Hallo,
kurz nach der Trennung...als ich noch versucht habe,mich zu erklären...habe ich meinem Mann gesagt:Ich wollte deine Frau sein,nicht deine Mutter.
Und unsere Urlaube waren auch mit viel Trinken verbunden...
Leider.
LG
Susanni
So, nun schreibe ich hier nochmal
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Hallo Martha, hallo Susanni,
ich weiß ja im Innersten, dass ihr recht habt, aber im Moment
kann ich da noch nicht gegen an.
Leider habe ich immer noch die Hoffnungen, dass ich es ändern kann.
Ich bin noch im Lernprozess, habe mich doch erst vor einigen Tagen
intensiv mit dem Thema befasst.
Auch habe ich hier sehr viel gelesen und ich habe allmählich begriffen,
dass einmal Alki immer Alki heisst, es sei denn, trockener Alkoholiker-
Ich muss das hier doch alles erst lernen umzusetzen.
Im Urlaub habe ich es immer verdrängt, viele trinken dort ja.
Diesesmal werde ich es mit offeneren Augen sehen und werde
es mehr verurteilen, als jemals zuvor.
Habe auch Angst, dass es mir den Urlaub vergellt.
Es hat sich genau aus diesem Grund auch noch überhaupt keine
Vorfreude auf unseren gemeinsamen Urlaub eingestellt.
Das hatte ich noch nie. Das kommt, dass ich jetzt die Diagnose habe:
Mein Mann ist ein Alkoholiker, das ist mir noch nie so bewusst gewesen, erst seitdem ich hier Hilfe suche und auch finde.
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, das ist mir klar.
Trotzdem dank ich euch sehr für eure Ehrlichkeit.
Ich melde mich in gut 2 Wochen wieder.Ich werde für mich so viel Erholung rausholen, wie es geht, ich habe
es so nötig.
LG Waldliebende -
Hallo Waldliebende!
Ja um so mehr man hier liest umso mehr ändert sich die eigenen Wahrnehmung.Das hat man erlebt und das auch.Alleine mit seinen
Erfahrungen ist man nicht.
Hoffe du liest das hier noch vor deinem Urlaub auch wenn noch keine
Vorfreude sich eingestellt hat. Erwarte einfach nicht zu viel. Zieht dir einfach das beste raus aus den paar Tagen. Weiß schon was ich meine.
Wünsche dir von Herzen schönen Urlaub und meldr dich bitte zurück.
Bin schon jetzt sehr gespannt was du zu berichten hast.LG
Mohn -
Hallo Waldliebene
Wie war der Urlaub und ist bei dir alles in Ordnung?
Wäre sehr schön mal wieder von dir zu hören.LG
Mohn -
Entschuldige bitte, dass ich jetzt erst antworte.
Ich bin schon fast 3 Wochen wieder zurück.
Der Urlaub war nicht so wie erhofft. Die Insel hat sich verändert,
bzw. die Menschen, die dort Urlaub machen.
Es gab plötzlich neue Hotels voller grölender, Quadfahrender,
lauter Engländer in unserer Nähe.
Wir konnten kaum in Ruhe Fahrrad fahren, sie rasten um uns rum wie die
Irren.
Unsere Lieblingstaverne war eigentlich wie vor 8 Jahren, nur das Essen ist wesentlich besser geworden, es hat sooo gut geschmeckt und die
Besitzer haben sich immer gefreut, dass ich jeden Tag meinen
Teller leer gegessen habe.
Unser Hotel war voller Holländer, sie waren sehr nett zu uns, aber
wir hätten auch gerne mal wieder deutsch statt englisch gesprochen.
Uns fehlte einfach der Kontakt, es ist doch nett, wenn man ein paar gleichgesinnte Menschen hat.
Wir haben auch Deutsche aus dem Osten kennengelernt, aber die wollten jeden Abend mit uns zusammensein, das war dann doch ein bischen nervig, wir haben uns dann auch woanders unser Essen einverleibt.
Nur da waren die Tavernenbesitzer "unserer" Taverne immer ganz überrascht, dass wir hier und da woanders waren. Sie sind sehr lieb und nett, behandeln einen wie Familie, haben uns spontan nach 8 Jahren wiedererkannt, aber sie wollen einen dann eben nicht missen.
Was soll ich sagen? Mein Mann hat sich an die Spielregeln gehalten.
Wir hatten zusammen eine entspannte Zeit, es wurde nicht gebechert wie verückt, alles im Rahmen.
Unser Alltag hatte uns schneller wieder, als uns lieb war.
Wir hatten bis zum heutigen Tage keine Zeit mehr für uns.
Auto auf der Rückfahrt vom Flughafen kaputt, neues gekauft, besch... worden, miese gemacht, nachdem der Verkäufer es gnädigerweise zurücknahm.Wieder ein anderes gekauft, gestern gerade, heute schon wieder in der Werkstatt, war aber nur eine alte Zündkerze.
Nun läuft die Karre. Sohnemann hat Beziehungprobleme, das geht nun schon seit Wochen so.Er hat uns sogar im Urlaub damit belastet, dann war die Pre-Paid Karte leer, Gott sei Dank, endlich Urlaub.
Wir haben sie einfach nicht mehr aufgeladen.
Mein Onkel ist im Urlaub gestorben, eine gute Freundin meiner Mutter auch. Ich hatte letzten Samstag einen Wegeunfall, habe mir den Nacken dermassen geprellt, das ich mindesten 8 Tage nicht arbeiten kann, meine Herzrythmusstörungen fangen wieder an, aber sonst geht`s gut.
Sonst noch Fragen?
Ich weiß gar nicht, wie man so eine lange Pechsträhne haben kann.
Ach ja, die waschmaschine konnte wir noch nicht ersetzen, keine Kohle mehr da, muss noch 3-4 Wochen warten, aber ich habe liebe Nachbarn
, die helfen gerne mit ihrer aus.
