Unsere Ehe ist überschattet vom Alkoholmissbr, unsererEltern

  • liebe lonia!

    das wort nachreifen kannte ich bis heut nicht.jedoch macht es sinn...

    ja ich werde reifer(nicht nur altersmäßig,lächel..)

    ich hab es öffters schon erwähnt...wo war ich all die jahre?nun,HEUT kann ich reifen...für mein leben.

    ohne meine eltern..und ohne fremdbestimmung..

    liebe grüsse caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hallo Spedi,

    Freue mich mit Dir, dass es Dir gelungen ist ohne Alkohol Dein Leben zu meistern und Dein Sohn jetzt besseres Vorbild als Vater nun hat.

    Es ist wirklich ein Teufelszeug der Alkohol, was er in Familien anrichten kann, ist schon grausam.

    Dass Du auch ein EKA bist, lässt sicher zu, dass Du Dich gut hier in Menschen in diesem Bereich einfühlen kannst. Wir dürfen niemals vergessen, erinnern ist der 1. Schritt, um bewusster und einfühlsamer mit eigenen Kindern umgehen zu können.

    Ich habe den Satz geschrieben, dass sich Eltern bei ihren Kindern für all das zugefügte Leid entschuldigen sollten, wäre gut für einen Neuanfang, wenn die Voraussetzungen, keinen Alkohol mehr zu trinken, da sind.

    ENT-SCHULD-IGEN, Eltern können ihren Kindern dadurch Schuldgefühle nehmen, da kleine Kinder sich automatisch die Schuld geben, wenn Elternteile trinken.

    Natürlich muss auf die Entschuldigung, verändertes Leben stattfinden, damit das verlorene Vertrauen, neu aufgebaut werden kann.

    Meine Mutter war auch ein EKA, ihr Vater war Alkoholiker, ihre beiden Brüder auch, mein Bruder starb mit 27 Jahren am Alkohol, mein jüngerer Bruder heiratete eine Alkoholikerin. Das ist doch Wahnsinn Spedi, und wenn einer schreibt ein Kind ist kein Grund mit dem Trinken aufzuhören, dann dreht sich mir mein Magen um, und ich spüre unendliche Wut in mir.

    Tut mir leid, dann kann ich nicht davon reden, dass wir unsere Eltern oder Angehörigen in Liebe loslassen sollen. Das schaff ich nicht, sehe ich eher rot.

    Ob mir dieses Verhalten gut tut, für meine eigene Entwicklung, ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass ich nicht stolz auf meine Herkunftsfamilie sein kann, und dass ich vieles aus Scham, auch Freunden nicht mitteile. Deswegen bin ich froh dieses Forum hier gefunden zu haben, um endlich mal loszuwerden, was die Familienkrankheit Alkoholismus für Folgen, für mich hatte.

    Liebe Grüsse Weitsicht

  • Hallo Simone,

    danke für Dein Verstehen, ich möchte gar keinen Schalter zum Ausschalten haben.

    Meine Gefühle möchten mir ja etwas mitteilen.

    Und Wut ist wichtig, sie möchte uns auffordern, etwas zu verändern, dass wir handeln, und nicht hilflos unseren Ängsten ausgeliefert sind.

    Und das Gefühl Wut, lässt das Gefühl Angst nicht zu.

    Sind so meine bisherigen Erfahrungen.

    liebe Grüsse Weitsicht

  • Hier findest Du, die aus eigenen Erfahrungen notwendigen Grundbausteine, die es ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben als Angehöriger oder als Erwachsenes Kind eines Alkoholikers zu führen.

    BESTANDSAUFNAMHE WO BEFINDE ICH MICH IM MOMENT ALS EKA


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    Vorwort

    Wohl jeder Angehöriger und auch erwachsenes Kind eines alkoholsüchtigen Menschen kennt die Ohnmacht, den Wunsch, dem Angehörigen helfen zu wollen, einen Weg aus der Sucht zu finden. Oftmals ist man an einem Punkt angekommen, an dem jeder Einzelne ratlos, verzweifelt oder sogar sehr wütend ist, dass der Süchtige nicht die Hilfe annehmen möchte, die man für ihn als Richtig empfindet und anbietet.

