Glücklicher Anfang und ein neues Leben!

  • Hallo alle zusammen,

    nach dem Stress hier und meinem letzten Wein und Alkoholeskapadenhaben d.h. Rückfall, Stress usw habe ich mich entschlossen ins Krankenhaus zu gehen.
    Deshalb habe ich mich nicht gemeldet.

    10 Tage stationäre Entgiftung liegen hinter mir.
    Das erste mal habe ich endlich kappiert was wichtig ist.
    Und zwar ICH und meine Trockenheit.

    Es ist viel passiert in den letzten 2 Wochen, ich werde es nach und nach erzählen.
    Aber heute gehts erstmal auf die Station zurück(ich war heute Nacht zur Probeübernachtung zu Hause).
    Mal sehen-heute ist die Oberarztvisite-könnte sein, dass ich entlassen werde.

    Ich wünsche allen schönen, trockenen Tag
    live2008

  • Servus live2008,

    das ist seit dem 27.05.2008 die erste vernünftige und geradlinige Aktion, von der Du hier berichtest. :!::)

    Ich wünsche dir, dass Du nunmehr einen Weg in die Trockenheit gefunden hast und diesen Weg auch gehen kannst.

    LG
    Spedi

  • Hallo Live,

    :shock: das freut mich für Dich, da kannst Du stolz sein :wink:

    Da freue ich mich schon auf mehr von Dir, bis bald und alles Gute.

    MLG Mandy

  • Hallo,

    so jetzt bin ich wieder da.

    Eigentlich war das so, dass ich damals nach der Flasche Wein nicht mehr aufhören konnte.

    Und da habe ich nachgedacht-zwar betrunken aber irgendwie klar.
    Ich dachte so gehts nicht weiter.
    Also vorletzten Dienstag war ich im Krankenhaus.
    Eine Nacht bin ich erstmal da geblieben auf der "geschlossenen"-es war kein Bett frei.
    Am Mittwoch war ich erstmal wieder draussen.
    Huu-dachte ich-kein Problem.
    Aber es war ein Problem. Ich habe wieder getrunken.
    Und da hat es bei mir richtig Klik gemacht.
    Ich habe meine Tasche gepackt und bin wieder zurück ins Krankenhaus gefahren.
    Die Ärztin meinte, die hätten keine Betten und sie setzt mich auf die Warteliste.
    Ich habe angefangen zu weinen und sagte, dass ich genau weiss, wenn ich jetzt hier rausgehe werde ich wieder saufen.
    Ich weinte und wollte nicht weg.
    Sie hat rumtelefoniert und meinte, es wäre 1-Bettzimmer auf der geschlossenen frei und da könnte ich erstmal hin, sobald ein Bett auf der Suchtstation frei wird, werde ich verlegt.
    Ich sagte dann, es war mir noch nie so ernst und wenn es auch geschlossen ist nehme ich das im Kauf-nur ich will nie wieder trinken.
    So landete ich auf der geschlossenen.
    Der Entzug war grauenvoll aber ab zweiten Tag begann ich nachzudenken, überlegen.
    Mir wurde klar, dass sich mein ganzes Leben um andere drehte und dabei bin ich verloren gegangen.
    Also beschloss ich, dass ich mich endlich um mich kümmern werde.
    5 Tage war ich da und habe auf freies Bett gewartet.
    Es war eine schwere Zeit aber es war mir egal.
    Hauptsache-kein Alkohol.
    Montag wurde ich verlegt. Alkoholiker, Drogensüchtige-alle auf einer Station. Und das ganze Therapieprogramm.
    Ich machte alles mit, hörte auf die Ärzte, schluckte Medis.
    Donnerstag wurden die Tabletten wg Krampfanfäle reduziert, ich bekamm Ausgang und nahm nur Vitamintablletten.
    Aber ich hatte Geduld und fragte nicht nach.
    Gestern EKG, nochmal Blutentnahme und dann der Entschluss der Ärztin-ich soll nach Hause für eine Nacht. Flaschen entfernen und schauen wie ich in meiner Umgebung klarkomme.
    Heute kam ich um 7.30 pünktlich zum Frühstück zurück und bei der Oberarztvisite kam der Satz: "So Frau...., Sie können nach Hause gehen".WOW, jetzt bin ich wieder hier.

