Grenzen finden, definieren und mit der Reaktion "kämpfe

  • Liebe mostwanted,
    ich glaub ich weiss wie du dich fühlst, so gar nichts mehr zu hören von XY ist schwer und tut weh.

    Trotzdem bewundere ich deinen Schritt und dein Durchhaltevermögen, wünschte ich wär irgendwie auch so weit.

    Bleib konsequent und stark.

    Alles Liebe
    sonne

  • Danke Sonne ...

    wie geht es Dir denn ?

    Ich finds halt so schlimm - nicht zu wissen, was bei ihm los ist, denn eigentlich liebt man sich ja und möchte nicht, dass sich der Mensch so kaputtsäuft.

  • Hallo,
    ja so ist es, man(Frau) macht sich Sorgen, aber sag mal, bist du nicht auch mal wütend auf ihn und denkst dir....mach doch was du willst und wennst ersaufst...klingt hart ich weiss, aber mir gehts so...mir ist regelrecht wurscht was aus ihm wird, wer keine HIlfe annimmt und andre belügt erniedrigt und noch mit reinzieht...hat kein Mitleid verdient.

    Wie gesagt wir leben in Trennung jedoch mit Kontakt...total sinnlos aber ich kann nicht anders. Doch jetzt packt mich wieder mal die Wut...die macht mich zwar stark aber danach kommt das Hilflosgefühl, weil ich mich benutzt fühle.
    Es fühlt sich einfach schrecklich an.

    LG sonne

  • Hi,

    ich bemüh mich, sauer zu sein- aber er hat mir nie was getan. Wenn wir am WE zusammen waren, trank er nichts. In der Woche bekam ich nichts mit. Wir telefonierten und danach (vermute ich) trank er. Am WE war immer alles gut- wirklich. Wenn er mal was trank z.B. auf einer Geburtstagsparty, dann war er nie aggressiv oder pöbelte rum.Nein er war immer noch anhänglicher und malte sich eine schöne Zukunft mit mir aus.

    Ich hab also weder jahrelang Erniedrigungen mitgemacht, noch musste ich sein Zeugs erledigen, weil er es nicht konnte, noch wurde ich angepöbelt oder so.

  • liebe mowa,

    Zitat

    Hi,

    ich bemüh mich, sauer zu sein- aber er hat mir nie was getan. Wenn wir am WE zusammen waren, trank er nichts. In der Woche bekam ich nichts mit. Wir telefonierten und danach (vermute ich) trank er. Am WE war immer alles gut- wirklich. Wenn er mal was trank z.B. auf einer Geburtstagsparty, dann war er nie aggressiv oder pöbelte rum.Nein er war immer noch anhänglicher und malte sich eine schöne Zukunft mit mir aus.

    Ich hab also weder jahrelang Erniedrigungen mitgemacht, noch musste ich sein Zeugs erledigen, weil er es nicht konnte, noch wurde ich angepöbelt oder so.

    wir cos sind künstler der verdrängung. es müssen ja nicht diese schlimmen dinge passieren wie du sie bei anderen liest, die ihre grenzen viel zu niedrig für sich ansetzten, sich haben behandeln lassen wie der letzte dreck, weil sie sich da viel zu wenig selbstwert waren sich zu wehren.

    bei dir war es nicht ganz"so schlimm" doch schlimm genug die beziehung aufzuhören, nicht wahr?

    es klingt im moment nach einer verharmlosung der situation die du lebtest. jeder mensch empfindet anderst. worunter der eine schon leidet, leidet der andere noch lange nicht. darum sind vergleiche hier auch nicht sinnvoll.wichtig ist immer bei sich zu bleiben und hinter dem entschluss zu stehen damit schluss zu machen.sei froh darüber, das es dir nicht so schlimm ergangen ist und du wohl ein viel grösseres selbstwertgefühl hast wie du denkst. :wink:

    und warum sich bemühen sauer und wütend zu sein? brauchst du das? kannst doch dazu stehen es nicht zu sein. du musst es nicht sein. steh auch dazu! :wink: sei auch da froh drüber, das du das nicht hast. denn in diesem fall kannst du mit gutem gefühl in dein neues leben gehen!

    lieben gruß melanie

  • Hallo,

    Du hast mir ja schon einmal geschrieben, dass ich es wie ein Geschenk nehmen soll, dass er gegangen ist.
    Das ist auch völlig richtig. Und natürlich ist es auch besser, wenn ich nicht so leiden musste- ganz klar.

    Die Gefühle sind dennoch noch da. Das er ein Alkoholiker ist, tut mir weh. Natürlich hat er den Weg gewählt. Ich glaube, er hat einen langen Leidensweg hinter sich und trinkt daher. Er hat nie gelernt mit Problemen anders umzugehen, als mit dem Griff an die Flasche.

