Ist ein normales Familienleben wieder möglich?

  • Hi, ich bins schon wieder. Versuch Dir - auch im überfüllten Haus - eine kleine Oase zu schaffen, und schmeiss alle raus, die sich diesem Gebiet nähern.
    Ich weiß es ist schwer, Platzmangel, aber sie haben ja doch ihre Zimmer.
    Und dann bleib hart, sie können sich auch gern mal bei den Freunden treffen.

    Pack die Boxhandschuhe aus, Nanni.

    :wink::wink::lol:

    Das mit dem Wetter is hier im Süden auch nicht viel besser :cry:
    Wird schon werden.

    Und auf deiner Prioritäten-Liste steht auf Punkt 1 hoffentlich "NANNI" :D

    Gruß, nici

  • Moin-Moin,

    hi nici, über die Boxhandschuhe mußte ich grinsen. Werde mir mal ein paar passende raussuchen.
    Du bist ja mit Sieben-Meilen-Stiefeln unterwegs. Bewundernswert :D
    Ich habe mich gestern, nach einen Telefonat mit meinen Mann, wahnsinnig geärgert. Mein Kleiner ruft ihn an um zum Vatertag zu gratulieren. Dann habe ich ihn an der Strippe und muss mir anhören das er endlich mal nicht vergessen wurde :?:
    Das ist einmal im Urlaub passiert, da gab es den Kleinen noch nicht mal.
    Dummerweise habe ich mich auf den Mist eingelassen und bekam dann noch zu hören das er die ganzen Muttertage organisiert hat. Erstens stimmt das nicht und selbst wenn, erwähnt man das doch nicht. Und das von jemanden, der mir die letzten Jahre sämtliche Feiertage vermiest hat.
    Ich bin auf der einen Seite erschüttert, dass ich so wütend wurde- musste auf dem Weg zu meinen Vater die Tränen zurückhalten- auf der anderen Seite habe ich mich zum ersten mal gefragt was da passiert ist.
    Warum ich mich nach Gesprächen mit ihm schlecht fühlte. Ähnliche Dinge sind schon öfter passiert.
    Jetzt ist es an mir bei einem nächsten Gespräch klar meine Grenze aufzuzeigen. Hoffentlich erkenne ich sie rechtzeitig und gehe nicht wieder impulsiv auf so einen Müll ein.
    Es ist schon ein komisches Gefühl, wie ich merke das ich mich langsam verändere. Was da wohl am Ende bei rauskommt? Und passen mein Mann und ich dann noch zusammen?
    Liebe Grüße von einer sehr nachdenklichen Nanni

  • Hallo Nanni,

    wahrscheinlich wohl eher nicht...denn du wirst mehr Selbstbewußtsein haben..mehr an dich denken und vor allen Dingen dir nichts mehr gefallen lassen...meinst dein Mann würde damit klar kommen wenn er jetzt schon so reagiert??

    Du schreibst, du fühltest dich schlecht nach dem Gespräch...hmm...ist es das wert??

    Vielleicht solltest du ihm einfach mal sagen, wenn er mit dir nicht vernünftig redet und seine Vorwürfe nicht aufhören, dann würdest du beim nächsten Mal den Hörer auflegen denn du willst und kannst dir das nicht mehr länger anhören!

    Nanni das hast du gar nicht nötig...denke an dich...warum ziehst du dir das auch noch mit rein...breche solche Gespräche abrupt ab.
    Vielleicht fängt er dann mal an nachzudenken.

    Liebe Grüsse
    Monty

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • Zitat von Nanni

    Und passen mein Mann und ich dann noch zusammen?

    Denk gerade über die gleiche Sache nach.

    Warum denken wir erst jetzt nach, Nanni ?
    Und wenn wir fertig gedacht haben, mal merken, was wir wollen, ...

    macht mir Angst, was da rauskommt.

    Sch...Gefühle, gell.

    nici

  • Hallo Nanni,

    hm, warum fühlst du dich nach Gesprächen mit deinem Mann schlecht? Ich habe es auch damals oft so empfunden, so als ob ich Backpfeifen erhalten hätte oder so...

    Das waren wohl auch welche, bildlich gesehen. Ich kann dir sagen, wie ich es sehe. Heute.

    In jedem dieser Gespräche wirst du klein gemacht, mit Worten. Das muss er nicht direkt tun, es gibt soooo viele versteckte Dinge, selbst die Körperhaltung kann da was machen! Er redet dir Schuld an allen möglichen Dingen ein, dadurch fühlst du dich unwert, nicht in der Lage, es zu erfüllen, was er braucht. Er redet dir Verantwortung dafür ein, dass es ihm nicht sooo gut geht mit irgendwas. Und dann sagt er, (also irgendwie übertragen), du schaffst es sowieso nicht, da was zu erfüllen...

