• Ich habe die Liebe meines Lebens verlassen und mich für meinen Verstand,gegen mein Gefühl entschieden. Für den Rest meines Lebens wollte ich weder kontrollieren wo wieviele leere Flaschen stehen, noch nachts den Bieratem neben mir spüren, noch mit einem Mann zusammenzuleben, der im Urlaub morgens um zehn das erste Bier an der Tankstelle kauft. Das ist jetzt 1 1/2 Jahre her. Nun habe ich erfahren, dass er sehr verwirrt ist, Gegenwart und Vergangenheit durcheinander bringt und
    körperlich in schlechtem Zustand ist.
    Und was passiert ? Ich sitze hier und überlege, was ich falsch gemacht habe,Mitleid,Sorge kommen auf. Über das Thema Alkohol konnte ich damals mit ihm nicht sprechen. Einmal hat er zugegeben, ein Problem damit zu haben, aber dann war diesbezüglich kein Zugang mehr möglich.
    Wie ergeht es anderen in ähnlichen Situationen ? Wie kommt man gegen Schuldgefühle an ?

  • Hallo Elke,
    schön daß du da bist. Hier erstmal ein herzliches Willkommen. So wie dir geht es hier fast allen, soll kein Trost sein, nur soweit daß du hier richtig bist. Hast lust ein weinig mehr von deiner Geschichte zu erzählen? Ich bin im Trennungszustand, zustand deswegen, da es bei mir ein Prozess ist, also mehr meine Genesung, da ich ihm nicht helfen kann.
    Ich wünsche dir einen regen Austausch und viel Kraft!
    Ganz liebe Grüße
    Nancy

  • Hallo Nancy und Xantippe,
    erstmal vielen Dank für eure Antworten.
    Was soll ich noch erzählen ? Eigentlich habe ich bereits am Anfang der Beziehung gemerkt, dass "Er"trinkt, dies aber erfolgreich verdrängt : Ist halt ein Mann, trinkt gerne mal ein Bier, na ja, im Urlaub, nach dem Sport ist das schon o.k., usw.
    Wie gesagt, Gespräche waren nicht möglich, für meinen Auszug habe ich fast ein halbes Jahr benötigt. Eine Wohnung hatte ich schon, habe es aber nicht geschafft, den Auszug konsequent durchzuführen. Natürlich habe ich wahrscheinlich auch gehofft, dass der Mann um mich kämpft .Aber dazu fehlte wohl die Energie. Meine Zuneigung zu diesem Mann ist geblieben und manchmal ist es so, als ob die negativen Erlebnisse und Erfahrungen kurz vor meinem Verstand "haltmachen" und verblassen.
    Auf jeden Fall stelle ich fest, dass es ein sehr befreiendes Gefühl ist, hier schreiben zu können.

  • Liebe Elke,

    willkommen hier im Forum :)

    Deine Sorgen und Gedanken kann ich verstehen, doch wieso die Frage an Dich, was Du falsch gemacht hast und warum machst Du Dir Schuldgefühle? Für was?

    ER trinkt und das hat er bestimmt schon getan, bevor ihr Euch kennen gelernt habt, oder? Er hat sich entschieden zu trinken, dass ist SEINE Wahl. Er ist für sich selber verantwortlich. Und wenn ich es richtig lese, dann waren auch Gespräche nicht möglich. Mehr konntest Du doch nicht tun, als ihn auf seine Sucht anzusprechen. Und es war genau das Richtige zu gehen, wenn er nicht aufhört.

    Liebe Grüße Martha........

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • glück auf elke glück auf martha

    Zitat von Martha66

    Liebe Elke,

    willkommen hier im Forum :)

    Deine Sorgen und Gedanken kann ich verstehen, doch wieso die Frage an Dich, was Du falsch gemacht hast und warum machst Du Dir Schuldgefühle? Für was?

    ER trinkt und das hat er bestimmt schon getan, bevor ihr Euch kennen gelernt habt, oder? Er hat sich entschieden zu trinken, dass ist SEINE Wahl. Er ist für sich selber verantwortlich. Und wenn ich es richtig lese, dann waren auch Gespräche nicht möglich. Mehr konntest Du doch nicht tun, als ihn auf seine Sucht anzusprechen. Und es war genau das Richtige zu gehen, wenn er nicht aufhört.

    Liebe Grüße Martha........

    martha > das war gemein :wink: - ich hatte grade genau das ^ gleiche geschrieben.

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Man, tut das gut ! Schuldgefühle dahingegend, dass ich denke, ich hätte mehr Geduld haben können, I C H hätte versagt ( ja, schön blöd, ich weiß ). Aber auf der anderen Seite dann auf meine Versuche darüber zu sprechen, Antworten wie "ja,ja, du mit deinem Lieblingsthema;wieso,ich trinke doch gar nicht viel". Und ich habe es wirklich auf ruhige, einfühlsame Weise versucht, ohne Vorwürfe zu machen.

  • Man, tut das gut ! Schuldgefühle dahingegend, dass ich denke, ich hätte mehr Geduld haben können, I C H hätte versagt ( ja, schön blöd, ich weiß ). Aber auf der anderen Seite dann auf meine Versuche darüber zu sprechen, Antworten wie "ja,ja, du mit deinem Lieblingsthema;wieso,ich trinke doch gar nicht viel". Und ich habe es wirklich auf ruhige, einfühlsame Weise versucht, ohne Vorwürfe zu machen.

  • Hallo Elke,

    Schuld hast Du nicht an seinem Trinkverhalten und an seinem jetzigen Zustand, das hat hier keiner von uns, auch wenn uns das sehr oft eingeredet wurde. Auch ich frage mich heute oft noch, was ich falsch gemacht habe.

