Tätowierungen

  • Nochmals Hallo,

    mich würde einmal interessieren wer ausser mir hier noch Tättowierungen hat und wie er /sie damit nun im Trockenleben umgehen?
    Ich habe meine komplette rechte Schulter bis hin zum Unterarm inken lassen - Jugendsünden?Nö war so gewollt (in jener Trinkpause die ich mehrmals in meinem Leben hatte bis dahin).

    freue mich auf Antworten

    Gruss

    Frank

  • Hallo Frank,

    ich verstehe den Zusammenhang zwischen Alkoholkrankheit/Trinkpausen/Tätowierungen nicht. :?
    Meinst du, du bereust deine Tattoos, weil sie in deiner nassen Zeit entstanden sind, oder bereust du die Entscheidung an und für sich?

    Klingt mir ein wenig nach dem Klischee - :arrow: tätowiert, Harley-Fahrer, Säufer, Kampfhund, gewaltbereit :shock: Einige der aufgezählten Punkte treffen zwar auf mich zu - welche nicht - bleibt deiner Phantasie überlassen. :D

    LG, murmeltier

  • Hallo Murmeltier,

    ja genau Du hast den Zusammenhang gut erkannt :wink: - denn so mit 25 Jahren - 30 Jahren dachte ich dass das Leben "Born to be wild" immer so weitergehen wird.Nun "Dry to be life",sieht das etwas anders aus - also die Motive sind schon gleich geblieben *g*,jedoch die Einstellung gegenüber diesen.

    Mir ist das nämlich neulich im Hallenbad erst bewusst geworden 8)
    Wollte eigentlich nur wissen wie es Euch so ergeht?Hat nix mit Alkohol in diesem Sinne zu tun und doch triggerts einen ab und an - weiss nun nicht sorecht wie ich das Gefühl beschreiben soll.

    Schönen Gruss

    Frank ..(der heute kreativ denkt / handelt)

  • Hallo Frank,

    was trigggert dich genau?
    Die Erinnerungen an die "alten" Zeiten - ich komm mal wieder mit nem Klischee :arrow: Bikerfeste mit ausreichend Bier und tätowierten mürrischen Motorradfahrern mit Clubaufnähern und Harley-Logos auf ihren Westen? :D
    (ich mal nur grad Kopfbilder aus meiner "wilden" Jugend - übrigens haben sich viele "böse Buben" wesentlich vernünftiger im Zusammenhang Alkohol/Motorradfahren verhalten als so mancher "seriöse" Wochenendbiker mit Lederslippern und Seidensocken unter der modischen Lederkluft :wink: )

    oder
    die Tätowierungen selbst, für die du dich z.B. im Hallenbad schämst und die die Menschen verleiten können dich in einem "schlechten" Licht sehen zu kennen, gerade jetzt, wo du einen anderen Weg gehen willst? Ein lebenslanges Stigma der allen zeigt, was für ein "wilder" Hund du einmal warst?

    Ich ziele jetzt einfach frei Schnauze ins Blaue, musst natürlich nicht darauf antworten, aber deine Fragestellung und auch deine Antwort haben diese Gedankengänge bei mir ausgelöst - nix für ungut! :oops:
    LG, Manu

  • Guten Morgen Manu,

    kann es sein das Du esoterisch veranlagt bist?Denn genau was Du geschrieben hast ausser dem "schämen",trifft bei mir zu. :)

    [quote"=murmeltier"]...oder
    die Tätowierungen selbst, für die du dich z.B. im Hallenbad schämst[/quote]

    Schämen tue ich mich nicht,denn schliesslich ist es ein Teil von mir .Es ist nur so ein Gedankengang wie Du es auch schon sehr gut umschrieben/beschrieben hast.Auch über das "Schubladendenken" mache ich mir derzeit Gedanken.Im Winter oder eben in kalten Jahreszeiten spielt das unwesentlich eine Rolle *g*,doch angenommen ich finde nun eine Partnerin/Freundin und erzähle Ihr das ich "stillgelegter"(trockener) Alkoholiker bin - das nimmt mir doch keine Frau der Erde ab.

