• hallo Lena,

    toll daß ich meinen "Sonntagsgruß" damit verbinden kann Dir zu all dem was Du da schreibst zu gratulieren und mich da einfach mal mitzufreuen. Zum Walken hast Du Dir ja genau die richtige Jahreszeit ausgesucht - da spürt man sich!

    LG von Frank

  • Hallo Lena, läuft dein Leben nach wie vor in den ruhigen angenehmen Bahnen wie du es zuletzt beschrieben.hast? Und was macht Dein Walken? Ich schick dir einen Herbstsonntaggruß aus Hamburg und wünsch Dir einen angenehmen Restsonntag. GLG! Frank

  • Guten Abend,

    melde mich auch mal wieder....manchmal habe ich das Gefühl, mein Tag könnte doppelt soviel Stunden haben, und es würde immer noch nicht ausreichen um all das was passiert, zu verarbeiten....weiß auch nicht, brauche einfach ganz viel Zeit für alles....
    Heute ist meine Chefin für 5-6 Wochen in Mutter-Kind-Kur gefahren und vor 2 Wochen hat sie mir eröffnet, das sie sich überlegt hat, das ich für diese Zeit die komplette Bestellung übernehmen soll (ich arbeite in einem Kiosk). Einerseits ist das ein großer Vertrauensbeweis, andererseits kam das doch recht kurzfristig. Zuerst fühlte ich mich total überfordert, ich meine, ich habe immer kleinere Bestellungen übernommen, jedoch die gesamte Wochenbestellung löste erstmal Panik in mir aus. Deshalb habe ich dazu angeregt, das wir uns nochmal zusammensetzen und auch eine andere Kollegin mit ins Boot geholt. Ich wollte einfach nicht ganz alleine die Verantwortung in dieser Zeit tragen. Schließlich arbeiten wir mit 10 Leuten da. Das hat ganz gut geklappt und jetzt sehe ich es eher als Herausforderung und mache mir nicht mehr ganz soviele Sorgen. Und ich möchte mich auch nicht verrückt machen, ich bin sowieso sehr sorgfältig und habe einen guten Überblick und das wird schon gut klappen. Achja, dann haben wir seit 4 Wochen auch noch ein neues Kassensystem, was die Sache nicht gerade einfacher macht. Und die Kollegin, von der ich mal geschrieben habe (Mobbing) ist vor 3 Wochen von selber gegangen, darüber bin ich sehr froh- jetzt ist das Arbeitsklima wieder deutlich entspannter und fröhlicher. Naja, mal sehen wie's die nächsten Wochen so läuft, wird schon schief gehen...!
    Ansonsten geht es mir soweit ganz gut, nur manchmal fühle ich mich etwas einsam. Es sind halt einige "Freundschaften" auf der Strecke geblieben, seit ich mich entschieden habe, abstinent zu leben. Und ich habe mich ja auch von meinem Partner getrennt, nach 10 Jahren. Ich meine, ich war noch nie der Typ Mensch, der einen riesig großen Freundeskreis hatte, und das war auch in Ordnung für mich- doch jetzt fehlt mir ein Partner und auch ein paar mehr Freunde. Vielleicht liegt es aber auch ein bißchen an mir, ich habe mich schon auf eine Art sehr zurück gezogen und bin auch eher vorsichtig geworden- was auch mit den Grundbausteinen (Risikominimierung) zusammenhängt.
    Ich bin jetzt nicht wirklich einsam, aber ich fühle mich manchmal so. Und ich weiß nicht so richtig, wie ich das ändern kann.
    Halt gibt mir vor allem dieses Forum, meine beste Freundin, meine reale SHG, die Nachsorge und auch ich selbst. Aber manchmal fehlt mir irgendwie etwas, ich kann gar nicht richtig ausdrücken...was??
    Danke, das ich hier sein darf!

    Wünsche allen eine gute Zeit, herzliche Grüße von Lena :wink:

  • Hallo Lena!

    Ich freu mich immer sehr wenn ich was Neues von dir lesen darf. Und wie eigentlich immer spricht es mich sehr an -- vermutlich haben wir eine Menge Gemeinsamkeiten.