    Er tut mir leid.Es fällt mir so schwer- gerade weil er erst die letzten 3 Wochen so auffällig wurde. Davor die Zeit war für mich normal. Wenn er mir mal absagte, habe ich das nicht so eng gesehen. Wenn beide berufstätig sind und dazu 350 Kilometer entfernt voneinander wohnen, dann kriegt man halt auch nicht so viel mit.

    Ich muss erst begreifen, was passiert ist und das es so jetzt alles viel besser ist.

    Manchmal hab ich noch so Tage, wo ich gern fragen würde, wie es ihm geht. Ich denke aber, das gehört dazu und so denkt auch manch anderer, der frisch getrennt ist.

  • Hallo,
    ja das macht natürlich einen Unterschied, bei mir wars anders, hab das ganze Programm mit Erniedrigung, agrressiv usw. hinter mir, daher tut er mir nicht mehr leid. Jedoch trotz alldem was ich mitgemacht hab, komm ich emotional nicht weg von ihm.
    Lasse mich immer wieder auf Gespräche ein und glaub ihm alles vom Himmel und deswegen bin ich hier, ich habs ja erkannt, aber allein schaff ichs nicht.

    Alles Liebe
    sonne

  • Hallo Sonne,

    hattest Du vor ihm schon andere Partner, oder bist Du auch - wie ich- eher der Mensch, der sich weniger verliebt ? Man hält ja meist auch an einer Partnerschaft fest, wenn man denkt, man finde so schnell keinen Menschen, den man so lieben kann.

  • Hallo mw,
    ja ich hatte schon Beziehungen, aber nicht viele dafür langjährige und ich hab dort immer sehr geliebt, aber sowas wie jetzt solche Abhängigkeit hab ich noch nie entwickelt und genau deshalb muss ich daran arbeiten und mir helfen lassen...es sind sehr kleine Schritte die sich tun und deshalb hab ich auch Angst nie davon wegzukommen.
    Eigentlich habe ich ein gutes Selbstbewusstsein und ich halte auch was auf mich, aber in dieser Beziehung bin ich wie ein kleines Mädchen brav und geduldig...ich verstehs einfach nicht!
    LG
    sonne

  • Hallo,

    wahrscheinlich ist hier einfach der Aspekt "Krankheit" im Weg. Man kennt die Person auch anders und diese gute Seite ist einem so im Kopf, dass man die schlechten Seiten gar nicht wahrhaben mag.

    Man denkt auch immer, dass er ja nichts dafür kann, so krank zu sein und sucht darin die Entschuldigung für schlechtes Benehmen.

    Ich finde es immer wieder erschreckend, wie weit verbreitet diese Krankheit ist und wie leicht jeder an Alkohol kommt und wie günstig das blöde Zeugs auch ist.

    Auf einer Internet-Video-Seite habe ich eine Doku gesehen, die hat mich noch mehr erschüttert.

    Allerdings geht es mir besser, wenn ich versuche zu verstehen, was dahinter steckt.

  • Hallo Mostwanted

    Ich denke, wir konnen uns nur schlecht damit abfinden, dass wir keine Kontrolle über den anderen haben. Auch mein Ex war ein total liebenswerter Mann, die Liebe meines Lebens - wenn er nüchtern war. Ich dachte...Mi....warum kann er nicht aufhören zu trinken, es wäre ja so schönes Leben, wir konnten zusammen alt werden, wir könnten glücklich sein.
    Ich wäre fast verrückt geworden in dem bestreben ihn zur ändern, ihn zur Glück zu zwingen.
    Das zu lassen, loszulassen, war sehr schwer.
    Zu verstehen und zu respektieren, dass er recht hat so zu Leben wie er will. Konsequenzen zu ziehen, zu gehen nachdem wir über 25 Jahre zusammen waren, das war nicht einfach. Aber das beste was ich machen konnte.

    Was ich damit sagen will, Du kannst nur den ganzen Menschen haben, nicht nur seine nüchterne Seite. Kannst Du das? Offensichtlich nicht. Also Zeit Konsequenzen zu ziehen. Das tut weh, freilich, aber jede Abschied tut weh. Sich von den Träumen zu verabschieden, wie schön es sein KONNTE fällt schwer. Aber gibt es ein anderes Ausweg? Ich denke nicht.

    Ich, für mich, kann sagen, ich bereue die Schmerzen des Abschieds nicht, nur so habe ich mein Glück gefunden, und das Leben wie es jetzt ist, werde ich nicht mehr aufgeben, für Niemanden.