Meine beste Freundin soll angeblich Fahrerflucht begangen haben.......
Es ist wirklich so, dass ich jeden Tag neue Hiobsbotschaften erhalte.
Ich bin schon wieder urlaubsreif, sowas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt.
Deshalb, liebe Mohn, nicht wundern, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe.
Wie geht es dir?
Ganz liebe Grüße
Waldliebende -
Hallo Waldliebende!
Ich hab mich schon sehr gefreut, als ich gesehen habe, das du dich gemeldet hast. Hab mir schon sehr Gedanken gemacht was passiert seien könnte. Bin zwar noch sehr neu hier im Forum habe aber schon gemerkt, daß einige nur eine relativ kurze Zeit hier schreiben und dann plötzlich weg sind und man garnichts mehr hört.
Als ich das, was du geschrieben hattest durchgelesen habe, hab ich mir nur gedacht wieviel Pech du am Stück in der letzten Zeiz gehabt hast. Kein Wunder das du keine Lust gehabt hast dich zu melden. Volles Verständis!Bin sehr froh das dein Mann sich an die Spielregeln gehalten hat, das ist ja schon mal was. Es muß ihm jadoch eine Menge an dir liegen. Er bemüht sich ja schon. Ist zu hoffen das es auch anhält.
Bei mir ist es zur Zeit die wahre Hölle, Nach sehr erlicher Androhung der Scheidung ging der Konsum nach unten. Und ich hätte es auch durchgezogen!!!! Aber Rückfälle sind jetzt zur Zeit an der Tagesordnung,ich weiß nie wie der Tag endet. Voll oder weniger voll sozusagen.Da meine beiden großen Söhne , die sich absolut nicht leiden können, mit uns in einem Haus leben, werden deren Probleme auch sehr auf uns übertragen. Ich kann hier nicht mehr im offenen Bereich schreiben das würde sehr ins Detail gehen . und den gesicherten Bereich kann ich mir wohl nicht leisten. Nur soviel der älteste trinkt auch ordentlich und der jüngeste nicht. Der macht sich auch sehr viel Sorgen um seinen Vater und versucht immer wieder mit ihm deshalb zu sprechen. Mein Mann kommt mit den Söhnen garnicht mehr klar, und benutzt sie auch als Alibi füt seine Rückfälle. Wie gesagt bin ich zur Zeit auch in einer schlechten Phase. Wenn die Probleme mitander nicht gelöst werden, werde ich wohl mir den Jüngsten schnappen und ausziehen müssen Gottsei dank habe ich mir ein alkfreies Umfeld geschaffen, sonst wüerde ich mit nervlich um die Lampe fliegen. Wirklich schade das ich dir nix besseres schreiben kann, aber so sieht es zur Zeit aus. Ich hoffe aber das bei dir bald die Pechsträhne vorbei ist!!!!!Und wieder ruhe eingekehrtLG
Mohn -
Liebe Mohn,
oh je, das ist alles shit für dich und deine Familie und tut mir leid.
Ich finde den gesicherten Bereich auch ziemlich teuer.
Wir müssen eben aufpassen, dass wir nichts schreiben, was sozusagen nicht erlaubt ist. Sollten wir es versehentlich doch tun, dann wird Karsten uns schon in die Schranken weisen.
Ich finde es wichtig, dass wir uns hier weiterhin austauschen können.
Ja, meinem Mann liegt tatsächlich viel an mir, das hatte ich schon
mal geschrieben.
Sag mal, sind deine Söhne nicht in einem Alter, in dem sie sich langsam eine eigene Wohnung suchen können? Dann wärst du ein Problem schon mal los.
Aber das eigentliche Problem ist und bleibt dein Mann, das weisst du ja.
Ich mache mir da auch nichts vor und bin ständig auf der Lauer, ob er es nicht doch wieder übertreibt, das ist auch nicht der Sinn der Sache, ich weiß.
Kannst du deinem Mann nicht ein Ultimatum stellen? Wenn er es bis da und da nicht lässt, sich ständig volllaufen zu lassen, dass du dann auf jeden Fall die Scheidung einreichst?
Ach Mona, ich wünsche dir so sehr, dass du wieder glücklich wirst.
Aber mit deinem Mann kannst es wohl nicht mehr werden.....
Ich drück dich mal ganz fest.
Melde dich bitte weiterhin und Kopf hoch.
Alles Liebe
Waldliebende -
Hallo Waldliebende!
Erstmal vielen Dank für deine liebe Antwort. Recht hast du die beiden Söhne sollten eigentlich ihre eigenen Wege gehen. Aber der ältere hat erst vor kurzer Zeit eine Wohnung in unserem Haus bezogen, der zieht bestimmt nicht aus. Und der andere ist, ich muß es mir eingestehen, seelisch sehr labil. Ohne Famiele oder einen von uns würde der untergehen. Vor 2 Tagen habe ich bei einen sehr großen Knall den größeren unserer Wohnung verwiesen. Und kommt bestimmt nicht mehr so schnell wieder rein, nachdem was der sich geleistet hat. Das bringt jetzt merklich Ruhe in die Familie rein, diese selbst auferlegte Kontaktspeere. Aber ich denke auch das in der Erziehung der beiden einiges falsch gelaufen ist. Denn ich habe es versucht die Vaterrolle zu übernehmen, aber damit war ich überfordert. Das muß ich schon ehrlich mir eingestehen.Gerade Söhne brauchen ein männliches Vorbild nachdem sie sich richten können. Das war aber nur trinkenderweise und teilnahmslos vorhanden und das rächt sich. Wie hast du eigentlich die Erziehung deiner Kinder gemeistert, daß würde mich schon sehr interessieren???Merkst du da auch ein Defizit?? Mache dir bitte bitte nicht Sorgen um mich, diese Phasen hatten wir schon mal gelegentlich, aber es kehrt nach einer Weile auch wieder Ruhe ein. Wenn ich mir hier im Forum einiges durchlese da geht es einigen noch wesentlich schlimmer. Bei uns herrscht nicht der tägliche Terror, auch wenn das so jetzt wahrgenommen wird.
