• hallo leute

    was ich hier in diesem tread diskutieren möchte ist die frage nach der ich bezogenheit oder besser gesagt nach dem egoismus.

    was ich immer wieder lese in all den treads ist die aussage, mach dein leben weiter. schau nach dir selber, gehe deinen weg.ist das nicht egoistisch?

    ich frage deshalb danach weil ich als kind immer als egoistin beschimpft wurde. meine eltern haben bis heute meine persönlichkeit stets kritisiert wenn es um meinen egoismus ging.das wort egoismus ist für mich deswegen schon fast ein übles schimpfwort. aber ist das wirklich so?

    doch hab ich diese persönlichkeit nicht deswegen entwickelt um mich selbst zu schützen?
    genau das. um mich vor dem zu schützen was mir in der beziehung mit meinen eltern nicht gut tut. und da bin ich mir selbst die nächste.

    anderen menschen gegenüber bin ich nicht egoistisch. mache viel für andere, das macht mir auch spass. aber komme ich an den punkt das mir das nicht gut tut höre ich auf zu helfen. da bin ich mir selbst die nächste

    bin ich wirklich egoistin? ist es denn so schlimm egoistin zu sein? warum ist das wort egoismus denn so negativ belastet das wir das nicht sein wollen?

    na dann bin ich mal gespannt wie das hier andere sehen, ich lese euch

    grüssle melina

  • Hallo Melinak,

    für mich ist Egoismus das Gegenteil von Selbstliebe.

    Menschen die sich lieben, kennen ihre Bedürfnisse und ihren Selbstwert, sie können sich anderen gegenüber abgrenzen, wissen, dass es ihnen selbst gut gehen sollte, um für andere da sein zu können.

    Natürlich haben wir das in unserer Kindheit nicht erfahren dürfen, leider. Musste ich als Erwachsene mit meinem Mann und Therapeuten erst lernen. War ein schmerzhafter Prozess, der sich gelohnt hat.

    Mein Sinn vom Leben ist zu lieben und geliebt zu werden. Nehmen und Geben, alles andere wäre schal für mich, geniesse es im Sein (Augenblick) zu sein und Zeit mit Menschen zu verbringen, die ich mag.

    Alles Liebe Weitsicht

  • hallo melina,

    ich würde sagen, dass man als heranwachsende in einer suchtfamilie eben häufig keine wahl hat, als "egoistisch" zu sein. für mich hat das wort viele färbungen und es kommt in der tat darauf an, wer es in den mund nimmt.

    auffällig ist, dass egoismus sehr negativ besetzt ist. sich nur und ausschließlich um seine belange zu kümmern, um das eigene wohlergehen, wird nicht gern gesehen. interessant eigentlich, da gesellschaftlich individualismus, selbstverwirklichung auch wieder anerkannt sind.

    was fehlt beim egoimus? der bezug zu den anderen, rücksichtnahme, anteilnahme, mitgefühl, verständnis.... keine frage, es sind positive eigenschaften. aber die sind nicht zu jeder zeit angemessen und nicht jeder hat unbegrenzt ressourcen, diese eigenschaften auch liefern zu können.

    es gibt menschen, die verdienen einfach nicht, dass ich mich um sie kümmere, rücksicht auf sie nehme, weil sie mich zum beispiel ausgenutzt oder hintergangen haben.

    pflege ich einen alten menschen, wird jeder dem pflegenden auch zeit für sich zugestehen und verständnis dafür haben, dass mit den eigenen kräften gehaushaltet wird.

    das ist sicherlich kein egoismus, sondern teil der balance zwischen sich und den anderen, mit denen man immer irgendwie verwoben ist, über gegenseitige erwartungen, wünsche, ansprüche und verpflichtungen.

    hineinnehmen hier muss man sicherlich auch noch das rollenbild, so genanntes egoistisches verhalten stimmt nicht überein mit den erwartungen an das weibliche rollenbild. frauen sind eher bereit, dies als vorwurf auch zu akzeptieren, für einen mann ist egoismus eher vereinbar mit seiner gesellschaftlichen rolle.

    im kontext von sucht wird egoismus in der regel den angehörigen vorgeworfen, vor allem denen, die versuchen auszubrechen. es ist ein starker moralischer vorwurf. für mich steckt eigentlich dahinter, dass damit versucht wird, den abtrünnigen in die suchtfamilie zurückzuholen und fortzufahren, die sucht zu leugnen, abzustreiten, nicht anzuerkennen bzw. aufrechtzuerhalten. letztendlich eine komplette verkennung der realität.

    wenn ein solcher vorwurf geäußert wird, ist es als betroffene schwer damit umzugehen. man fühlt sich häufig schlecht, hat ein schlechtes gewissen, schuldgefühle, zweifelt, fühlt sich unsicher. die macht der anderen wird auf einmal übergroß.

    um auf der eigenen linie zu bleiben, muss man da aktiv gegensteuern. allein ist man in der regel nicht stark genug, deshalb ist es günstig, sich rückhalt zu suchen, freunde, selbsthilfegruppen, ärztliche bzw. therapeutische hilfe.

