ich bin 45 jahre alt und alkoholkrank. Seit 6 monaten trinke ich nicht mehr und will eigentlich in zukunft auch alkoholfrei leben. das ist mein ziel. deswegen gehe einmal im Monat zu einer psychotherapeutin und seit 3 wochen besuche ich regelmässig eine shg. vor 2 jahren lernte ich eine frau kennen und wir wollten eine gemeinsame zukunft aufbauen. Die Beziehung war geprägt durch den alkohol, aber wir haben es immer wieder irgendwie geschafft, vor allen dingen durch offene gespräche, eine gemeinsame linie zu finden. Vor einigen wochen hat sie sich von mir getrennt (obwohl ich nichts trank) und jetzt erst weiss ich, daß sie sie co-abhängig war, es ging immer schlechter, auch körperlich, und sie für sich die notbremse gezogen. Sie fühlte sich nur noch schuldig, ausgenutzt und benutzt und hatte dann auch kein vertrauen mehr in mich und in unsere zukunft. ich akzeptiere ihre entscheidung, es ist zwar nicht leicht, denn egal ist sie mir ganz und gar nicht!
ich merke aber jeden tag mehr, daß ich momentan nicht wirklich mit meinem leben klarkomme und das macht mir langsam sorgen. im september hatte ich einen Verkehrsunfall. Seit diesem tag, auch heute noch, habe ich mit diesen Unfallfolgen zu kämpfen und es wird auch nicht besser. Anfang September bekam ich dann ein jobangebot (ich bin auch arbeitslos) von einer firma, die mich nach einem praktikum und bei geeigneter qualifikation einstellen wollte. Auch hier kam dieser Verkehrsunfall dazwischen und mein praktikum wurde immer wieder verschoben. Mittlerweile ist es so, das dieser arbeitgeber nicht mehr länger auf mich warten kann und sich für einen anderen bewerber entschieden hat. obwohl ich in diese shg gehe, auch eine langzeittherapie beantragt habe und es wirklich versuche täglich bewusst zu leben, geht es nicht vorwärts und die gedanken, zum alkohol zu greifen, sind da. ich weiss mir langsam keinen rat mehr. wie geht ihr mit solchen gedanken um? was würdet ihr denn jetzt an meiner stelle tun?
liebe grüsse birdman
rückfallgefährdet
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birdman -
1. Dezember 2008 um 21:38 -
Geschlossen
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Hallo birdman,
was ich tun würde?
Das muss Dir nach einem halben Jahr der Trockenheit, herzlichen lückwunsch dazu, klar sein. Damit verschlechterst Du Deine Situation im Längen.Am besten hilft Ablenkung, frische Luft, und hier viel lesen und viel schreiben.
Hast Du ein Hobby? Überlege doch mal, was Dir Spaß machen könnte.
Lobanshee
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Hi Birdman!
Also ich muß Lobanshee recht geben. Probiers mal mit Musik mir zumindest hilft dass ein bisschen diese Zeiten zu überbrücken und mich abzulenken. Oder versuch dich mal kreativ zu betätigen.LG Glücksbär
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Hallo Birdman und willkommen hier !
Ich lebe jetzt auch in etwa 6 Monate ohne Alk, wir sind also gleich auf. Das darf so bleiben !!!
Kennst Du die Grundbausteine schon ? Überprüfe sie doch mal für Dich. Bei mir merke ich immer wieder, wie wichtig ein alkfreies Zuhause und ein alkfreies Umfeld ist. Wie sieht es da bei Dir aus ?
Und mir hilft es tatsächlich hier ohne Ende zu schreiben, denn schon beim Schreiben beginne ich meine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Die Anregungen der anderen Forenmitgliedern erledigen dann den Rest in meinem Kopf
.Du schreibst, dass Du täglich versuchst bewußt zu leben. Was machst du da genau ? Ob es weiter geht oder nicht ... ich kann es meist erst im Nachhinein sehen und wenn ich zurückblicke ist viel passiert in den letzten 6 Monaten. Bei Dir doch auch: Am Allerwichtigsten ist dabei, dass Du nicht mehr trinken mußt !