    So in etwa könnte es doch sein? War bei mir jedenfalls so. Und schlussendlich war ich dann auch immer wieder schuld daran, dass er ja trinken musste, so schlimm wie ich war... :roll: .

    Das ist nicht aufbauend. Ich habe da was wichtiges gelernt! Was dir auch schon meine Vorschreiberinnen geschrieben haben. Angrenzung, Stopp-Schilder hochhalten! Du darfst immer sagen, "stopp jetzt, genug, aufhören!" Oder du drehst dich um und gehst. Oder beendest das Gespräch, bei dem du nur kleingemacht werden sollst. Das hast du nämlich nicht nötig! Und du musst dich auch nicht rechtfertigen für was, dich erklären. Das bringt dir nichts und er wird es verdrehen und wieder gegen dich verwenden. Deshalb: Stopp-Schild, klare Ansage, konsequentes Verlasen der für dich schlechten Situation!

    Ob du mit deinem Mann jemals wieder zusammenpasst, wer weiß? Da müsst ihr eine gemeinsame Basis schaffen und es ist fraglich, ob er das überhaupt will? Mit meinem Exmänne habe ich jetzt eine gemeinsame Basis, in der wir uns gegenüber treten können, wenn wir aufeinander treffen. Das passiert ja öfter, er wohnt nur um die Ecke, wir haben erwachsene Kinder und ein Enkelchen, was er und ich abwechseln hüten, wenn unsere Tochter arbeitet. Zu mehr als dieser Basis, dass wir uns nicht mehr gegenseitig beschuldigen müssen, ich mich nicht mehr rechtfertigen muss, ihm klare Ansagen mache, hat es nicht mehr gereicht! Wir sind gleichwertig! Aber das, was wir jetzt haben ist schon tausend mal mehr als das, was wir 20 Jahre vorher hatten...

    Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin auf deinem Weg und viele Grüße
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo ihr Lieben,

    Monty, nici und Aurora- vielen Dank für Eure Antworten. Haben mich zum Nachdenken gebracht.
    Ich glaube mein Mann lenkt die Gespräche auf meine Fehler und Defizite um von dem abzulenken, was durch seine Trinkerei passiert ist. Da muss ich noch schneller stop sagen. Meine Hoffnung ist ja, dass er in der LZT lernt damit umzugehen. Das ist mir schon sehr wichtig das diese Schuldzuweisungen aufhören(mache ich ja auch nicht) und er für sein Verhalten Verantwortung übernimmt. Auch glaube ich das er merkt wie ich dabei bin mich zu verändern. Das wird ihn noch zusätzlich verunsichern. Ich will ihn hier keinesfalls in Schutz nehmen, möchte nur verstehen.
    Auf jeden Fall, egal wie es mit uns weiter geht, werde ich weiter an mir arbeiten. Und Eure Ansichten und Erlebnisse helfen mir sehr dabei.
    Euch allen noch einen schönen Samstag !

    Nanni

  • Nanni...ich glaube verstehen werden wir nie!!!

    Doch viel wichtiger ist, dass wir uns eines Tages besser verstehen können!!

    Dir auch noch einen schönen Restsamstag.

    Monty

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • Hallo Nanni,

    auf alle Fälle ist er durch dein verändertes Verhalten verunsichert! Er merkt ja, dass die altbewährten Strategien nicht mehr immer bei dir wirken. Weil du ja schon die ersten Schritte gemacht hast.

    Die Schuldzuweisungen werden dann aufhören, wenn du nicht mehr darauf anspringst, also dir diesen Schuld-Schuh irgendwie auch anziehst. Wenn du dich nicht mehr in Diskussionen verstricken lässt, sondern vorher schon sagst:"Nöööö, ich nicht!" Oder so...

    Zitat

    Auf jeden Fall, egal wie es mit uns weiter geht, werde ich weiter an mir arbeiten


    Das finde ich wirklich gut!