    Worauf ich heute antworten möchte ist das Gefühl des "Irgendwie - Zuviel - Alleinseins", das ich aus deinem Beitrag ein bißchen herausgelesen hab: weil ich dieses Gefühl von mir selbst ganz gut kenne.

    Bei mir ist es so, daß ich nach meiner LZT auf einmal sehr sehr viel Zeit allein verbracht hab und mich damit irgendwie arrangieren mußte. Das war einerseits nicht allzu schwer weil ich eh ein eher introvertierter Mensch bin - sprich: ich tanke Kraft im Für-Mich-Sein, andere in Gesellschaft. Aber das ist ok so, das bin eben ich. Andererseits war es aber doch so ausgeprägt daß ich mir schon so meine Gedanken machte. Dadurch daß ich wieder arbeite hat sich dieses Thema ein bissel gelegt...

    Ich hab (für mich, das kann bei dir anders sein) gemerkt daß ich diese Alleinseinzeit gut für mich nutzen kann wenn ich das nicht zu sehr problematisiere. Ich kann bei mir selbst ankommen. Dinge spüren die sehr in der Tiefe liegen und an die ich im Trubel von früher nicht rankommen konnte. Es ist eben so und ich versuche zu nutzen was da ist anstatt mir was zu wünschen was nicht da ist...

    Ein eigenes Thema ist Liebe und Partnerschaft... ich hab ja wieder (habs kurz in meinem Thread gesagt) Kontakt zu der Exfreundin, damals, wohin das führt weiß ich nicht aber Beziehung?! Irgendwie ein Thema das für mich im Kopf vorbei ist (egal mit wem, ich sprech garnicht von Ihr), aber im Bauch... ich sehn mich schon auch mal nach Zärtlichkeit, Gehaltenwerden etc. Aber der Preis ist mir zu hoch -- irgendwie bin ich auf nem andren Weg. Aber ich bin sehr sehr froh daß diese alte dunkle und belastende Geschichte nicht mehr da ist. Menschlich ist es besser so. Es schafft Luft zum Atmen.

    Daß du zu deinem Ex wieder Kontakt hast und dieser Kontakt ja scheinbar auch unproblematisch ist find ich super. Man ist sich ja nicht umsonst übern Weg gelaufen. Das fühlt sich gesund an. No h so eine Ähnlichkeit zu mir...

    Mein Gefühl ist wann immer ich dich lese daß du auf einem sehr sehr guten Weg bist und ich hab Respekt ohne Ende vor dir. Das heißt ja nicht daß nun alles supergut läuft. Aber daß du dich, wie immer die Dinge laufen, auf dich verlassen kannst. Das vermittelst du auch wenn du schreibst.

    Ich bin im Moment ein bißchen am Zweifeln was das Forum angeht: ich habs in meinem Thread beschrieben, kurz. Wen ich mochte geht... aber du bist da, ich geb Updates bei mir, und so bleibt es wertvoll. Ich will das Positive sehen, hier wie im Leben.

    Ich hoff ich hab nicht zu wirr rumgeschrieben. Und du kannst mit irgendwelchen Bröckchen was anfangen...

    Wünsch dir eine gute Zeit und Danke!