Ja, es stimmt Hauptursache ist mein Mann bzw. der Alk. Wenn ich ihm entschieden mit der Trennung drohe (und er nimmt das ernst, weil ich das durchziehen kann ) geht der Alkkosum rapide nach unten. Hinhaltetatik würde ich mal meinen. Aber dann fällt auch er in alten Verhaltenweisen wieder rein. Und nicht nur er. Ich auch bin ja dann für eine Weile beruhigt, aber es geht ja dann auch wieder nach oben. Man läßt sich ja als Co nur allzugerne beruhigen. Dieses Aufpassen nerv mich ganz schön, ich komme mir manchmal vor wie eine Mischung aus Mutter und Suchtberaterin. Er sollte wirklich eine Therapie machen, aber sowas würde er nie machen weil ,du ahnst es schon, wir an allem schuld sind.
Und wie ich schon öfters geschrieben habe nach 30 Jahren trennt man sich nicht so schnell.Upps, jetzt hab ich viel geschrieben, wie sieht es zur Zeit bei dir aus???????? Ist diese verdammte Pechsträhne endlich vorbei????LG
Mohn -
Guten Tag Mohn,
Ja, es scheint, dass meine Pechsträhne erstmal vorbei ist.
Momentan versuche ich, wieder etwas zur Ruhe zu kommen.
Wie ich die Erziehung meiner Kinder gemeistert habe, fragst du.
Nun, anfangs haben wir es beide gemeistert, als mein Mann dann aber immer mehr dem Alkohol zusprach und er nicht mehr objektiv urteilen konnte, sobald Probleme auftauchten, habe ich den Part alleine übernommen. Er war dann oft nicht mehr in der Lage eine vernünftiges Gespräch zu führen, wurde oft laut, ungerecht und hat bei meinem Sohn dann schnell versch...er konnte ihn dann auch nicht mehr ernst nehmen und hatte irgendwann natürlich keinen Repekt mehr vor seinem Vater.
Das alles war ein schleichender Prozess, ich habe darunter enorm gelitten, habe oft an Trennung gedacht, aber dann waren da wieder die guten Zeiten und ich redete mir ein, dass er so schlecht nicht ist.
Unser Sohn ist heutzutage auch ziemlich aggressiv, er kann schlecht mit Problemen umgehen, das hat ihn wohl ziemlich geprägt, ist ja auch kein Wunder.Auch ich musste ihn letztens unserer Wohnung verweisen, weil er sich mal wieder nicht im Griff hatte, welche Paralellen zu deiner Situation...
Ich ziehe heutzutage schnell die Notbremse, lasse mich auf Streitereien, die aus dem Ruder laufen, gar nicht erst ein. Bei meinem Sohn ist es aber nicht der Alkohol, er trinkt nicht, raucht nicht, hat aber eben leider eine aggressive Grundhaltung im Leben entwickelt.
Mit 22 habe ich ihn sanft aus dem elterlichen Haus geschupst, es war besser so. Nun hat er selber Beziehungsprobleme, aber die muss er meistern, da kann ich ihm nicht helfen, ich muss an mich denken, sonst geh ich kaputt.
Ja, es ist absolut richtig was du schreibst, gerade Söhne brauchen einen Vater, zu dem sie aufschauen können und Mütter können das nur bedingt auffangen. Mein Sohn hatte sich zeitweilig dann als Beschützer und Aufpasser entwickelt, als er schon ausgezogen war.
Er fing dann an uns zu bemuttern ,so unter dem Motto, kommt ihr auch zurecht, kann ich hier und da und dort helfen, das wurde zu einer richtigen Manie.
ich konnte ihm dann aber klarmachen, dass wir unser Leben im Griff haben, dass er sich auf sich selbst konzentrieren muss, er machte das auch mit anderen Menschen und merkte dabei nicht, dass er auf der Strecke blieb, bzw. seine Beziehung darunter zu kurz kam, er sah seine eigenen Probleme nicht mehr.
Nun ist es so weit, dass wir uns erstmal eine Zeit nicht mehr sehen, Pause ist angesagt, manchmal ist es so besser, dann können alle verschnaufen und die Gemüter sich hoffentlich beruhigen.
Ich habe auch keine Kraft mehr zu endlosen Diskussionen, weder mit meinem Mann, noch mit meinem Sohn.
Schlimm ist auch, dass die Partnerin meines Sohnes über alles bescheid was, welche Kreise das zieht im Leben.
Ich werde immer bedauert, aber das will ich gar nicht, ich zeige mich nicht gerne bedauernswert. Bin immer ein starker Mensch gewesen und werde es hoffentlich auch bleiben.
Wenn es dann nicht mehr geht, werde ich andere Wege gehen müssen, aber das Handtuch nach so vielen Jahren schmeissen, das kann ich jetzt noch nicht. So ist die Situation momentan zu ertragen, noch....
Das Leben könnte so schön sein, warum müssen wir solche Probleme haben und gibte wirklich nur den Weg der Trennung, wie hier so viele schreiben..? Wieviel kann/muss ein Mensch im Leben ertragen, erdulden, was ist richtig und was falsch? Kann man immer nur mit Gefühlen arbeiten, oder muss eines Tages nur noch der Kopf entscheiden?
Und könnte man diesen neuen Schmerz der Trennung dann auch ertragen? Kommt man danach vom Regen in die Traufe?
Stichwort Problemverlagerung.....Keine Mensch kann uns in die Zukunft blicken lassen, leider...
Liebe Grüße
Waldliebende -
Hallo Waldliebende!