    Einen schönen Sonntag und viele Grüße von
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo ihr Lieben,
    melde mich auch mal wieder. Hatte hier viel Trubel in den Ferien, kaum Gelegenheit zum Schreiben. Bei der Arbeit an mir habe ich das Gefühl festzustecken, irgendwie geht es nicht weiter. Dachte bei dem Gedanken-Karussell zeigt sich mal ein Weg, oder wenigstens ein kleiner Trampelpfad, aber ich seh ihn nicht. Wenigstens haben mich meine Traurigkeits-Attacken in Ruhe gelassen. Vielleicht ist das ja doch schon ein Schritt auf dem versteckten Weg.
    Seit Freitag ist mein Mann wieder hier. Nach 10 Wochen alleine ist das schon ungewohnt. Muss jetzt verdammt aufpassen, nicht wieder in alte Muster zu fallen. Ich finde es sehr schwehr die Balance zu finden, meine Grenze zu schützen und auch keine Ego-Ziege zu werden. Mir fällt es ja auch immer schwehr klar zu sagen was ich will. Aber ich bleibe dran und im Großen und Ganzen läuft es recht gut. Heute Abend ist in der Entzugsklinik ein Ehemaligen-Treffen mit Angehörigen. Bin mal gespannt wie das wird.
    Einen schönen Rest-Dienstag wünsche ich Euch

    Nanni

  • Hallo Nanny,

    du schreibst, es fehlt dich schwer deine Grenzen zu schützen und keine Ego-Zicke zu werden.
    Ueber eine solche Gedanke bin ich letztens auch gestolpert, ich habe gedacht; so wie ich jetzt geworden bin, in der Ehe, wollte ich nie werden.... eben keine Ego-Zicke...
    ABER....
    Ich habe es auch nicht ausgewählt Co-abhängig zu werden, wurde so gemacht in der Kindheit und ich habe nicht ein Mann gewählt, der mich dazu bringt Ego-Zicke zu werden, zu meinem eigenen Selbstschutz.

    Partner von Alkoholikern, müssen manchmal anders reagieren, als man es sich erträumt hat, wir haben auch eine andere Stellung als in einer normalen Partnerschaft... Zudem haben wir als Co-abhängig der Sinn verloren für das, was uns gut tut, darum benennen wir uns Ego-Zicke, wenn wir ganz normal und selbstbewusst reagieren.
    Ich denke, der Weg aus der Co-abhängigkeit geht nicht ohne sich Ego-Zicke zu fühlen, gegenüber Menschen, die uns schaden und ausnutzen.
    Ich beobachte gern andere Paaren, die kein Problem haben mit Alkohol und mit Co-abhängigkeit und sie haben es auch nicht nötig, sich selber zu behaupten und den Weg freizuschaufeln.
    Also... lieber Ego-Zicke und mein Selbstschutz bewahren als zurück in der Co-abhängigkeit hineintrampeln... und dabei kaputt gehen...

  • Hallo Nanni,

    auch von mir alles, alles Liebe zum Geburtstag und das du deinen Weg für dich finden wirst.

    Liebe Grüsse
    Monty

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • Hallo Nanni

    wie war das Treffen mit den Anghörigen ? Und vorallem wie war/ist Dein Geburtstag heute ?

    Versuch auf Distanz zugehen, auch wenn es schwer fällt.
    Gestern abend hat meiner wieder getrunken, und ich konnte mir auch einen Kommentar nicht vergneifen, hab mich dann geärgert, weil ich mich hab aus der Reserve locken lassen.
    Aber was solls ... weiter machen im Programm.

    Liebe Grüße,
    nici

  • Liebe Welia,

    ich verstehe was Du meinst. Mein Mann trinkt ja nun nicht mehr und irgendwie muss ich da den Mittelweg finden. Ich will ja in einer zufriedenen, gleichberechtigten Partnerschaft leben. Und da kann ich meiner Meinung nach nicht nur meine Bedüfnisse durchsetzen. Und da jetzt zu erkennen was Kleinkram ist und was mir wirklich wichtig ist, dass finde ich schwierig.
    Ich habe schon ein paar Grenzen gesetzt und war positiv überrascht von seinen Reaktionen. Er setzt sich mit meinen Empfindungen auseinander, dass war zu Trinkzeiten gar nicht denkbar. Wir hatten jetzt auch schon Auseinandersetzungen, da muss ich aufpassen nicht in meiner Schmollecke zu verschwinden und auch stop sagen, wenn der schwarze Peter wieder in meine Richtung geschoben wird. So nicht mehr! Ich glaube es ist mir schon ganz gut gelungen und ich arbeite ja noch weiter an mir. Und erwarte das selbstverständlich auch von ihm. Und bevor wieder Co :arrow:lieber eine Ego-Zicke :D
    Nanni

