Beziehung nach dem Alkohol...

  • Hi Gani,

    ein herzliches Willkommen hier im Forum!
    Das ist ja ziemlich deutlich, was Dir da geschrieben, gesagt wird! Sagt ja eigentlich alles! Er möchte von Dir in Ruhe gelassen werden, er beleidigt Dich, er empfindet nichts mehr für Dich - d.h. doch, er empfindet Dich als Belästigung! :shock:

    Und so jemandem hinterherzutrauern? Ach ja, dafür sind wir Co's...mal ehrlich, was würdest du Deiner Freundin sagen, wenn sie Dir erzählen würde, dass ihr Typ so etwas zu ihr gesagt hat...Siehste... :oops:

    Eigentlich würde ich Dir gern sagen, dass Dir doch nichts besseres passieren kann! Bei wievielen im Thread hier ist es nämlich anders rum! Aber ich weiss, dass das im Moment garnicht ankommt bei Dir! Zu sehr bist du in Deiner Co-Abhängigkeit gefangen.

    Du fragst "Könnt Ihr mir helfen?" Nein. liebe Gani, nicht in dem Sinn, wie Du es Dir whs wünschst. Wir können Dich hier begleiten auf Deiner Entdeckungsreise zu Dir selbst, denn du bist Dein bester Heiler! Das muss aber erst noch ins Bewusstsein dringen...dafür ist es gut, hier zu lesen und vor allem hier weiter zu schreiben - offen, schonungslos und hemmungslos :wink:

    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Gani,

    willkommen hier im Forum.
    Du fragst nach Hilfe. Welche Vorstellung hast du denn von dieser Hilfe? Dein Ex hat dir ganz deutlich geschrieben, dass er eine neue Beziehung hat und nicht mehr mit dir zusammen sein möchte. Welche Hilfe wünschst du dir da nun? Hmmm.... ein Quentchen Akzeptanz, ein paar Ideen, um die freie Zeit nun für dich zu nutzen, eine fröhliche Amsel vor deinem Fenster. Frischen Wind, der dir den Kopf freibläst. Sonnenstrahlen, die dir ins Herz scheinen, ach ja und nicht zu vergessen, freundliche Menschen, die dir im Alltag, einfach so, ein Lächeln schenken. Das würde ich dir in den Erste-Hilfe-Koffer packen.

    Warum interessiert es dich überhaupt, ob der Ex einen Rückfall hat? Sich mit ihm herumärgern, wenn er betrunken ist, für den Job ist doch nun die Nachfolgerin zuständig. Du kannst deine Zeit mit weitaus angenehmeren Dingen verbringen. Nur - machen muss du das schon selbst. ;)

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • :D ich selbst weiß erst seit kurzem, dass ich co-abhängig bin. Ein roter Faden, durch mein Leben.
    Ich lese das Buch "Mut zur Unabhängigkeit" von Melody Beattie, es hilft mir sehr gut zu verstehen, warum ich so bin, wie ich bin und warum ich geglaubt habe, ich könnte die Welt retten. :D

    Das Aufarbeiten ist körperlich und seelisch anstrengend, ich möchte dieses Thema jedoch anschauen, wahrnehmen, akzeptieren. Deshalb habe ich mir meinen Tagesablauf so eingeteilt, dass ich Zeit zum Lesen und zum Schreiben habe. Ich will es "raus" haben, darüber reden, mich austauschen, ....

    Das erste, das ich in den "Wind schießen" würde, wären die Meinungen Deines Ex. Es ist die Sicht auf Dich aus seiner alkoholkranken Weltanschauung und gibt Dich keinesfalls realistisch wider. Du bist Du, mit allen Stärken und Schwächen.

    Viele liebe Grüße
    Ingrid

  • Zitat von Gani

    Hallo Ingrid,
    danke Dir. Ich bearbeite gerade meine Vergangenheit mit dem Arbeitsbuch von Pia Mellody, Wege aus der Co-Abhängigkeit. Mir geht es wie Dir. Ich will den Ballast los werden und glücklich durch die Zukunft maschieren. Es ist ein hartes Stück Arbeit, merke jedoch wie gut es mir tut. Bevor ich meinen Ex kennenlernte wusste ich garnicht, dass es uns Co`s überhaupt gibt. Zum Einen bin ich dankbar, dass ich nu weiß warum ich auch in der Vergangenheit immer Schwierigkeiten in Beziehungen hatte, doch zum Anderen tut es so unglaublich weh. Ich wusste nicht was im Zusammenleben mit einem Alkoholiker alles auf mich zukam und schon garnicht was nach dem Alkohol kam. Mein Verstand sagt sei froh, doch ich will verstehen können was in ihm vorgeht.

    LG Gani

    lebst Du "sein" Leben? Warum ist es wichtig für Dich zu wissen, wie es ihm jetzt geht? Er ist groß, stark und für sich selbst verantwortlich.
    Ich gestehe, dass ich mich gestern auch kurz "reingespürt" habe, wie es meinem Ex geht.... Er hat meinen Schluss-Strich als Anlass zum Trinken genommen (hab` ich halt so gefühlt/empfangen....ich passe in sein Weltbild und somit kann er wieder sagen: "Ich bin ein Opfer" und habe jetzt wieder einen Grund zum Trinken).

    Und dann habe ich mir selbst zu verstehen gegeben, dass er immer einen Grund zum Trinken haben wird und dass ich zu 100000000000000 Prozent nicht daran schuld bin, dass er trinkt.
    Und "schwupps" war ich wieder bei "mir" und habe überlegt, was ich mir selbst Gutes tun könnte. Meinen Schoko-Vorrat habe ich schon geplündert.... :D .... ein heißes Vollbad steht jetzt auf dem Programm, ebenso wie die kleine, schnuckelige Wohnung putzen.

