HEIL-VERSUCHE...

  • Guten Morgen,

    eröffne neue Seite mit neuem Titel, weil ich meine den "alten Weg" verlassen zu haben.
    Seit ein paar Tagen gehe ich wieder regelmäßig zum Laufen.. So auch heute morgen, bin soeben zurückgekommen.
    Ich weiß, das ist nicht Jedermanns Sache, aber ich will Euch die Erfahrung, die ich damit schon wieder mache, nicht vorenthalten.
    Es war heute "saukalt", aber beim Laufen 'läuft' man warm. Trüber Himmel, kein Mensch auf den Wegen, nicht einmal Hunde... Dann plötzlich, schimmert durch das Grau des Himmels Blau, ein Hochhaus am Weg liegt mit seinem obersten Stockwerk schon in der vollen Sonne. Wenn das kein symbolischer Anblick ist!?

    Laufen ist DER Sport schlechthin: Er ist - bis auf die Anschaffung von Laufschuhen und Kleidung (gibt es immer wieder billig bei xxx und xxx, aber es geht auch gewöhnliche Baumwoll-/Freizeitkleidung..) - kostenlos. Laufen kann man FAST überall. Wenn man es frühmorgens betreibt, ist selbst in der Stadt die Luft noch (einigermaßen) sauber. Die Vorteile des Laufens, die Wirkung auf Psyche und Körper könnt ihr im Internet nachlesen, z. B. unter xxx
    Wer in Google oder einer anderen Suchmaschine Joggen, Laufen o. ä. eingibt, erhält ebenfalls alle möglichen Infos..

    Mir fiel beim Laufen auch ein, dass jede Liebes-Episode im Leben ihre Zeit hat. Glücklich, wer nur kurze Phasen zu erleben hat, denn dann dürfte der Absprung leichter sein, als wenn man jahrzehntelang einen unerträglichen Partner erduldet hat. Aber es ist immer dasselbe: Es tut immer höllisch weh, aber sobald das neue "Elend" auftaucht, ist das alte vergessen. Ob dies bei mir nun der treulose Ehemann (jahrelang gelitten, Tränen vergossen bis ich endlich den Absprung fand), oder die Weiberhelden danach, der psychisch Gestörte oder zuletzt der Alkohol- und Drogenabhängige war - immer tat es so weh, dass ich dachte es nicht überleben zu können (bei einem Weiberhelden trieb es mich sogar zu einem Selbstmordversuch, weil ich dachte es nicht mehr auszuhalten).

    Wie man aber sieht: Ich lebe noch und der Abschiedsschmerz wird immer kürzer... Natürlich steigt im gleichen Maß die Anzahl der Erfahrungen. Nie mehr wird mir ein Weiberheld, nie mehr ein Psychopath und schon gar nicht mehr ein Drogenabhängiger zu nahe kommen. Dessen war ich mir heute beim Laufen sehr bewußt.

    Ja, das Laufen: Es durchblutet Körper und Gehirn, läßt den Körper in Glückshormonen baden und verleiht der Seele Flügel!

    Ich wünsche Euren Körpern und Seelen ebenfalls Flügel, um all Eure Probleme und Qualen nur mehr von oben zu sehen! Schaut her: Oben ist der Himmel strahlend blau, Ihr müßt Euch nur auf den Weg machen und Eure Flügel kräftigen. Beginnt schon mal mit den Flügeln zu schlagen, Ihr werdet sehen, es funktioniert!

    Nora

    edit summerdream: bitte keine firmennamen & fremde links nennen - thx

  • Guten Morgen Nora,

    ja, Laufen ist herrlich. Na ja, bei mir ist es eher eine Art Walking, aber eben Bewegung in der Natur. Zumal ich das Glück habe, in einer ländlichen Umgebung stadtnah zu wohnen. Ich kann deine Begeisterung also gut nachvollziehen.