    so, das ist meine meinung zum thema egoismus.

    simmie

  • hallo zusammen,

    in dem fall dass ich mich auf mich selbst besinne und mir meiner eigenen grenzen bewust binstelle ich fest das ist kein egoismus der mich treibt.

    wäre ich egoistisch würde es mir nicht so schwer fallen meine eltern in bestimmten situationen alleine zu lassen und ihnen keine hilfe zu geben.

    wäre ich egoistisch wäre es mir sch....egal wie es ihnen geht. das tut es nicht.

    also ist das kein egoismus sondern selbstschutz. der ist so wichtig um das ganze so zu überleben dass man sein eigenes leben glücklich gestalten kann. wichtig ist sich abzugrenzen.wichtig ist es sicht zu doll an sich ran zu lassen.

    haben meine eltern den ausdtuck egoistin dazu verwendet um mich zu verletzen, weil sie verletzt sind?welcher mechanismus geht da ab. was wollen sie damit erreichen?

    ich habe festgestellt jeh besser ich mit meinem leben klar komme umso egoistischer schein ich meinen eltern.
    ich helfe ihnen gern im austausch wenn sie mir auch helfen. ich bin gern für sie da wenn sie es auch für mich sind.

    ist meine mutter wierder in einer phase der depression und des alkoholkonsums wird doch eher sie zur egoistin.

    kann es da nicht sein dass sie ihr eigenes mieses verhalten auf uns projezierenund wir nur das spiegelbild ihrer selbst sind.und in diesem moment mögen sie sich selbst doch eh nicht.also verletzen sie gern alles um sich herrum was ihnen eigendlich sonst wichtig ist.

    ein klares bewustsein über dieses krankheitsbild und eine differenzierte blickweise für sich selbst ist wichtig für uns angehörige. ich setze klare grenzen für mich. ich sage ihr klar wann es geht wann nicht.
    und vor allem aber ist es irrsinnig wichtig die mitgegebenen schuldgefühle über bort zu werfen.keine verantwortung für das was sie tut zu übernehmen.und die eigene akzeptanz dass sie als erwachsene tun und lassen kann mit ihrem körper was sie will.
    grüssle melina k

  • Das kann ich unterschreiben, meine Mutter ist die "Egoistin" in der Familie. Benutzt uns um bequem trinken zu können.

    Aber "gesunder Egoismus" sich selbst wichtig nehmen, an sich arbeiten. Der Mensch sein, der man sein will, Entscheidungen treffen die einem gut tun, das führt meiner Meinung nach nicht zu dem untergang der Gesellschaft. Im Gegenteil, Menschen die mit sich selbst zufrieden sind, etwas für sich selbst tun, handeln auch im Interesse der Allgemeinheit. Können andere glücklich machen, weil sie selber glücklich und zufrieden sind und und und.

  • hallo roa

    wir sind teil einer gemeinschaft und sollten im idealfall alle zusammen halten und füreinander da sein. wenn wir uns alle gegenseitig stützen und einander sensibel wahrnehmen würde es in unserer welt einwenig freundlicher zugehen.

    helfen können wir nur wenn wir selbst zufrieden sind. wenn nicht benötigen wir eher selbst hilfe. im gegenseitigen nehmen und geben würden wir alle wachsen können. es müsste sich keiner einsam oder allein fühlen.

    das wäre etwas was unsere welt einwenig besser machen würde. leider sieht die wirklichkeit extrem anders aus.

    um sich selbst herum sollte man sich aber einen kreis von freunden und bekannten aufbauen die oben beschriebenes auch umsetzen. dann wird geben und nehmen zur zufriedenheit. dann macht das leben spass und es geht einem selber wieder gut.
    lg melina

  • na dann treffen wir uns jetzt auch hier. :o

    also momentan treffe ich entscheidungen zu meinem eigenen selbstschutz.nenn es vielleicht auch egoismus.alles andere bringt mich nicht weiter,da stehe ich auf wackeligen beinen.
    ich tue das was mir gut tut weil ich mich selber führe.ich habe lange zurück gesteckt um für andere da zu sein,was wohl an der coabhängigkeit liegt.ich habe mich damit selber zerstört.
    jetzt wo ich ,ich sage mal gesund egoistisch bin,bin ich zufriedener.und das strahle ich auch aus.
    ich lass mich nicht mehr ausnutzen, da bin ich egoistisch.das hilft mir zu einer gesunden entwicklung.mir macht das auch keiner zum vorwurf.

    glg pandi

  • hallo pandi,
    bist gern eingeladen auch hier zu schreiben.

    ich hab für mich entschieden inzwischen es einen gesunden selbstschutz zu nennen. aber wer meint ich sei egoistin, der soll das halt so nennen. verletzt fühl ich mich damit inzwischen nicht mehr. auch ein schritt nach vorne.

    nun jetzt such ich noch wo du dich sonst so versteckt hast und mach dann of.
    grüssle meli

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