    Dieses Verhalten kann in den meisten Fällen zu einer eigenständigen Erkrankung, der Co-Abhängigkeit führen, die, wie der Alkoholismus, zu destruktivem, fremdbestimmten Verhalten, psychosomatischen Symptomen bis hin zum Freitod (Suizid) hinführt.

    Verhaltenssymptome der Co-Abhängigkeit:


    Selbstwahrnehmung durch Aufopferung in der Umwelt( Familie, Partner)


    Manipulation des Partners

    Helferrolle wird eingenommen,

    Wutgefühle Elternteil gegenüber
    Veränderte Wahrnehmung, Zustand sei normal

    Nicht über die Alkoholkrankheit meiner Herkunftsfamilie mit Freunden zu sprechen (Schamgefühle noch zu stark vorhanden sind.)

    Körperliche Symptome:


    Angstneurosen, diese Diagnose wurde mir gestellt, konnte durch Aufarbeitung, sie gut vermindern. Kann jetzt auch angstfrei Autobahnen wieder nutzen, und meine Ängste beherrschen nicht mehr meinen Tagesablauf.

    Kann mich mit Rauchen, Süssigkeiten trösten, vom Rauchen möchte ich mich befreien, Essverhalten könnte gesünder sein

    Erkenntnis und der Tiefpunkt


    Der Weg aus der Abhängigkeit setzt i.d.R. auch einen Tiefpunkt (Kapitulation) voraus, aus dem man die Erkenntnis erwirbt, dass man selbst erkrankt ist, den co-abhängigen Partner nicht retten kann.

    Weiterhin ist die Erkenntnis nötig, dass der Fokus der eigenen Gedanken und Gefühle auf den Anderen gestellt ist, sich das Verhalten nur drauf beschränkt, sich in den Hintergrund zu stellen und Verantwortung für den Partner zu übernehmen.

    Die Erkenntnis, dass der Partner/ Elternteil nur ein Auslöser für die eigenen kranken Anteile ist und nicht Schuld daran ist, dass es einem schlecht geht.

    Kann nicht auf kleine Kinder zutreffen!!!!!!!!!!! Gut hier schreiben ja Erwachsene denen als Kindern Leid zugefügt wurde (bewusst oder unbewusst ist egal, unverarbeiteter Schmerz sind noch heute tief.

    Jeder Mensch kann selbst entscheiden, wie er mit seinem Leben umgeht und befindet sich nicht in einer Opferrolle. Der Co-Abhängige lässt nur so viel mit sich machen, so viel er zulässt.

    Die Anerkennung, nicht selbstbestimmt zu handeln, sondern sich aufgegeben zu haben, lässt den Einzelnen handlungsunfähig sein.

    Da scheiden sich viele Wege.


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    Professionelle Unterstützung

    Das Aufsuchen eines Arztes und/oder Psychotherapeuten kann hilfreich sein wenn der Leidensdruck zu stark wird und die körperlichen Symptome überhand nehmen.

    Hierbei sollte es nicht darum gehen, für den Alkoholsüchtigen Hilfe zu suchen, sondern für sich selbst.

    Das Thema des Gesprächs sollte sein, die eigenen *abhängigen* Symptome offen und ehrlich anzusprechen, die körperlichen Symptome zu benennen und weitere Maßnahmen wie Psychotherapie oder Reha-Maßnahmen durchzusprechen


    Ein wichtiger Schritt, um sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu stellen, ein suchtfreies Leben mit Unterstützung zu erlangen.


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    Eigene Bedürfnisse und Selbstliebe

    Die eigenen Bedürfnisse müssen wieder in den Mittelpunkt des eigenen Denkens und Fühlens gerückt werden.
    Dazu bedarf es einer Verhaltensänderung im Denken und Handeln:

    Eigene Bedürfnisse/ Gefühle sind wichtig und richtig.

