Where is the love? Auf der Suche nach Liebe

  • hallo katiee!

    schön das DU nun hier im offenen bist!

    komm HIER in aller ruhe an(sofern es DIR möglich ist...)

    lies DICH ein...und erkenne mit der zeit...DAS DIE LIEBE welcher DU so sehr "wie irre"hinterher rennst...

    IN DIR IST...

    du kannst "sie"haben...DEIN LEBEN LANG...

    brauchst DICH nur mit ihr beschäftigen..

    das ERKENNEN...das "es"NICHT" von irgendjemand "anders"abhängig IST...

    IST EIN(DEIN)nächster entscheidender schritt...

    ich wünsche DIR einen hilfreichen erfahrungsaustausch...

    liebe grüsse caro :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hallo Katiee,

    Wow dein Text hat mich echt umgehauen!!! Habe echt Gänsehaut bekommen.

    Vor allem die Sache mit der Liebe...die Frage stelle ich mir andauernd.
    Du hast es so schön intepretiert..

    Zitat:"Und nochwas erkenne ich. Ich bin wie irre auf der Suche nach LIEBE.
    Ich hab so eine unbändige Sehnsucht nach Geborgenheit. Ich nerve meinen Partner damit, fordere viel zu viel. Und selbst, wenn ich es bekomme, bin ich nicht zufrieden. Es ist eine ANDERE Liebe, die ich suche.

    "Ganz oft träume ich von dieser Art Liebe. Dann ist im Traum eine Person bei mir, die mich einfach ohne Worte annimmt. Bei der ich mich so geborgen fühle, ganz schwer zu beschreiben. Manchmal ist es eine männliche, manchmal eine weibliche Person. Nie geht es um S**, nur um dieses Geborgensein.
    Ich denke, das ist die Liebe, die man normalerweise von seinen Eltern bekommt, oder?"

    Danach suche ich auch vergeblich..und nach und nach wird mir bewußt, das diese Sehnsucht nach der Liebe die wir Suchen vergeblich ist.

    Ich habe das auch vor kurzem erst realiesiert.

    Habe mich immer und immer gefragt, wonach sehne ich mich? Warum genügt es mir nicht? Liebe ich nicht? Liebt er mich nicht?

    Dabei ist es ein Gefühl..ja wie du sagt der Geborgenheit, der Nestwärme die in der Kindheit mehr oder weniger flöten gegangen ist.

    Doch wie kann man diese Lücke schließen??
    Schließlich kann man ja nicht ewig sich nach etwas sehnen was man in der Form nie wieder bekommen wird.

    Ich weiß auch nicht...

    Manchmal wenn ich neben meinem dreijährigen Sohn liege..und er schläft. Fühle ich es..dieses Gefühl der Geborgenheit und Nestwärme. Obwohl das sein Part ist, es von mir zu verlangen...nicht wahr?!!

    Wünsche dir ebenfalls ein herzliches Wilkommen...die Leute hier sind echt nett.
    Nette begrüßung für alle...echt toll.

    Liebe GRüße Nat :P

  • Hi Katiee,

    na du hast Ja jede Menge Stärken und Schwächen...

    das ist aufjedenfall sehr selbsbewußt das du diese stärken und schwächen siehst zum teil auch annimst und es dir auch bewußt ist.

    Mmh was kann ich über mich sagen?

    Ungeduld
    Nicht warten können
    Keine Grenzen Akzeptieren
    Nicht umgehen können mit Autoritätspersonen( Chef!!!!) Ich könnte.....
    Jede Menge Ideen!!!
    Diese aber nicht schaffen umzusetzen!!!:(
    Kreativität
    Keine Motivation
    Zu viel Motivation und Antrieb
    Tiefes Loch...lach
    Euphorisch
    Allen recht machen wollen
    Nicht Nein sagen können....klappt immer besser
    Annerkennung durch Arbeit...Beziehung...nur nicht über mich selber
    Lache sehr gerne
    Wenn es was zu lachen gibt;)
    Helfe gerne anderen
    Manchmal nervts mich weil ich gar nicht will!
    Zwiespältig ja nein ja nein vielleicht nein
    Kann oft nicht abschalten vor lauter Denkerei!!!
    Sehr anstrengend...über jeden Furz wird nachgedacht, warum ist das Gras grün warum hat der mich so schief angeschaut...hätte ich bloß nicht so laut gelacht...tu zu wenig.. ich schaffe es nicht! Das Gras ist Grün aufgrund des Clorophyls...grins

    Ja und auch das Gefühl manchmal verrückt zu werden oder bin ich das schon etwa??

