mein freund trinkt und nun

  • so, da ich mich vorgestellt habe fang ich mal an... könnte länger werden, bitte verzeiht :lol:

    es geht hier um mein freund (29j.), ich bin seit 3 jahren mit ihm zusammen. ich bin der meinung das er ein alkoholiker ist bzw ein problem damit hat (gibt es da unterschiede?).

    als wir uns kennenlernten hat er auch schon viel getrunken, aber da haben wir uns ja nur auf party gesehen, und das ist da ja "normal".

    tja abe nach all den jahren ist mir imme rmehr aufgefallen wie viel er trinkt.

    Wir wohnen in einem Dorf, das ganze dorf trinkt viel hab ich das geefühl.

    Hier ein paar beispiele die mir an ihm aufgefallen sind:

    - wochenende freitag, samstag trinken ist normal
    - wenn fußball ist (egal welcher Tag) wird mit freunden getrunken
    - wenn er bei freunden arbeitet (das macht er fast jede woche), dann wird nebenbei und danach getrunken
    - in der woche zu nem freund, und saufen
    - ich habe noch nie mitbekommen das er mal eine ganze woche nichts trinkt
    - er trinkt selbst in der woche wenn er nächsten tag arbeiten muss und er bei nem freund sitzt nur um zu quatschen, bis 2 h nacht s und hauen sich da 2 flaschen bacardi rein
    - er trinkt nur "hartes" also bacardi, bier ganz ganz selten, davon wird er schneller vollhat er gesagt, ist auch komich oder?
    - er hat neben seinen eltern angebaut, und seine eltern (Vater besonders) hat auch ein alk problem (in meinen augen genauso wie bei seinem Sohn)
    - von seinen eltern wird der alk ständig aufgedrängt, zum essen zum beispiel, wenn ich nein sage ich möchte nicht kapieren die das nicht
    ... es gibt so unendlich viele beispiele....
    kurz und knapp er trinkt viel und das immer bacardi.

    das ist doch ein alk problem oder sehe ich da was falsch???

    Zudem beleidigt er mich dann ziemlich wenn er einen gewissen pegel hat, ich muss dazu sagen unsere beziehung war immer sehr schwer. er beleidigt mich ohne das ich vorher was gemacht habe, er fasst alles falsch auf. das ist dganz schlimm. er ist dann wie ein 2ter mensch.

    heute ist es nämlich auch wieder soweit gewesen, sein vater hat heute geb und er istso voll jetzt, er hat mich wieder zimlich beleidiggt per sms. deswegen hab ich mich hier angemeldet.

    es interessiert mich was ihr dazu denkt.

    ich trinke seit fast 2 jahren kein alkohol mehr da mich das alles so abschreckt und ich keinen grund sehe bei jeder kleinigkeit was zu trinken.

    freu mich auf eure antwworten, kann aber sein das ich erst morgen antworte, bin ziemlich müde 8)
    lg

  • Hallo trauriges Herz,

    ob er Alkoholiker ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Klingt schon so, aber ich weiß nicht, wie man das definiert.

    Aber DAS HIER kenne ich:

    Zitat

    Zudem beleidigt er mich dann ziemlich wenn er einen gewissen pegel hat, ich muss dazu sagen unsere beziehung war immer sehr schwer. er beleidigt mich ohne das ich vorher was gemacht habe, er fasst alles falsch auf. das ist dganz schlimm. er ist dann wie ein 2ter mensch.

    Da kommen mir meine Erinnerungen hoch und plötzlich weiß ich wieder ganz genau, wieso ich getrennt bin von ihm:
    Diese Fratze, die mein Mann dann annimmt. Dass er nicht mehr der Mensch ist, dem ich vertrauen kann. Dass er mir sehr sehr wehgetan hat in solchen Momenten. Dass ich ihn angefleht habe, sich wieder zu beruhigen. Dass ich nur noch ein Häufchen Elend war.

    Abgesehen davon, dass auch ein Streit nicht zu sowas führen sollte...
    Es kam eben für mich völlig unkontrollierbar. Irgendeine Meinungsverschiedenheit, manchmal die absurdesten Themen, und plötzlich brach er einen Streit vom Zaun und fing an, mich verbal niederzumachen. Und ich hatte KEINE Möglichkeit, den Streit zu beenden. Ich saß nur da, weinte, und wartete, dass es vorüber war.
    Und irgendwann wurde er auch handgreiflich. Hat mich z.B. nicht aus der Wohnung gelassen oder hat Dinge von mir kaputt gemacht, Teller gegen die Wand geschmissen oder so etwas.