    Bei den Partnerschaften ist mir bei mir aufgefallen, dass da schon eine Art System dahintersteckte, wie ich mir meine Partner ausgesucht hatte. Allerdings sah ich dieses System erst auf den zweiten oder dritten Blick. Weil es mir bei der Partnerwahl nämlich unbewusst war. Erst als ich mir klar darüber war, WARUM ich immer Partner hatte, die, nun ja, eine Art Mutter brauchten, konnte ich für mich annehmen, dass ich mein Selbstwertgefühl aus genau dieser Tatsache gezogen hatte. Eine Mensch, der mich brauchte war für mich die Legitimation meines Daseins. Inzwischen denke ich da ganz anders darüber. Flügel verleiht es mir dennoch nicht nicht immer, dieses unabhängig sein. Denn es kann ganz schön "erdverbunden" sein, für sich alleine die Verantwortung zu tragen.

    Nach welchen Gesichtspunkten hast du dir eigentlich deine Partner ausgewählt?

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Nora

    ich lauf eigentlich auch gern, hab aber im Moment keine Energie dazu.

    Ich hab meinen Mann schon sehr früh kennengelernt.Als ich siebzehn war ist er zu mir gezogen, weil er daheim weg ist. Ich hab mich immer um ihn gekümmert, war für mich normal, hab ja nichts anderes gekannt. Ich hab früher schon meine Mutter mit ihren Pflegekindern unterstützt, mein Vater ist früh gestorben.

    Meine Therapeutin sagte mal es war bestimmt kein Zufall, daß ich mir einen Mann ausgesucht hab um den ich mich sorgen kann.

    Jetzt bin ich 43 Jahre und hab erst vor kurzem gemerkt, daß das nicht normal ist. DAß ich das all die Jahre gebraucht hab um mich gut zu fühlen.

    Jetzt bin ich allein mit meinen Kindern und weiß nichts mit mir anzufangen.

    Du klingst so positiv und hast dein Leben wieder im Griff. Ich kann nur sagen, Hut ab!

    julchen

  • Hallo Ihr,
    mich haben immer die komplizierten, schwierigen Männer angezogen.
    Der Reiz, die komplexe Schale aufzuknacken und den weichen Kern rauszuholen. Mein Ex-Mann war das Gegenteil: Lieb, berechenbar, unfähig zum Streiten. Ich habe ihn manchmal so provoziert, nur um ihn endlich mal aus der Reserve zu locken. Nichts. Er blieb ruhig und verständnisvoll.
    Mit dem Ergebnis, dass ich ihn irgendwann verlassen habe. Wir haben uns zu Tode harmoniert.
    Und mit den schwierigen Männern funktioniert es auch nicht.
    Na super, Thelma, dann viel Glück auf deinem weiteren Lebensweg.
    Und eines kann ich nur unterschreiben:
    Bewegung in der Natur trägt unbandig zum Seelenheil bei. Das Nonplusultra für mich ist Bergwandern.
    Die Gedanken fließen, die Schweißperlen tropfen, ich sauge Gerüche, Geräusche, Farben und Stimmungen auf, sehe Tiere, Blumen, leuchtendes Moos.
    Auf der Hütte eine Brotzeit, die Wahnsinns-Aussicht z.B. übers Chiemgau.... AAAAAHHHHHHH!!!
    Gruß Thelma

  • Zitat

    ,

    ... Bei den Partnerschaften ist mir bei mir aufgefallen, dass da schon eine Art System dahintersteckte, wie ich mir meine Partner ausgesucht hatte. Allerdings sah ich dieses System erst auf den zweiten oder dritten Blick. Weil es mir bei der Partnerwahl nämlich unbewusst war. Erst als ich mir klar darüber war, WARUM ich immer Partner hatte, die, nun ja, eine Art Mutter brauchten, konnte ich für mich annehmen, dass ich mein Selbstwertgefühl aus genau dieser Tatsache gezogen hatte.
    ...
    Nach welchen Gesichtspunkten hast du dir eigentlich deine Partner ausgewählt?