    LG Frank

  • Hallo Frank, liebes Forum,

    ich habe mich sehr über deine Zeilen gefreut und konnte auf jeden Fall etwas damit anfangen! Ich bin auch eher introvertiert und seit ich nicht mehr trinke, kann ich mich selbst nicht nur gut aushalten, sondern ich geniesse es sogar. Im allgemeinen bin ich mit mir im Reinen, doch es gibt da halt noch viele Dinge zB. in meiner Kindheit, aber auch in meiner letzten Partnerschaft, die ich noch nicht wirklich verarbeitet habe. Deshalb möchte ich ja auch noch eine Gesprächstherapie machen, welche vorraussichtlich im Januar beginnt. In meiner LZT habe ich über vieles von damals geredet und mir ist klar geworden, das meine Erlebnisse einen großen Anteil an meiner Suchterkrankung haben.
    Seit Juni gehe ich regelmäßig zur Nachsorge, doch da geht es eher selten um Früher, sondern mehr um das "Hier und Jetzt", eben um konkrete Alltagsprobleme und wie man die meistert. Es geht um die Stabilisierung der Abstinenz, und das ist auch sehr wichtig.
    Trotzdem warte ich schon regelrecht darauf, das meine Therapie los geht. Es gibt da noch soviel, worüber ich mir klar werden möchte und ich weiß auch, das das nicht immer einfach werden wird....aber ich denke, das ist mein Weg in eine langfristige, hoffentlich zufriedene Abstinenz.
    Ich möchte endlich in der Lage sein, mit vielen schmerzhaften Erlebnissen und Erfahrungen abschliessen zu können....um mit neuer Kraft und Zuversicht meinen eigenen Weg in eine positive Zukunft gehen zu können!
    Und dafür brauche ich diese Therapie bzw. fachliche therapeutische Unterstützung. Mitte November rufe ich nochmal bei meiner Psychologin an und dann weiß ich auch, wann es los geht.
    Arbeitsmäßig bin ich ziemlich im Stress (WE beide Tage gearbeitet), dafür habe ich heute frei, aber die 6 Wochen werden auch vorbei gehen. Heute Abend ist noch SHG, das ist auch okay, auch wenn ich echt groggy bin....

    Wünsche euch eine angenehme und trockene Woche, bis bald Lena :wink:

  • Hallo Lena (ich hab diesesmal ein bißchen gebraucht bis zur Antwort, es ist soviel los und das hat mich etwas abgelenkt, entschuldige...)

    Auch meine Nachsorge bezieht sich - was mich angeht - mehr aufs Hier und Jetzt. Bei andren Teilnehmern ist das anders, das sind dann die die keine Nachsorge über ein paar Monate machen sondern eine anderthalbjährige Therapie; beide Arten von Teilnehmern sind bei meiner Einrichtung/Nachsorgegruppe vertreten.

    Das hat den Vorteil daß ich auch in dieser eher kurzen Zeit eine hohe Intensität mitbekomme; aber auch den Nachteil daß ich als "Nachsorgeklient" Schwierigkeiten habe in der kurzen Zeit die ich da bin mich so gründlich in die Gruppe zu integrieren wie es bei anderthalb Jahren möglich ist.

    Therapie ist für mich für die Zeit "danach" nach wie vor eine Option. Aber ich denke auch darüber na h, mir endlich eine Meditationsgruppe MIT Lehrer zu suchen. Beides hat ähnliche Zielsetzungen, Zweiteres geht allerdings wesentlich weiter und wär der Versuch ein Fundament zu bauen für den Rest meines Lebens, nicht nur für ei paar Jahre.

    Schwierige Fragen über die ich im November ich dem ich frei haben werde nachdenken werde.

    Dein Weg klingt - wie schon all die Monate - sehr gut und fundiert und "rund", ich freu mich jedes Mal wieder dich zu lesen und möcbt dich am liebsten mal umarmen. Du hast scheinbar aus einer tiefen Lebenskrise nicht nur herausgefunden. Du hast einen Weg gefunden daran zu wachsen. Dafür sind wir Menschen auf der Welt und so wenigen gelingt das und so viele zerbrechen...

    Dies ist so ein Thread aus dem auch Neulinge ganz viel lernen können. Müßt man drucken das Ding :)

