er der weitaus Intelligentere ist, fasziniert ihm anscheinend meine Unabhängigkeit und mein neu erworbenes Selbstbertgefühl. Hält mir häufig vor, ich würde immer alles besser wissen. Folglich versucht er im Trunke mich anzugreifen und klein zu machen, gelingt ihm aber nicht. Wenn er mir androhen würde, zu einer anderen Frau zu gehen, würde ich ihn sofort darauf hinweisen, wo die Ausgangstür ist, dann kann er halt gehen, das weiss er auch. Ich melde mich dann nicht mehr. Es kommt hinzu, ich bin eine attraktive Frau und werde von einigen Männern im Stadtteil schon umworben, komme zumindest recht gut an mit meiner offenen und ehrlichen Art, das ist ihm nicht entgangen. Folglich versucht er häufig mit billigen Flirtversuchen seine Anziehungskraft unter Beweis zu stellen, das macht er allerdings mit finanziellen Zuwendungen oder auch vulgären Annäherungen. Damit kommt er nur bei einem bestimmten Frauentyp an. Das alles habe ich nicht nötig, ich wirke durch meinen Charme und meine Natürlichkeit.
    Nun stellt sich berechtigter Weise die Frage, was mir das bringt? Ich bin insoweit noch co.-abhängig, als dass ich meine vermeintliche "Macht" und das Begehren seinerseits schon geniesse, außerdem mag ich seine körperliche Nähe. Dieses körperliche Begehren hat sich bei anderen Bekanntschaften nicht ergeben. Folglich habe ich in diesem Punkt noch was auszuleben.

    LG Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Hallo Lichtwind,

    ein Deutscher Bundeskanzler hat mal gesagt, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern :lol:

    Wir Co´s nehmen uns ja sehr ernst und neigen zur Rechtfertigung, wollen verstanden werden - und sind schnell beleidigt, wenns nicht bestätigt wird. Da habe ich mich früher in stundenlange Debatten begeben und bekam immer noch nicht recht, hat lange gedauert, bis ich eine andere Meinung über mich so stehen lassen konnte, schließlich habe ich die Prägung, um jeden Preis gefallen zu wollen.

    Für meinen Vater war ich einerseits seine hübsche, nette und liebe Prinzessin. Er nannte mich liebevoll Piepmatz, weil ich demonstrativ das Essen verweigerte und mir nur die kleinen Leckerbissen herauspickte. In unserem Hauhalt war das Thema Essen und Geld übergewichtig. Ich wurde in hübsche Modellkleider gesteckt mit weißen Söcken und Lackschuhen. Mein Vater war ein brillianter Unterhalter und Tänzer, nahm mich schon ganz früh mit auf die Bühne, von ihm habe ich die Ader für Musik und Tanz. Seine Herkunftsfamilie aus dem Böhmerwald haben gerne gefeiert und getanzt. Dazu gehöhrte Alkohol. Auch beide Großväter waren Trinker. Ich war ein hübsches nettes viel zu liebes Mädchen und habe gelernt, Anererkennung durch Leistung und Äußeres einzuheimsen. War mein Vater nüchtern, war er ungeniessbar abweisend, kühl und schüchtern, ich kam nicht an ihn heran. Gefühle konnte er nicht zeigen, es gab niemals Selbstbestätigung, es lief einfach so. Folglich habe ich mich den unterschiedlichen Stimmungen des Vaters angepasst und wurde auch zur Familienschlichterin. Meine Mutter war sehr devot und eifersüchtig, sowohl auf mich als auch auf die Schwester meines Vaters, der ich äußerlich sehr ähnlich bin. Ich war gut in der Schule, aber eine Träumerin ohne jegliches Selbstbewusstsein und in einer Phantasiewelt lebend, weil die Realität schwer ertragbar war. Ein völlig unkompliziertes Kind, das seine schulischen Angelegenheiten allein bewältigte. Als ich sieben Jahre war, kam mein Bruder hinzu. Er war das Problemkind und wurde später Alkoholiker. Ich habe auch gerne viel gefeiert und getanzt und fühlte mich schon in frühen Jahren zu den Außenseitern hingezogen. Es gab auch Zeiten, wo ich für meine Verhältnisse viel getrunken habe, kann nämlich nicht viel vertragen, aber abhängig und süchtig wurde ich nicht.
    Im Ergebnis kann ich sagen, dass ich mich von Männern angezogen fühle, die meinem Vater gleichen. Von ihnen wollte ich haben, was vom Vater nicht kam, natürlich geht mein Bemühen gleichfalls ins Leere, welch ein Trugschluss. Heute habe ich den Vorteil, das Muster erkannt zu haben und spiele als Co. nicht mehr die Hauptrolle, allerding immer noch eine Nebenrolle als Statistin, in der ich mich von außen beobachte.
    Es heisst, hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht eine Hoffnung. Meine Hoffnung ist folgende, irgendwann von diesem Muster gesättigt zu sein, möge sich eine neue ganz fremde Bühne auftun, auf der ich mich zu Hause und sicher fühlen kann.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Vielleicht, liebe Philina stimmt keine seiner Aussagen? Vielleicht baut er sich diese Antworten je nach Situation und eventuellem Hintergrund? Ich für meinen Teil versuche mir keine Gedanken mehr zu machen was wirklich für Gefühle oder Absichten da sind.

