Nun bin ich auch hier

  • Hallo Rasko!

    Lockerer nicht,ernster und Risiko-bewusster schon!

    Ich wäre an Deiner Stelle nie mit biertrinkenden zusammengesessen wie Du das getan hast.Interessanterweise schreibst Du,das sei sehr gut gegangen und denkst zur gleichen Zeit an die" Ehrenrunde"!!

    Meines Erachtens nimmst Du Deine Situation als Alkoholkranker nicht ernst genug!

    Und wie Hartmut sagt,Du musst Dich entscheiden.
    Wobei die von Dir erwähnte Ehrenrunde seeeehr ungesund ist!!

    Nachdenkliche Grüsse
    Yvonne :roll:

    ichbinda123

  • Zitat von Spanijoggel


    Meines Erachtens nimmst Du Deine Situation als Alkoholkranker nicht ernst genug!

    :roll:

    Doch er nahm es zu ernst, schottete sich total ab, ohne zu verändern!
    Jetzt ist er einsam, kann und will so nicht mehr, möchte wieder dazu gehören!

    Rasko such dir ein trockenes lustiges Umfeld!

    lg Pia

  • Hallo ihr, danke für eure Meinungen.

    Meine Gedanken dazu sind folgende:

    Meinen Tiefpunkt hatte ich schon und ich habe nicht vor zu experimentieren. Ich WEISS dass ich Alkoholiker bin und rede darüber offen mit allen Menschen, die mir begegnen.

    So ist doch das normale Leben. Es wird immer so sein, dass andere in meiner Gegenwart Alkohol trinken. Selbst, wenn ich hier ins Einkaufszentrum gehe, ist in der Mitte ein Bierstand. Auch, wenn meine Bekannte heute auch Wasser getrunken hätte, wären immer noch die Fremden an den anderen Tischen gewesen. Es war ein ganz normales Speiserestaurant. Ich kann nicht nur zu hause sitzen. Da fühle ich mich viel eher gefährdet.
    Sucht ist doch eine "Kopfsache" und gedanklich ist mir klar, dass ich nie wieder Alkohol trinken will.
    Ich habe meine neue Wohnung, neue Arbeitsaufgaben und neue Kollegen und werde demnächst wieder ein Auto haben. Außerdem werde ich wieder laufen gehen. Das alles festigt mich und hilft mir mehr, als ständig an Alkohol zu denken.

    Ich umgebe mich ja nicht mit saufenden Horden, sondern mit ganz normalen Menschen.

    Was kann ich denn noch verändern an meinem Verhalten? Übersehe ich was?

    LG Rasko

  • Zitat von Rasko

    Sucht ist doch eine "Kopfsache" und gedanklich ist mir klar, dass ich nie wieder Alkohol trinken will.

    Mich wollen, müssen! Werden!

    Sucht ist nicht nur Kopf oder Willenssache, du wirst irgendwann merken, wie raffiniert die Sucht ist, ohne das du es merkst. Es kann so schnell gehen, wirklich schnell!

    Mein Sohn kam heute auf Besuch! Mein Mann und ich waren noch einkaufen. Er nahm sich seine Getränke, ich hatte mir zuvor Mineralwasser genommen, so wartete ich auf ihn, stand gegenüber von Bier. Ich sah es und dachte geh und kauf deinem Sohn was, trinkt bestimmt gerne ein Bier. Aber ich blieb weiter stehen, und dachte nach! Wem willst du Bier kaufen, dir oder ihm! Mir :evil: Das hätte ich nicht gedacht, das es mir jetzt noch passiert!

    Wie du siehst!

    lg Pia

  • Zitat von Rasko

    Ich kann nicht nur zu hause sitzen. Da fühle ich mich viel eher gefährdet.


    Wieviele Möglichkeiten habe ich dir schon aufgezählt? Aber du pochst immer hier drauf! Das verlangt keiner, nur du!

    lg Pia

  • Hallo Pia,

    ich wäre auf solche Gedanken gar nicht gekommen. Wieso solltest du für dich Bier kaufen? Verstehe ich nicht.