Lieben Gruß
Biene -
Hallo
und danke für die Ratschläge. es müsste mir klar sein, nach 6 monaten, stimmt, ist es aber leider nicht. ich hab nicht wirklich viel für meine Trockenheit getan und das fällt mir irgendwie jetzt auf die füsse. ich hab zwar nicht getrunken, aber an den Ursachen nichts verändert. es macht mich irgendwie nicht stolz, nicht zu trinken. gestern hab ich eine mail von meiner ehemaligen Freundin bekommen. Es kam in mir alles hoch und meine tränen sind nur so gelaufen. ich glaube, hätte ich gestern etwas zu trinken gehabt, ich hätte getrunken. irgendwann hab ich dann 2 Schlaftabletten genommen und konnte dann ein bisschen schlafen. es geht mir heute auch nicht besser und deswegen gehe ich heute in die Klinik, in der ich schon mal behandelt wurde. vielleicht hilft mir ja der Aufenthalt, um wieder ein paar klare gedanken fassen zu können, denn momentan kann ich es nicht. auf eure mails werde ich dann antworten, wenn ich wieder da bin..
birdman -
Hallo Birdmann,
auch von mir, ein liebes Hallo, schön, das Du hergefunden hast

Dann wünsche ich Dir, einen guten Aufendhalt, melde, Dich wenn Du wieder da bist.
Ich finde es gut, das Du in die Klinik gehst, wenn es Dir nicht gut geht.
MLG Mandy
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Hi birdman,
Zitatund danke für die Ratschläge. es müsste mir klar sein, nach 6 monaten, stimmt, ist es aber leider nicht.
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es geht mir heute auch nicht besser und deswegen gehe ich heute in die Klinik, in der ich schon mal behandelt wurde. vielleicht hilft mir ja der Aufenthalt, um wieder ein paar klare gedanken fassen zu können, denn momentan kann ich es nicht.
ich finde, das stimmt so nicht zusammen
. Wenn Du den Schneid und die Konsequenz hast, für Dich zu entscheiden, in die Klinik zu gehen, finde ich, weisst Du ganz gut was Du willst: Du willst nicht saufen! Du weisst vielleicht im Moment nicht, wie Du langfristig trocken bleiben kannst und hast den Mut etwas verloren. Aber dass Du in die Klinik gehst, anstatt das Spiel zuhause weiterzuspielen mit dem Risiko wieder zu saufen, finde ich bemerkens- und bewundernswert. Gerade das zeigt mir persönlich, dass Du besser weisst, was Du willst, als viele andere.Ich bin jetzt 19 Monate ohne Alkohol und auch ich bin eine Kandidatin, die immer mal wieder in so Löcher fällt. Auch ich weiss manchmal nicht, wie ich trocken bleiben kann. Aber ich habe eben auch diese Einstellung; bevor ich saufe, gehe ich zum Arzt und wenn der mir nicht helfen kann, gehe ich notfalls auch in eine Klinik. Ich will nicht wieder saufen! Ich weiss nicht, ob ich für immer trocken bleiben kann, aber ich tue mein Bestes, dass es nicht wieder soweit kommt, dass ich aufgebe und saufe. Und bei Dir lese ich ähnliches heraus.
Und das ist doch der wichtigste Gedanke, den wir haben müssen. Weisst Du, wir gehen vielleicht Umwege und es fällt uns schwerer trocken zu bleiben, als andern. Das hat aber nichts damit zu tun, wie sehr wir "wollen", sondern ich glaube, das hat auch viel damit zu tun, inwieweit sich die Alkoholsucht in unserem Leben bereits eingenistet hatte. Manchmal beneide ich Leute, die hier ankommen und zwei Wochen später scheinbar soweit sind, wie ich nach 19 Monaten. Aber ich denke, das ist nicht dasselbe. Es ist mein Leben und mein Weg aus der aktiven Sucht heraus. Und ich brauche meine Zeit, muss mich nicht an der "Trockenheit" oder wasdennauchimmer der andern messen.