    Liebe Ette,
    auch das ging mir heute morgen durch den Kopf: Meine Partner waren immer in irgendeiner Weise 'besondere', unterhaltsame, aber auch extreme Menschen. In meinen Exmann verliebte ich mich, weil er einfach modern, unternehmungslustig, unterhaltsam und auch ein bißchen Draufgänger war - ein Liebling der Frauen..
    Das war genau so bei den beiden Weiberhelden, die mir zusätzlich noch begegnen sollten. Einer davon war Fotograf, an Kunst und Malerei interessiert, fand immer besondere Filme zum ansehen, er übersah keine Kunstausstellung und war ein gut durchtrainierter Mann, was mich natürlich bei meinem Bewegungsdrang sehr imponierte. Sexuell lief es aber nicht so gut, weil er aufgrund einer Krankheit ein Mittel einnehmen mußte, das impotent machte. Aber dafür war alles andere gut. Zu gut, denn auch andere Frauen fanden ihn recht interessant und er konnte sich dem nicht entziehen.

    Der nächste Weiberheld war ein Kollege, der es sich aber nicht nehmen ließ, auch mit anderen Kolleginnen mehr als heftig zu flirten - es war immer eine andere seine Hauptfrau - ich wars aber im Heimlichen, im Hintergrund, denn mich liebte er wirklich, wie er sagte, und es läge an mir ihn zu halten... Das mit den anderen Frauen sei nur ein Spiel.... Hab das ein Jahr mitgemacht, dann versuchte ich mich zu vergiften. Zum Glück ohne ERfolg... Du siehst, es gibt noch andere Co-Abhängigkeiten und Wahnsinnigkeiten außer den hier im Forum in Bezug zum Alkohol genannten...

    Dann kam der Polizist. Männer in Uniform machen mich an und er hatte viele gute Eigenschaften, war bodenständig und diszipliniert und er war TREU!! Endlich ein treuer Mann, dachte ich mir. All das gefiel mir, bin ich doch eher chaotisch. Nachteil: Der Mann war zwanghaft und ein ziemlicher Psychopath. Konnte nur nörgeln, schimpfen, verteilte aber auch viele Streicheleinheiten, aber alles kam so abrupt daher, man flog von einer Seite auf die andere. Noch eh man es sich versah, bekam man - rhetorisch - eine übergezogen, eine Stunde später war dann wieder nur Liebe und nur alles gut... Ein schönes Wochenende, ein liebevoller Abschied, am nächsten Tag BEschimpfungen. Einmal griff er mich dafür an, weil ich zum Bergwandern einen Badeanzug dabei hatte, im Hinblick auf einen dem Berg nahegelegenen See. DAs war undankbar von mir, meinte er.. Naja, so ging es eben zweieinhalb Jahre hin und her. Am Ende war ich ein seelisches Wrack und hatte Drepressionen.

    Kaum hatte ich das hinter mir - und es ging mir 3 Monate nach der endgültigen Trennung wirklich SAUGUT - lief mir mein letzter Freund über den Weg. Wie erschien er mir doch normal und seelisch gesund!! Endlich!!
    Dass das ein totaler Irrtum war, brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen...

    Nun, alle Katastrophen sind überstanden... Jemand sagte mir einmal, es gibt Männer die sind wie Baustellen, man sollte sie möglichst großräumig umfahren... Das werde ich in Zukunft machen...

    Liebe Ette, ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag!
    Nora

  • Zitat

    .... ich lauf eigentlich auch gern, hab aber im Moment keine Energie dazu.

    ... Jetzt bin ich 43 Jahre und hab erst vor kurzem gemerkt, daß das nicht normal ist. DAß ich das all die Jahre gebraucht hab um mich gut zu fühlen.