    Super, Lena. Ganz großen Respekt. Alles alles Liebe und bis bald! Frank

  • Guten Abend zusammen, lieber Frank,

    ich freue mich immer sehr, wenn du mir schreibst und ich möchte mich einfach mal ganz herzlich bei dir für deine (Schreib-) Treue bedanken! :D Ansonsten bekomme ich ja eher wenig Resonanz- was aber wohl auch daran liegt, das ich bei anderen auch nicht viel schreibe- also ist das völlig in Ordnung für mich. Ich lese total viel bei allen, aber irgendwie überfordert es mich, mich da einzuklinken und zu schreiben- bin froh, wenn ich es hinkriege, halbwegs regelmäßig bei mir zu schreiben. Ich denke, da ist jeder ein bißchen anders und wer weiss, vielleicht ändert sich das bei mir ja noch?!
    Möchte mir da aber auch keinen Druck machen, es ist halt grad so, wie's ist....
    Achja, ich finde deinen Weg echt klasse, und ich freue mich sehr, das du so zufrieden und "in dir ruhend" wirkst- du hast schon sehr viel geschafft und du bleibst dran....es ist regelrecht zu spüren, das du dir wirklich näher kommst und wie gut dir das tut! Dafür drück ich dich mal ganz dolle....weiter so!
    Mir geht es auch gut, bin zwar arbeitsmäßig bißchen gestresst, aber irgendwie wachse ich auch daran und lerne, was und wieviel ich mir zutrauen kann....ein gutes Lernfeld für mich. Vor allem im Hinblick darauf, das ich ja gerne noch eine Umschulung machen möchte, also versuche ich es positiv zu sehen (auch wenn ich natürlich zwischendurch mal genervt bin...).
    Ich schaffe es auch, seit ein paar Wochen, 2x die Woche zu walken und das tut mir wirklich sehr gut- dabei kann ich gut abschalten und die Gedanken einfach laufen lassen.
    Gestern habe ich noch 1 Wand im Schlafzimmer in hellem Türkisblau gestrichen- soviel renoviert wie in den letzten Wochen, habe ich die letzten 5 Jahre nicht! :roll: Es kommt mir so vor, als wenn ich nochmal ganz neu in meiner Wohnung ankomme, und das fühlt sich richtig und nach mir an.

    Wünsche euch einen guten Start in die neue Woche,
    Herzlichst Lena :wink:

  • HalliHallo,

    mir gehts heute nicht wirklich gut- meine Mutter war heute Vormittag bei mir, und irgendwie geht es mir seitdem nicht gut. Bin jetzt ganz viel am Grübeln und es kommen viele alte Sachen hoch....
    Damit ihr es ein bißchen besser verstehen könnt, muss ich etwas ausholen...also: meine Mutter war jahrelang Co-abhängig von meinem alkoholkranken Vater, er hat sie im Suff oft verprügelt und er hat sie deutlich spüren lassen, das er ihr nichts zutraut und er hat sie regelrecht "klein" gemacht. Meine Mutter ist ein sehr zurückhaltender, schüchterner Mensch und mein Vater hat ihr über 20 Jahre (fast 25) das Gefühl gegeben, das sie nichts kann und nichts wert ist, daran ist sie fast zerbrochen. Sie hat sich erst nach 25 Jahren von ihm trennen können. Ich musste das alles hilflos und verzweifelt mit ansehen, ich wusste nie, was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme. Es gab keine Sicherheit, Geborgenheit oder Wärme für mich- ich hatte keine angenehme Kindheit, und bin früh erwachsen geworden, weil ich immer wieder die Verantwortung für meine Mutter übernehmen musste. Ich hatte so oft Angst um sie....und irgendwie war sie nicht in der Lage, mir zu helfen oder mich zu schützen- sie konnte ja noch nicht mal sich selbst schützen. Ich mache ihr da nicht wirklich einen Vorwurf, ich kannte es ja nicht anders- ich bin nur unendlich traurig darüber und fühle mich auch heute noch oft "mutterseelen allein" und mir fehlt einfach immer wieder Vertrauen- in was auch immer.
    Vor 3 Jahren ist meine Mutter an Brustkrebs erkrankt- das war natürlich ein Schock. Auch wenn es in der Familie liegt und es somit nicht gänzlich was neues war, war es doch sehr niederschmetternd und mit ganz viel Angst besetzt. (Ihre Mutter ist 1992 daran gestorben und ihre Schwester im Jahr 2007) Ich war die ganze Zeit an ihrer Seite, habe sie zu allen Untersuchungen begleitet und oft Tage im Krankenhaus verbracht. Weihnachten 2009 haben wir im Krankenhaus "gefeiert"- ich war stark, nach aussen, fast ein halbes Jahr lang- und habe abends gesoffen....ich weiß nicht mehr, wie ich das überhaupt hingekriegt habe. Doch es ist überstanden, und seit ca. 3 Jahren (im Dez.), ist der Krebs "ruhig", ich hoffe sehr, das das so bleibt.
    Doch meiner Mutter geht es psychisch nicht wirklich gut und ich rede oft mit ihr, das sie sich Hilfe suchen soll- und ich sage ihr auch, das ich ihr gerne dabei helfe, wenn sie das möchte. Doch scheinbar rede ich gegen eine Wand, sie sagt zwar oft, sie möchte was tun, aber sie tut nichts....und das macht mich fertig, traurig, verzweifelt und manchmal auch sauer. Neben meinem autistischen Bruder habe ich nur noch sie- zu meinem Vater habe ich keinen Kontakt- und ich möchte sie nicht auch noch verlieren. In der letzten Zeit ist meine Mutter immer wenn sie Urlaub hat krank- so auch heute. Und ich werde langsam müde, ihr immer wieder dasselbe zu erzählen. Ich dringe einfach nicht wirklich zu ihr durch- und das ist sehr anstrengend auf Dauer. Ich fühle mich wieder mal so entsetzlich hilflos....
    Deshalb geht es mir gerade gar nicht gut und ich kann das nur schwer aushalten.