  • Moin ihr Lieben,
    vielen Dank für Eure Glückwünsche. Habe mich sehr gefreut. Ich weiß gar nicht mehr der wievielte 29te das war :)
    Ja, der Tag war schön und ruhig, so wie ich es wollte.
    Morgens schön einen Kaffee mit meinen Mann getrunken, nachdem alle aus dem Haus waren, habe ich ein laaanges Schaumbad genommen. Nachmittags dann ein bißchen Besuch, obwohl ich eigentlich gar nicht wollte. War aber trotzdem schön. Heute gehe ich mit meiner Mum und Tante bummeln, habe ich geschenkt bekommen. Damit ich nur an mich denke.
    Das Treffen war nicht nur für Angehörige, sondern für Beide. Nachdem ich alles sacken lassen habe, konnte ich einiges für mich mitnehmen. Vor allen Dingen hat es aber Gesprächsstoff zwischen meinen Mann und mir geliefert, das war richtig gut :D Natürlich musste sich jeder vorstellen, das ist ja immer mein Horror. Gott sei Dank war ich zuerst dran, musste ich wenigstens nicht die ganze Runde über schwitzen(waren ca. 30 Teilnehmer).
    Ich hoffe das ich solche Situationen auch mal in den Griff kriege, kann es mir aber nicht vorstellen :roll:
    Ich wünsche allen einen schönen Donnerstag.

    Liebe Grüße Nanni

  • Zitat von Nanni

    Liebe Welia,

    ich verstehe was Du meinst. Mein Mann trinkt ja nun nicht mehr und irgendwie muss ich da den Mittelweg finden. Ich will ja in einer zufriedenen, gleichberechtigten Partnerschaft leben. Und da kann ich meiner Meinung nach nicht nur meine Bedüfnisse durchsetzen. Und da jetzt zu erkennen was Kleinkram ist und was mir wirklich wichtig ist, dass finde ich schwierig.
    Ich habe schon ein paar Grenzen gesetzt und war positiv überrascht von seinen Reaktionen. Er setzt sich mit meinen Empfindungen auseinander, dass war zu Trinkzeiten gar nicht denkbar. Wir hatten jetzt auch schon Auseinandersetzungen, da muss ich aufpassen nicht in meiner Schmollecke zu verschwinden und auch stop sagen, wenn der schwarze Peter wieder in meine Richtung geschoben wird. So nicht mehr! Ich glaube es ist mir schon ganz gut gelungen und ich arbeite ja noch weiter an mir. Und erwarte das selbstverständlich auch von ihm. Und bevor wieder Co :arrow:lieber eine Ego-Zicke :D
    Nanni

    Hallo Nanni,

    entschuldigung, die Situation erkannte ich nicht, ich dachte dein Mann trinkt immer noch... klar sieht es anders aus, wenn ein neuer Anfang beidseitig gemacht wird..
    Ich wünsche dir viel Glück, du hast in dem Fall geschafft, wovon andere nur träumen können.

  • Hallo liebe Foris,

    ich dachte ja das ich die schlimmsten Achterbahnfahrten der Gefühle hinter mir habe, da habe ich mich aber geschnitten. Gestern drängte sich mir mit aller Macht meine Kindheit auf und ich musste heulen und heulen. Ich sah mich als kleines Mädchen und wollte mich am liebsten selbst in den Arm nehmen. Verliere ich langsam den Verstand? Nun gab es sicher einige Situationen, die ein kleines Kind nicht mitbekommen sollte, aber wieso haut mich das nach all den Jahren so um? Geliebt wurde/werde ich, dass weiß ich,
    aber wieso konnte ich so gar kein Selbstbewusstsein aufbauen? Bis Heute nicht. Es fällt mir auch schwehr es hier zu schreiben, mir ist klar geworden, das ich andere Menschen immer sehr auf Distanz halte, kaum etwas preis gebe von mir. Das wirkt auf viele sicher arrogant. Auch habe ich das diffuse Gefühl, dass da noch irgend ein schwarzes Loch aus meiner Kindheit lauert, kann es nicht besser beschreiben. Sorry, wenn das hier alles etwas wirr ist, aber ich bin auch total verwirrt. Keine Ahnung was plötzlich mit mir los ist. Denke über eine Therapie nach, habe aber Panik schlafende Hunde zu wecken und am Ende geht es mir noch schlechter. Und wie kann ich meinen Mann so eine Stütze sein? Oh Mann, da haben sich ja zwei kranke Seelen getroffen. Ist mir nie so klar gewesen.
    Werde mir jetzt laute Musik anmachen, in der Hoffnung wieder klar denken zu können.
    Liebe Grüße

    Nanni

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