    Liebe Grüße
    Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Grazia,

    wir sind ja schon getrennt- also die Konsequenzen sind gezogen. Er wollte selber die Trennung, nachdem ich ihm sagte, dass ich die Beziehung SO nicht mitmache.
    Ich habe ihm gesagt, dass er prof. Hilfe braucht und er sagte, er wolle diese auch- aber er könnte grad noch nicht.

    Ich brauch halt noch eine Weile um die Trauer abzulegen.

  • ja, ich weiss dass Du Dich getrennt hast.

    Ich wollte Dir damit sagen, dass es richtig war und dass es völlig normal und "gesund" ist wenn es weh tut.
    Da muss Du durch und das schaffst Du auch.
    Ich glaube, es hilft einem, wenn man weiss, dass es nicht anders ging.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • liebe mowa,

    klar ist es traurig sich zu trennen. dieses gefühl ist auch etwas was du zulassen darfst.trauer hat auch einige stadien die durchlaufen werden. lass einfach los, lass es laufen, du wirst schnell merken wie sich das dann auch löst und du immer freier wirst!

    Zitat

    Ich muss erst begreifen, was passiert ist und das es so jetzt alles viel besser ist.

    ja, das ist ein guter ansatz! arbeite daran bei dir zu schauen, was dich an ihn so gebunden hat. es liegt in dir. wenn du das erkannt hast kannst du in zukunft auch darauf achten, das dir das so nicht wieder passiert!

    weisst du, es ist wichtig zu erkennen, das deine coabhägigkeit in dir fest verankert ist. es langt nicht den partner gehen zu lassen, das ist der erste schritt zu sich selbst. der zweite schritt bedeutet, sich über sich selbst gedanken zu machen!

    zudem dauert alles seine zeit. das geht nicht innerhalb von zwei wochen. es dauert sehr lange, dazu braucht es geduld. geduld auch mit sich selbst.das packst du!

    lieben gruß melanie

  • Hallo Sonne,

    freut mich, dass Du nachfragst. Es geht mir heute ein wenig besser. Ich beschäftige mich mit der Krankheit und versuche gerade überhaupt zu verstehen, was SUCHT bedeutet.
    Wenn man mal von betroffenen Menschen erklärt bekommt, was die Sucht mit ihnen anstellte, fällt es vielleicht leichter zu verstehen, wie manch ein (ex)Partner reagiert / nicht reagiert.

    Ich habe an manchen Tagen so ein Mitleid und bin traurig und hilflos - da könnte ich mich nur auf mein Sofa verkrümeln und meinem Partner nachweinen. Aber das will ich nicht mehr, denn selbst wenn ich ihn bei mir hätte, wäre das ja nicht die Lösung.

    Daher hole ich mir Antworten um zu begreifen... bzw. auch mal "die andere Seite" zu verstehen.

    Wie geht es Dir ?

    Gruß MoWa

  • Hi mw,
    hab deinen Thread im Alkoholiker Forum schon gesehen und ja auch ich hab nachgefragt wie ein Alkoholiker tickt, es hat mir schon geholfen nämlich:
    dass es die Sucht ist die ihn zwingt zu trinken
    dass es absolut nicht meine Schuld ist wenn er sich sch....benimmt und
    dass ich jedoch absolut nichts dagegen tun kann

    Und dass gilt auch für dich, es hilft dir viell alles besser zu verstehen, aber es hilft dir gefühlsmässig eher wenig, im Gegenteil er tut dir dann nur noch mehr leid wegen seiner krankheit, auch solche Antworten musst ich hier schon hinnehmen.
    War anfangs etwas geschockt oder auch beleidigt, aber sie haben recht, wir müssen uns mit uns beschäftigen uns Hilfe holen, denn auch wenn du die Sucht komplett zerlegst und dich viel damit befasst, es ändert nichts an der Situation.

    Darum schau auf dich, schau wie du dir helfen kannst.
    Bist du eigentlich auch im geschlossenen Bereich hier?

    LG
    sonne

  • hallo zusammen,

    ja, liebe sonne, das tut richtig weh, das zu verstehen. die antworten sind manchmal sehr hart. doch sie sind helfend gemeint. deine einsicht bringt dich weiter. meinen respekt hast du für diese antwort!

    lieben gruß melanie

  • Also ganz ehrlich - ich hatte vorher Mitleid. Mittlerweile seh ich alles klarer und es geht mir wesentlich besser.
    Ich glaube da reagiert jeder unterschiedlich. Mir hilft es.
    :)

    Je mehr ich die Krankheit und die Verhaltensweisen "verstehe", umso besser kann ich damit umgehen und akzeptieren, dass ich hier keine Rolle spiele und das ich alles richtig gemacht hab.

    Drück Dich !

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