    Naja...schön das man hier viele Gemeinsamkeiten hat. Ich liebe das Forum.

    Schreib zurück:)

    Liebe Grüße Nat.

  • Guten MOrgen Katiee,

    man du hast echt drauf...mir Gänsehaut einzuflößen!!!

    Jetzt ists mir auch schon kalt und warm!

    Schönes Gedicht...wie alt warst du denn?

    Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke...ich habe mir immer vorgestellt wie es wohl wäre wenn ich tot bin.
    Meine Eltern würden am Grab stehn und mich beweinen.
    Sie würden sich die augen ausheulen und sich sagen...wir hätten so viel tun können und haben es nicht getan. Ich hätte dann...wenn ich tot wäre, endlcih etwas aufmerksamkeit und annerkennung bekommen. Habe ich mir gedacht!!

    Naja...denke Gott sei dank nicht mehr so düster.

    Bin bei mittlerweile wieder bei einem Therapeuten...bei der nächsten Sitzung werden die Therapieziele festgelegt.

    Wie kann ich den Fokus mehr auf mich richten?!
    Wie kann ich selbstsicherer werden?
    Wie schaffe ich es mich zu lieben?
    Wie kann ich mit meinem Vater abschließen und zu Ruhe zu kommen?

    Ja solche Dinge.

    Mein Vater ist echt jemand...wo ich mich unbewußt beeinflusst. Jedesmal hockt er mir im nacken...gedanklich.

    Ich habe das Gefühl..nie genug zu sein...

    Das hängt damit zusammen, dass er wenn er betrunken war mich öfters verletzt, beleidigt und runtergebuttert hat um sich selber zu ignorieren.

    Du bist viel zu doof
    Was weißt du schon
    Du kannst das eh nicht
    Du bist eine klugscheißerin usw...

    Und wenn er wieder nüchtern war...ist natürlich nichts gewesen..das ich jemals irgendetwas gut gemacht habe...Lob??? Das gabs nie. NIE!!!!!!

    Deswegen, bin ivch nur am zweifeln am mir selber.

    So...ich wünsche dir einen wunderschönen warmen Tag.
    Ich freue mich:) Ich werde mit meinem Sohn eis essen gehen. Dann werde ich etwas für die Schule tun und endlcih mit meinem Bild anfangen Der Kuss von Gustav Klimt. Kennst due es?? Wunderschön.

    Alles liebe und freu mich auf mehr Gänsehaut von dir Nat :D

  • Liebe Katie,

    als ich Deinen Beitrag gelesen habe, konnte ich mich in vielem, was Du geschrieben hast, wiederfinden.

    Meine Mutter war auch für mich die ganze Zeit die wichtigste Bezugsperson, ich habe sie auf einen Sockel gehoben, wollte wie sie werden, so mutig und stark.

    Jetzt denke ich anders. Ich habe Sie als eine unsichere Frau kennengelernt, die es immer allen rechtmachen wollte, die sich von meinem Bruder jahrelang erpressen lässt, wenn er wieder mal Selbstmorddrohungen ausstösst, weil er nichts an seinem Leben ändern will. Die sich für meinen Alkoholikervater aufopfert und nicht Nein sagen kann, um sich zu schützen.

    Als sie mich am letzten Wochenende, wo wir uns an einem neutralen Ort getrroffen haben, weil ich nicht mehr in meine Heimatstadt kommen will, damit überfuhr, dass ich der einzige Mensch auf Erden wäre, mit dem sie reden könne, fühlte ich mich einfach nur schlecht.

    Was früher undenkbar war - den Kontakt zu ihr und meinem Bruder abzubrechen - kommt mir mmer mehr in den Sinn. Ich fühle mich wie an einem Gummiband.

    Das mit der Liebe kenne ich auch. Ich sauge jede Gelegenheit förmlich auf. Vor ein paar Wochen war ich verliebt, in einen Mann der mir Zärtlichkeit und Geborgenheit gab. Vor lauter Hunger danach, übersah ich die Warnzeichen. Es kam, wie es kommen musste, er brach den Kontakt ab und im Gespräch erfuhr ich, dass er genauso aufwuchs wie ich und sich auf keine tiefe Partnerschaft einlassen will. Für ihn gibts nur Arbeit und bei mir hat ihn die Sehnsucht wohl wieder mal übermannt, aber er hat zuviel Angst, sie zuzulassen.

    Wieder allein- merke ich richtig die Unfähigkeit, mir selbst die Liebe zu geben, die ich verdiene. Ich fühle mich hilflos und eingefroren. Böd eigentlich und ich bin auch wütend auf mich, aber es ist so schwer, einen Schritt vorwärts zu machen.