    Jetzt bin ich allein mit meinen Kindern und weiß nichts mit mir anzufangen.

    julchen

    Liebe Julchen,
    das kenne ich auch, dass man total kraftlos ist.. Wahrscheinlich mußt Du noch vieles verarbeiten und das braucht alle Kraft. Du mußt mit Dir Geduld haben.
    Glücklicherweise hast Du ja Deine Kinder. Ich hatte auch Kinder zu versorgen, die Verantwortung für sie, während meiner Ehe. Wir haben viel unternommen und das ist auch eine Art Heilung, denn mit den Kindern sieht man, dass es weiter geht. Die Jahre vergehen und irgendwann merkt man, dass man alles hinter sich gelassen hat.

    Wer so viele Jahre in schlimmen Beziehungen verbringt (dazu zähle ich auch eine unschöne Kindheit, weil die Beziehung zu den Eltern oftmals die erste fatale Beziehung im Leben eines Menschen ist), der braucht sicher genau so lange, um sich davon zu erholen. Therapien wirken nur sehr langsam, am Anfang meint man, dass gar nichts geschieht. Auf einmal merkt man aber, dass irgendwas in einem anders tickt als vorher...

    Noch ist es Winter, saukalt... Vielleicht weckt Dich in ein paar Wochen der Frühling, lockt Dich raus... Glaub mir, als ich 43 war hatte ich die schlimmsten Dinge noch vor mir. Heute bin ich fast 59 und erst heute kann ich sagen, dass der Himmel endlich frei ist...

    Liebe Grüße
    Nora

  • Zitat

    Bewegung in der Natur trägt unbandig zum Seelenheil bei. Das Nonplusultra für mich ist Bergwandern.
    Die Gedanken fließen, die Schweißperlen tropfen, ich sauge Gerüche, Geräusche, Farben und Stimmungen auf, sehe Tiere, Blumen, leuchtendes Moos.
    Auf der Hütte eine Brotzeit, die Wahnsinns-Aussicht z.B. übers Chiemgau.... AAAAAHHHHHHH!!!
    Gruß Thelma

    Liebe Thelma,
    Dein 'Urschrei' gefällt mir, ich stimme ein! Bergwandern ist wirklich der Seelentröster. Bin im vorletzten Sommer alle Touren allein gegangen. Hab mich noch nie so wohl gefühlt. Damals litt ich gerade am Psycho.. Das in die Berge rennen hat zu meiner damaligen Heilung beigetragen...

    Schwierige Männer sind komischerweise oftmals interessante Männer. Ich habe in meinem Umfeld zwei Paare, in denen die Männer recht langweilige, unattraktive Gesellen sind, die ich nicht geschenkt haben möchte... Wahrscheinlich gibt es wirklich nur diese Alternativen...
    Schlussfolge: Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad...
    Im Wasser würde das Fahrrad nur hinderlich sein.
    Naja, Schmarrn!

    .. jetzt muss ich raus, die Sonne scheint...
    Schönen Tag noch!
    Nora

  • Hallo Ihr,

    ich bin zwar noch nicht draußen zum Laufen gewesen, aber dem Impuls nach Bewegung folgend habe ich mir fetzige Musik aufgelegt und richtig ausgetobt bei geöffneten Fenstern, es stimmt Bewegung tut gut und befreit, wie auch immer, will in der Woche mal wieder schwimmen gehen.

    In Bezug auf meine Beziehungen kann ich beiflichten, dass ich natürlich auch schwierige Männer interessant und anziehend fand, es war die Chemie, die zwischen uns stattfand, das bekannte vertraute zog mich an.

    Mit einem langweiligen, nichtsagenden kann ich auch nichts anfangen, er soll schon über Lebenserfahrung verfügen und etwas zu berichten haben, das mich erreicht.

    Aber dass es wirklich nur diese beiden Alternativen gibt, da sage ich STOP.... nein das kann nicht alles sein, es kommt für mich so abgeschlossen rüber, es muss dazwischen auch was geben wenn die Zeit reif ist. Schließlich gibt es nicht nur eine Handvoll, sondern ein ganzes Land voll, wir sind doch nicht allein auf dem Weg.