    Sich nicht mehr zurücknehmen für den Partner

    Verhaltensweisen reflektieren und akzeptieren, dass wir ein eigenes Problem haben

    Unangenehme Gefühle aushalten zu lernen, diese nicht zu verdecken durch Helfertätigkeiten

    Sich Schwächen eingestehen, nicht perfekt sein zu müssen, jeden retten zu müssen

    Akzeptanz, dass unser Wohlgefühl nicht vom Anderen (speziell Zustand des Partners) abhängt

    Wieder die Verantwortung für sich selbst übernehmen, nicht dem Partner die Schuld geben

    Das eigene Wertgefühl steigern

    Sich selbst als wichtig betrachten, ein Leben in gesundem Egoismus zu führen


    Sich selbst wieder lieben zu lernen, hilft dabei, die eigenen Bedürfnisse so vorrangig zu behandeln, um einen Weg gehen zu können, der einem gut tut.


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    Ehrlichkeit und Offenheit

    Dies sollte bereits in der ersten Phase der Erkenntnis geschehen, dass man sich ehrlich und offen eingesteht, selbst erkrankt zu sein.

    Sich selbst und der Familie, Nachbarn etc einzugestehen, dass der Einzelne an der Co-Abhängigkeit erkrankt ist, ist ein erster Schritt, den Ernst der Erkrankung zu erkennen, und sich Hintertüren zu verschließen, die zu weiterem Selbstbetrug führen.
    Dazu gehört an oberster Stelle, keine Androhungen von Maßnahmen auszusprechen, die nicht auch durchgeführt werden!


    Durch die Offenheit und Ehrlichkeit dem Partner gegenüber, dass die Co-abhängigkeit eine Belastung ist, sich derjenige Hilfe für sich suchen wird und an sich arbeiten wird, gibt der Co-Abhängige die Verantwortung für seine Verhaltensweisen an den Partner zurück. Und dies führt dann zur Übernahme der Selbstverantwortung.

    Durch Offenheit und Ehrlichkeit der eigenen Krankheit gegenüber gebe ich mir Raum, mich nicht mehr von anderen Dingen, wie das Helferbedürfnis, der Opferrolle, dem Schuldgefühl ablenken zu lassen, an mir selbst arbeiten zu müssen. Damit ist der erste Schritt in ein selbstbestimmtes Leben getan.


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    Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten

    Um sich der ganzen Problematik zu stellen sollte der Austausch mit Personen geschehen, die sich ihrer Co-Abhängigkeit bewusst sind und ernsthaft gewillt sind, die erkrankten Verhaltens- und Denkmuster zu verändern.

    Die alten Muster des *sich-auf-opfern-müssen*, *sich-selbst-aufgeben-zu-müssen*, dem alkoholabhängigen Partner/ Elternteil alles abnehmen zu müssen, weil er ja krank ist, sind oft so tief verwurzelt, oft schon vorhanden, bevor ein Partner ins Leben tritt( speziell bei erwachsenen Kindern), dass ein regelmäßiger Austausch stattfinden sollte, um sich seiner Denk- und Handlungsmuster bewusst zu werden.

    Es gibt dort verschiedenen Möglichkeiten, die ein Co-Abhängiger wählen kann.

    Zum einen gibt es Anlaufstellen für Angehörige bei Gesundheitsämtern, Beratungsstellen und für uns hier das Forum, indem sich jede *Gruppe*, entweder Angehöriger oder Erwachsenes Kind, in den jeweiligen Bereichen austauschen kann und sollte.

    Oberste Priorität sollte bei dem Austausch sein, sich seiner eigenen Erkrankung bewusst zu sein, sich mit den eigenen *ungesunden* Mustern auseinander zusetzen, den Rat der anderen Erfahrenden anzusehen, sich diesen für sich zu nutze machen und dann in das eigene Verhalten einzubauen, Änderungen vorzunehmen. Immer im Hinblick auf das eigenen Verhalten und nicht auf das , des süchtigen Partners oder Elternteils.

