Die Auswirkungen auf mein Leben erkennen

  • hallo liz!

    herzlich willkommen hier bei uns kindern!

    mein vater ist mit 57 vor 6 jahren an leberzirrhose gestorben

    dadurch kam MEINE lawine ins rollen

    vor 2 jahren wurden schmerzdepressionen bei mir diagnostiziert.ich ging und gehe zur therapie(verhaltenstherapie),kam dradurch drauf das ich das erwachsene kind von alkoholiker eltern bin,co-abhängig was meine auch alkoholsüchtige mutter bin,autoaggressiv...

    das war das BESTE was mir passieren konnte,lächel...heut bin ich dankbar und auf dem weg der besserung..

    lies dich hier mal durch die verschiedenen threads,mach dich vertraut mit deinem thema und schreib wann immer dir danach ist...dies alles kann dir helfen endlich wirklich zu DIR zu finden...

    ich wünsche dir einen hilfreichen erfahrungsaustausch...

    schön das DU hier bist...wir verstehen DICH

    liebe grüsse caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hallo liz!

    Willkommen hier im Forum.
    Auch mein Vater ist seit fast zehn Jahren abhängig und war letztes Jahr kurz davor zu sterben. Momentan ist er trocken.

    Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr eine Therapie angefangen und bin sehr froh darüber. Sicher, auch mir ist es anfangs nicht leicht gefallen, über all meine Gefühle zu sprechen und gewissen Dingen ins Auge sehen zu müssen. Als man mit dem Abhängigen zusammen lebte, durfte man ja fast keine Gefühle zulassen, drum fiel es mir auch nicht gerade leicht und es macht natürlich Angst.
    Dass man immer psychisch krank sein muss, um in eine Therapie zu gehen, ist ein Irrglaube. Ich denke wir als "Kinder" haben viel durch gemacht und viel für uns selbst wieder gut zu machen. Dabei kann einem oft nicht ein(e) nahestehende/r FreundIn helfen. Das sind so komplexe Vorgänge und Muster und ein Therapeut ist dafür ausgebildet einem zu zuhören. Sicher, man muss erst einmal ein gewisses Vertrauen aufbauen, aber das wird :).
    Ich denke du wirst es nicht bereue und lass dir vor allem Zeit. Du darfst deine Gefühle alles ausleben!

    Alles Gute.
    Rina

  • Hallo Liz,

    ich bin erst vor kurzem mit einer Therapie angefangen und kann jetzt schon sagen es ist das Beste was mir passieren konnte es tut gut auch wenn es nicht immer einfach ist.

    Mach die Therapie sie wird dir helfen.

    Lieben Gruß
    und herzlich Wilkommen

    Marina

  • Hallo Liz,

    Zitat

    Mich interessiert sehr, wie andere Betroffene gemerkt haben, dass ihre Kindheit und ihre Eltern nicht das waren, was ihnen jahrelang eingeredet wurde.

    Mir ist das immer klar gewesen aber richtig extrem wurde es als ich selber Kinder bekommen habe und gesehene habe wie Ihr Leben aussieht und dann angefangen bin Ihre Kindheit mit meiner zu vergleichen da ist verdammt viel Hochgekommen und es tat verdammt weh. Vorallem weil ich halt immer Top Ratschläge von meinen Eltern bekommen habe wie du hast immer durchgeschlafen da könnten wir Abends auf Party gehen und immer wenn wir wiederkamen hast du lieb geschlafen oder du hast noch mit 2 lieb den ganzen Tag im Laufstall gesessen.

    Durch dieses Forum ist mir aber auch viel klar geworden und ich habe durch das Lesen hier viel verstanden warum gewisse Sachen in meinem Leben so waren.

    Zitat

    seid mir ja dankbar für alles!

    Diese Verpflichtung zum Dankbarsein kenne ich auch man bekommt gesagt man soll dankbar sein für die tolle Kindheit und für alles was man bekommen hat und selber denkt man HILFE dafür kann ich doch nicht dankbar sein und regt sich auf geht mir zumindest so.

    Zitat

    Marina : danke für die lieben Grüße. Ich muss sagen, ich freue mich richtig auf die Therapie und genieße die Tage danach, das Auf und Ab der Gefühle, die Veränderungen, die sie herbeiführen, die Erinnerungen. Ich habe zum ersten Mal den Eindruck, dass meine Gefühlswelt endlich Sinn macht und in einem sicheren Rahmen abläuft. Auf der einen Seite genieße ich es sehr, auf der anderen Seite kann ich es für mich noch nicht ganz akzeptieren (s.o.). Vielleicht ist es auch einfach noch sehr ungewohnt für mich, endlich mal über MICH zu reden und MICH in den Mittelpunkt zu stellen.

    Mir tut meine Therapie auch sehr gut wobei mir auch das Forum viel Hilft ich schreibe im geschlossenen Teil Tagebuch "mein Tagebuch" in dem geht es nur um mich und meine Gedanken und das tut mir gut und hilft mir sehr ist aber nicht zu vergleichen mit einer Therapie wo wirklich eine reale Person sitzt.

    Lieben Gruß
    Marina :lol:

  • Interessant, habe meine Mutter auch mit Mitte 50 verloren.
    Waren keine Folgeerscheinungen, sondern Unfall im Suff....

    Mein Vater, der ein Jahr im Krankenhaus und auch in Koma war, fährt wieder munter Auto - auch gerne alkoholisiert :roll: .
    Das weiß ich aber nur vom Hören-Sagen.