    Ich bringe quasi das gesamte logische schlussfolgernde Denken durcheinander :roll: andererseits einer meiner damaligen Schulfreunde ist in der Bank tätig und ist ebenso zugekleistert.
    "Triggern" in diesem Sinne ->Tut es mich weil ich jedesmal beim Duschen oder wenn ich eben schwimmen gehe - 15 Jahre zurück in die Vergangenheit geworfen werde.

    Zudem sind das keine "Komikmotive oder schnucklige Tiermotive" - Nein - das sind schon provozierende Motive und damals war es eben für mich "normal",weil ich nie daran gedacht habe,das ich mal "total normal" werden würde.

    Habe das noch nicht meinem Psychologen gesagt,doch ich werde es Ihm wohl mal beiläufig erklären.

    schönen Gruss

    Frank[/code]

  • lieber frank,

    Zitat

    Schämen tue ich mich nicht,denn schliesslich ist es ein Teil von mir .Es ist nur so ein Gedankengang wie Du es auch schon sehr gut umschrieben/beschrieben hast.Auch über das "Schubladendenken" mache ich mir derzeit Gedanken.Im Winter oder eben in kalten Jahreszeiten spielt das unwesentlich eine Rolle *g*,doch angenommen ich finde nun eine Partnerin/Freundin und erzähle Ihr das ich "stillgelegter"(trockener) Alkoholiker bin - das nimmt mir doch keine Frau der Erde ab.

    mach dir da nicht so viele gedanken dazu. ich kenne auch männer mit tatous, die trinken brav ihre limonade und sind ganz nette kerle. das bild von "normal" sein muss ja nicht gleich das bild eines krawattentragenden, kurzhaarigen,rasierten mannes sein, so wie in den 60er jahren! und wenn du denkst dir nimmt das keiner ab, kann ich dir dazu sagen, du wirst es keinem beweisen müssen, erklären müssen,dich dazu rechtfertigen müssen auch in zukunft nicht. das was du machen wirst ist nicht mehr zu saufen und allein das wird jeder frau auffallen, ich denke sehr positiv sogar! :wink:

    verkopfst duch dich da nicht zu sehr? kann es sein du lenkst von deiner eigendlichen trockenheitsarbeit ab?ich finde das thema sehr seltsam!

    lieben gruß melanie

  • Guten Morgen Melanie,

    ich finde es nicht seltsam wenn Ich mir nun Gedanken mache über mich.Das Thema ansich habe ich in die "Welten" gerufen weil es mich interessiert wie andere Menschen damit umgehen ->Gerade bei trockenen Alkoholikern<-.

    Und Ablenkung meiner Trockenarbeit?
    Ich sehe da Parallelen inform von psychischem Befinden,was wiederum auf den damaligen Alkoholkonsum basiert.
    Und -JA- Du hast Recht auch ich laufe nun nicht mit gegelten Haaren und Nadelstreifenanzug durch die Weltgeschichte,denn das sind gerade diese Mogelpackungen die es insich haben. :wink:

    Meine Trockenarbeit nehme ich sehr ernst und freue mich dabei (wie es in den Grundbausteinen beschrieben) auf soziale Kontakte.Dieses Thema ist ein Teil von mir wie die Alkoholkrankheit.

    schönen Freitag

    Frank

  • lieber frank,

    ich habe gelesen du hast dich stechen lassen in zeiten, in welchen du keinen alkohol getrunken hast?

    dan könnte ich mir vorstellen das du sie auch als zeichen verstehen kannst, offensichtliche hinweise dafür, das du es immerhin einige male geschafft hattest vom alkohol weg zu kommen. oder hattest du nach dem stechen lassen gleich wieder einen rückfall?

    es ist schon ein ziemlich seltsames thema, aber ich bin ja auch nicht aus einer szene , die wild,verrucht,mit motorrädern und bestimmten partys die welt unsicher macht. bist dus?

    lieben gruß melanie

  • Hallo Melanie,

    ja das stimmt schon,das ich mich stechen gelassen habe als ich mir "Trinkpausen" gegönnt habe bzw. diese Trinkpausen "befohlen" wurden - gerade weil ich mit dem Alkoholkonsum (sei es privat oder beruflich) negativ aufgefallen bin.