Hatte gerade in den letzten Tagen wieder einen totalen Durchhänger, wo ich auch wieder an mir zweifelte. Dann lese ich, dass es den anderen scheinbar immer so leicht fällt. Ich muss da lernen, drüber hinwegzusehen. Wir sind nicht weniger trocken, weil bei uns noch grössere Ängste und Zweifel da sind. Es muss auch nicht jeder superschnell knochentrocken im Kopf werden. Ich finde Leute, die auch mal mit sich und ihrem Weg hadern natürlicher, als solche, die anscheinend null Probleme und die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Ich spiele da auf niemanden an, das möchte ich noch deutlich gesagt haben. Aber es ist doch so, dass gerade wir Verunsicherten uns dann noch gerne fertig machen mit so Gedanken "bei den anderen läufts so prima. Warum nur bekomme ich das nicht auf die Reihe?"
Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht und hoffe wieder von Dir zu lesen.
gruss simi
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guten abend,
meine krise habe ich ganz gut, ohne zu trinken, überstanden. nachdem ich einen patienten in der klinik sah, der durch den alkohol es nicht mal mehr geschafft, seine körperfunktionen unter kontrolle zu behalten, bin ich wieder mal "geheilt". eure ratschläge und hinweise habe ich mir sehr zu herzen genommen und sie haben mir wirklich geholfen, in dieser zeit trocken zu bleiben. es ist mir auch wieder bewusster geworden, daß es halt mein leben ist und ich dafür auch die verantwortung übernehmen muss und auch will.
liebe grüsse -
Hallo birdman,
Erstmal Herzlichen Glückwunsch zu 6 Monaten ohne Alkohol !
Von trocken sein kann ja noch nicht viel die Rede sein, wie Du selbst schreibst, hast Du nicht viel an Deinen alten Verhaltensweisen verändert. Dann fällt es sehr schwer, trocken bleiben zu können, und die Gedanken an Alk können sehr stark werden.
Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden, gelle ?
Wir schreiben ja hier immer, „nur nicht mehr trinken reicht nicht!“ und so ist das auch, das kann ich nur bestätigen.
Also arbeite an Deiner Trockenheit, wenn sie Dir etwas bedeutet, so kann ich nur raten. Und das kannst Du hier im Forum tun. Hier sind viele Leute, die die gleichen Wege schon gingen, die Dir noch bevorstehen.
So wie Du Dich anhörst, bist Du auch bereit und in der Lage, Erfahrungen anderer anzunehmen und Dir Tipps geben zu lassen, das ist doch schonmal ne tolle Voraussetzung.Was meinst Du denn, woran hapert es momentan am meisten ?
Was macht es Dir besonders schwer, trocken bleiben zu können ?
Denn NOCH bist Du es, auch wenn Du sehr viel zu verkraften hattest ! Manchmal isses aber auch wirklich so, das alles „schlimme“ auf einmal kommt
für einen Unfall kannst Du nu wirklich nicht, und das es dann mit dem Praktikum nicht geklappt hat, mache Dir da mal keinerlei Vorwürfe.Und Du hast auch was richtiges getan, indem Du in einer Krisensituation dahin gegangen bist, wo Du Dir Hilfe erwartetest, hast Du GUT gemacht ! Auch wenn es diesmal nur der Abschreckung diente.
