ich hab` meiner Tochter versprochen, dass ich sie in die Schule fahre. Also bin ich schnell ins Gewand gehüpft, Kaffee, plaudern, .... Abflug....
Ich öffnete meine Wohnungstür und vor meiner Tür stand ein Plastiksackerl. Ich fragte meine Mutter, ob sie mir etwas vor die Tür gestellt hat? Nein!
Als ich reinschaute, ins Sackerl, erkannte ich mein Nachthemd, klein zusammengelegt, in einem meiner Vorratsbehälter, nicht zusammengelegt
, darunter ein Zettel, ... Ich wusste, es war von ihm, von meinem Ex...
Nachdem ich es aber eilig hatte, sagte ich zu meiner Mutter: Das gehört mir, bitte nicht lesen, ich komm` gleich wieder....
Mein Ex-Freund ist sehr konsequent, das gefällt mir, er hat mir meine letzten Teile, das Letzte, was ihn vielleicht noch an mich erinnert hätte, vor meine Tür gestellt. Der Zettel ist mein "Kontaktbrief", ich weiß noch, dass ich ihn am 30. Juni, um ca. 22 Uhr geschrieben habe, ...
"Lieber Nachbar, vis-a-vis, unter mir ...
seit ich nach xxx gezogen bin, versuche ich Dich einfach so, unverbindlich, ohne Hintergedanken, auf einen Kaffee oder ein Bier einzuladen, ...
Ich sehe Dich beim xxx (Lokal bei uns in der Ortschaft), versuche zu reden und kann`s nicht (*grins*).
Ich bin das Fenster mit dem großen Engel, heiße xxx, Tel. xxx
Viele liebe Grüße
Ingrid
Mein Sohn war damals gerade bei mir und er meinte: Mama, das kannst Du nicht machen, das ist voll uncool, wenn Du ihn auf einen Kaffee einladen willst...schreib` Bier auch dazu. Ich horchte auf meinen Teenager, dachte mir nix dabei und er, mein Sohn, hat meinen Brief in seinen Postkasten geworfen, noch in der Nacht.
Am nächsten Tag läutete mein Handy, ich hab` mich total gefreut, ....
Tja, und jetzt ist er wieder da, ... mein Brief ... und hat eine ganz andere Bedeutung für mich. Bier hätte ich niemals schreiben sollen und sollte ich jemals wieder einen Brief, eine Einladung verschicken, dann steht "nur" Kaffee drinnen.
Ich habe "reingefühlt", was dieses Plastiksackerl bei mir ausgelöst hat.... Eine kleine Traurigkeit, ein Erinnern, das Feststellen, dass er irgendwann um 4.30, bevor er in die Arbeit fuhr, die Treppen zu mir hochkam und das Sackerl abgestellt hat, nach seinem Lebensmotto "Aus den Augen, aus dem Sinn" ...
Diesen Brief werde ich in klitzekleine Stückchen zerreißen und wegschmeißen, auch ich möchte alles (bis auf meine wunderschöne Badezimmerpflanze) was mich an ihn erinnert, aus meinem Leben haben. Es ist eh nur der Brief und ein kleines Post-It, das auch retour kam, auf dem ich geschrieben habe, dass ich ihn liebe.
Wunderschönen Tag,
euch allen,
Ingrid ![]()