    Aber schon im Krankenhaus habe ich vieles unternommen, um in ein ruhiges Zuhause wieder zu kehren.
    Das wichtigste mein Sohn.
    Er hat mich wieder angespuckt, war handgreiflich geworden, hat mich beschimpft, beleidigt......
    Grauenvoll.
    Der Wendepunkt kam dann letzten Montag.
    Als ich verlegt wurde tauchte er auf einmal im Krankenhaus.
    Vor der halben Station(und zu dem Zeitpunkt kannte mich da kaum jemand) hat er mich so beschimpft, agressiv angeschrien. Er hat Worte benutzt, ein paar Mitpatienten haben gesagt, wenn er mich nur angefasst hätte, hätten die ihm geschlagen.
    Alle waren ausser sich und konnten nicht glauben, dass ein Kind so etwas zu eigener Mutter sagen kann.
    Da kam so ein Spruch: ej, hätte ich so ein Kind würde ich auch saufen.
    Hört sich für euch vielleicht blöd aber ihr habt das nicht erlebt.
    Ich habe bis heute noch blaue Flecken an den Armen, in der Wohnung ist eine Zimmertür mit zwei Löcher nicht mehr zu reparieren, meine ganze Bilder von den Wänden sind von ihm ruiniert worden.
    Und das beste noch-als ich mit der Tasche in der Tür stand und sagte ich gehe ins Krankenhaus, hat meine EC Karte gestohlen, hielt seine Faust neben meinem Gesicht und ich musste PIN sagen.
    Ich habe die Karte 3 Tage später gesperrt aber ich habe Angst ins Onlinebanking zu gehen-erhlich.
    Am nächsten Tag wussten schon alle über meinen agressiven Sohn inkl. Personal und Ärzte.
    Die Sozialarbeiterin hat beim Jugendamt angerufen, ich bekam gleich am Mittwoch einen Termin.
    Und weisst ihr was ich da erfahren habe??? Der Junge hat drei Gerichtstermine wg Körperverletzung, eine sogar schwere Körperverletzung.
    Da war endlich klar, die Frau beim Jugendamt hat mir endlich geglaubt. Dazu hatte ich Zeugen auf der Station, die gleich gesagt haben, sie können beim Jugendamt bestätigen, wie er mich verbal angegrifen hat. Ich werde seine Worte nicht einmal zietieren, es wird so oder so hier alles mit Sternchen stehen.
    Es wurde mir endlich klar, ich kann nicht weiter so leben.
    Ich sagte:ich brauche ein alkoholfreies Zuhause und S...sfreies Zuhause.
    Ich sagte dem Oberarzt, dass ich genau weiss, wenn ich nach Hause gehe und er mich weiter so terorrisiert ist ein Rückfall vorprogrammiert.
    Lange Rede, kurzer Sinn-er ist weg.
    Heute habe ich die Papiere für betreutes Wohnen unterschrieben.

    Meine nächsten Schritte:
    gestern schon Einzehlngespräch in der Beratungsstelle, nächstes nächsten Montag-da werden wir entscheiden welche Form der Therapie für mich gut wird.
    Heute Abend AA Gruppe.
    Und ich will so viel wie Möglich mit Leuten zu tun haben, die das selbe Problem haben.
    Also auch mit euch.

    Mein Sturrheit ist weg-ich höre jetzt zu.

    Und eins noch-jetzt habe ich kapituliert.
    Alkohol hat gewonnen.

    Aber ich werde weiter kämpfen:um mich und um mein Leben ohne Alkohol.

    So das war ein schnell Durchlauf von meinen letzten 14 Tagen.

    Ich grüße euch alle
    live2008

  • Guten morgen alle zusammen,

    nun habe ich schon zweite Nacht zu Hause geschlafen.
    Aber mit gemischten Gefühlen.
    Gestern war ich noch bei AA.
    Als ich da rauskam bekam ich erste Mal im meinem Leben Angst.
    Angst vor dem Alkohol.

    Früher war ich zu euphorisch, dachte-ach das schaffst du schon.
    Jetzt nicht.
    Ich habe Angst in die Scheisse wieder reinzurutschen.
    Ich will es nicht mehr.
    Das Leben mit klaren Kopf ist so schön, ich will das es so bleibt.

    Keine Ahnung wie was ich jetzt mache-ich muss auf mich aufpassen.
    Es war mir noch nie so klar.
    Aber wie schütze ich mich am besten? Was soll ich machen und was nicht?
    Wie kann ich den kleinen Teufel im meinem Kopf still legen, der bestimmt eines Tages wieder ins Ohr flüstert:komm, ein Glas schadet nicht.
    Was soll ich machen, damit es nie wieder passiert?