    Ich glaube, dass es superwichtig ist, dass man sich als Co immer "STOP" sagt, wenn man in Gedanken bei dem anderen ist. Die anderen (Ex) leben sowieso ihr Leben, sie haben es sich so ausgesucht, können jederzeit etwas daran ändern, entscheidend ist, dass sie es ändern....nicht wir. Das können wir nämlich nicht.
    Viele liebe Grüße
    Ingrid

  • vergangenen Samstag, als mir schlagartig bewusst wurde, dass ich co-abhängig bin, habe ich in Gedanken "Danke" zu ihm gesagt. Ehrlich!

    Durch ihn, weil er gerade so engelhaft rüberkommt und dennoch alkoholkrank ist, bin ich erst einmal auf mein Thema draufgekommen. Ohne ihn und die dazugehörige Erkenntnis, würde ich noch immer mit vollem Signal "Huhu, ich bin eine Co, alle hilfsbedürftigen Männer, meldet euch bei mir...." durch die Gegend laufen.

    Wieso ist es ein Fehler in ein "altbekanntes Muster" zu verfallen??? Du kennst ja nur dieses eine und jetzt hast Du durch ihn die Möglichkeit, neue Verhaltensweisen kennen zu lernen. Auch dafür würde ich "Danke" sagen.

    Viele liebe Grüße
    Ingrid

  • Ich für meinen Teil akzeptiere dass ich traurig bin, dass ich etwas empfinde, was nicht gut für mich ist und dass es etwas ist, was ich mir antue, mich selbst quasi malträtiere.....

    Es gibt viele Dinge, die schöner sind als unsere kranken Partner. Ein liebendes Tier, ein schönes Essen, ein toller Garten, eine schöne Pflanze, vielleicht auch ein kleiner Einkauf. Einfach etwas Abwechslung. Freunde, die ehrlich sind, die man schätzt. Das ganze Repertoire dessen, was uns gute Gefühle bereiten kann.

    Ich glaube nicht, dass es die alkoholkranken Partner sind. Mir geht es ähnlich wie Dir, ich mache mir auch noch Gedanken, aber es wird weniger .... Denn wenn ich wache Augen habe, dann weiß ich dass das was ich mir selber antat - durch die Partnerschaft - viel mehr ist, als ich verkraften kann und will (!).

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Vielleicht zu bedingungslos, liebe Gani - Dich vergessen um ihn zu lieben - Dich nicht getröstet um ihn zu trösten?

    Du, auch in mir nagt das verlassen werden am Ego. Aber daran merke ich, dass es sich bei mir um ein krankes Ego handelt. Denn ich wünsche mir eine ehrliche Partnerschaft und nicht das was ich hatte. Es gibt in meinem Fall keinen Grund etwas nachzuweinen, was nicht gut war und nur Probleme mit sich brachte.

    Mein Fazit: es ist für mich krank mir Gedanken um etwas schlechtes zu machen, somit bin ich mir selber nicht genug. Ich bin also nicht mit mir zufrieden und muss ausmerzen warum - das aber ohne Beteiligung einer weiteren Person.

    Mir muss egal sein, was meinen Ex getrieben hat, ich muss ihm (was ich ihm auch sagte) dankbar sein, dass er die Beziehung beendet hat, was ich selber nämlich nicht oder nie getan hätte. Eigentlich gebührt meinem Ex noch die Ehrenmedaille, dass er mich zurück ins Leben gestoßen hat.

    Wir lassen uns verletzen - warum? Weil wir in uns noch nicht stark genug sind? Dann müssen wir es versuchen zu lernen, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Nein, liebe Gani,
    ich hatte 8 Jahre eine Partnerschaft mit einem Problemtrinker, der sich langsam aber stetig zum Spiegeltrinker entwickelte. Eine Sterbefälle in seiner Familie brachten ihn zum gnadenlosen Trinken und zum Seitensprung. Er versuchte dann quasi die Beziehung mit mir unter der Woche aufrecht zu halten und mit seiner neuen Alkoholikerin am Wochenende.

    Sitzenlassen? Eigentlich war unsere Beziehung schon am Ende weil ich diese ständige Flasche in seinen Händen nicht sehen konnte, den Geruch nicht mehr riechen konnte, die Wut nicht mehr ertragen konnte. Aber schwupps, als er weg war, da begann mein Co-Baby in mir zu strampeln als wäre es größer als ich selber. "Ich will ihn zurück", so schien es zu schreien.

    Mein Co-Baby schien zu schreien aus Wut und aus Enttäuschung und nicht nach Hunger. Denn mein Ex-Partner konnte weder Hunger noch andere Grundbedürfnisse einer Partnerschaft wie Vertrauen oder Ehrlichkeit stillen.

    Ich werde noch lange daran arbeiten müssen und mich besinnen müssen, um aus einem solchen Teufelskreis heraus zu kommen - mir immer wieder auf die Füße treten und sagen "Hallo, bleib bei Dir...."

    Ich bemerke bei mir Mechanismen, die schlimm sind, bemerke unsere Wechselspiele. Seine Wut, meine Enttäuschung und immer noch ist dadurch eine ganz, ganz schlimme Bindung aneinander da. Diese gilt es zu trennen. Mein Leben von seinem. Bisher gelingt es mir äußerlich, manchmal auch innerlich - aber eben nur manchmal.....

    lieben Gruß von Dagmar

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!