    Auch ich habe nicht unbegrenzt Kraft...

    :( Lena

  • Hallo Lena!

    Also ich bin sehr sparsam was meine Worte an meine Mutter betrifft.
    Davon hat sie nämlich, sicher so wie deine, schon mehr als genug bekommen.
    Ohne Gegenleistung und ohne Wertschätzung der Gedanken versteht sich.

    Du hast genug Kraft, wenn du sie der Person gibst, die sie auch verdient: Dir selbst!

    Liebe Grüße!

  • Hallo Lena!

    Ich glaube, es gibt beinahe nichts was so schwer ist wie anderen Menschen wirklich zu helfen... und daß es beinah unmöglich wird, wenn diese nicht aus sich selbst heraus Schritte in die richtige (oder eine bessere) Richtung gehen wollen oder können. Das ist natürlich sehr schmerzhaft, wenn es sich um so nahestehende Menschen handelt wie die eigene Mutter, oder enge Freunde, oder eigne Partner...
    Schwer zu sagen was mehr Kraft kostet, das Leiden des Gegenübers zu sehen oder die eigene Hilflosigkeit auszuhalten.

    Was man tun kann könnte vielleicht sein, für sich selbst gut zu sorgen, ohne sich deswegen vom Anderen abzugrenzen. Wer für sich gut sorgen kann strahlt das aus (und daß Du das kannst, dafür zeugt alles was Du hier geschrieben hast). Dieses "Ausstrahlen" klärt und löst vielleicht nichts oder nur wenig am eigentlichen Problem; aber es kann trotzdem für den Anderen hilfreich sein. Es ist, glaube ich, auf keinen Fall umsonst; wer für sich sorgt tut immer auch etwas für Andre mit.

    Sie ist Deine Mutter, und da gilt das noch mehr. Wenn sie sieht daß ihre Tochter einen guten Weg geht wird ihr das auf irgendeine Art ganz sicher guttun; ob es an ihren grundsätzlichen Problemen nun viel, wenig oder garnichts löst...

    Dazu kommt - Deine Mutter wird ja nicht mehr die Jüngste sein; ab einem gewissen Alter mag es ja auch sein, daß eine grundlegende Wandlung zu anstrengend, zu weitgehend geworden ist, daß sie zuviel zu lange Gewachsenes in Frage stellen würde. Manchmal kann es wertvoller sein mit seinen Problemen angenommen zu werden... aber: gerade das kann vielleicht ja dann wieder Mut machen zu kleineren Änderungen...

    Ich wünsche Dir sehr, daß Du Dir trotz allem weiterhin Gutes für Dich selbst geben kannst und wenigstens soweit ein bißchen loslassen kannst, daß Du Dich nicht überlastest und daß der Blick auf das Gute in Eurem Verhältnis nicht verstellt wird. Denn das muß ja da sein, das Gute, wenn sie Dir so wichtig ist, nicht?

    Paß weiter gut auf dich auf. Ganz viel Kraft wünsch ich dir von hier. LG! Frank

  • Hallo Lena,

    Frank hat ja schon ganz viel wahres geschrieben.