    ICH habe für MICH entschieden, dass mit dem Alk Schluss sein muss. Mein Tiefpunkt sah nämlich (unter anderem) so aus, dass ich mich in Kürze aufgegeben und totgesoffen hätte oder anderes. Da waren noch andere Dinge, die mich zum Aufhören gebracht haben. Es war der absolute Tiefpunkt. Daran denke ich auch immer. Und ich beobachte mich und strukturiere mein Leben anders als früher.

    Mein Entschluß hat seinerzeit einen Rückfall überhaupt nicht in Betracht gezogen. Das kam erst, als ich mich mit dem Thema beschäftigte und hier davon gelesen habe. Dadurch sind mir die Risiken bekannt geworden und ich habe für mich darüber nachgedacht, ob und wie ich dem entgegenwirken kann.

    LG Rasko

  • Hallo Rasko,

    Zitat

    So ist doch das normale Leben. Es wird immer so sein, dass andere in meiner Gegenwart Alkohol trinken.


    Das ist das "Nasse Leben" und nicht das normale. In meiner Gegenwart trinkt keiner meiner Freunde Alkohol ,weil ich von Anfang an offen und ehrlich mit der Krankheit umgegangen bin und es unmissverständlich den Freunden gesagt habe.Wenn sie dem Alkohol mehr Stellenwert einräumen, haben sie nichts an meiner Seite zu suchen.

    Zitat

    Was kann ich denn noch verändern an meinem Verhalten? Übersehe ich was?


    überprüfe dich mal ob du dein Verhalten ohne wenn und aber konsequent geändert hast oder nur Veränderungen die dir am einfachsten erschienen.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut,

    Zitat

    Ich WEISS dass ich Alkoholiker bin und rede darüber offen mit allen Menschen, die mir begegnen.

    Wie meinst du das

    Zitat

    Wenn sie dem Alkohol mehr Stellenwert einräumen, haben sie nichts an meiner Seite zu suchen

    . ?

    Wir haben uns nicht zum trinken getroffen, sondern waren ganz normal was essen und sie hat ein Bier dazu getrunken.

    Ob nun an meinem oder am Nebentisch jemand Alkohol trinkt ist doch egal für das Suchtgedächnis,oder?

    LG Rasko

  • Hallo Rasko,

    warum hat sie denn neben dir ein Bier getrunken , wenn sie es weiß das du an einer tödlich verlaufende Krankheit leidest? Das meinte ich mit Stellenwert :wink:

    Ich habe mich auch nicht , im ersten Jahr im Lokal oder Speiserestaurant mit Freunden getroffen , sondern in alkoholfreie Zonen.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Rasko !
    Für mich ist es ein sehr großer Unterschied, ob das Bier auf meinem Tisch steht oder auf irgendeinem Nachbartisch ! Abgesehen davon, dass ich auch mit letzterem ein Problem habe: Wenn es auf meinem Tisch steht, kann ich es nicht nur sehen, sondern auch riechen ! Damit ist es für das hinterhältige und fies zuschlagende Suchtgedächnis nicht egal. Mir ist dieser Geruch mittlerweile zuwider.

    Außerdem müßte ich mich dann mit Menschen unterhalten, die in meiner Gegenwart Alk konsumieren. Auch das möchte ich nicht.

    Lieben Gruß
    Biene

  • nochwas

    Zitat

    überprüfe dich mal ob du dein Verhalten ohne wenn und aber konsequent geändert hast oder nur Veränderungen die dir am einfachsten erschienen

    .

    Ich habe erstmal das geändert, was ich am schnellsten ändern konnte, die Strukturen.

    Da ich seit frühester Jugend getrunken habe, hat der Alkohol sicher auch meine Persönlichkeit irgendwo geprägt. Diese kann ich nicht in ein paar Monaten ändern, das ist mir klar. Aber ich arbeite täglich an mir.

    Gruß Rasko

  • Zitat

    Obwohl ich mich in den letzten Tage ziemlich instabil fühle.