    Ich weiß selbst auch nicht so genau, ob mir ne Therapie helfen würde. Ich habe alles recht gut weggesteckt, evtl. sogar zu gut. Mir kommt vieles jetzt so pipifax vor... Nur eine Therapie, die hier soviel kostet, ist mir s dann doch nicht wert. Keine Ahnung, evtl. wenn ich mein Erbe eingeklagt habe.
    :wink:

    Was mir eher zu schaffen macht, ist das jahrelang als schwarzes Schaf gelebte plötzlich alles doch wahr ist. Ich habe das Gefühl, dass ich das noch nicht ganz realisiert habe. Es ist auch irgendwie so unverkraftbar, dass der Tod einer nahen Person so furchtbar weh tut und doch so befreiend sein kann.

    Was ich evtl. gerne "therapieren" würde, ist dass ich Probleme habe, mich zu binden und nicht weiß, ob das mit meiner Kindheit zu tun hat. Ich war teilweise Tage mit 8 Jahren alleine zu Hause. Essen stand zwar auf dem Herd, aber um mich herum gab es trotzdem niemanden (meine Mutter arbeitete Schicht oder saß in einer dunklen Ecke und mein Vater im Ausland). Ich fühle mich alleine am wohlsten, finde Menschen oft anstrengend, aber ich bin schon sozialfähig, so isses nicht, nur eben gar nicht beziehungsfähig und zu gerne alleine.

    Bin müde und muss ins Bett. Eine innere Mama, die mir sagt, dass ich bald ins Bett muss, musste ich mir damals auch erfinden...

  • Zitat

    Mich interessiert sehr, wie andere Betroffene gemerkt haben, dass ihre Kindheit und ihre Eltern nicht das waren, was ihnen jahrelang eingeredet wurde.

    [/quote]

    Ach so, halt: Ich habe es auch recht früh gemerkt, ich denke mit ca. 10, wobei ich danoch überzeugt war, dass es in jeder Familie diese Probleme gibt. Das erste Mal redete ich aber erst mit 16 darüber, die Freundin reagierte hilflos, und ich redete wieder Jahre nicht darüber. Mittlerweile erwähne ich es mal so im Nebensatz. Ich konnte auch nicht so sehr darüber nachdenken, weil mir niemand Recht gab. Ich würde vollkommen übertreiben und sei so empfindlich. Jaja.

    Ich wusste es aber klarer, als ich von zu Hause auszog und leider an einen Jungen gerat, der selbst schwach war und ich die Rolle der Besorgten übernahm. Er wurde neben tabletten -in der Beziehung auch drogensüchtig und als er mich beinahe ruinierte, konnte ich noch die Noteine ziehen und informierte mich das erste Mal in meinem Leben auf professioneller Seite. Seitdem sehe ich die Dinge klarer, wollte zwar niemanden mehr überzeugen, konnte aber ruhiger mein eigenes Leben leben. Die anderen hatten einfach verdrängt, wobei jeder seinen eigenen Grund hatte. Mein Bruder z. B. hatte nach einem schrecklichen Erlebnis ab da alles komplett verdrängt. Auch ich hatte schlimme Erlebnisse (mit Mutter alleine, die mit dem Messer betrunken drohte, sich umzubringen, total hysterisch und am nächsten Tag Prüfung in der Schule), aber verdrängt habe ich nie etwas. Es durte nur halt nie darüber geredet werden.

  • Liebe Liz,
    ich finde es zunächst ganz toll, dass Du Dich dafür entschieden hast, eine Therapie zu machen.

    Ich denke, man kann das nicht alles mit sich alleine ausmachen und ich finde, professionelle Hilfe ist die richtige Antwort auf solch eine Situation.

    Ich habe mich vor zehn Jahren in Hypnosetherapie begeben um das kleine Mädchen an der Hand zu nehmen, das ich damals war - völlig verängstigt und gerade noch so am leben.
    Heute geht es mir sehr gut und ich bin mir sicher, Dir wird es auch bald besser gehen.

    Vor allem hat es gar nichts mit Dir zu tun, was jemand macht, der alkoholkrank ist. Es wäre genauso gekommen, wenn Du daneben gestanden hättest. Mach Dir bloß keine Vorwürfe.

    Ganz liebe Grüße,
    LIZA

  • Zitat von Liz

    Hallo marinajako, Nadinsche und Liza,

    Nadinsche :

    Ich versuche, die Therapie über die Krankenkasse und Beihilfe zu bekommen. Das Problem dabei ist, dass ich hierfür schwerwiegende Symptome aufweisen muss. Wie schon beschrieben, trifft das auf mich nicht zu. Ich funktioniere ja. Ich habe meinem Therapeuten die "inneren Konflikte" geschildert, die mir in den letzten Tagen das Leben schwer gemacht haben: "Therapie ist purer Luxus", "Du bist ein Hypochonder", "Was willst du hier eigentlich?", "Ich habe es nicht verdient", daraufhin hat er eine lange, emotionsgeladene "Gegenrede" vom Stapel gelassen.

    Ist das in Deutschland? Ich lebe nicht in Deutschland, bei uns ist sowas Privatsache, nur psychische Erkrankungen werden übernommen. Psychotherapie grundsätzlich nicht. Habe zwei Freunde, die zahlen 50 Euro die Stunde, und das Gehaltsniveau ist hier im allgemeinen niedriger.
    Man sollte es wohl nicht am Geld festmachen, erhöht aber meine Abwehr doch immens :wink: .
    Mein Bruder in D. hat aber ohne Probleme eine Therapie über die Krankenkassen bekommen. Er sagt aber, es hat ihm nichts gebracht. Ihm ginge es wohl zu gut?! Was sind denn schwerwiegende Syntome?

    LG
    Nadinsche

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