    Man muß sich darüber im Klaren sein, dass es dabei zu unangenehmen Erkenntnissen kommen kann, die ein schnelles und konsequentes Verändern des eigenen Verhaltens mit sich bringen kann /muß, und Alternativmöglichkeiten gesucht werden müssen, um sein erkranktes abhängiges Verhalten zu ändern.

    Und sich aus der Co-Abhängigkeit lösen zu können, bedeutet unter anderem auch, sich auch unangenehmen Ratschlägen zu stellen, die Konsequenzen seines eigenen krankhaften Verhaltens zu tragen.


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    Soziale Kontakte

    Als Co-Abhängiger lebt mal nur zu oft völlig zurückgezogen, aus Scham vor der Erkrankung des Partners/ Elternteils. Dies führt im Laufe der Zeit zur Isolation und zur weiteren Überforderung.

    Dies gilt es, zu verändern, seine Bedürfnisse nach sozialen Kontakten wie Sportaktivitäten, Hobbies, neue Freunde wieder in den Vordergrund zu stellen (Steigerung des Selbstwertgefühls).

    Dies ist insofern wichtig, um sich und seine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, um wieder zu erlernen, ein selbstbestimmtes eigenständiges Leben zu führen.


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    Suchtmittelfreies Umfeld oder Abgrenzung

    In den meisten Fällen bei einer Co-Abhängigkeit benötigt der Erkrankte Abstand, Freiraum für beide


    Bei der Entscheidung, keine räumliche Trennung zu vollziehen, ist eine gute innere Abgrenzung erforderlich, nicht für den Partner die Verantwortung für sein Tun und Handeln zu übernehmen.
    Ein persönliches eigenes Umfeld, soziale Kontakte müssen gut aufrecht erhalten werden, um stabil an sich arbeiten zu können, nicht zu kontrollieren, sich Freiräume zu schaffen.

  • Ich möchte Abschnitt für Abschnitt mir ansehen, immer wieder täglich hinsehen, wie weit mich meine co-abhängigen Verhaltensweisen noch im Griff haben, oder ob ich meine gesunden Anteile in mir besser umsetzen kann.

    Heute möchte ich folgenden Abschnitt ansehen:

    Wohl jeder Angehöriger und auch erwachsenes Kind eines alkoholsüchtigen Menschen kennt die Ohnmacht, den Wunsch, dem Angehörigen helfen zu wollen, einen Weg aus der Sucht zu finden. Oftmals ist man an einem Punkt angekommen, an dem jeder Einzelne ratlos, verzweifelt oder sogar sehr wütend ist, dass der Süchtige nicht die Hilfe annehmen möchte, die man für ihn als Richtig empfindet und anbietet.

    Ich würde schon sagen, dass ich als Kind meine Gefühle und Bedürfnisse zugunsten meiner alkoholkranken Mutter und meinem schwachen Vater, meine Gefühle verleugnet und meine Bedürfnisse zurückgestellt habe.

    Meine wahren Gefühle durfte ich nicht wahrnehmen und ausdrücken, ich hatte meiner Mutter zu gehorchen, und Kinder die zum Gehorsam erzogen werden lernen nicht Eigenes zu entwickeln, sondern fremde Gefühle werden übernommen. Schläge und Drohungen gehörten zur Erziehung dazu, man hatte zu parieren wie ein Hund. Schrecklich.

    Dann die verwirrenden Situationen, wenn meine Mutter betrunken war, streitlustig und abwertend dem eigenen Mann und den Kindern gegenüber. Es konnte sich dadurch kein gutes Selbstbild aufbauen.