    Hallo Rasko,

    das hatte ich in den letzten Tagen so wie du. Ich war zu einem Geburtstag eingeladen, dort hätte man keine Rücksicht auf mich genommen. Ich habe eine Riesen Angst bekommen und abgesagt... mich zu Hause eingeigelt.

    Meinem Suchtgedächtnis traue ich keine Spur. Das schlägt zu, wenn du es am wenigsten erwartest. Und besonders am Anfang...

    Es gibt unendlich viele Möglichkeiten an Orte zu gehen, an denen kein Alk konsumiert wird. Aber wenn du dahin gehst, wo Alk ganz selbstverständlich konsumiert wird, suggeriest du deinem Gedächtnis doch es wäre als okay... nur du nicht.

    LG Mieken

  • Hallo Biene,

    mich störte es anfangs auch, wenn andere am Nebentisch Bier tranken.
    Da ich aber auch beruflich oft mit Geschäftspartnern in gastronomischen Einrichtungen verkehren musste, konnte ich das schlecht ändern. Daher versuchte ich MEIN DENKEN zu ändern. Heute komme ich damit besser klar. Nicht immer, aber immer öfter. Da sich auch mein berufliches Umfeld geändert hat, brauche ich die Entscheidung nur noch im privaten Bereich treffen. Ich überlege mir vorher schon, ob ich mich in der Lage fühle ein Restaurant zu besuchen. Es ist nicht so, dass ich blind in mein Verderben renne. :wink:

    Riechen kann ich Bier übrigens nicht (organisch, stark eingeschränkter Geruchssinn). Wobei ich nicht ausschließen kann, irgenwie doch ein Signal in mein Hirn gelangt.

    Gruß Rasko

  • Hallo Mieken,

    Zitat

    Aber wenn du dahin gehst, wo Alk ganz selbstverständlich konsumiert wird, suggeriest du deinem Gedächtnis doch es wäre als okay... nur du nicht

    So ist es doch auch, oder? Ich habe ein Problem, nicht die anderen.
    Also muss ich sehen, wie ich mit meinem Leben klarkommen. Es interessiert nämlich keine Sau, wie ich mich fühle.

    LG Rasko

  • Zitat

    Überprüfe dich selbst und handle danach.

    Hier das Ergebnis:

    1. Ich habe für mich erkannt, dass mein jahrelanger Alkoholmißbrauch zu Abhängigkeit geführt hat.
    -von Anfang an bedeutete der Konsum von Alkohol für mich nie nur Genuß, sondern war ein Mittel mich „richtig vollaufen zulassen“ (erlernte Verhaltensweise, da in meiner Familie von den Großeltern an, alle tranken und ich es so einfach übernommen habe.)
    -als ich mit dem Trinken begann war ich von der geistigen Reife her, noch nicht in der Lage dies zu erkennen (Alter 12-14)
    -mit dem Erkennen, dass mein Verhalten falsch ist, entstand der Wunsch und letztendlich der Beschluß das zu ändern. (Dauer ca. 3 – 4 Jahre)
    2. Ich habe mich bewusst für lebenslange Abstinenz entschieden.
    - Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen durch Selbstbeobachtung weiss ich, dass es „nur ein Glas“ für mich nie gab und nie geben wird. (ein Glas hätte auch nicht die gewünschte Wirkung des Rausches)
    3. Ich gehe offen mit meiner Krankheit um.
    -die Menschen in meiner näheren Umgebung habe ich informiert, neue Kontakte werden ggf. informiert.
    4.Ich habe mein Verhalten analysiert, die Gründe für mein Verhalten erkannt.
    -zuerst war trinken normal (Familie), später cool (Schule und Ausbildung), noch später wurde es langsam Mittel um unangenehme Gefühle zu betäuben, Ärger „herunter zu spülen, anderen zu zeigen, wie schlecht es mir geht (obwohl es gar keiner sah) und am Ende ging es einfach nicht mehr ohne. Tief im Inneren spürte ich, dass was falsch läuft, doch ich fühlte mich nicht in der Lage konstruktiv darüber nachzudenken.
    5. Ich habe mein äußeres Umfeld geändert.
    -dies war deswegen notwendig, weil ich noch immer in der Straße wohnte, wo ich aufgewachsen bin, also auch ständig eine geistige Bindung an die Vergangenheit bestand. Außerdem war alle paar Schritte eine Kneipe.
    6. Ich habe mir ein wieder ein Auto gekauft.
    - Damit habe ich ein begründetes Ziel vor Augen, welches mich im Notfall vom Trinken abhalten kann. (nur als visuelle Unterstützung zu sehen, wenn ich wirklich trinken wollte, würde es mir auch nichts nützen)
    7. Ich habe mein Denken geändert, einen anderen Blickwinkel eingenommen.
    - Erkennen: dass Alkohol ein bewusstseinsverändernde Droge ist und wie er mein Denken beeinflusst hat.
    -Verhaltensanalyse: In welchen Bereichen verhalte ich mich anders als meine Mitmenschen, was sind die Gründe, wie kann ich es ändern. Welche Ursachen liegen dem noch auftretenden Suchtdruck zu Grunde, welche alten Verhaltensmuster werden dabei unbewußt wirksam. Durch die Bewusstmachung kann ich sie bearbeiten.
    8. Ich schaffe Alternativen zum Trinken.
    -Ausbau „alter“ Interessen, wie z.B. Wandern, Fotographie. Diese bekommen in nüchternem Zustand eine höhere Qualität.
    -Finden neuer Interessen, z.B. Lesen, Musik, Sport
    -Bewertung bisheriger zwischenmenschlicher Kontakte unter anderen Kriterien. Nicht nur, ob derjenige gerne Kneipen besucht und viel Bier verträgt, sondern, ob gemeinsame Interessen bestehen, konstruktive Gespräche und vernünftige Unterhaltung möglich ist.
    -Aufbau neuer sozialer Kontakte
    (in Arbeit)