Ich habe beim Lesen wirklich eine Gänsehaut bekommen. Was du da schreibst, daß habe ich genauso erlebt bzw. muß ich leben. Ob es die alleine Erziehung ist, die Lebenseinstellung der Söhne, dieses Bemuttern und Beschützen wollen. Meine beiden Söhne habe keine Beziehung und ich muß sagen besser so.Die kommen kaum mit sich selber zurecht. Auch ich kenne das Fremdschämen, wenn jemand mitbekommt was in der Familie abgeht. So habe ich nur soziale Kontakte außen, auf Abstand, damit die bloß nix merken. Meine Außenwirkung ist die einer starke Frau, einer taffen Frau. Und ich bins ja auch und werde es auch bleiben. Habe mir zum Überleben meine eigene Welt geschaffen, alkfreier Arbeitsplatz, alkfreie Bekannte usw. Lasse mir auch meine Träume nicht nehmen. Möchte auch endlich anfangen eine Kurzgeschichte zu schreiben. Das habe ich schon zu lange im Kopf. Das ist meine Art , das alles erdulden zu können. Zu Erkennen das man kein eigenes Leben führt, daß man immer Verantwortung auch für andere übernehmen muß. Ich komme damit klar, sag ich mal so, aber akzeptieren werde ich es nie. Ja, viele schreiben Trennung ist das beste , aber was kommt dann? Ich kann nur für mich schreiben, ich käme nicht mit den Schuldgefühlen klar, so bin ich. Und ich weiß das auch. Wie du, erdulde und ertrage ich alles in der Hoffnung das nicht der Tag kommen mag, wo ich meine Koffer packen muß. Ich kenne persönlich viele denen es schlechter geht wie mir, auch das hält mich oben. Eigentlich Beschämend. Monentan rauche ich ordentlich und keine Schokolade kommt an mir vorbei. Wie ist das bei dir? Problemverlagerung!Habe mich vor einiger Zeit in einen anderen Mann verguckt/verliebt. Der selbe Typ Mann wie meiner. Und auch er nicht frei von Problemen. ich denke nicht da an Alk. Aber da ist was, das spüre ich.Jetzt ist er vor einigen Monaten weit weggezogen. Für mich unerreichbar, und ich merke jeden Tag das ich an ihm denken muß ob ich es hätte doch versuchen sollen. Aber weg von zuhause und dann zu einen anderen???Damit hätte ich nicht glücklich leben können und trotzdem er geht mir nicht aus den Kopf. Hast du eigentlch sowas auch erlebt das man sich fur andere Männer interessiert??? Das würde ich gerne wissen?Ach, du meine Güte da hab ich mal wieder viel geschrieben. Hab ja einen richtigen Schreibanfall!! Wie gehts bei euch???
Andere Männer, nur gucken, nicht anfassen, wollte ich noch schreiben.LG
Mohn -
Liebe Mohn,
haha, da muss ich lachen, sorry, aber natürlich gucke ich nach anderen Männer, aber: Ich habe es aufgegeben, weil ich Angst habe, dass es dann von Seiten meines Mannes eines Tages heissen würde, dass ich ihn wegen eines anderen Mannes verlassen habe und nicht wegen des Alkohols und vieler anderer Sachen, die es nach sich zieht.
Allerdings, wenn da mal ein Traummann kommen würde, dann weiß ich
nicht, ob ich alle meine guten Vorsätze über Bord werfen würde.
Eigentlich könnte ich sehr gut alleine leben, das habe ich gelernt, früher wäre das für mich undenkbar gewesen, ich habe immer gedacht, dass ich es nicht kann.
Aber was mache ich denn jetzt? Ich mache doch wie du auch alles alleine, nur hätte ich weniger Sorgen, weniger Hausarbeit, weniger Wäsche, keine leeren Schnapsflaschen. Und endlich mal Ruhe, müsste mir nicht ewig den Kopf zermartern, was kommt jetzt wieder?
Dass du gerne schreibst ist wirklich lustig, ich tue es auch , kann mich schriftlich gut ausdrücken und habe eine gute Fantasie, habe auch schon mal eine Kindergeschichte und mehr geschrieben, hatte aber nie den Mut es zu veröffentlichen, das ist auch ziemlich schwer, da braucht man einen ziemlich langen Atem, mein Vater hat aber ein Buch geschrieben, es wurde aber erst nach seinem Tod von meiner Mutter veröffentlicht.
Wir könnten so viel machen, wenn wir den Kopf frei hätten, für die schönen Dinge des Lebens. Manche Tage mag ich gar nicht aufstehen, frage mich immer öfter, wozu noch, man steckt in einem Hamsterrad
und möchte so gerne ausbrechen, hat aber Angst vor dem Neuen...?
Genau, wenn da diese Schuldgefühle nicht wären, mein Mann sieht es ja nicht als so schlimm an, er wohnt in seiner kleinen Welt und die ist für ihn in Ordnung. Heute habe ich ihm z.B. am Telefon mal ein bischen die Ohren vollgejammert und da kam dann nur ein: Jaa, jaaa jaaa...
Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig. Ich habe wohl zu viel gedroht, dass ich ihn verlassen werde, wenn dies und das sich nicht ändert, er nimmt mich ja gar nicht mehr ernst....er sieht da gar keinen Änderungsbedarf. Ich habe ja nie was durchgezogen, habe immer weiter zu ihm gehalten. Er fühlt sich absolut auf der sicheren Seite. Nur wenn ich einen heftigen Streit vom Zaun breche, merkt er, dass da was nicht richtig läuft in unserer Beziehung und ist dann ganz entsetzt, dass seine kleine heile Welt zusammenbricht. Dann ist er wieder aufmerksamer, reisst sich eine Zeit zusammen, um dann im alten Trott weiter zu machen.
Ich glaube wie gesagt nicht, dass es gut ist sich den nächsten Mann zu nehmen, nur um aus einer Beziehung auszubrechen.