    Aber, ich bin überzeugt, es zu schaffen. Ein anderer kann mich erst so annehmen, wenn ich mich annehme. Davor, davon bin ich überzeugt, ziehe ich immer solche Partner wie meinen Vater an.

    Ich bin seit einem Dreivierteljahr in Therapie und so langsam fange ich an, mich kennenzulernen und zu spüren. Spät, aber besser als nie.

    Ich habe nur Angst, nicht mehr die Zeit zu haben - meine biologisch Uhr tickt schon sehr laut - einen liebevollen Partner zu finden und eine Familie gründen zu können. Das macht mir sehr viel Gedanken.

    LG,

    Sonnenstrahl

    Jeder kleine Schritt führt näher zum Leben.

  • Liebe Katie,

    vielen Dank für Deine ausführliche Nachricht.

    Ich bin gerade 39 geworden. Und meine beste Freundin hat in mir total die Sehnsucht nach Familie geweckt. Sie hat (durch mich) ihren Lebensgefährten kennengelernt. Die beiden passen perfekt zusammen und haben nun Nachwuchs bekommen. Die perfekte Familie, und das meine ich genau so. Dieses "perfekt" verursacht bei mir Sehnsucht UND Angst.

    Meine Freundin und Ihr Lebensgefährte haben starke familiäre Wurzeln und sind mit sich selbst im Reinen. Das Kind spürt das und ist superbrav.

    Könnte ich meinem Kind dieses Urvertrauen vermitteln. Ich merke immer mehr, dass ich das nicht habe, nicht einmal bei meiner Mutter - und das macht mich momentan fertig. Heute morgen rief sie mich an. Ich hatte Sie gebeten, mir eine Auskunft in meiner Heimatstadt zu besorgen. Sie fragte mich, wie es mir geht und ich antwortete, dass es mir nicht gut ginge und das sei auch kein Wunder. Der Bruch mit meinem Bruder Anfang der Woche, als ich ihm das verlangte Geld verweigerte, weil es dieses Co-Alkoholikersystem bei uns zuhause nähren würde, macht mir viel aus. er drohte mit Selbstmord, wenn er seine Existenz velieren würde. Meine tat das am Telefon dann einfach so ab. Ich wüsste ja, wie er wäre und ich sollte das einfach vergessen. EINFACH VERGESSEN? Ich habe dann nichts gesagt und das Telefonat ziemlich rasch wieder beendet. Aber ich war geschockt. Letzte Woche hat sie mir noch vorgeheult, sie würde alles nicht mehr schaffen und auch die Sache mit meinem Bruder wäre so belastend und heute ist alles ok und ich soll das vergessen?

    Ich sehne mich so nach einer intakten Familie, nach einem Nest, in das ich zurückommen kann. Stattdessen verliere ich das Nest mehr und mehr. Ich konnte erst nicht mehr in meine Heimatstadt zurückkehren, ohne krank zu werden und jetzt werde ich schon krank, wenn ich mich mit meiner Mutter woanders treffe. Das ist ganz schön heftig.

    Aber ich bin stolz auf mich. Ich habe mich heute trotzdem aufgerafft, meine Wohnung zu putzen, zu bügeln, einzukaufen und zu kochen. Auch Walken war ich - die lange Strecke. Ich habe auch niemanden angerufen. Vielleicht war es mal an der Zeit, einen Tag alleine mit mir zu verbringen.

    Liebe Katie, das mit dem Herzstechen kann ich nachempfinden und auch dass Du es auf Dich beziehst, wenn es Deinem Freund nicht gut geht. Ich glaube, wir EKAs sind sehr sensibel. Ich fühle manchmal direkt, was ein anderer Mensch, auch ein fremder, fühlt. Das ist viel, wenn man neben seinen eigenen verwirrten Gefühlen sich auch um die fremden kümmert.

    Kennt Dein Freund Deine Geschichte? Weiß er, was EKA bedeutet?
    Aber Du hast recht, man hat ein schlechtes Gewissen, den anderen immer mit seinen eigenen Gedanken und Gefühlen zu belasten. Ich kann eine Therapie nur empfehlen. Manchmal habe ich zwar das Gefühl, nicht so schnell voranzukommen, wie ich will, aber es geht nach vorne. Es sind einfach zu viele Schichten, zu viele Erlebnisse, Gefühle, Glaubenssätze zu bearbeiten, dass es einfach dauert.