    Es war mir noch nie so ernst. Das fühle ich mit meinem ganzen Herzen.

    So erstmal gehe ich heute zum Hausarzt mit dem Entlassungsbericht und heute Abend werde ich in eine andere AA Gruppe fahren.
    Nach und nach will ich mehrere Selbsthilfegruppen kennenlernen und schauen, wo ich mich am Besten aufgehoben fühle.

    Ich könnte jetzt weinen.
    Einerseits vor Freude-ich sitze hier, nüchtern, habe das ganze KH Aufenthalt durchgezogen, und anderseits aus Angst vor der Zukunft.

    Ich wünsche euch allen einen schönen, trockenen Tag
    live2008

    Mein größte Wunsch:das mein Nick endlich Wirklichkeit wird.

  • guten morgen live!

    ich drück dich mal ganz fest...wenn ich darf...

    live...kleine schritte!immer wieder kleine schritte werden dich deinem ziel näher bringen...

    du machst das so toll...sei stolz auf dich und deine leistung...

    denk nicht an die zukunft,sondern an DIESEN einen tag...

    deine pläne für heut hören sich sehr gut an...

    live das leben ist zu schön um angst vor ihm zu haben...

    ich wünsch dir den mut und die kraft,tag für tag deinem nick die möglichkeit zu geben WIRKLICHKEIT zu werden...

    liebe grüsse caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hallo Live

    Das sind so diese Berichte, die ich mangels eigener Erfahrungen AUFSAUGE und mehrfach lese.

    Von mir ein vielen Dank für Deine sehr ausführlichen Erlebnisse.

    Zitat

    Wie kann ich den kleinen Teufel im meinem Kopf still legen, der bestimmt eines Tages wieder ins Ohr flüstert: komm, ein Glas schadet nicht.

    Würde es bei EINEM bleiben ???????

    Einen der ersten richtig cleveren Sprüche die ich hier gelesen habe war „Dein Körper will trinken also gib ihm was“ Auch wenn ich mich wiederhole : Ich saufe Tee und zwar kannenweise. Nur um schwarzen mache ich einen Bogen. Probiere mal ein wenig herum. Da gibt es echt leckere Sachen und aus den Früchtetees kannst Du prima Fruchtsäfte machen indem Du sie einfach nach dem Kochen in den Kühlschrank stellst. Frische Zitrone rein ist auch lecker und Vitamin C kann nicht wirklich schaden.

    Gruss Vaan

  • Hallo Caro,

    natürlich darfst du mich drücken-tut gut

    ich weiss: kleine Schritte, keine Sprünge mehr

    und ich werde an diesen Tag denken und bin für gestern dankbar
    dankbar, dass ich trocken war, dankbar, dass ich Auto fahren konnte, dankbar, dass die Ärzte entschieden haben, ich solle nach Hause, dankbar, dass ich wie normale Mutter gestern zum Elternsprechstunde bei meinem kleineren Sohn gehen konnte, dankbar, dass wir im Auto gelacht haben, laut Musik gehört haben
    einfach dankbar für den 18. Nov. ohne Alkohol

    LG
    live2008

  • Hallo Live,
    fang mit kleinen Dingen an, mit den einfachen, so wie Vaan schreibt. Beweg dich, geh spazieren. Freu dich über die Momente die du da beschrieben hast, nihm sie in dir auf.Les hier viel, schreib wenn dich was bedrückt. Les nochmal die Grundbausteine, geh in SHG,sei in Bewegung für dich und deinen Trockenheit.
    Du bist am Anfang, aber hast den anfang gemacht, da geht auch mehr. Wir kennen das alle hier.
    Mach weiter ohne Alk, es geht.
    LG
    Jürgen

  • Hallo

    @Vaan:habe gerade mir einen Tee-Heidelbeere mit Vanilie gemacht und dann lese ich deinen Beitrag.Gedankenübertragung???
    Danke!
    Und deine Frage:würde es bei einem bleiben?
    Natürlich nicht. Das weiss ich. Deshalb kein einzieges Glas.

