Was kann ich tun?

  • Hallo Sommerkind

    Herzlich Willkommen bei uns EKA`s.


    Zitat


    So langsam verstehe ich, dass sie wirklich ein Problem mit Alkohol hat. Mein Vater weiß um das Problem, aber er hat resigniert. Er hat Angst vor Streit mit ihr, sagt dadurch würde er alles nur noch schlimmer machen. Er entsorgt die Flaschen, schaut einfach zu. Das gleiche gilt für meine Großmutter, sie sagte nur "Kind ich kann nicht mehr, wenigstens ist es nicht wie früher Whisky". Was soll man dazu sagen? Ich weiß, dass meine Mutter als ich klein war in einer Klinik war, aber warum - darüber wurde nie gesprochen. Es würde viel aufzuarbeiten geben in unserer Familie, aber über so etwas spricht man nicht, man sieht lieber darüner hinweg.

    Ich dachte Du beschreibst meinen Vater, ich finde sie (unsere Väter) machen es sich einfach, so wird Deine Mutter nie ihr Alkoholproblem sehen und loslassen können..

    Ja nichts mehr unter den Teppich zu kehren, wäre hilfreich die Alkoholsucht Deiner Mutter zu beenden. Aber niemand ausser sie selbst kann das Trinken beenden. Solange sie die Augen davor verschliesst, wird es kein Ende der Sucht geben können,

    Achte Du auf Deine Folgeschäden (Depression) ist eine davon, wenn wir in einer Suchtfamilie gross werden, damit Du Dein Leben so gestalten kannst, dass es Dir gut dabei geht.

    Schreibe und lese hier weiter, es wird Dir helfen, Deinen eigenen Weg zu gehen.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Zitat von sommerkind86

    der nach außenhin perfekten Familie.


    hallo sommerkind,
    das ist typisch, war bei mir auch so, die außenwelt bekommt nichts mit und soll es auch nicht. das problem wird geleugnet.

    Zitat von sommerkind86

    Jetzt allerdings nachdem ich wieder bei meinen Eltern wohne, fällt mir auf, dass sie bereits morgens heimlich Wein trinkt. Wird sie dabei erwischt streitet sie alles ab.


    auch typisch: heimlich trinken, abstreiten, im grunde wieder das problem leugnen. das ist ein merkmal der krankheit alkoholismus.

    Zitat von sommerkind86

    Mein Vater weiß um das Problem, aber er hat resigniert. Er hat Angst vor Streit mit ihr, sagt dadurch würde er alles nur noch schlimmer machen.


    die angehörigen: auch sie gehen dem problem aus dem weg. resignation ist nicht selten, das trinken wird in kauf genommen und so gut es eben geht wieder geleugnet, stichwort flaschen entsorgen.

    Zitat von sommerkind86

    aber warum - darüber wurde nie gesprochen. Es würde viel aufzuarbeiten geben in unserer Familie, aber über so etwas spricht man nicht, man sieht lieber darüner hinweg.


    das gehört auch dazu: darüber wird nicht gesprochen. alle in der familie halten sich daran. die familie erstarrt.

    Zitat von sommerkind86

    Meine Mutter erdrückt mich förmlich mit ihrer Liebe. Allmählich glaube ich, dass meine Depressionen mit unter durch sie ausgelöst sind.


    schlechtes gewissen deiner mutter? keinen raum lassen, grenzen können auch durch viel liebe überschritten werden. die angehörigen, partner bzw. kinder (ekas) werden auf jeden fall belastet.

    Zitat von sommerkind86

    Ich würde ihr so gerne helfen, wie kann ich ihr nur begreiflich machen, dass sie ein Problem hat?


    das helfen wollen. nein, du kannst ihr nicht helfen. du kannst nur etwas für dich tun, d.h. für dein seelisches wohlbefinden.

    grüße simmie

  • hi sommerkind

    find ich nen total schönen nick denn du dir ausgesucht hast, wahrscheinlich weil ich sommer mag. zwar begleitet von teils heftigen gewittern, aber grundsätzlich bedeutet er für mich energie, sonnenschein, ein streicheln der seele :D

    Zitat

    Seit zwei Tagen redet sie nicht mehr mit mir und geht mir einfach aus dem Weg - ist ja auch leichter als sich mir zu stellen


    mh... nicht zu vergessen das du evtl die böse bist. nein, sag nicht ich, aber könnt ich mir vorstellen das deine mutter da so denkt.

    Zitat

    Einerseits fühle ich mich schlecht, dass ich mir endlich mal Luft gemacht habe weil ich befürchte dass es jetzt zum Bruch mit meiner Mutter kommt und sie dann endgültig abrutscht. Andererseits ist es jetzt an der Zeit mit offenen Karten zu spielen und nichts mehr zu verdrängen, vielleicht wacht sie ja irgendwann aus ihrer Welt auf.