    Und was die Szene anbelangt,damit habe ich längst abgeschlossen (während meiner Sauferei),das ist nun auch nicht das Thema in welcher Szene ich war.

    Wie schon beschrieben - ich wollte nur einmal in Erfahrung bringen wie andere damit umgehen (psychisch) - mehr nicht.

    schönen Gruss

    Frank

  • lieber frank,

    na das gehört doch alles irgendwie zusammen, das kannst du nicht abteilen und aufteilen, es ist dein leben! einen grund dafür wirds wohl dich geben warum du beim anblick deiner bilder auf dem arm getriggert wirst.....

    Zitat

    Wie schon beschrieben - ich wollte nur einmal in Erfahrung bringen wie andere damit umgehen (psychisch) - mehr nicht.

    mehr nicht? gut, akzepptiert!

    lieben gruß melanie

  • Hallo Melanie,

    mir kommt es so vor,das ich mich hier stets rechtfertigen soll mit dem was ich schreibe.Mit "mehr nicht" habe ich dies auf die Szene in der ich mal war bezogen und bitte versuche nicht stets die Zusammenhänge zu verdrehn wie es Dir gerade passt,denn das was ich schreibe sind Gedankengänge mit denen ich mich auseinandersetze und diese auch zu meiner Trockenarbeit dazugehören.

    Ich widme mich nun wieder dem Alltag (einkaufen,Wohnung aufräumen etc.)

    schönen Freitag

    Frank

  • lieber frank,
    wenn ich dir hier schreibe hat das was mit hilfe zur selbsthilfe zu tun, versuch doch nicht zu blocken, wenn es anregungen sind dir dazu mal gedanken zu machen. es muss ja nicht richtig sein, wenn ich was schreibe. doch veranalsst mein schreiben hier im forum den anderen mal in sich zu gehen und zu versuchen rauszufinden wo er/derjenige steht. ja, es geht um trockenheitsarbeit und verdrehen tu ich hier nichts, auch wenns den eindruck für dich macht. es sind lediglich gedanken die ich dir mit auf dem weg geben möchte. ob du sie annehmen willst ist deins.

    du musst dich nicht rechtfertigen warum kommt dir das so vor?

    lieben gruß melanie

  • Hallo Frank,

    ich erahne langsam auf was du hinauswillst.
    Um bei meinem (Klischee-)Beispiel zu bleiben:
    Würde ich Motorradfahren mit Erinnerungen/Erlebnissen im Zusammenhang mit Saufen verbinden, würde ich auf dieses Hobby verzichten und mein Bike schnellstens verkaufen.

    Wenn mich aber Tätowierungen triggern wirds schwierig, dies kann man nicht einfach abstellen oder aus dem Blickfeld bannen.
    Dazu kommt dass ich meinem Umfeld optisch etwas vermittle das sich mit meiner aktuellen Lebensführung nicht deckt.

    Nun, ehrlich gesagt ist es mir egal wie ich bei anderen rüberkomme, wichtig ist, dass ich trocken bin und ich weiß, dass Alkoholsucht in jedem Milieu vorkommt, auch beim biederen Nachbarn mit Schlips und Bügelfalte ( - ich immer mit meinen klischheehaften Bildern :oops: ).
    Vielleicht kannst du in deiner Therapie diese Assoziationskette für dich umpolen, und deine Tattoos als so ne Art "positive" Bestärkung deiner Trockenheitsarbeit nützen?
    Bin ja nur ein "Hobbypsychologe", aber ich versuche auch Dinge die mich triggern, die ich aber nicht vermeiden kann für mich positiv zu besetzen.
    Ein Beispiel: Stress triggert mich sehr, lässt sich aber nicht immer vermeiden. Ich sehe nun Stress als Weg zum Erfolg, wenn ich etwas geschafft/erreicht habe lässt der Stress ja auch wieder nach, - ohne dass ich ihm mit Alkohol begegnen muss. :wink:

    Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt?
    LG, Manu

    P.S.: Übrigens, ich empfinde meine Tattoos als bildliche Dokumentation meines Lebensweges, und nicht als "Coming-out" meiner Persönlichkeit, nicht mehr und nicht weniger. :D

  • Hallo Manu,

    danke Dir für den Denkanstoss - etwas positives aus dem Negativen (wobei es ja nicht negativ ist) zu machen.Und ja Du hast es auf den Punkt gebracht mit dem Beispiel.Es sind nun keine "Gewissenskonflikte" die mir mein Hirn zermartern - es ist lediglich ein Aspekt der mir eben aufgefallen ist als ich im Hallenbad war.

