Verstand gegen Herz

  • Hallo Monabu
    ich stehe auch täglich vor der Entscheidung ..höre ich auf mein Herz oder doch auf meinen Verstand? Diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Niemand kann Dir sagen was passieren wird. Niemand weiss ob er rückfällig wird oder nicht. Lasst euch doch mehr Zeit zum kennen lernen. Setzt euch nich unter Druck sofort eine feste Beziehung einzugehen. Er wird für seine Therapie sehr viel Kraft brauchen. Ist es wirklich notwendig jetzt so eine wichtige Entscheidung zu treffen?

    freue mich wieder von Dir zu hören
    LG Spiritdancer

  • Hallo Monabu,

    Zitat

    Kämpfe ich nun mit ihm und wir gewinnen, dann wäre das natürlich super. Kämpfe ich mit ihm und wir verlieren, geh ich auch vor die Hunde?

    Wenn du das so schreibst, dann ist das eigentlich schon ein Schritt in die Co-Abhängigkeit, weil du SEIN Leben, SEINE Krankheit mit deinem Leben total verschmelzt. Ich glaube, SO ist das auf keinen Fall gesund.
    Klar, es kann gut gehen, wenn er es packt.
    Aber eigentlich muss in erster Linie er das ganz alleine schaffen - natürlich mit professioneller Hilfe. Und du bist dann als Partnerin wohl auch involviert, das schon, aber die Sätze da oben klingen für mich nach Retterinnen-Rolle und daraus versuchen wir Co-Abhängige uns ja gerade zu lösen.

    Als ich meinen Mann geheiratet habe, war er - nach langer nasser Zeit - trocken. Jetzt hat er einen Rückfall, nach mehreren Jahren Trockenheit.
    Sowas passiert! Und leider ziemlich häufig.
    Ich hab mich jetzt getrennt und bereue nicht direkt, dass ich mich auf ihn eingelassen habe. Ich wollte es damals eben unbedingt.
    Aber ich frag mich schon manchmal, ob es ehrlich von mir war, dass ich gesagt habe: Ich heirate dich, aber unter dem Vorbehalt deiner Trockenheit. Eigentlich war von Anfang an klar, dass er dieses Versprechen vielleicht nicht einlösen kann.

    Soweit meine Gedanken dazu.

    Liebe Grüße
    doro

  • Liebe Monabu,
    ich denke mal, Du machst es Dir - jetzt wo Du von seiner Therapie und Abwesenheit weisst - schwerer als je zuvor, oder?

    Er war ja von Anfang an offen und stand zu seinem Problem. Somit ist es ja nicht so, dass Du überrollt wirst von Informationen oder Gefühlen. Die Gefühle konnten langsam wachsen.

    Etwas schwer ist für mich nach zu vollziehen, dass gerade jetzt - wo er weg gehen will um sich eine stabile Grundlage für Hilfe zu suchen - Du einiges in Frage stellst, dass vor seiner Therapieansicht (noch) nicht (offen) in Frage stand.

    Ist es vielleicht auch die Angst vor seiner Abwesenheit? Davor, was oder wie er dort eventuelle Veränderungen lebt oder beginnt zu leben?

    Ich denke mal, Dein Partner weiß für sich selber was er für sich möchte (nämlich die Therapie). Wie wäre es, wenn Du es ihm gleich tust, und einfach für Dich überlegst, was Du für DICH willst.

    Die Aussage "Ich frage mich halt auch, lohnt es sich, diesen Kampf mit ihm durchzustehen. Kämpfe ich nun mit ihm und wir gewinnen, dann wäre das natürlich super. Kämpfe ich mit ihm und wir verlieren, geh ich auch vor die Hunde?
    Die einfachste Lösung wäre, dass ich die Sache beende.
    Das wäre auch die vernünftigste Lösung, denn Alkoholismus kann man nicht wie ne Grippe behandeln, das ist lebenslange Arbeit." ist doch nicht von heute auf morgen gereift, oder? Warum jetzt, bevor er auf Therapie gehen will?

    Übrigens: Kämpfe sind im Regelfall immer Kräfteauwendungen - wie wäre es, wenn er seinen Weg geht und Du Deinen und Ihr in Freundschaft verbunden bleibt. Ob es eine Beziehung wird kann sich dann immer noch zeigen.

    Bei diesem Satz "Ich mache selbst gerade eine sehr schwere Zeit durch und brauche einen Partner an den ich mich mal anlehnen kann, der mir zur Seite steht, wenn ich grad mal wieder ganz unten bin. Jemand, der so ein Problem am Hals hat braucht doch selbst einen Halt." denke ich, es würde Dir vielleicht mehr helfen an Stabilität zu arbeiten, die nicht an einen Partner gebunden ist. Partner können gehen, sterben oder erkranken - auch dann musst Du die Verantwortung für Dich alleine tragen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Monabu,

    danke dass Du den Mut gefunden hast hier zu schreiben.

    Zitat von Monabu

    Außerdem habe ich ein Kind an das ich denken muss.
    Aaaaaaaaaaaaber da ist ja noch das Herz.

    Richtig, da sind zwei Herzen.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Monabu,
    ich sehe das genau wie Doro...ein Schritt in die Co Abhängikeit....schaue auf Dich und pass auf DICH auf !! Er muss und wird seine Entscheidungen selber treffen.

    Schön das du den Weg hierher gefunden hast, mir haben die Beträge hier schon sehr geholfen auf mich zu schauen.

    LG Spiritdancer

  • Hallo Monabu,

    auch ich frage mich, warum du die Entscheidung vor der Therapie treffen willst.
    Warum wartest du die Therapie nicht ab? Wahrend der Therapie bekommt den Freund das Rüstzeug für die Zukunft und die Vergangenheit wird so gut es geht be-/aufgearbeitet. Es ist wahrscheinlich, dass dein Freund sich verändern wird. Ihr werdet euch also nochmals neu kennenlernen.
    Ich habe festgestellt, dass gerade in den Anfängen der Trockenheit sich der Alkoholiker in einer emotionalen Achterbahn befindet und wie er im ‚echten Leben’ ist/wird man nur erahnen kann.

    Soll nur ein Denkanstoß sein.

    Weißbär

    Liebe Grüße
    Weißbär

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