Ich träume oft davon alleine zu leben, mir meine Freunde einzuladen,
nicht nur Saufabende zu veranstalten, aber das ist schon lange vorbei, ich meine die Saufabende. In die Kneipen gehen wir so gut wie nie mehr, das habe ich hinbekommen. Auch ich treffe meine Freunde lieber ausserhalb meiner vier Wände, oder eben wenn mein Mann nicht da ist, natürlich auch bei mir. So muss ich nicht ständig auf der Hut sein, dass wieder was peinliches passiert. Es gibt einen guten Bekannten, der sagte mal zu mir, dass er es verstehen könne, wenn ich meinen Mann verlasse.
Ich war erstaunt, wie gut er meinen Mann durchschaut hatte, man täuscht sich da gewaltig, ich hatte immer gedacht, dass andere die Fassade nicht durchschauen. Die Mitmenschen bekommen mehr mit, als man denkt, auch das habe ich gelernt. also vermeidet man den Umgang in der Öffentlichkeit immer mehr. Das kann der Sinn einer Beziehung natürlich nicht sein, es darf nicht sein, dass einem der eigene Partner peinlich ist.
Dann sieht man die anderen Männer und denkt, so war meiner auch mal, ich konnte stolz auf ihn sein, habe mich gerne mit ihm gezeigt, war stolz auf ihn. Man sieht den Trinkern an, dass sie trinken, oder....?
Das sehen auch andere, denke ich. Sie verändern ihr Aussehen, werden dünner, können nicht mehr so viel essen, reden oft dummes Zeug, mal nett ausgedrückt, bleiben in der Entwicklung stehen, während man sich selbst weiterentwickelt, sie können nicht mehr objektiv urteilen, machen Gott und die Welt für ihr eigenes Elend verantwortlich, an allem ist die Regierung schuld. Schlimm ist das, da einfach nur die Faust in der Tasche zu machen und zu hoffen, dass das Umfeld es nicht so krass mitkriegt wie man selbst. Man muss sich oft schämen und das tut weh, denn so hat man den Partner nicht geheiratet und als man es dann mal endlich begriffen hat, waren schon 25 Jahre rum. Bzw. man hatte es schon viel früher begriffen und wollte es nur nicht wahrhaben.
Ich bewundere auch, genau wie du, die Menschen, die den Mut haben sich zu trennen, sich zu befreien, wieder glücklich zu werden.
Warum haben wir den Mut nicht, ist es wirklich nur Mitleid?
Siehste, Mohn, auch ich schreibe immer ellenlang, ist aber immer schnell gelesen und es tut uns beiden sehr gut alles von der seele zu schreiben, uns zu unterstützen, zu analysieren, das ist unsere Therapie, so sehe ich es.
Wer weiß, vielleicht kommt eines Tages das große Aufwachen für uns Beide und wir haben es geschafft, das wünsche ich mir und dir so sehr.
Alles Liebe
Waldliebende -
Hallo Waldliebende,
als mein Mann nach seinem Rückfall im Haus rumtobte, mich übelst beschimpfte und Psychoterror ausübte, litt ich sehr, weinte, jammerte, dachte an Selbstmord.
Eine sehr kluge Freundin von mir sagte: Du bist doch kein Hund, der nichts anderes kennt, als hinterm Ofen zu liegen und getreten zu werden!
Sie meinte damit: Natürlich konnte ich mich trennen. Schritt für Schritt.
Warum kannst du es nicht, wenn du doch so wortreich beschreiben kannst, warum es für dich das Beste ist?
Natürlich kannst du! Tu es!
Mach dir nen Plan, was dafür nötig ist. Klär die finanzielle Seite, such dir ne Wohnung (oder schmeiß ihn raus, was besser funktioniert).
Handel einfach.Ist nicht einfach natürlich, aber wir leben auch nicht irgendwo in einem Land, wo Frauen kein selbstbestimmtes Leben leben dürfen.
Du hast übrigens nur eins davon!Ich will dir einfach Mut machen, deine Träume und Visionen umzusetzen.
Ist nicht leicht, aber soooo schwer nun auch nicht.Liebe Grüße
Doro -
Liebe Doro, das ist sehr lieb von dir, dass du mir schreibst.
Ich weiß, dass du recht hast, das ist nicht das Problem.
Ich wünsche mir wirklich nichts so sehr, als alleine mein Leben
zu leben, die Betonung liegt auf alleine und LEBEN.Es gibt kein vernünftiges Argument, welches dagegen spricht.
Mohn und ich versuchen doch gemeinsam gerade zu ergründen, was
Frauen wie uns davon abhält.
Ich zermarterte mir gerade beim Gemüse schnibbeln auch wieder endlos
meinen Kopf. Z.B. habe ich überlegt, ob es an der Erziehung liegt..?
Ich wurde als typisches Mädchen erzogen, man (frau) sorgt für seine
Lieben. Man schmeisst nicht gleich das Handtuch, wenn es in der Ehe mal nicht so funktioniert. Es gibt den idealen Ehemann nicht..
Dein Mann ist doch ein ganz Netter, du bist ja auch manchmal eine ganz schöne Zicke, es hätte alles schlimmer kommen können.
Meine Brüder sind da ganz anders mit umgegangen, haben sich scheiden lassen, ohne Wenn und Aber, haben ihr Ding durchgezogen, haben mir auch schon oft dazu geraten.
Finanziell bin ich nicht abhängig, er auch nicht von mir. Es ist natürlich einfacher eine gemeinsame Wohnung zu haben, finanziell gesehen, aber das ist nicht der Grund.
Es kann nur Mitleid sein und das gilt es auszuschalten, nur wie...?
Dafür gibt es wohl kein Patntrezept, ich muss es schaffen, mich davon zu befreien.