    Und gerade das Öffnen hilft auch viel. Ich habe so lange alles vertuscht, keiner durfte von meiner Vergangenheit erfahren. Das mache ich nun nicht mehr immer und überall. Mit vielen Menschen habe ich schon drüber geredet und - oh Wunder (sarkastisch gemeint), sie mögen mich immer noch. Meine Freunde bekommen eine immer grössere Bedeutung, je mehr meine Familie in den Hintergrund tritt.

    Trotzdem hätte ich jetzt so gerne jemanden neben mir auf dem Sofa sitzen, der mein Abendessen (Nudeln mit Zucchini-Hackfleisch-Sosse) mit mir teilt und wir es uns dann auf dem Sofa bequem machen.

    Ich habe ja in einem anderen Thread erzählt, dass ich vor kurzem 5 Wochen(enden) mit einem Mann zusammen war und ich genoss das Zusammensein so sehr. Es machte mich stark und mein Selbstwertgefühl wuchs. Leider machte der Mann ja dann einen Rückzieher, als ich den Wunsch nach einer festen Beziehung andeutete. Er ist selber stark familiengestört und arbeitet wie ein Wahnsinniger, um das zu verdrängen. Eine feste Beziehung hat in seinem Leben keinen Platz. Das war sehr traurig und hat mich wieder total zurückgeworfen.

    Oje, ich schreibe schon wieder so viel. Aber es tut so gut, sich mit euch auszutauschen und endlich verstanden zu werden.

    Liebe Katie, ich schicke Dir mal einen Sonnenstrahl für Dein Herz, der die dunklen Gedanken wieder vertreiben soll.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Jeder kleine Schritt führt näher zum Leben.

  • Hallo Katiee,

    na du bist ja fleißig am schreiben hier.
    Wolltest wissen wie es bei meinem Therapeuten läuft? Ja 45min sind jedesmal zu kurz...ich habe zu Ihm gesagt. Ich möchte meine Kindheit aufarbeiten..ich möchte mich nicht mehr damit quälen.

    Ich möchte endlich unabhänig von meiner Vergangenheit handeln und Leben können. Mit der Familie Frieden schließen.
    Selbstbewußt werden und mich wie 28 fühlen. Leider ist das nichts so..´komme mir manchmal vor wie eine Pubertierende Göre.

    Naja..aufjedenfall fängt wühlen wir gerade in meiner Vergangenheit rum. Hat mich gefragt ich soll Ihm die Beziehung zu meinen Elter in den ersten 10Jahren beschreiben. Ich konnte es nicht. Wenn ich die Augen schließe...sehe ich mich mit meinen Geschwistern und meiner Lieblingscousine spielen auf Hof, Wald und Wiese. Aber meine Eltern tauchen da nirgends auf. Niergends! Das einzigse das mir einfällt. Ist die Agression meines Vaters auf mich. Gürtel und co...

    Aber kuscheln, schmusen und dutschi dutschi sehe ich nicht...übel. Sowas.

    Naja..bis Bald. Liebe Grüße nat.

  • Liebe Katiee, liebe Sonnenstrahl,

    ich habe euer Geschriebenes gelesen und find mich ganz stark darin wieder als Tochter eines Alkoholikers. Von meinem Vater habe ich mich getrennt, als ich Mitte Zwanzig war. Ich habe entschieden, dass es reicht, weil ich dieses Chaos nicht mehr aushalte. Das ewige Spiel und die Vorsicht, bloß nichts falsches zu sagen in seiner Gegenwart. Meine Mutter hat sich vor mehr als 15 Jahren von ihm scheiden lassen. Jetzt hat er eine neue Familie.

    Die Trennung von meinem Vater hat mir gut getan. Ich habe mich selbst weiterentwickelt und mich auf meinen Weg begeben. Leider kriege ich von meiner Mutter, die noch im selben Ort wohnt, ab und an etwas (Saufeskapaden, Kommentare über uns) mit, obwohl ich sie diverse Mal darum gebeten habe, mir nichts mehr zu erzählen. Meist reagiert sie bei meiner klaren Ansage ablehnend so nach dem Motto „Ja, ist ja gut. Ich hätte ja gar keinen Kontakt mehr zu ihm, wenn deine Schwester nicht wieder angefangen hätte.“ In mir steigt dann eine enorme Wut hoch. Ich fühle mich in meinen Entscheidungen nicht ernstgenommen.

    Meine jüngere Schwester hat seit zwei Jahren wieder Kontakt zu ihm aufgenommen. Das ist ihre Entscheidung – ich habe es mittlerweile akzeptiert.