    sorry für die harte formulierung, abrutschen wird sie so oder so... das is der verlauf der sucht. angehörige fangen nur allzu "gern" auf, gut gemeint, aber ein fehler. deiner mutter kann nur geholfen werden, wenn sie hilfe annehmen will :(

    meine mutter ist/war (am schluß wurd es immer mehr, daher weiß ich gar net ob der begriff noch wirklich treffend is) quartalstrinkerin, heißt sie hatte 1-2 wochen voll durchgetrunken, danach fünf wochen etwa wo sie nüchtern war, wo alles in ordnung war - offensichtlich. anfangs hab ich dabei jedes mal aufs neue gehofft, hab mich auch nix sagen getraut... hab gedacht wenn ich sie drauf ansprech ist sie bestimmt enttäuscht und trinkt wieder. getrunken hat sie wieder, auch ohne das ich (oder jemand anders) sie drauf angesprochen hat. nicht weil ich böse war, nicht weil die welt ungerecht war, sondern weil sie alkoholkrank is. gründe hat sie zwar immer gefunden, wer suchet der findet - auch hier sehr treffend, weniger um mich zu verletzen sondern um ihr trinken vor sich selbst zu rechtfertigen.

    ich hat wie du irgendwann genug, wollt auch nicht mehr in den fünf "guten" wochen ruhig halten und dieses heile welt spielchen mit spielen, nichts anderes als ein spiel ist es nämlich wie ich finde. ich konnte und wollte nicht mehr, kann dich gut verstehn!

    aber nur weil ich an dem punkt war, heißt das nicht das meine familie an dem punkt war. im gegenteil, sie waren nicht so wirklich begeistert das ich mich aus dem spielchen ausgeklinken wollte, kann ich auch verstehn.

    geh deinen weg wie du es für richtig hälst, wenn möglich ohne dabei viel von anderen zu erwarten. sei's deine mutter oder dem rest deiner family. ich vermut eher das sie wenig begeistert von sein werden :(

    wie gehts dir heute?

    haste dir heut schon selbst was gutes getan? find ich persönlich wichtig und macht spaß, muss ja nix großes sein :wink:

    lg -Dani-

  • hallo sommerkind,

    wahrscheinlich ist es notwändig, diese hilflosigkeit und ohnmacht einfach zu akzeptieren bzw. nicht mehr energie zu investieren, einen anderen ändern zu wollen.

    das geht wohl nicht von heute auf morgen, aber irgendwo ist es gut, einen anfang zu machen.

    viele grüße
    simmie

  • hallo sommerkind,

    sich für unangenehmes verantwortlich fühlen kenne ich auch, es als seine aufgabe ansehen, schlechtes zu beseitigen usw.

    das ist ein verhaltensmuster. natürlich richtet sich jemand, der alkoholabhängig ist, zugrunde. es ist auch schwer, das nachzuvollziehen bzw. mit anzusehen. aber auch wenn dem so ist, kannst du nichts machen. es hängt nicht von dir ab.

    viele grüße
    simmie

  • Hallo Sommerkind,

    das was Du über Dich schreibst, hab ich jetzt erst erkannt und kann daran arbeiten. Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern kein Alkoholproblem hatten und haben, es wird bei uns nur sehr wenig Alkohol konsumiert. Aber alles andere ist nahezu identisch.

    Ich finde es super, dass Du Dich in professionelle Hände begeben hast. Es wird Dir sehr gut tun und dir über vieles die Augen öffnen.

    Gestern hab ich von meinem Therapeuten zu dem Thema "emotionale Abhängigkeit" ein Buch bekommen, dass dieses (unser) Problem anhand eines Märchens aufzeigt. Frag mal Deine Therapeutin/Ärztin, ob sie es kennt und Dir vielleicht mal zum lesen überlassen würde (H.P. Röhr "Wege aus der Abhängigkeit - Destruktive Beziehungen überwinden").
    Beim Lesen war ich wieder mal total überrascht, wie oft ich mich darin wieder gefunden habe und hab die Zusammenhänge für mich erkannt.

    Wie die anderen schon geschrieben haben: Wir können NICHT helfen! Jede noch so gut gemeinte Hilfe veranlasst den anderen "Betroffenen" nicht bei sich selbst anzufangen und zu reflektieren. Sie müssen, so schwer es auch fällt, es selbst erkennen - tief innen drin!

    Bin stolz auf Dich, bei mir hat es länger gedauert, bis der Groschen gefallen ist.

    Hope

  • Hallo Sommerkind,
    in dem Buch geht es um zu viel/zu wenig Liebe, Gefühle und vor allem um die emotionale Abhängigkeit die daraus entsteht.
    Frag einfach Dein "Team" danach.
    Übrigens ganz lustig: Das Thema wird in dem Buch anhand eines Märchens behandelt. Super interessant, wirft ganz neue Aspekte auf!

    Wie Young auch schon geschrieben hat:
    "...unsere eltern haben selbst große psychische probleme, sonst würden sie nie in ein solches leben rutschen!!!"
    so ist es auch. Deine Mutter ist krank, nicht nur durch den Alkohol, der ist nur das sichtbare Sympthom nach außen. Warum oder weshalb sie sich diese "Suchtform" gewählt hat, was der Auslöser dafür war, kann sie nur für sich selbst - am besten wie DU - mit professioneller Hilfe herausfinden.
    Denk jetzt an Dich und bringe DEIN Leben auf ein inneres Gleichgewicht - so hilfst Du Euch beiden am besten.
    Ich bin überzeugt, dass Deine Mutter Dich sehr liebt, aber sie ist krank und kann es im Moment oder auch durch ihre Vergangenheit und gemachten Erfahrungen nicht so zeigen wie sie es vielleicht gerne möchte.

    Du bist für Dich auf den richtigen Weg und das ist das wichtigste!

    Ich wünsche Dir ein super schönes Wochenende

    Hope

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