    Die Punkte 7 u. 8 sind und bleiben in ständiger Bearbeitung.

    Ich finde, das schon eine ganze Menge. Korrigiert mich bitte, wenn ich auf dem falschen Weg bin.

    LG Rasko

  • Hallo Rasko,

    Hut ab :wink:

    Das nenne ich mal ein Analyse ,mit einem hohen Maß an Selbsthilfe.

    Weiter so!

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Rasko!

    Das solltest Du Dir ausdrucken und an einer Strlle aufhängen,wo Du es sehr oft sehen kannst!!!!

    Deine Analyse ist wirklich gut!

    Und darin gibt es null ,keinen einzigen Umweg!

    Ich gratuliere!

    Herzliche Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo, da bin ich wieder.

    Habe seit heute endlich wieder Internet. Mit dem Umzug endete es so, dass ich die meisten Möbel dagelassen habe und von einem kleinen Umzugsunternehmen den Rest transportieren ließ. Dadurch fanden sich auch schnell Nachmieter, Jugend - WG, die sich natürlich über die fast komplett eingerichtete Wohnung freuten und dafür den Keller selbst entrümpeln. Habe ich mich geschickt aus dem Staub gemacht. :)
    Neue Einrichtung ist bestellt und kommt in ein paar Wochen.
    Sonst ist nicht viel passiert. Alltag halt, ich verlasse morgens um 5:30 Uhr das Haus und kehre abends um 18/19 Uhr zurück. Manchmal bin ich nach Feierabend noch in der Stadt unterwegs, paar Sachen kaufen. Dann sehe ich noch etwas fern, höre Musik oder lese.
    Mein Auto habe ich auch seit dieser Woche. Muss mich aber erst dran gewöhnen und ein bisschen einfahren, bin 4 Jahre nicht gefahren. Hoffe, dass jetzt nicht bald der große Wintereinbruch kommt.
    Habe mich hier total schnell eingelebt, mir ist, als wäre es nie anders gewesen. Schon komisch. Auch die neue Arbeit ist schon Routine. Die Kollegen kannte ich ja und die Tätigkeit ist easy. (man nennt es auch anspruchslos)
    Alk ist im Moment auch überhaupt kein Thema mehr. Ich lebe einfach weiter.

    LG Rasko

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!