LG Waldliebende -
Hallo Waldliebende,
wahrscheinlich ist dein Leidensdruck einfach noch nicht hoch genug...
Ich hab mich zweimal getrennt (vom selben Mann, ähem, räusper) und jedes Mal war ich an einem Punkt, an dem ich anfing, wirklich Angst zu bekommen.
Das erste Mal war es mehr so die allgemeine Angst, mein Leben an seiner Seite wegzuschmeißen: keine Familie gründen zu können, ihn finanzieren zu müssen usw.
Das zweite Mal war es einfach nur noch furchtbar und ich dachte, ich dreh jetzt durch.Es waren Er-oder-ich-Situationen.
Ich wünsch dir jedenfalls, dass du irgendwann die Kraft hast (oder die Verzweiflung?), zum Handeln überzugehen.
Es fühlt sich dann übrigens erstmal immer noch scheußlich an. Es war bei mir nicht so, dass ich lachend Koffer packte. Es war Heulen, Verzweiflung, schlechtes Gewissen, Angst, alles auf einmal. Aber ich wusste: Ich muss das jetzt tun.Und dann, wenn man erstmal das Gröbste geschafft hat, kann man aufatmen, dann gehts steil bergauf.
Liebe Grüße
Doro -
Liebe Doro,
vielen Dank für deine Ehrlichkeit.
Ich arbeite daran, das kannst du mir glauben.
Wie lange ist das bei dir jetzt her?
Was war der ausschlaggebende Punkt, dich genau an dem
bewussten Tag zu trennen?
LG Waldliebende -
Hallo Waldliebende,
na ja, ohne Ehrlichkeit macht das Forum ja gar keinen Sinn!
Wann war der Punkt? Das dauert etwas, das zu erklären.
Also, ich hab mich, wie gesagt zweimal getrennt.
Das erste Mal war es so, dass er die ganze Zeit über trank. Sozusagen die ganze Beziehung über, ich hab ihn schon so kennengelernt, aber gedacht, ich geh dann, wenn er nicht bald aufhört. Dann gingen die Jahre ins Land, ich hatte inzwischen mein Studium beendet und bastelte an meinem Berufseinstieg. Und er tat gar nichts, jahraus, jahrein.
Ich glaube, der letztendliche Auslöser war, dass ich merkte, dass ich die beruflichen Belastungen mit ihm nicht schaffen konnte. Im Studium gings eher. So ne durchstrittene Horrornacht... Nun ja, als Studentin konnt ich mir das eher leisten. Im Beruf gings nicht mehr, da musste ich jeden Morgen um dieselbe frühe Stunde fit sein. Ich hatte Angst, dass ich mir meine eigene berufliche Zukunft verbaue. Und dann noch der Gedanke, dass ich ja, sobald ich eigenes Geld hätte, auch noch für ihn aufkommen müsste. Und schließlich mein Kinderwunsch, mit ihm ging das offenbar nicht.
Er war auch gewalttätig, nicht extrem, aber doch trotzdem auch körperlich. Aber das war noch nicht mal der Auslöser.
Es war nicht ein Tag. Jahrelang trug ich mich mit dem Gedanken und dann, wie gesagt, mit meinem Berufseinstieg, waren es einige Monate, während denen ich es plante. Mein Beruf war mir einfach wichtiger als er. Ich hab ihm noch ne Chance gegeben, er hat mich aber überhaupt nicht ernst genommen. Er hat einfach ignoriert, dass ich mich trennen will. Das fand ich erst recht schwierig. Ich hab mir dann meine Gründe, warum ich gehen muss, auf ein Blatt geschrieben, und dieses immer bei mir getragen und immer wieder durchgelesen. Es fiel mir wahnsinnig schwer, eine Wohnung zu besichtigen. Da hin zu gehen, als wenn tausend Pferde mich zurückziehen, so kam ich mir vor. Ich hatte eine Freundin eingeweiht, die ging mit mir hin. IHm erzählte ich, glaube ich, von der neuen Wohnung erstmal gar nichts. Erst, als alles fest war.
Ich weiß noch, wie ich dann den Schlüssel der Wohnung hatte und da alleine in dieser Wohnung saß. Es war mein Paradies!!! Meins!!!
Der Umzug selber war dann noch so ne ZItterpartie, ich hatte Angst, dass er gewalttätig wird, aber die feige Socke war dann gar nicht dabei.
In die neue Wohnung hab ich ihn erst Jahre später mal reingelassen.Wir waren getrennt, ich hielt aber den Kontakt, weil ich es anders nicht übers Herz brachte. Wir trafen uns regelmäßig bei ihm zum Fernsehgucken oder Spazierengehen.
Er sackte immer weiter ab. Einige Jahre später hatte er einen körperlichen Zusammenbruch und wurde trocken. Veränderte sich stark und baggerte mich wieder an und ich ließ mich wieder drauf ein. Wir heirateten, bekamen Kinder, zogen wegen seines Jobs in eine für mich völlig fremde und weit entfernte Ecke Deutschlands, kauften ein Haus.
Und da bekam er seinen Rückfall. (D.h. es fing wohl schon vorher heimlich an, ich wollte es nicht wahrhaben.)Also, kannst dir vorstellen, die Situation: Ich mit zwei kleinen Kindern, auch berufstätig, kurz nach dem Umzug, mit ihm in diesem Haus. Kannte kein Schwein dort. War ihm völlig ausgeliefert. Sogar unser Telefonanschluss war noch nicht da. Geile Gelegenheit, um einen Rückfall zu bauen.
Jedenfalls soff er plötzlich wie früher. Schon am Vormittag. Schlief viel, war aggressiv. Ich war einfach nur fassungslos.
Als ich mich massiv bedroht fühlte, rief ich die Polizei. Ich hatte einfach Angst und wegen der Kinder konnte ich auch nicht einfach weg. Zu wem hätte ich auch gehen sollen.
Aber selbst da war ich noch nicht bei der Trennung!