    Ich hab mich dann getrennt, irgendwann, nach langer Zeit.

    Später wurde er trocken, wir kamen wieder zusammen. Und nach einem Rückfall ging es wieder los. Massive Beleidigungen, Beschädigung von Gegenständen.
    Jetzt sind wir wieder getrennt.

    Ich finde, das geht einfach nicht, das kann man sich nicht gefallen lassen.
    Es ist nicht so leicht, da auszusteigen, ich habe ziemlich lange gebraucht beim ersten Mal, beim zweiten Mal habe ich recht bald die Polizei gerufen.

    Es ist gut, dass du jetzt hier schreibst.
    Hol dir Hilfe, du hast das nicht verdient!

    Liebe Grüße
    Doro

  • Liebes trauriges Herz,

    ich kann mich meinen Vorschreibern nur ansschließen.

    Ich habe jahrelang die Beleidigungen zwar nicht hingenommen, aber doch immer wieder entschuldigt, wenn am nächsten Tag der große Katzenjammer kam.
    Immer wieder hab ich mir gesagt:
    Das tut er ja nur im Suff. Es ging immer unter die Gürtellinie, wenn ich den Raum verließ, hieß es:"Jetzt bist wieder beleidigt."
    Wenn ich weinte, hieß es:" Mann. bist Du ein hysterisches A..."
    Wenn ich ruhig blieb, hieß es:"Machst jetzt wieder auf Super-Woman, du überhebliche..."
    Egal, wie ich reagierte, egal, was ich tat, er legte alles für sich so aus, wie er es brauchte. Alles war falsch.
    Und lieferte ihm Gründe, weiter zu saufen.

    Der Alkohol veränderte sein Wesen derartig, ich hatte nur noch Angst vor ihm.
    Und ich blieb und blieb und wurde immer weniger, immer kleiner.

    Bis ich keine einzige Beleidigung mehr ertragen konnte.
    Am Schluss warf mich jede Geste, jede Mimik, jedes Wort, jeder Hauch von Bier aus der Bahn.
    Ich konnte mich nicht mehr schützen.
    Sperrte meine Zimmertür ab,
    ging ihm aus dem Weg, wo ich nur konnte, floh im eigenen Haus vor ihm, seinem Dunst, seinen Worten, ich war ein einziges Nervenbündel, weinte wegen nichts und allem.
    Ich konnte kaum mehr schlafen, wurde krank, hatte Herzschmerzen, meine Augen zuckten, ich war so schreckhaft ...

    Eine erwachsene Frau, nach aussen selbstbewusst und stark, war am Ende ein Nichts und Niemand.

    Zitat

    Zudem beleidigt er mich dann ziemlich wenn er einen gewissen pegel hat, ich muss dazu sagen unsere beziehung war immer sehr schwer. er beleidigt mich ohne das ich vorher was gemacht habe, er fasst alles falsch auf. das ist dganz schlimm. er ist dann wie ein 2ter mensch.

    Niemand muss sich solchen Beleidigungen aussetzen.
    Sei Dir ein gutes Leben wert, trauriges Herz.
    Das musst Du Dir nicht antun.

    Ob er Alkoholiker ist oder nicht, ist unwichtig.
    Die Frage ist, WIE willst Du leben?
    Willst Du dich der Unberechenbarkeit des Alkohols aussetzen?
    Willst Du in Angst leben?

    Ich sag Dir ganz erhlich:
    Es wird eher schlimmer statt besser.
    Im Suff ist jede Vernunft weg.

    Mach Dir wirklich Gedanken darüber, was Du dir wert bist.

    Ich hoffe, ich hab Dich nicht (v)erschreckt.
    Aber wenn ich solche Posts wie Deinen lese, schnürt sich in mir alles zusammen und ich denke nur:
    Tu Dir das nicht an. Raus da.