    Eine kleine positive Spritze an diesem Sonntag.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Zitat

    ... Ich schau ja jeden Tag jetzt hier vorbei und dachte mir, von Nora haste seit Tagen nix gelesen, na? ob sich Schatz gemeldet hat?!

    Hallo Libellchen,
    jetzt hab ich meinen ersten Arbeitstag hinter mir und bin zum Glück meinem Exfreund nicht begegnet... Wir arbeiten in derselben Firma, wenn auch räumlich ziemlich getrennt... Bin aber mittags nicht in die Kantine zum Essen gegangen, sondern in den nahegelegenen Ort gefahren und habe dort eine Kleinigkeit gegessen. Ein Kollege hat mich begleitet. Das war sehr nett..
    Abends war ich nun bei meiner Therapie. Der Therapeut bohrte herum und meinte, dass ich, wenn ich den Rhytmus 3 Wochen gesund/3 Wochen "krank" bei meinem Exfreund aushielte, könnte ich die Beziehung doch weiterführen. Er weckt damit meinen Widerstandsgeist, denn ich sehe dann ganz klar vor mir, das ich DAS NICHT WILL! Das hieße im Klartext 3 Wochen Beziehungsfrau (immer mit einem Fuß im "Grab" bzw. in des Henkers Schlinge..) und 3 Wochen Single-Dasein. Und das ohne MEINE Steuerung, ausgeliefert dem Schlingerkurs eines alkoholsüchtigen Kiffers... Na dann Prost! Wer hält das aus? Ich jedenfalls nicht...

    Ich weiß noch genau, dass ich jedesmal, wenn ich wieder in die Beziehung eingestiegen bin, ein "blödes" Gefühl hatte, so wie: Schade, Nora, jetzt hast wieder die Chance vertan Dein Leben zu korrigieren...". Leider vergesse ich das immer sehr schnell, denke immer erst wieder daran, wenn ich mit zerschundener Nase am Boden liege.
    Nein, diesmal passiert mir das nicht.

    Nur eins passiert mir immer noch: Ich wache nachts auf und dann habe ich plötzlich so ein schreckliches Endgültig-Gefühl: jetzt ist er wirklich weg... Schlafe danach aber schnell wieder ein. Irgendwie nervt mich das, aber ich hoffe, das vergeht auch noch. Vielleicht mit dem Vollmond...

    Jetzt ist aber Schluss mit dem Geschreibsel, ich bin müd und geh schlafen. Heute hoffentlich durchschlafen...

    Gute Nacht!
    Nora

  • Hallo Nora,

    dieses Wachwerden in der Nacht hatte ich auch, manchmal griff mein Arm rüber an die leere Seite. Roch auch seinen Geruch und sah ihn einmal im Halbschlaf zur Tür reinkomen, dann wurde ich kurz wach und sagte mir, er ist ja weg. Es vergeht mit der Zeit und wird immer selbstverständlicher allein zu schlafen. Es ist eine Restsehnsucht nach vergangenem Unglück, an dem ich festhielt, weil mir das unbekannte Glück nicht bekannt war, vermisste ich es folglich auch nicht. Nachdem ich einiges über Co.-Abhängigkeit gelesen und meine Angehörigengruppe regelmäßig besucht habe, stellte sich ein neues Gefühl der Selbstbestimmung ein und Gedanken daran, dass ein Leben mit einem nassen Trinker nicht mehr passt und die Trennung sich schon vorab befreiend anfühlte. Irgendwann in der eigenen Auseinandersetzung kam der Punkt, da konnte ich nicht mehr dahinter und zu ihm stehen, empfand ihn nur noch als Belastung und entwickelte destruktive Gefühle, da war es an der Zeit zu gehen.

    Heute habe ich manchmal auch leere Tage so ganz ohne Stress und Aufregungen, dann mache ich mir bewusst, wie gut es mir im Verhältnis geht und was ich alles allein machen und entscheiden kann.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Zitat

    ....
    Bei mir ist es so, dass mein erster Gedanke und mein letzter Gedanke ER ist. Ich frage mich immer noch, WO IST DIE GRENZE?