    Mein Vater tat mir leid und ich wollte ihn vor seiner Frau retten, die ihn so beleidigen konnte. Ich konnte meine Mutter nicht verstehen, ich liebte meinen Vater über alles. Er konnte mir Trost und Halt geben, er hat mich nicht geschlagen. Er spielte mit uns Kindern und konnte wundervolle eigene erfundene Geschichten erzählen.

    Erst als junge Frau konnte ich erkennen, dass mein Vater, für eigene Vorteile, seine Kinder im Stich gelassen hatte. Er übernahm keine Verantwortung für seinen 11-jährigen Sohn als unsere Mutter gestorben war. Überliess diese mir und meinem Mann. Das schmerzte mich sehr und führte zum Bruch zwischen mir und meinem Vater. Ich liebte meinen Vater über alles und dann solches Verhalten. Kann ich bis heute nicht verstehen.

    Mein älterer Bruder trank nach dem Tod meiner Mutter immer mehr Alkohol, er starb 3 Jahre nach meiner Mutter. Dieses Verleugnen, meines Bruders Alkoholabhängigkeit, sitzt noch tief in meinem Inneren.

    Wie gehe ich damit am besten um, loslassen ist einfach gesagt, ich würde ja gerne, kann es nur nicht.

    Vielleicht gelingt es mir hier im Forum eine Lösung oder bessere Umgangsweise zu finden.

    Weitsicht

  • liebe weitsicht!

    ich denke das ALLES womit wir uns intensiver beschäftigen dazu führen wird...BESSER LEBEN ZU KÖNNEN!

    ich glaube dran und wünsch es DIR!

    liebe grüsse caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Heute möchte ich mir meine Retterrolle genauer ansehen:

    Meinen Vater wollte ich wegen den trinkwütigen streitbaren Angriffen von meiner Mutter trösten, er tat mir in solchen Momenten leid.

    Mit Puppen spielte ich die ersten neun Jahren, bis mein jüngerer Bruder geboren wurde, jetzt hatte ich eine lebendige Puppe. Trug ihn nachts durchs Wohnzimmer, wenn er als Baby schrie, meine Mutter konnte es nicht, da sie betrunken im Bett lag.

    Ich war Mutterersatz für ihn, deshalb war es für mich klar dass er mit 11 Jahren zu uns kam, als unsere Mutter gestorben war. Kann mich noch gut an die Diskussion mit meinem Mann erinnern, wo die Entscheidung getroffen wurde, was mit meinem Bruder jetzt geschieht. Ich hätte mich eher von meinem Mann getrennt, als meinen Bruder im Stich zu lassen. Um so weher tat es mir, als er eine Alkoholikerin heiratete, suchte sich eine Frau aus, wie er es von seiner Mutter her gewohnt war. Ich musste lernen mich aus seinem Leben herauszuhalten.

    Retterrolle pur!!!!!!!!! Mich selbst dabei vergessen.

    War auch für andere Geschwister da, wenn sie mich als Babysitter für ihre Kinder brauchten. Ich war 16 Jahre als mich meine ältere Schwester fragte, ob ich ihren Mann heiraten würde, wenn sie sterben würde, wegen ihren kleinen Kindern.

    Wahnsinn, ich schreckte nur innerlich zusammen, traute mich nicht "Nein" zu sagen. Ist schon ein verrücktes Familiensystem, wo eigene Bedürfnisse verleugnet werden, und man sich für Dinge opfern würde, die unmöglich sind.

    Dann kam noch die Geschichte mit meinem 4 Jahre älteren Bruder, er trank ja immer mehr, seitdem unsere Mutter gestorben war, auch ihm wollte ich helfen, was wir, mein Mann und ich alles für ihn getan haben, damit er endlich in eine Klinik ging, um seine Alkoholkrankheit zu stoppen. Es war sinnlos. Als er im Krankenhaus im Sterben lag, besuchten mein Vater, Schwester und ich ihn, wir wussten dass es zu Ende geht. Irgend etwas in mir spürte dass es nicht mehr lange dauern würde, ich wollte ihn nicht allein sterben lassen. Mein Vater meinte es reicht wenn wir morgen früh wieder kommen, ich solle auch nach Hause schlafen gehen. Ich hörte nicht auf meinen Vater blieb bei meinem Bruder, es war das Letzte was ich für ihn tun konnte. Am frühen Morgen starb er mit einem Lächeln auf seinem Gesicht, ich habe ihm die Hand gehalten.