    So, ich war beim Arzt. Der hat mich etwas hart rangenommen, ich habe angefangen zu weinen. Er meinte, die Rückfallquote liegt bei 99%.
    Mut hat mir das nicht gemacht sondern noch mehr Angst.
    Krankgeschrieben bin ich erst nur bis Freitag, am Montag soll ich nach der Beratungsstelle gleich wieder zum Arzt. Er will wissen was wir da besprochen haben und dann wird er mich weiter krank schreiben, aber er meinte nur Schrittweise damit ich nicht zu viel Freiheit bekomme.
    Ausserdem meinte er, ich solle jetzt gerade am Anfang jeden Tag in eine Gruppe gehen.

    OK dann habe ich mir schon eine rausgesucht für heute Abend. Um 19.00 zwar in einem anderen Bezirk aber egal. Ich kann wieder Autofahren ohne Ak und Sprit ist etwas billiger geworden.

    Das wichtigste jetzt für mich 100%akzeptieren, dass ich Alkoholkrank bin und anfangen mit dieser Krankheit zu leben.

    Ich grüße euch alle
    live2008

  • Hut ab liebe Live :P

    Ich drück dich ganz fest, und wünsche dir viel Kraft für die Dinge die kommen :P

    Alles liebe Pia

  • Hallo Pia,

    danke, drück mich, weil das brauche ich jetzt.

    Im Krankenhaus auf der Station habe ich eine Frau kennegelernt. Sie hat Heroinentzug gemacht bzw. macht.
    Sie war sehr oft sehr schwach, dann wieder aufbrausend aber wir haben uns gut verstanden.
    Wenn einer von uns schlecht ging haben wir uns immer in den Arm genommen und das tat gut.
    Gestern hatte sie Tränen in den Augen als ich ging.

    Der Krankenhausaufenthalt hat mir sehr , sehr meine Augen geöffnet:auf mein Schicksaal und meine Krankheit und auch, dass ich nicht alleine bin.
    Ich bin nicht die einzigste Alkoholikerin auf dieser Welt aber eins ist schon wichtig-ich gehöre zu den jenigen Kranken, die etwas unternehmen, wollen weg von dem Alk.

    Lange Rede, kurzer Sinn:ich wünsche allen schönen Abend und ich fahre jetzt zur Gruppe.
    Später werde ich mich melden.

    live2008

  • Zitat von live2008


    Ich bin nicht die einzigste Alkoholikerin auf dieser Welt aber eins ist schon wichtig-ich gehöre zu den jenigen Kranken, die etwas unternehmen, wollen weg von dem Alk.


    Dann sind wir schon zwei :P

    Ich drück dich ganz fest, und wenn du Hilfe brauchst meld dich!

    lg Pia

  • Hallo Live,

    finde ich richtig gut, wie Du das nun angehst, denke das Du es nun auch schaffen kannst. Hörst Dich richtig gut an, das freut mich, für Dich :wink:

    Und erst mal jeden Tag in eine andere SHG, ist auch gut, besser als nur zu grübeln, ausserdem kannst Du Dir, dann auch die, rauspicken, wo Du Dich dann am wohlsten fühlst.

    Das mit Deinem Sohn und Dir, finde ich schlimm, das betreute Wohnen, wird Ihm hoffendlich helfen und Du musst, ja auch erst wieder auf die Beine kommen.

    Also step by step Live, dann wird, das auch noch Dein Jahr :P

    MLG Mandy

  • Danke Pia, danke Mandy!

    Ich brauche jetzt gedrückt werden und solche Worte lesen.

    Weil ganz ehrlich-die Angst ist da. Angst, weil ich nie wieder besoffen sein will, nie wieder einen Entzug machen , einfach nicht mehr trinken, das erste Glas stehen lassen, auf den Teufelchen nicht hören, kein Geld mehr für das beschissene Alk ausgeben...........
    Ich könnte noch so viel schreiben wieso warum weswegen.

    Ich will das jetzt schaffen ohne wenn und aber.
    Und ich werde alles mögliche auch dafür tun.

    Irgendwie nachdem die Ärzte schon auch über meinen Problemen wussten und das ich noch einen 14-jährigen Sohn habe und das ich allein erziehend bin und das ich arbeite und das ich studiere haben die das Theme LZT nicht angesprochen.
    Aber einerseits würde ich mir so eine Frieheit wünschen wollen.
    Tja, was nicht geht, geht nicht.
    Ich werde am Montag in der Beratungsstelle besprechen was weiter passieren soll.

    Ich wünsche allen GUTE NACHT und bis morgen
    live2008

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