    Liebe Grüße

    Von

    Thelma

  • Hallo liebe Foris,

    vielen Danke für eure antworten.

    ja es ist leicht gesagt sich von den menschen zu trennen den man ja eigentlich trotz allem liebt.
    Zudem bin ich selber seelisch ein wrack, habe anzeichen von borderline, das heißt das ich auch extreme verlustängte habe, das ist alles nicht einfach.

    Es stimmt auch wenn er getrunken hat und er mich beleidigt, da ist es total egal was ich sage es ist sowieso alles falsch.

    auch heute morgen, ich habe ihn gesagt das ich das nicht in ordnung fand gesstern abens, aber er sagt nach ner zeit, das ich nur mekker, obwohl ich ja wohl auch mal meine meinung sagen darf.

    ales nicht so einfach.....

  • Liebes Trauriges Herz,
    nein, es ist nicht "einfach gesagt" es wurde zumeist von den Schreibern mit viel Trauer, vielleicht sogar Verlust des eigenen Lebensmutes, selber durchexerziert.

    Aber auch hier gilt - und das habe ich persönlich erlebt wie ein Alkoholkranker: erst wenn man am Boden liegt und das Leben quasi vorbei scheint, dann gibt es eine Auf. In meinem Fall durch die Trennung, durch die ich begann wieder Mensch zu werden.

    Jede-/r muss für sich selber entscheiden ob er in der Lage ist eine Trennung durchzuführen und sie zu wollen. Ich wurde innerhalb der Beziehung depressiv und selber krank. Mein Leben war keinen Cent/Eurone mehr wert. Als als mein Leben nutzlos und wertlos erschien konnte ich handeln.

    Nun lebe ich: ärmlich - aber glücklich !

    Ich würde hoffen, Du findest für Dich vorher eine Lösung - egal welche - die Dir zur eigenen Zufriedenheit verhilft.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo trauriges Herz,

    es ist alles andere als einfach!

    Bei mir hat es beim ersten Mal zwei Jahre gedauert von dem Entschluss, dass ich mich trennen will, bis zur Umsetzung. Und vorher schon mehrere Jahre, in denen ich gewartet habe, dass er sich ändert.
    Er war ja auch zwischenzeitlich immer sehr lieb, konnte sehr fürsorglich sein. Und ich liebe ihn immer noch, glaube ich.

    Ich denke, du kannst dir auch Hilfe holen, ohne gleich einen Trennungsentschluss zu fassen. Dich beraten lassen (z.B. Frauennotruf oder Suchtberatung), Therapie machen, ein Buch zum Thema häusliche Gewalt oder Co-Abhängigkeit lesen, einfach hier weiter schreiben, dich Menschen anvertrauen.
    Hauptsache, dir wird klar, dass er dich so nicht behandeln darf.
    Hauptsache, es geht dir besser.
    Was letztendlich dabei rauskommt, wirst du ja sehen.
    Setz dich nicht unter Druck. Aber leide nicht einfach stumm.

    Liebe Grüße
    Doro

  • Hallo Trauriges Herz!

    Auch mein Herz war traurig. Sehr traurig. Vierundzwanzig jahrelang habe ich es leiden lassen.
    Immer wieder auf und abs. Gute Zeiten, schlechte Zeiten, gedacht, ich schaffe es.
    Aber ich habe es nicht mehr geschafft und endlich eine, die! Grenze gesetzt. Seit damals ist mein Mann trocken und das ganze Elend (Ähnliches wie bei Thelma, wie bei dir) ist vorbei.
    Es ist einfach wunderbar, wieder als Mensch angesehen zu werden.
    Nicht mehr beleidigt zu werden.
    Miteinander ganz normal streiten zu können.
    Sich jeden Tag in die Augen sehen zu können.

    Vor allem: Sich selber zu erleben als freier Mensch.

    Ich habe über ein ganzes Jahr gebraucht, zu weit zu kommen.
    Schritt für Schritt. Mit dem Forum, der SHG, der Therapie, mit meiner! Kur.
    Ich bin nicht mehr traurig, dass ich so dumm war, nur ärgerlich, dass ich nicht früher so FREI geworden bin.

    Du bist noch sehr jung. Lass dich nicht jetzt schon kaputtmachen.
    Das Leben kann so schön sein.

    Ganz viel Mut und Kraft um dein Leben wieder in die Hand zu nehmen schickt dir Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

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