    Das tröstet mich noch heute, obwohl ich ihn verleugne, wenn ich gefragt werde, wieviele Geschwister ich habe. Ihn klammere ich aus, da ich Angst habe, gefragt zu werden, an was er gestorben ist.

    Schamgefühle sind noch heute bei mir vorhanden.
    Mutter und Bruder alkoholkrank, könnte ja keine gute Beurteilung für mich, von aussen, kommen.

    War auch hier Retter und Tröster meines Bruders.

    Das setzte sich in meinem Leben automatisch fort.

    Werde morgen weiterschreiben, wie ich zur Selbsterkenntnis fand, ein hilfloser Retter zu sein.

  • hallo weitsicht,

    du arbeitest richtig an dir, hut ab. ich werde das gleiche für mich machen, am WE hab ich zeit.

    schön das du mit kurst. wer weiß ???? könnten wir uns gar nicht unterhalten, weil wir ja immer schreiben, wär doch echt spannend zu sehn.

    lg loreen

  • ZWISCHENBILANZ

    Wegen meinen noch heutigen Schamgefühlen (Alkoholikerfamilie) hab ich gestern im Buch "Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit" für mich etwas sehr entscheidendes gefunden.

    In Suchtfamilien ist es so, dass das einzig Sichere war, dass nichts sicher war. Das einzig Vorhersehbare war, dass nichts vorhersehbar war. Meine Kindheit war eine emotionale Achterbahn.

    Vom Kopf her war mir das schon klar, hatte dieses Buch schon vor 2 Jahren gelesen, durch das "hier schreiben und lesen", ist etwas bei mir passiert, ich kann diese Wahrheit jetzt besser fühlen.

    Die Peinlichkeiten und der Groll auf meinen Mann, habe ich in unsere Beziehung, aus meiner Kindheit mitgenommen, da mir nichts anderes vorgelebt wurde, und ich dieses Muster in mir verinnerlicht hatte.

    Seitdem ich das fühlen kann, spüre ich keinen Groll mehr auf meinen Mann, ist befreiendes Gefühl, da ich ihn jetzt anders wahrnehmen kann. Wir können liebevoller und verständnisvoller jetzt miteinander umgehen.

    Meine Herkunftsfamilie konnte ich mit meinem aufopferungsvollen Verhalten nicht retten. Machte mir Schuldgefühle.

    SCHULD UND SCHAM

    Bei jedem EKA tauchen Gefühle von Schuld und Scham auf.
    Uns Kindern wurde früh vermittelt. dass es unser Fehler ist, wenn etwas schiefgeht. Selbst wenn es nicht unser Fehler war.

    Die Schuldgefühle sind so tief, das einige glauben, dass das eigene Da-Sein, Probleme verursache. In dieser Aussage finde ich mich wieder. Ich bin auch kein Wunschkind.

    Scham ist, wenn auch etwas anders gelagert, doch sehr eng mit Schuld verbunden, und das eine Gefühl neigt dazu, das andere zu nähren. So klar und deutlich konnte mir das bisher keine/r verdeutlichen.

    Scham als ein Gefühl von Unzulänglichkeit, Wertlosigkeit, schlecht sein.

    Schuldgefühle beziehen sich auf Verhaltensweisen, während Scham mit dem Wesen des Menschen zu tun hat. mit seinem Selbst, und darum noch tiefer in meinem Inneren vorhanden ist. Es ist schwer diese Gefühle zu überwinden, es ist anscheinend ein lebenslanger Kampf zu spüren und zu fühlen, dass mein Verhalten nicht schlecht ist, und dass ich selbst als Person nicht schlecht bin.