Nach der Polizeiaktion war ER es, der mir nicht verzieh, dass ich sein Vertrauen so missbraucht hatte, indem ich die Polizei rief. Und er beschimpfte mich auf übelste Weise, überschüttete mich mit KÄlte und Hass. Ich glaube, er wollte einfach in Ruhe trinken, ohne dass ich immer dazwischenfunke. Jedenfalls war das dann doch zu viel für mich: Ich hatte alle Mögliche für ihn getan, er fängt an zu saufen und ich soll mich noch beschimpfen lassen???
Und irgendwie war mir auch klar: Wenn er wieder säuft, kann ich sowieso nicht bei ihm bleiben, auch wegen der Kinder.
ABer wenn mein Mann säuft, dann säuft er auch viel und ist nicht mehr zu viel zu gebrauchen. Jedenfalls ist das inzwischen so.So, das waren meine Tiefpunkte!
Wie gesagt, wenn er so ein mäßiger Säufer gewesen wäre, ich weiß nicht, wie lange ich dageblieben wäre.
Insofern hab ich natürlich leicht reden.Hoffe, es war nicht zu lang, aber du hast ja gefragt.
Liebe Grüße
Doro -
Nachtrag:
Vielleicht fragst du dich, wieso ich überhaupt mit so einem eine Beziehung begonnen habe. Muss dazu sagen: Sicher war es in den ersten Jahren noch nicht so extrem. Oder phasenweise deutlich besser. So dachte ich zwischenzeitlich, er trinkt gar nicht mehr. War aber nicht so, er hat es wohl nur besser versteckt.
Und ich dachte eben, ich liebe ihn, da war schon zeitweise viel Zärtlichkeit und so.
Bloß beruflich lief bei him nix, solange er trank...Jetzt ist es noch länger geworden.
Doro
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Hallo Waldliebende!
Ist doch schon seltsam, das man sich hier im Forum trifft. Man glaubt am Anfang ,das man alleine ist mit seiner Lebensgeschichte. Und dann gibt es schon viele Übereinstimmungen in sehr vielen Sachen. Auch ich würde gerne mal schreiben, aber nichts schönes wie ein Kinderbuch, sondern über Mobbing das mir selber passiert ist und ich unter falschen Verdacht war.Denke ,das ich diese Geschichte noch lange nicht verarbeitet habe. Besonders wenn ich denke , welchen seelischen Druck ich ertragen musste. Aber um das halt interssanter zu machen soll es halt was von einenm Krimi haben. Das sind einfach Sachen ,die möchte ich noch im meinen eigenen Leben erledigen. Genauso wie das ich wieder auf einen Motorrad sitze. Früher mal Born to be wild, heute bin ich Schisser. Auch ich bin so erzogen worden, das man zusammen hält und wenn ich was erzählte habe, hieß es du hast ihn dir doch ausgesucht.Vor einiger Zeit hat mein Mann mal woanders gechlafen .Glaube mir, ich habe diese Ruhe genossen. Mit 18 Jahren habe ich ihn getroffen und da wußte ich einfach nicht ,auf was ich mich da einlasse. Da ist man noch zu sehr Kind. Der trinkt sich halt gerne mal einen.Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht geahnt wie das weiter unser Leben beeinflussen würde. Ich bin halt so damit aufgewachsen. Da soll jetzt keine Entschuldigung sein. Die täglichen Belastungen würden für mich ein Teil des normalen Lebens und ich denke es ging dir nicht viele anders. Es ist für uns Cos normal. Das ich mich abgrenzen kann und mitllerweile eine Welt für mich geschaffen habe ist eine Möglichkeit Druck abzubauen und mich selber wieder leben fühle. Verstehst du was ich meine. Frauen wie du und ich wir könnten alleine leben und würden super klar kommen, aber wir wollen es nicht wirklich.Ich drohe ja auch nur und ich könnte es ja auch durchziehen. Aber mach ich das? Nö!! Uns halten uns doch die Schuldgefühle zurück. So sehe ich das. Ich könnte nie mein Glück auf Unglück eines anderen aufbauen und schon garnicht damit leben. Es ist halt noch nicht der Tag X gekommen, wo man aus reinen Selbstschutz die Koffer packen muß Weil in mir die Angst ist , wie reagiert er wirklich.?Wird er trocken oder nimmt er sich den Strick? Und da sind ja auch die guten Zeiten, als er 1 Jahr trocken war. Ja, da habe ich mich nach all den jahren wieder in ihn verliebt und diesen Mann sehe ich immer noch. Und so verharren du und ich weiter in diesen Leben. Wenn mich jemand fragt wie geht es dir ,sage ich bin zufrieden. Auch wenn das schwer zu erklären ist bin ich es auch.Kannst du das so wahrnehmen, wie ich es gemeint habe???
LG
Mohn -
Halo Doro!
Danke dir für deine sehr ehrlichen Worte. Denke ,das auch bei mir der Leidensdruck noch nicht so groß ist, daß ich meine Koffer packen muß. Angst habe ich nicht vor meinen Mann haben müssen, eher ist das eine Mischung aus Mitleid und Verärgerung, daß ich mal wieder alles allein zu zu erledigen habe.
Und Tag X ist für mich noch nicht gekommen.
Und auch du hast sehr lange gehofft , bis es dann einfach nicht mehr zu ertragen war. Ich bin erst am Anfang , viel aus diesem Forum für mich zu übertragen, aber die Entscheidung muß ich selber vor mir verantworten können.
Und ich habe noch sehr viel zu lernen, auch über mich.LG
Mohn -
Liebe Doro, liebe Mohn
erstmal Doro, mach dir keine Gedanken, dass du zu viel schreibst, das ist
doch alles im Rahmen und deine Geschichte ist nicht mal eben so
schnell erzählt. Meine auch nicht. Ich bin hier nur immer etwas verunsichert, da ich nicht weiß, was darf ich hier schreiben, was nicht.
