Die (un-?)heilbringende Wirkung von Berührungen

  • Bereits die gute, alte Bibel spricht von der Macht der Berührung und von Heilungen durch Handauflegen.

    Auch ich kleiner Co musste für mich einiges erfahren: war ich doch in der Vergangenheit recht schnell um den Finger gewickelt worden von Partnern (oder werdenden) Partnern, die viel mit Körperkontakt gearbeitet haben. Logisch, Liebe, Zuneigung, Gefühl, Hautberührung (die Nerven in der Haut) alles das wirkt beruhigend.

    Hatte es doch mein alkoholkranker Ex-Partner nicht schwer, mich zu manipuliren, und das, ohne dass das so richtig in mein Oberstübchen ging. Als die Türme fielen, am 11. September, ging es mir so richtig schlecht, da hätte ich es mir gewünscht in den Arm genommen zu werden. Diese Regungen konnte er wohl nicht nachvollziehen. Als aber unsere Beziehung vor dem Aus war, da kam anfänglich, "darf ich Dich in den Arm nehmen" als das nicht mehr fruchtete "nimmst Du mich in den Arm".

    Nunmehr bewußt mit diesen Mechanismen umgehend, nunmehr mich im Neukontakt mit Menschen mit allen Facetten auseinandersetzend bemerke ich, dass ich selber nunmehr hypersensibel reagiere. Wohl in dem Bewußtsein, es kann Manipulation sein. Ich will aber weder selber so manipuliert werden noch manipulieren.

    Das heisst, mit diesen früher ganz subtilen Mechanismen gehe ich nun ganz bewußt und kopflastig um. Es ist ein schönes, unbekanntes, Gefühl. Körperkontakt steht ja auch für Nähe, für das Einlassen in eine nahe Zone des Körpers.

    Als mir dieser Gedanke bewußt war dachte ich schon "Mensch komisch, früher lief das subtil und mechanisch ab, heute überlegst Du Dir wem erlaubst Du es Dich anzufassen und wenn möchtest Du selber (nicht sexuell!!) "erspüren".

    Auch hier liegt Macht und Ohnmacht so nahe beinander .... Seit Jahrzehnten über die psychologischen Inhalte von Körpersprache vertraut, so dauerte es doch so lange bis ich damit so bewußt und umsichtig damit umgehe. Schon lange informiert über Testergebnisse von bspw. Berührungen von Bibliothekarinen, die die Kunden berüherten und dadurch als warmherzig eingestuft wurden, so war mir doch die persönliche Wirkung auf mich nie soooo bewußt.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar,

    ich habe dazu passend in den letzten Tagen, ähnliches über Worte gelesen.
    Worte, die gesprochen werden, weil der Gegenüber genau weiß, das ich sie brauche, sie mag, und darauf anspringe.

    Wer hört nicht gerne, das er geliebt wird. Das schmeichelt uns / mir doch.
    Ich würde mir wünschen, das ich schneller erkenne, wenn Worte wirklich das ausdrücken, was der jeweilige Mensch im Moment fühlt, oder ob sie dazu gedacht sind, mich einzulullen, zu manipulieren.
    Das Verhalten sollte mit den Worten oder Berührungen übereinstimmen.
    Ich glaube, das lernen wir nur, über genaues beobachten.


    Schönes Wochenende
    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo liebe Dagmar,

    ich bin ja ein sehr körperlicher Mensch. Körperkontakt ist für mich sehr wichtig. Und manchmal fehlt er mir. Dann versuche ich selber gut zu mir zu sein. Manchmal geht es nur um eine kleine Berührung.
    Und ich merke auch wieviel Einfluss eine Berührung von einem anderen Menschen haben kann. Vorallem 1. wenn sie vertraut ist und 2. wenn es aufregend neu ist. Inzwischen hüte ich mich manchmal vor Berührungen, weil eine Vertrautheit der Berührung eine Vertrautheit im Rest vorgaukeln kann, die aber gar nicht da ist. Auf der anderen Seite finde ich es ganz toll Freunde zum Hallo und Tschüss zu drücken, das ist schön.
    Achtsamkeit ist sicher auch hier eine gute Sache.

    Und Hallo Morgenrot, auch das mit den Worten kenne ich gut und habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht. Denn ich habe viele viele Worte gehört die mir sehr gefallen haben aber die sich im Nachhinein als "unwahr" herrausgestellt haben. Auch ein Grund warum ich e-Mails gegenüber sehr skeptisch bin, vorallen wenn es um Themen wie Nähe oder Zärtlichkeiten geht. Leider hat für mich zum Zeitpunkt der Worte Körpersprache und Handeln gut gepasst, und ich frage mich wie ich nächstes mal besser erkennen kann das die Worte nicht stimmen....
    Ich glaube da braucht man sehr sehr sehr viel Feingefühl und ein wirklich sehr gutes Gespür für die eigene Innere Stimme, die ich leider oft nur schlecht höre... da ich doch auch gern mal dem "Gutem" glauben würde...
    für mich ist das noch nicht so ganz gelöst....
    ich hoffe nur das ich nächstesmal schlauer bin....

    LG die Karotte :roll:

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Auch das mit den Worten finde ich sehr passend. Nicht nur, weil jemand weiß was wir hören wollen, sondern auch weil Provokation Aufmerksamkeit erregen kann. Etwas zu sagen, um zu streiten, ohne vielleicht dabei die eigene Meinung wirklich darzulegen.

    Ich kenne jemanden, dessen kennenlernen läuft über die Provokationsschiene. So gibt er nichts von sich preis und erfährt über die Regung des anderen und dessen Worte (vielleicht?) seine Meinung.

    Dieser Mensch sagte mal zu mir "Du kennst meine Meinung". Ich konnte ihm nur sagen "Ich habe Deine Worte gehört, Deine wirkliche Einstellung kenne ich nicht". Zum ersten Mal habe ich diesen Menschen "baff" gesehen, mit offenem Mund, hochgezogenen Augebrauen und Augen, die mir entgegenzuspringen schienen.

    Alles das, was wir steuern können, kann Manipulation sein. Ich verlasse mich nicht mehr auf Worte sondern in erster Linie auf mein Gefühl (vielleicht falsch, aber auch nicht falscher vielleicht als Worte) und beobachte mir Verhaltensweisen. Davon mal abgesehen, was heute Wahrheit ist, kann schon morgen überholt sein.

    Wie wir es erkennen Karotte? Genau mit dem Gefühl, denke ich. Die Stimme, die Blicke, das was aus dem Unbewußten kommt, das, was Überraschung sein kann. Da, wo ich merke, ein Blick liegt zu lange auf mir - nur, was sagt das jetzt aus? Alles das will ich erspüren um dann zu handeln. Falsche Handlung, falsche Interpretation? Dumm gelaufen - aber ebenso dumm wie bei Worten im dümmsten Fall.

    Manche machen sich durch Worte klein, andere groß, darstellen oder abchecken will wohl fast jeder, oder?

    Lieben Gruß von Damar

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