    Suchte auch immer die Fehler bei mir, wenn es nicht gut läuft in unserer Beziehung. Was kann ich noch tun, habe viele Bücher gelesen, und Seminare besucht.

    Ich kannte das Gefühl aus meiner Kindheit, dieses es ist mein Fehler, weil das was ich tat schlecht ist. und weil ich ein schlechter Mensch bin.

    Es ist mein Fehler, dieses, sich als Kind selbst einreden, weil das für mein Heranwachsen die einzige Möglichkeit war, die Kontrolle zu behalten.

    Wenn ich mich verantwortlich fühlte für alles was geschah in der Familie, dann glaubte ich, etwas tun zu können, um die Situationen zu verändern. Das war natürlich zwecklos, denn eigentlich war ich nicht verantwortlich. Aber der Versuch etwas zu unternehmen, gab mir das Gefühl nicht völlig die Kontrolle verloren zu haben.

    Um die Scham zu überwinden, ist gutes Selbstbild und Selbstwert Voraussetzung. Das ist jetzt meine Priorität, diese klare Aussage über die Entstehung von Schamgefühlen ist für mich was ganz ELEMENTARES. Neuer Ansatz gefunden um meiner Selbstliebe näher kommen zu dürfen.

    Ich weiss jetzt wieso meine Schamgefühle noch vorhanden sind, und nur ich kann sie in meinem Inneren umwandeln.

    Wieder ein Schrittchen weiter auf dem Weg zu meinem wahren Selbst. Mich selbst und meine Gefühle zu verstehen und zu fühlen, brachten mich meistens ein Stück weiter, um alte Verhaltensmuster loslassen zu können. Ich bin dankbar, werde weiterhin mit den Grundbausteinen Co-abhängigkeit und diesem Buch arbeiten

    Weitsicht

  • liebe weitsicht,

    mich würde mal noch bissle was zu deinem bruder interessieren???
    wenn es dich nicht zu sehr mitnimmt, wann hat er denn angefangen ich mein in welchem alter?

    lg loreen

  • Loreen, das war mein älterer Bruder, der am Alkohol gestorben ist, er lernte Maurer, und am Bau war es üblich Bier zu trinken in den Pausen, zumindest damals.

    Mein jüngerer Bruder der bei uns lebte, hatte eine Frau geheiratet, die auch Alkoholikerin ist, Ehe wurde mittlerweile geschieden. Lebt jetzt mit einer Frau zusammen die nicht trinkt. Hoffe für ihn, dass diese Beziehung hält. Er ist lebenstüchtiger als es mein älterer Bruder war.

  • mein bruder war maler, er hat auch ab und an mal getrunken, aber zum glück nicht viel. beim bau ist das fast muss.
    leider ist er ja bei einem arbeitsunfall ums leben gekommen. er fehlt mir sehr, das leben ist schon manchmal ganz schön gemein....

    hattest du zu ihm ein gutes verhältnis?

  • Wielange ist das her mit Deinem Bruder? wie alt war er?, hattest Du jemand der Dir in der Trauerzeit zur Seite stand?

  • 12 jahre ist das her, er war 34 jahre alt, ich musste zur seite stehen, meiner mama und meinem papa. meine eltern warn am boden, er war verheiratet und hat 2 mädchen, es war einfach nur der horror, von jetzt auf morgen war er einfach weg. wenn ich daran denk krampft sich alles zusammen in mir vom hals bis zum herz und magen. das ist heut noch wie ein alptraum.

  • Dann hast Du es noch nicht verarbeitet Loreen, hast Deine Eltern aufgefangen. Typisch für EKA.

  • ja mein papa hat ja da auch getrunken, meine mama war so am ende, wie soll man sowas aufarbeiten, geht das überhaupt?
    ich wollt alle retten und trösten, alles regeln, und das ganze gar nicht glauben.

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