Ich vermeide natürlich Namen, Orte, Berufe usw. zu nennen.
Nur manche Situationen kann ich nicht auslassen, sonst kann ich mich nicht gut mitteilen, seufzzzz.....Deine Geschichte hat mich sehr berührt, ich hatte bildlich vor Augen, was du mitgemacht hast.
Besonders in einer fremden Stadt fühlt man sich zunächst sehr einsam.
Das "witzige" ist, dass ich auch vor 25 Jahren fast 400 km aus beruflichen Gründen umziehen musste, deshalb kann ich es so gut nachvollziehen.
Da war für meinen Mann schnell ein Kumpel gefunden, mit dem er seine Leidenschaft teilen konnte.
Für mich war es damals normal, dass an den Wochenenden ein paar getrunken wurden, in der Woche bekam ich seinen Alkoholkonsum vorerst
nicht mit, ich bedauerte ihn sogar, dass er so viel arbeiten musste.
Die Überstunden stellten sich dann aber schnell als anschliessende Kneipenbesuche dar.
So war es lange Jahre an der Tagesordnung, mal wurde mehr, mal weniger gebechert. Irgendwann fiel mir auf, dass er "es" täglich vollzog und ich sprach ihn darauf auch an, weil er auch zu Hause trank, jeden Tag. Erklärung seinerseits: Das ist mein Feierabenddrink, das machen viele, ich brauche das, um runterzukommen....
Er war nie gewalttätig, nur zusehends litt unsere Beziehung darunter, ich lehnte ihn immer mehr ab, wer will schon einen Mann, der jeden Abend nach Fusel stinkt. Irgendwann kamen dann die getrennten Schlafzimmer, ich habe es damit erklärt, dass ich sein Geschnarche nicht mehr ertrage.
Bald lebten wir wie Geschwister, oder wie in einer WG zusammen.
Ich dachte oft an Trennung, teilte es ihm mit, drohte auch damit.
Er nahm mich nur zeitweise ernst, schränkte seinen Alkoholkonsum zwischenzeitlich ein und es wurde erträglich.
Es kam immer wieder Hoffnung auf, dass er doch kein Alki ist.
Bis ich eines Tages merkte, dass er es heimlich tut.
Da war ich erstmal geschockt, stellte ihn zur Rede, er stritt es nicht mehr ab. Wieder reisst er sich zur Zeit am Riemen. Er trinkt kontrollierter, glaube ich zumindest. Gerade eben habe ich wieder gesucht, ob er irgendwo was versteckt hat, ich kann ihm nicht mehr vertrauen, das ist das Schlimmste an der Situation.
Ich habe ihm gegenüber manchmal ganz hässliche Gedanken; Soll er sich doch totsaufen, mir ist es egal, soll er doch jeden Tag noch mehr trinken, dann ist es irgendwann vorbei. Es ist vielleicht ein Fortschritt? Ich denke schon, oder?
Nun leben wir weiterhin wie in einer WG, keiner tut dem anderen weh, zumindest nicht mit Worten, wir behandeln uns so weit wie möglich respektvoll. Vorerst gebe ich mich meinem Schicksal noch hin, ich weiß nicht, wie lange es noch funktioniert.
Wäre er ein Schläger, würde er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen, würde er wieder heimlich trinken, das wäre auf Dauer nicht auszuhalten.
Was wirklich weh tut, ist, seinen körperlichen Verfall mitzuerleben und nichts dagegen tun zu können. Mehr als gesund kochen kann ich nicht, den Rest muss er selber in die Hand nehmen. Es ist im Laufe der Jahre eine gewisse Gleichgültigkeit bei mir entstanden, ich hasse ihn nicht, aber ich bedaure ihn auch nicht mehr innerlich.
Ich denke, dass das ein Anfang ist, oder?
Jedenfalls finde ich es toll, wie du dich aus der Situation befreit hast, wie mutig du warst und das mit 2 kleinen Kindern, du hast deine Kinder geschützt, das musste ich nicht tun, er war ein toller Vater, nur leider hat mein Kind auch mehr mitbekommen, als ich gedacht habe. Nur hat unser Sohn im Laufe der Zeit jeglichen Respekt vor seinem Vater verloren, ich hätte es gerne anders gehabt, aber ich war damals noch zu unreif, die Konsquenzen zu überschauen. Das passierte aber auch erst, als mein Sohn erwachsen wurde. Da ging mir ein Licht auf, ich wusste plötzlich, warum mein Sohn seinen Vater nicht mehr ansprach, wenn er Probleme hatte, warum er plötzlich respektlos mit ihm umging, warum er eine aggressive Grundhaltung an den Tag legte. Er ist trotzdem seinen Weg gegangen, gerade das hat ihn geprägt, er wollte nicht so werden wie sein Vater.Aber ich bin traurig, dass es auf diese Art und Weise passiert ist.
Nun kann ich es nicht mehr rückgängig machen, unser Sohn lebt schon einige Jahre nicht mehr bei uns und das ist auch gut so.
Für mich ist mein Mann ein mässiger Säufer, wenn ich mal deine Worte gebrauchen darf, aber eben ein Säufer, sein Hirn leidet darunter, seine Gesundheit, seine Energie sowieso. Die vielen Jahre der Trinkerei fordern eben ihren Tribut.
Er hat sich dafür entschieden, es ist sein Leben, ich kann nicht mein Leben lang auf ihn aufpassen.
Es tut gut, sich hier auszutauschen, das macht es zeitweise erträglicher und wie Mohn schon schrieb, es gibt viel schlimmere Alkoholiker.
Nur glücklich bin und werde ich damit nicht sein und das gilt es zu ändern.
Wenn der Leidensdruck zu groß wird, dann muss ich weitersehen.
Alles Liebe
Waldliebende -
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