    Ich habe auch kein leichtes Verhältnis zu meiner Mutter.

    Es sind andere Gründe aber das Gefühl das du ansprichst, dieses verzweifelte einsamkeitsgefühl ( so habe ich es verstanden ) hatte ich noch bis vor ein paar Monaten.

    Da konnten selbst die ganzen Freunde, Familie, Kinder, Lover, Nochehemann nochts ändern.

    Ich fühlte mich im tiefsten Kern einsam.
    Weil ich als kleine Marion nicht ausreichend geschützt und behütet wurde.
    Nein, eher wurde wie bei dir Raubbau an meiner Seele genommen.

    Darum auch meine Co-Abhängigkeit, (die jetzt aber vorbei ist).

    Das innere Kind, das sagt dir vielleicht etwas ?

    Das kann von niemand anderem als von mir selbst behütet werden.

    Diese Erkenntnis habe ich durch meine Psychologin und durch Bücher bekommen, durch Nachdenken und Fühlen.

    Dann war trtzdem noch ein großes Loch in mir aber ich begann es nach und nach zu füllen.

    Damit verschwanden langsa´m die Einsamkeits Gefühle und damit auch die Co-Abhängigkeit und ja auch der "Suff".

    Linderung bekam ich über den Intellekt verbunden mit der Umsetzung im Jetzt.

    Meine Mutter ist auch gerade da, es ist nicht einfach, aber ich habe gelernt sie so sein zu lassen wie sie eben ist.

    Basta.

    Wie Frank sagte, der Zug ist abgefahren, sie will und wird sich nicht mehr ändern.

    Ich habe mich aber geändert und das ist das was ich tun konnte.

    Ich fühle mich nun nicht mehr einsam.

    Ein ganz tolles Buch bei Amazon zu bestellen...Befreie dein inneres Kind.

    ich hoffe der Tip geht klar von Seiten der Forenleitung-

    Kann jetzt nicht mehr gegenlesen, bin bissle im Stress.

    Alles gute Lena
    LG Marion

  • Hallo Schnuffig, Frank und Marion,

    vielen lieben Dank für eure Antworten und eure Gedanken an mich!
    Damit kann ich sehr viel anfangen, auch wenn ich darüber erstmal in Ruhe nachdenken muss. Leider habe ich nicht viel Ruhe zur Zeit- aber irgendwie nehme ich sie mir schon zwischendurch.
    Ich merke auch, das es meiner Mutter gut tut, zu sehen, das ich auf einem "guten Weg" bin. Doch es wäre auch für mich sehr schön und entlastend, wenn ich wüsste, das sie etwas für sich tut. Das ich ein kleines bißchen Hoffnung haben könnte, das es ihr mal besser geht, das sie glücklich ist. Ich würde mich auch über die kleinsten Schritte freuen- und hätte vielleicht endlich keine Angst mehr.
    "Das innere Kind" sagt mir schon etwas....ich habe mir in der Klinik das Buch "Aussöhnung mit dem inneren Kind" gekauft, hatte dort auch angefangen es zu lesen....bin aber nicht weit gekommen- aus vielerlei Gründen. Werde versuchen mir dafür bald mal Zeit zu nehmen.
    Nachher habe ich noch SHG- vielleicht spreche ich da mal mein Problem an....obwohl ich mich im Moment am liebsten verkriechen würde. Weiß auch nicht genau warum.
    Habe grad ganz heftige Stimmungsschwankungen...

    Bis bald, Lena

  • Hallo Lena,

    ich wollt dir eine Gute Nacht wünschen.

    Vielleicht warst du ja in deiner Gruppe und konntest dir ein klein wenig Ballast
    von der Seele reden.

    Bist du in einer Alkoholiker Gruppe ?
    Fühlst du dich da wohl und traust dich offen zu sein ?

    Das ist doch bestimmt sehr wichtig für dich, wenn es sonst nicht so viele Menschen gibt ,denen du deine Sorgen anvertraust ?

    Für heute hoffe ich, es kehr ein wenig Ruhe ein bei dir.

