Prävention/wer ist beteiligt/wer kann was und wie tun?

  • Hallo,

    Gestern Abend sah ich mir wieder eine TV-Diskussion zum Thema Kinder/Jugendliche und Alkohol an. Da ist eine Lawine im Rollen, die gewaltig und erschreckend ist. Alkoholindustrie beauftragt Werbewirtschaft, Werbewirtschaft hat Kinder und Jugendliche im Visir, Kinder und Jugendliche veranstalten Komasaufen, werden früh süchtig, abhängig. Sucht, Siechtum durch die Droge Alkohol. Volksdroge wird Alkohol ja auch genannt. Sie betrifft die Bevölkerung, die Gesellschaft. Da geht es auch um Jugendschutz, der in Gesetzen verankert ist. So sind auch Staat und Politik an dieser Problematik beteiligt.

    Kinder, Jugendliche, Eltern, Kindergarten, Schulen, Betriebe, Vereine, Gesellschaft, Staat, Politik, Industrie, Werbewirtschaft..., alle beteiligt. Demzufolge sind Verantwortung und Präventivmaßnahmen bei den Beteiligten gefragt und gefordert. Das geht von liebevoller Erziehung im Elternhaus über Aufklärung in den Schulen über Sanktionsmaßnahmen bis hin zu gesetzlichen Nachbesserungen.

    Suchtgesellschaft, man könnte auch sagen Drogengesellschaft: Drogensucht, Alkoholsucht, Nikotinsucht, Spielsucht, Esssucht, Magersucht, Mediensucht, Arbeitssucht, Gewinnsucht, Machtsucht, Kontrollsucht...... . Zwänge, Zwangsstörungen, Ängste. Was verbirgt sich hinter alldem?

    Heute Abend kommt im ZDF eine weitere Sendung zu diesem Thema, die ich mir ansehen werde.

    Wenn dreizehn vierzehn Jahre alte Mädchen und Jungen mit Schnapsflaschen durch die Gegend taumeln, in den Notstationen der Krankenhäuser landen und zum Teil an Überdosis Alkohol sterben, dann stimmt etwas nicht. Das hat Gesellschaft, Staat, Politik 'was anzugehen. Und Gesellschaft sind wir, Staat sind wir, Politiker sind vom Volk beauftragte Menschen, die sich um die Belange des Volkes, um unsere Belange kümmern müssen.

    Das ist kein Bagatell-Thema.

    schöne trockene Grüße, zerfreila
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    Ich habe mal meinen heutigen Beitrag aus dem offenen Alkoholiker-Bereich hierher zu den Eltern und Angehörigen von trinkenden Kindern geholt. Hier gehört er hin, eigentlich gehört er überall hin, aber hier hat er einen ganz guten Platz, wie ich finde.

    Welche Gedanken habt Ihr zu diesem brisanten Thema?

    Liebe Grüße

    zerfreila

  • hallo zerfreila

    genau wie dir kommt mir bei dem thema immer wieder die galle hoch, gestern nacht lief auf bayern alpha ein interview mit nem dr. für suchterkrankungen, der erzählte das zb ganze parteitage von der zigaretten und alkoholindustrie finanziert werden, ich finde das erklärt vieles. ich sag dazu mal nichts weiter, sonst könnte ich worte finden die nicht gut sind.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo doro,

    klar geht es auch um Lobbyismus, das hat zu tun mit Macht und Geld und Einflussnahme. So erscheint dann so manche Präventionskampagne doch eher halbherzig, abgeschwächt, von vorne herein.

    Es geht aber auch um Einzelverhalten eines jeden Bürgers. Verkauf von Alkohol an Kinder, Wegschauen, wenn Kinder durch die Gegend torkeln, Ignorieren, wenn Menschen betrunken mit dem Auto durch die Gegend fahren...

    Vielleicht nur eine Kleinigkeit: kürzlich stand ich an der Kasse eines mittelgroßen Lebensmittelgeschäfts (nebenan ist eine Schule), ein Junge, etwa zehn Jahre alt, war vor mir und forderte eine Packung Zigaretten, in seiner Hand hielt er das Geld und den Ausweis seines Lehrers, der ihn geschickt hatte. Ganz klar, legal, aber dass selbst ein Lehrer nicht so weit denkt und seinen Schüler zum Kippenholen schickt, damit er seine Sucht befriedigen kann. Nur mal so ein kleines Beispiel, das auch mit Vorbild und Verantwortung zu tun hat.

    -zerfreila-

  • Ich glaube auch, dass hier jede/r Einzelne gefragt ist hinzusehen und wenn möglich zu handeln.

    Starke Kinder, die auch "Nein" sagen dürfen und die von ihren Eltern geachtet, respektiert und geliebt werden, brauchen keinen Alkohol.

    Hatten wir nur Glück, dass unsere Kinder ohne Drogen ihre Jugendzeit gelebt haben.

    Ich glaube nicht, denn mein Mann und ich, haben viel mit ihnen gesprochen, unsere Ängste, vor der Alkoholkrankheit, ihnen mitgeteilt und von unserem Grosswerden bei unseren trinkenden Elternteilen erzählt und wie wir öfters darunter gelitten haben.

    Ehrlichkeit was Alkohol in Familien anrichten kann ist für mich eine Möglichkeit von Prävention bei Jugendlichen. Besonders wenn über Generationen hinweg Alkoholkranke immer wieder zu beklagen sind und in der Familiengeschichte auftauchen. Das ist ja nicht grundlos so gewesen, sondern es hängt mit den Strukturen und Verhaltensweisen in der Familie zusammen.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Hallo Ihr lieben

    Das Problem ist einfach ich kann mein Kind nicht vorm Leben beschützen.

    Ich kann viel steuern, mit den Kindern offen und ehrlich reden auch über das Thema Sucht
    und auch darüber reden wie es einem selber als Kind ergangen ist aber ein Risiko bleibt.

    Weitsicht schrieb "Hatten wir nur Glück, dass unsere Kinder ohne Drogen ihre Jugendzeit gelebt haben?
    Ich glaube nicht das es nur Glück war meine Kinder sind zwar noch sehr klein aber ich glaube das ein Starkes Elternhaus viel verhindern kann.

    Ich selber bin nie abhängig geworden weil mir immer bewusst war was der Alkohol anrichten kann.

    Lieben Gruß
    Marina :lol:

  • Hallo Zerfreila,
    Unsere Kinder machen das, was wir ihnen Vorleben. Der Alkohol ist in unserer Gesellschaft sehr sehr stark Vertreten. In den Medien, bei Festen und Feiern, überall Alkohol. Alkohol ist Gesellschaftsfähig, er gehört dazu und das ist traurig. Wo man hinschaut wird den Kindern der Alkoholgenuss vorgemacht. Bei uns in Bayern ist gerade Starkbierzeit, also kommt im Fernsehen Sendungen wo Politiker am Nockerberg saufen.
    Ich bin selbst Alkoholiker, es war normal das bei einen Dorffest kinder und jugendliche Bier trinken. Es hat niemanden gekümmert, das ich mit 13 einen Rausch hatte.
    Solange die Erwachsenen nicht umdenken wird sich nicht sehr viel ändern. Ich versuche Jugendlichen in Schule und Jugendtreffs, über die Gefahren vom Alkohol aufzuklären. Es ist erschreckend wenn die Jugendlichen erzählen wie viel Alkohol manche Eltern zuhause zuhause konsumieren und da sollen die Kinder was lehrnen.
    Liebe Grüße, Wolfgang!

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