Ja, liebe Kerstin,
oft scheint es unterzugehen, dass es nicht reicht "nur nicht mehr zu trinken". War bei mir auch mal so....
Die Psyche ist aber auch ohne Alkohol noch gestresst, es fehlt etwas oder nicht bewältigte Probleme sind immer noch da.
Dazu kommt dann noch die Veränderungen durch die Zeit des Alks, die Entzugsprobleme evt. oder das Suchtgedächtnis: Gier und Gewöhnung.....
Mal ganz ehrlich: nun nach 2 Jahren Trennung kann ich sagen egal ob Alkoholiker oder nicht, es passte so und so nicht. Früher dachte ich, ohne Alkohol wäre er so und so.... Stimmt doch bei mir alles nicht: er redete nicht, was mir wichtig ist - tauschte sich nicht aus - was ich benötige; ich gefühlsbetont, er verschlossen. Ich habe kleines Glück genossen - er kannte das gar nicht, weder Glück noch Zufriedenheit. Alk hin - Alk her - bei mir hatte es nicht gepasst, war aber unschön das sehen zu müssen, deshalb war der Alk für mich der "Grund" zu gehen, und das obwohl es noch viel, viel schwerwiegendere gegeben hätte.
Darüber Gedanken machte ich mir nach 10 Jahren als mich jemand fragte "warum tust Du Dir das (ihn) an....."
Erst da begann ich aufzuwachen.... es war jemand relativ fremder, kein zu tiefes an innerem Austausch und dennoch erkannte der Mensch das so klar....
Lieben Gruß von Dagmar