    Zum Titel dieses Threads. Auf der Suche nach Liebe und dieser nie gekannten Nestwärme bin ich mein ganzes bisheriges Leben gewesen. Zuletzt habe ich mich in einen Alkoholiker verliebt, der in seinen nüchternen Phasen genauso emotional war wie ich. Beide haben wir dagesessen und uns über unsere schreckliche Kindheit und unsere Eltern ausgelassen. Wir fühlten uns in diesem Moment nahe und glaubten, das ist Liebe. Ich habe den Alkoholkonsum relativ spät realisiert, als war ich selbst irgendwie betäubt. Diese Wegdrücken der Realität kenne ich aus meiner Kindheit. Dennoch war eine innere Stimme da, die im Laufe der Zeit immer lauter wurde.

    Ich habe mich getrennt und mich entschieden, erstmal mich zu finden, bevor ich eine nächste Beziehung eingehe. In meinem Inneren wünsche ich mir Nähe, aber ich habe auch Angst davor. Ich bin überzeugt: Alles, was in mir noch nicht geheilt bzw. abgeschlossen ist, zieht ein entsprechendes Gegenüber an. Das gilt für Partner ebenso wie für Freunde oder Bekannte.

    Letzte Woche hatte ich ein Erstgespräch bei einer Therapeutin. Ich habe die ganzen 45 Minuten nur geredet, als wenn sich plötzlich ein Ventil geöffnet hat. Natürlich habe ich auch über die Beziehung geredet und wir haben festgestellt, dass ich durch meinen Vater ein bestimmtes Bild von Männern gekriegt habe. Sie hat angeregt, dass ich deshalb evtl. eine Therapie bei einem Mann machen soll, um mein Bild zu korrigieren. Ich bin jetzt ein wenig verunsichert.

    Sind eure Therapeuten eigentlich auf das Thema Alkoholismus spezialisiert?

    Liebe Grüße - Kopfmensch

  • Liebe Kopfmensch,

    ja, das ist einfach schlimm, wie man immer wieder Männer anzieht, die wie der Vater sind.

    Ich hatte bisher drei Beziehungen -meine erste erst mit 30 Jahren - und alle drei Männer sind problembehaftet, haben starke Probleme mit der Familie, sind schwach und haben Probleme, eine richtige Beziehung zu führen. Ich hatte in den Beziehungen entweder die Funktion einer Mutter oder die eines Kindes. Eine ebenbürtige Partnerschaft war das in keiner der drei Beziehungen.

    Ich sehne mich schon nach einem Partner, auch, weil meine Uhr doch langsam tickt, wenn ich noch ein Kind bekommen möchte. Aber ich bin heute mit meiner Therapeutin auch an der Stelle gewesen, dass ich das Bild, das ich von Männern habe, verändern muss. Und auch mich. Dass ich mich auch fähig einschätze, eine ebenbürtige Beziehung zu führen und die Stärke eines Mannes ertragen kann.

    Meine Therapeutin ist nicht auf Alkoholikerkinder spezialisiert, aber ich denke, dass das nicht unbedingt notwendig ist. Sie arbeitet mit mir die Gründe meines Verhaltens heraus. Heute sprachen wir auch über die Wut, die ich nie entwickeln durfte. Ich habe jetzt noch starke Schuldgefühle meiner Mutter gegenüber, wenn ich Wut entwickle, dss als Kind das Geschäft immer wichtiger war. Klar, sie musste meinen Alkoholikervater decken und das Geschäft retten, aber ich hätte sie gebraucht. Stattdessen wurden wir oft mit Angestellten zum Spielplatz geschickt. Nur wenn ich krank war, kam meine Mutter gleich und blieb bei mir.

    Das ging mir mit anderen auch so. Um überhaupt Anschluß zu finden, habe ich mich nur angebiedert und anderen nach dem Mund geredet. Ich habe das Minimalste für mich akzeptiert, Hauptsache ich hatte jemanden.

    Ja und das Verhalten zu ändern und das Bewusstsein zu "überschreiben" ist halt eine Stange Arbeit.

    Eine Therapie ist auf jeden Fall richtig. Ich habe auch eine Therapeutin und bin zufrieden. Ich bin auch froh, nach wie vor keine Medikamente zu nehmen, auch wenn ich manchmal nicht mehr kann. Aber so kommt wenigstens alles raus aus der alten Kiste. Es kann ja nur besser werden.

    Liebe Kopfmensch, es macht vor allem auch Mut, dass man nicht alleine ist, mit seinen Gefühlen und dass es Menschen wie Dich und die anderen im Forum gibt, die Verständnis haben.

    Alles Liebe,

    Sonnenstrahl

    Jeder kleine Schritt führt näher zum Leben.

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