    ....
    Diese leben auch in Beziehungen/Ehen und ich frage mich, wie da der Partner mit umgeht. und wo halt die Grenze ist, ab wann man jemand einen Alk nennen kann?!

    Da ich diese Menschen halt auch tagsüber im Job und privat nüchtern erlebe, ist das für mich so schwammig, ich kann damit garnicht umgehen. Es fällt mir einfach schwer, da Alk zu zu sagen.

    ....
    Oh weh, und ihr beide arbeitet noch in derselben Firma, fällt es denn da nicht auf, das er trinkt? Macht er seinen Job denn noch gut?

    Liebe Libellchen,
    jetzt hab ich den Film "Sehnsucht" in 3SAT gesehen und bin noch ganz benommen davon. Soviel Parallelen! Es ist merkwürdig, so etwas von Außen zu sehen, es ist, als ob ich meine vergangenen letzten Monate betrachten würde... Und ich erkenne die ganze Sinnlosigkeit irgendwelcher Aktionen und Rettungsversuche. Ich hab auch gesehen, wie sehr der Kranke mit seinem ganzen Chaos doch ins Leben der Partnerin eingreift. Sie ist ausschließlich mit ihm und seinem Elend beschäftig - vernachläßigt ihre Sachen, ihre Prüfung usw. Am Ende erscheint sie auch so, als wäre sie dem Wahnsinn nahe. Viele Aktionen und Reaktionen erscheinen vollkommen daneben. Das ist aber nur, weil der Typ sie so fertig macht.
    Das Resüme des Films: Beide bleiben bei sich und jeder macht seine Sachen, dann sind beide zufrieden... Märchenhaft schön, er geht in die Klinik und sie widmet sich wieder dem Studium und den Prüfungen....
    Aber es zeigt auch: Die einzige Lösung des Dilemmas ist die Trennung!!

    Heut hab ich, weil ich der Warterei überdrüssig bin, meinem Exfreund eine Email geschrieben, dass er seine Sachen, die noch in meiner Wohnung liegen einschließlich seines Fahrrades abholen soll, er möge mir sagen, wann er kommt. Dann lege ich ihm nämlich die Sachen vor die Tür, dort kann er sie abholen. Hab keine Lust auf komische Situationen, sich gegenüber stehen usw.
    Er hat die Email noch nicht geöffnet, was darauf schließen läßt, dass er nicht in der Firma ist. Gründe dafür gibt es viele, von Urlaub verlängert über abgesunken ins Nirwana...
    Will aber aufhören, mir darüber Gedanken zu machen. Es reicht eh schon das, was mir im Kopf herum geht. Will nicht mehr warten oder irgendwie an ihn denken. Es muss ein Schluss-Strich gezogen werden und ich will endlich einen freien Kopf haben...

    Heut Nacht hab ich zum ersten Mal durchgeschlafen. Ich glaube, es wird besser...

    Zu Deinen Fragen: Mein Exfreund scheint seine Arbeit bis jetzt gut erledigt zu haben, zumindest gemäß dem, das er mir erzählt hat. Wie das weitergeht weiß ich nicht. Allerdings will er kündigen und sich einen Gemüsewagen kaufen. Eine Idee, die mir zwar sehr kreativ erscheint, aber irgendwie auch irrsinnig, weil er doch einen guten, qualifizierten Job auf einem sicheren Arbeitsplatz hat. Ich befürchte, dass ihm seine Kifferei das Gehirn schädigt. Irrsinnsideen und Besessenheiten sollen ja auch eine Folge von starkem Kiffen sein. Er scheint eine richtige Freude zu haben an außergewöhnlichen Ideen, manchmal ziemlich verstrickt und absonderlich...