    Zitat von murmeltier

    Dazu kommt dass ich meinem Umfeld optisch etwas vermittle das sich mit meiner aktuellen Lebensführung nicht deckt.

    Es ist quasi wie mit der Alkoholkrankheit ->Ich habe die Krankheit als auch diese Tatoos.Rein optisch zu erkennen sind beide nicht - nur eben wenn wer mich näher kennenlernen möchte.(also nun ausgenommen vom Hallenbad/am See/Sauna etc.)Naja ist schon ein etwas seltsames Gefühl :roll:

    Das Klischee-Denken ist schon eine Sache für sich.

    schönen Gruss

    Frank

  • Hallo Frank,

    ich gehöre zwar zu der Fraktion der Angehörigen, bin aber tätowiert und weiblich. Ja, weiblich und tätowiert gibt es auch. :wink: Ich finde diese Art von Körperschmuck schlicht und ergreifend schön bis geil. Dabei meine ich weniger die Motive, sondern das Tattoo an sich. Solange es gut gestochen ist und keine Gurke, ist es schön. Ob ich das Motiv an sich jetzt besonders schön finde, ist für mich zweitrangig. Mit Ausnahme meiner eigenen versteht sich. :lol:

    Ich weiß auch um die Vorurteile mancher was tätowierte Menschen angeht und musste mir auch schon anhören, dass man „das“ nicht von mir gedacht hätte. Was auch immer dieses „das“ impliziert. Ist mir auch egal. Ich beuge mich gewissen Konventionen insofern, als das ich meine Tattoos relativ problemlos mit Kleidung bedecken kann. Wenn es denn notwendig erscheint um Nachteile durch die Vorurteile mancher zu vermeiden z. B. im Job.

    Wichtig ist für mich aber, das ich es schön finde. Es ist mein Körper und wenn ich den verzieren lasse, ist das allein meins. Die sind in erster Linie für mich und erst in zweiter für alle anderen.

    Stehst Du zu Deinen Tattoos oder nicht? Sie gehören nun zu Dir wie Deine Nase. Würdest Du die auch verändern lassen, wenn sie jemandem nicht gefällt? Was willst Du mit einer Partnerin, die Dich auf die Existenz von Tattoos reduziert? Was willst Du überhaupt mit Menschen die Dein Innerstes aufgrund Deines Äußeren bewerten?

    Es macht innerlich nicht zwingend sicherer, wenn man sein Äußeres den vermutlichen Ansprüchen anderer anpasst. Wissentlich kenne ich übrigens keinen tätowierten Alkoholiker, aber jede Menge Menschen die tätowiert und nicht abhängig sind.

    Gruß
    Skye

  • Hallo,

    Zitat von drybabe

    wie wäre es denn , frei nach Ina Müller : " Heut geb ich Euch zum Lasern frei"?

    Nee also weglasern geht mal gar nicht zudem ich diese Prozedur selbst bezahlen müsste,wenn ich es denn wegmachen lassen würde und dazu kommt noch das hinterher Narben verbleiben - absolutes no go.Da lebe ich lieber mit meinen Erinnerungen.

    Skye

    Ja Du hast schon Recht mit den körperlichen Veränderungen wie z.B krumme Nase operativ gerade biegen lassen - Nur damit anderen gefallen wird?Habe mich ja selbst dabei beobachtet,das mir Dinge an anderen Menschen ebenso nicht gefällt. :wink:
    Und meinen Körperschmuck beinhaltet auch etwas (also nix Draufgeklatschtes) - werde mich damit in nächster Zeit intensiver beschäftigen ..sich zu mögen wie ich nunmal bin.

    schönes Wochenende Allerseits

    Frank

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