Weißt Du, wenn ich mit mir haderte, alles blöd war und immer noch mehr dazu kam, habe ich mir selbst „Abschreckungsgedanken“ gemacht, wo ich NIE WIEDER hinwill, es hat immer geholfen. Ich dachte an meine nasse Zeit zurück und an all die schlimmen Sachen, die ich da erlebte, am Ende vegetierte ich ja nur noch vor mich hin, ging nur noch zur Arbeit und danach trank ich, mein Leben hatte seinen Sinn verloren. Das möchte ich nie wieder erleben müssen.Schreib hier mal einfach so drauflos, was Dir so einfällt und wobei wir Dir evtl. helfen können, auf unsere eigenen Erfahrungen beruhend. Du bist nicht allein mit Deiner Krankheit und viele kennen auch alles so. Meine Erfahrung ist jedenfalls, das auch beim Trockenwerden vieles gleich oder zumindest ähnlich in einem abläuft, irgendjemand ist irgendwie immer da, der das gleiche erlebte und nen Tipp auf Lager hat.
Birdman, leider ist es nicht so, das alles sofort toll wird, wird man trocken. Es gibt Klippen zu überwinden in Form von Krisen, es gibt Stolpersteine, die man evtl. nicht selbst erkennt, und niemand verspricht Dir hier, das es einfach ist. Es ist eine große Leistung, trocken werden zu können und es auch zu bleiben. Und leider gehören auch Rückfälle manchmal zu unserer Krankheit, auch das will ich nicht verschweigen, aber es ist auch nicht als Freibreif zu sehen, und ich denke, es ist eh für jeden der persönliche Super-GAU, dann noch rumzumeckern hilft nix, sondern lieber wieder beim Aufstehen helfen.
Ich kann Dir aber versprechen, das Schwierigkeiten trocken leichter zu meistern sind als im halbbreiten Kopp. Und es wird mit der Zeit auch immer einfacher. Und irgendwann fängt es an, Spaß zu machen, an seiner eigenen Trockenheit zu arbeiten, so war es jedenfalls bei mir.
Denn arbeiten werden wir immer an uns müssen, wohl ein Leben lang, so auch an unserer Trockenheit.Zwei Fragen hab ich noch zum Schluß, hast Du Dir schon einen alkfreien Freundeskreis aufbauen können ? Ist Dein Umfeld Alk-frei ? Ich meine damit, besucht Du noch Saufveranstaltungen oder ähnliches, wo viel Alk getrunken wird ?
LG
Lilly -
ich habs nicht geschafft, trotz guter vorsätze
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Birdman,
komm, schreib. Was ist passiert?
Gruß
S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]
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nix, das ist es ja gerade!!!??? alle probleme die ich hatte, sind gelöst, oder sie sind lösbar geworden. morgen wollte ich mit meiner ex-freundin treffen, selbst sie hat die hand aus gestreckt. was soll ich jetzt machen
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Birdman,
Zitatich habs nicht geschafft, trotz guter vorsätze
Was heißt das? Hast Du wieder getrunken?
Gruß
S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]
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ja das heißt es
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Und was willst Du jetzt tun?
Hast Du noch Alkohol zuhause? Wenn ja, dann kipp es weg!
Wichtig ist jetzt, daß Du wieder aufstehst.
S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]
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ich weiss nicht wer du bist und was du bishar erlebt hast, aber ich kann es nicht
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ich kann es einfach nicht, von diesem scheiss alkohol loskommen, verstehst du das?
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Birdman,
Du bist jetzt hingefallen, sogar mit Ankündigung, denn vor 3 Tagen hast Du geschrieben:
Zitatich hab nicht wirklich viel für meine Trockenheit getan und das fällt mir irgendwie jetzt auf die füsse. ich hab zwar nicht getrunken, aber an den Ursachen nichts verändert
Was willst Du jetzt tun?
Warum nicht dies nochmal?
Zitates geht mir heute auch nicht besser und deswegen gehe ich heute in die Klinik
Gruß
S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]
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ich weiss und was soll ich jetzt machen, meine sachen packen und mich entgiften lassen
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Birdman,
das wäre wohl das Beste!
Es geht um Dein Leben!!!!!!S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]
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