    Meine persönliche Erfahrung ist Deiner ähnlich, von jetzt auf später werden unterschiedliche Antworten gegeben, was aber wirklich sich im inneren abspielt weiß ich nicht, wusste ich nie und werde es auch nie erfahren. Ich weiss nicht einmal ob Betroffene das selber wissen. Mein Ex sagte sehr oft, nahezu täglich "ich weiß selber nicht was ich will"....

    Aber ich weiß was ICH will, ein Leben in Ruhe....

    Sein wahres Ich? Gibt es das? Solange der Alk irgendwo in der Nähe ist oder im Fall von Trockenheit nicht bewältigt, so gibt es vermutlich kein ich sondern nur einen Ansatz dessen, was das Ich sein könnte, oder?

    Kein Verständnis finden? Nun findest Du das immer, oder ich? Wir müssen unseren Weg für uns gehen, ohne das andere dafür Verständnis haben, oder? Wir müssen unseren Weg gehen und auf unsere Unversehrtheit achten.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

  • Hallo Lichtwind,

    mit dem Geschwätz von gestern habe ich mich auf meinen Beitrag von 2005 bezogen, im Glauben mit einer Für- und Wider Eigenschaftsliste den passenden gesunden Partner finden zu können.
    Heute sehe ich es anders, der kommt erst auf mich zu, wenn ich selbst genügend gesunde Eigenanteile aufweise.
    Mein Bekanntenkreis hat sich auch geändert, in der Suchthilfe nehme ich regelmäßig an Gruppengesprächen und meiner Tanzgruppe (bestehend aus Betroffenen und Angehörigen) teil. Durch diese Kontakte ist ein tragendes Gegengewicht entstanden, so dass ich nicht mehr wie früher allein dastehe mit der Alkoholproblematik. Meine Sichtweise hat sich verändert, bin gelassener geworden, folglich werfen mich Rückfälle nicht mehr so leicht aus der Bahn.
    Wenn man über fünfzig Jahre co.-abhängig gelebt hat, kann man nicht von heute auf morgen gesund sein. Es ist ein Weg der kleinen Schritte und Erfolge, vor allem selbst zu erkennen, wann die Co.-Falle wieder zugeschlagen hat. Wenn schon genügend gesunde Gegenanteile entwickelt und gelebt wurden, haut einen das nicht mehr so schnell um.
    Es fängt mit dem ersten Schritt an, dieser bedeutet, sich die eigene Abhängigkeit und Ohnmacht einzugestehen und die Erkenntnis, dass man als Partnerin den Betroffenen weder therapieren noch heilen kann. Dieser Schritt des Annnehmens ist schon mal gewaltig schwierig. Innerhalb dieser Entwicklung werden folglich co.-abhängige Anteile immer wieder ausgelebt oder ausprobiert, bis sie sich überlebt haben und nicht mehr notwendig sind. Z.B. bei Dir der Kinobesuch, der Dir peinlich war, obwohl Du für das Verhalten Deines Partners nicht verantwortlich bist, wenn wir gesunden, können wir uns vom Verhalten anderer distanzieren und fühlen uns nicht mehr verantwortlich. Solange wir es noch brauchen, ist es noch notwendig, ansonsten würden wir um unsere Erfahrungen beschnitten.
    Meine Gruppenleitern würde niemals sagen, Du musst Dich trennen, weil sie klug genug ist zu wissen, dass hierfür der Zeitpunkt reif sein muss. Wenn wir es vorzeitig tun, tappen wir mit ungelösten Dingen in die nächste Falle.
    Mit den Erwartungen ist das auch so eine Sache, sie dienen im Grunde nur dazu, uns zu ent-täuschen. Buddha hat zum Zustand der Befreiung des Leidens folgendes gesagt: Der Schlüssel dazu ist: keine Erwartungen zu hegen, sondern das Leben zu genießen, wie es ist. Wie auch immer sein mag. Und lieben zu lernen.
    Wenn wir im Zustand der Selbstliebe sind, hören wir auf zu be- und verurteilen, verändern und missionieren zu wollen.
    Das scheint bei uns Co`s der Knackpunkt zu sein, wir erwarten die Liebe und die Erfüllung unserer Wünsche und Begehrens von außen, werden folglich so lange geblendet, bis wir bei uns selbst angekommen sind. Zermartern unsere Gehirne, wie es sein sollte entsprechend unserer Vorstellung, anstatt unsere guten Gedanken sogleich in die Tat umzusetzen.
    Es ist ein langer Weg, mal gibt es Fortschritte, mal auch Rückfälle. Beides gehört zusammen und ist in Ordnung.

    Ich hoffe, Du hast meine Wortwahl "ausleben" in Bezug bringen können und wünsche Dir und allen Anderen einen schönen Sonntag.

    LG Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Wie, liebe LIchtwind, soll ein Suchtkranker sich selber real sehen. Würde er/sie es nämlich, so müssten sie bemerken, dass sie nicht so wichtig sind, wie sie es selber meinen. Sie müssten vielleicht sogar erkennen, dass sie keine Bereicherung für das Leben der Mitmenschen sind, weil sie nicht massgeblich Verantwortung tragen können /zumindest mein Ex.

    Unterschiedliche Botschaften wohl je nach Promille und der derzeitigen Gefühlslage. Ist nicht unlogisch oder, mal fühlt man sich weinerlich, dann wieder stark, mal aggresiv, dann wieder depressiv - ähnelt so írgendwie uns Co's. Traurig, aber fast zum lachen - wäre es nicht so traurig.

    Lieben Gruß von Dagmar

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