    Nachdem ich mich von meinem Partner vor etwa 2 Monaten getrennt hatte (ich habe vorher eine ganze Weile hier gelesen, ehe ich dazu fähig war, diesen Schritt zu gehen), habe ich fast nur geheult. Da reichte schon der allerkleinste Anlaß. Hinzu kommt, daß mein Ex klammert. Ich habe im Grunde genommen verstärkt drei Dinge getan und tue sie zur Zeit immer noch:

    Handy fast ständig aus,
    hier viel viel viel lesen und
    mit meinen beiden Hunden extrem viel draußen unterwegs, egal wie eklig das Wetter ist.

    Wenn ich ihm trotzdem über den Weg laufe (wir wohnen in derselben Stadt und da läßt es sich nicht immer vermeiden) oder wenn er mich in den Zeiten "erwischt", in denen mein Handy doch mal angeschaltet ist, geht es mir hinterher immer noch schlecht. Allerdings nicht mehr so schlimm wie am Anfang.

    Hab Geduld!

    lg inga

  • Liebe Elke,

    Du hat zu 100% das Richtige getan und mehr Geduld? Du hast doch Deine Antwort selbst geschrieben: Du hast auf ruhige, einfühlsame Weise, ohne Vorwürfe versucht mit ihm zu sprechen. Das schaffen nicht viel :-), mehr geht doch gar nicht...........

    LG Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Ja Inga, ganz besonders bewegend : zufällige Treffen.
    Muss an der Stelle leider zugeben, dass ich vor Weihnachten durch die halbe Stadt gefahren bin, "um mal zu gucken" Was ich eigentlich genau wollte, kann ich nicht sagen. Gesehen habe ich gebrochenen, schwachen Mann...Ich heule manchmal immer noch, schaue mir Fotos an - und erinnere mich dann doch an die Bierfahne, an nicht ungefährliche Situationen im Auto, wo ich eigenlich gar nicht hätte einsteigen dürfen.
    Ich bin überzeugt : Du schafft es !
    Lieben Gruß, Elke

  • Hallo Elke,
    auch das kenne ich. Vor allem muss man aufpassen, wenn die schlechten Zeiten verblassen und wir uns vorgaukeln es kann Hoffnung geben. Mit diesem Mann, in diesem Zustand wohl nie, denn ändern kann nur er sich selbst. Und das was wir im Kopf haben, (es gab auch schöne Zeiten) ist einfach nur ein Wunschdenken. Es ist schwer zumindest für mich, alles getan zu haben und doch entscheidet er sich für seine Flasche. Und wenn dann der Katzenjammer kommt ist immer der andere Schuld. Aber wir setzen ihm nicht die Flasch an der Hals.
    Ich wünsch dir weiterhin viel Kraft.
    Ganz lieben Gruß
    Nancy

  • Hallo Elke,
    auch das kenne ich. Vor allem muss man aufpassen, wenn die schlechten Zeiten verblassen und wir uns vorgaukeln es kann Hoffnung geben. Mit diesem Mann, in diesem Zustand wohl nie, denn ändern kann nur er sich selbst. Und das was wir im Kopf haben, (es gab auch schöne Zeiten) ist einfach nur ein Wunschdenken.


    Liebe Elke,

    Ich habe ein Dir gelesen.
    Im Prinzip hast Du schon so viel geschafft.

    Auch wenn Deine Gefühle, Deine Sehnsucht, Dir immer wieder einen Streich
    spielen und Dich leiden lassen,

    Deswegen finde Ich dieses Zitat wichtig, was Ich bei Dir im Thread gelesen habe.

    Wir dürfen nicht die Realität vergessen.


    Ganz liebe Grüsse


    Sinnesrausch :roll:

  • Liebe Forumteilnehmer, die ihr mir bisher geschrieben habt : Vielen Dank für Eure Unterstützung.Es berührt mich sehr, wieviele unterschiedliche Menschen die gleichen Erfahrungen machen. Am besten, ich drucke mir die Antworten aus und hänge sie mir an die Tür.Ist übrigens eine gute Unterstützung, um sich an Vorhaben zu erinnern. Mit den Punkten: Bewegung,Ernährung,Sprachen lernen, hat es funktioniert.... Am Thema "Loslassen" muss ich wohl noch arbeiten. Herzlichen Gruß, Elke

  • Hallo, Sinnesrausch !

    Die Gefahr besteht....
    Aber: vier-fünf Kärtchen aus festerer Pappe in auffälliger Farbe, dann Thema darauf notieren und ab an die Tür :wink:

    Mich hat es Überwindung gekostet, die Kärtchen dran zu lassen, als Besuch
    kam, aber ich dachte mir, es ist meine Wohnung, meine Vorhaben - und letztendlich : meine Tür !

    Lieben Gruß, Elke

  • Ja, Silberkralle !

    super Idee...

    Vielleicht sollte ich meine Kartensammlung noch um den Punkt ergänzen:
    "Nicht mehr bei XY vorbeifahren, nicht mehr Orte aufsuchen, die uns etwas bedeutet haben" :lol:

    ( aber anderen schlaue Ratschläge geben :lol: )

    Elke

  • ...Orte aufsuchen, die uns was bedeutet haben.

    das kenne Ich auch zu gut. Es hat so etwas magisches, aber tut nicht gut, wenn man loslassen will.
    Aber diese Verführung, kann Ich so gut verstehen!!

    Gruss

    Sinnesrausch :wink:

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