    In seinen "guten" Zeiten hat er nur abends getrunken, eine Flasche Wein oder 2 bis 3 Bier. Das scheint ja nicht so viel zu sein, aber es geschah täglich. Nach drei Wochen hat er sich dann aber immer vollgetrunken, so, dass er kaum stehen konnte und das ganze Wochenende ausfiel. Meist hab ich ihn dann tagelang bis wochenlang nicht mehr zu Gesicht gekommen. Als Grund nannte er dann immer irgend etwas was ihm an mir nicht gefiel. Weil ich so oder so geschaut habe oder er sich eingeengt gefühlt hat. Als er in Holland war, meldete er sich fast überhaupt nicht mehr. Aber da war vor allem das Kiffen ein Problem.
    Diesmal, denke ich, ist wieder beides in Aktion. Er hat das Kiffen auch immer verteidigt und nur den Alkohol als Problem hingestellt. Ich habe gelesen, dass die Kiffer in einer Art Seligkeitszustand sind und ihr Problem überhaupt nicht erkennen können. Sie verblöden langsam, empfinden aber keine körperlichen Probleme. Ganz anders beim Alkohol, der macht sich am Körper bemerkbar.

    Naja, mittlerweile weiß ich mehr als ich jemals wissen wollte über das ganze Scheißzeug (das ist der einzig richtige Begriff dafür!).

    Hoffe, wieder durchzuschlafen. Hat ja eh keinen Sinn mehr, sich auch nur einen Gedanken über das Ganze zu machen... Muss den ganzen Gedankenmüll irgendwie los werden. Ob Meditation hilft?

    Gute Nacht!
    Nora

  • Guten Morgen, Nora,
    mach dir mal keinen Stress wegen -Gedankenmüll- etc.
    Gib dir ein bisschen Zeit.
    Wenn du jetzt mit Gewalt die Gedanken wegschubst, kommen sie hinten wieder rein. So meine Erfahrung.
    Wenn meine Kinder manchmal mit Gedankenkarusellen im Bett liegen und nicht einschlafen können, sag ich ihnen, sie sollen sich eine Wolke vorstellen, die vorbeischwebt, die Gedanken aufklaubt und weiterschwebt.
    Also, meistens hilfts.
    Erstens hat das Bild etwas entspannendes und zweitens werden die Gedanken nicht so hektisch verscheucht.
    Jahrelang gelebte Strukturen müssen halt auch peu a peu aufgelöst werden.
    Tz,tz, erst wollen wir Harmonie mit dem Holzhammer und dann soll sich nach dieser weiteren verbockten Beziehung gefälligst sofort das ersehnte Freiheitsgefühl, geschweige denn Zufriedenheit einstellen.
    Ich kenn das nur zu gut...
    LG Thelma

  • Hallo und guten morgen.
    Ich bewundere Euch und stecke ja auch in derselben Situation.
    Jeder sucht auf seine Weise, Wege da wieder rauszukommen.
    Ich packe meine Tage voll und chatte ,habe dort 2 nette Männer kennengelernt,nicht das ich einen neuen Mann suche ,ich teste meinen ,,Marktwert,,.Klingt wohl absonderlich ,aber mir hilft es.
    Dann gibt es noch eine andere schöne Möglichkeit, kennt ihr Peruanische Sorgenmännchen?Das sind kleine Figuren,die Kinder gebastelt haben,mit buntem Garn umwickelt .Sie befinden sich in einem Stoffsäckchen.
    Der Sage nach ,soll man jedem der 5 Männchen abends vor dem zu Bettgehen je eine Sorge erzählen ,ewas das einen beschäftigt ,dann soll das Männchen in das Säckchen ,so wird man 5 Sorgen los.Das Säckchen soll dann unter das Kopfkissen gelegt werde.
    Kling vielleicht komisch,aber als meine Kinder klein waren ,hats geholfen und ich habe mich nun daran erinnert.Warum sollen wir ,,großen,, nicht auch die Sorgen verteilen,an peruanische Sorgenmännchen ,Gott ,oder wem auch immer??
    In diesem Sinne alles Liebe R.......

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