    Schlaf gut und träum´ was Schönes. :)

    Marion

  • Hallo Marion,

    ich gehe zu einer SHG vom Freundeskreis, das ist eine Gruppe für alkoholkranke Menschen. Ja ich fühle mich dort wohl und ich bin da auch offen, was meine Probleme angeht. Und es war auch gut, das ich heute da war- denn auf das einfachste bin ich selbst nicht gekommen....ich hatte doch mit meiner Psychologin abgemacht, das ich mich Mitte November wieder melde, um zu besprechen, wie es mir jetzt geht, ob ich noch abstinent bin und ob ich nachwievor eine Gesprächstherapie brauche....und eine aus der Gruppe hat gesagt, das ich mich doch auch jetzt schon bei ihr melden könnte.
    Und genau das werde ich morgen/spätestens Mittwoch auch tun.
    Und ich gehe ja auch noch zur Nachsorgegruppe und da werde ich mich um ein Einzelgespräch kümmern.
    Ich denke das kann mir schon weiter helfen. Mal sehen...

    Wünsche dir auch eine gute Nacht,
    lieben Gruß

    Lena :wink:

  • Hallo Lena,

    das Eingeständnis es alleine nicht schaffen zu können, und Hilfe zu suchen ist denke ich der erste Schritt, um einen Weg aus den seelischen Nöten zu finden.

    Manchmal sind dazu auch einfach mehrere Anlaufstellen nötig.

    Ein Meeting ist ein Meeting, ein Therapiegespräch ein Therapiegespräch ;) .

    Beide Formen der Hilfe können zur raschen Regulierung der eigenen Befindlichkeit helfen, beide wirken auf lange Sicht klärend und stabilisierend.

    Das eine was man erhält sind Einsichten über das an was unsere Seele leidet, das andere die Möglichkeit zur Offen- und Ehrlichkeit.

    Es waren viele Schritte erforderlich, dass ich nun da bin wo ich mich wohl fühle.

    Einer dieser erwähnten Schritte war das bedingungslose Eingestehen ALLER MEINER PROBLEME innerhalb der Therapie ( Tiefenpsychologische Gesprächstherapie ).

    Am liebsten hätte ich mir auf die Zunge gebissen, lieber als meine bestgehütetsten Geheimnisse preis zu geben.

    Meine Zunge ist noch dran ;) und mir wurde geholfen, denn ich habe ALLES gesagt.

    Manchmal hatte ich nach dem Therapie Gespräch das Gefühl, dass sich Welten aufgetan haben.

    Manchmal kam es mir vor wie ein Kaffeeklatsch, denn wir haben auch viel gelacht.

    Im Nachhinein war jede einzelne Sitzung wertvoll, denn sie wirkten oft im Verborgenen.

    Vor allem dadurch, dass ich mich total öffnete.

    Dass meine Therapeutin mir dazu die Möglichkeit gab, bin ich sehr dankbar.

    Alles Gute weiterhin und ich drücke dir die Daumen "deinen Weg der Erleichterung" zu finden.

    Marion

  • glück auf lena

    Zitat von Lena40

    ich werde langsam müde, ihr immer wieder dasselbe zu erzählen. Ich dringe einfach nicht wirklich zu ihr durch- und das ist sehr anstrengend auf Dauer. Ich fühle mich wieder mal so entsetzlich hilflos....
    Deshalb geht es mir gerade gar nicht gut und ich kann das nur schwer aushalten.

    du willst helfen, hast aber inzwischen selber gemerkt, dass du nur helfen kannst wenn du um hilfe gebeten wirst.
    das is sehr schmerzhaft und unglaublich anstrengend.

    Zitat von Lena40

    Auch ich habe nicht unbegrenzt Kraft...

    du brauchst deine kraft für dich.
    sog dafür, dass es dir gut geht. (ja - ich kann wieder gut "klugscheissen" und weiß doch selber, dass zwischen richtig wissen <und> richtig machen n fast unüberbrückbarer spalt besteht).
    du bist auf m guten weg - du holst dir hilfe.

    schöne zeit - kraftpäckl - geduldsfadenverstärker - umärmelung

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Lena,

    hiermit puste ich dir mal ein bißchwn Ruhe und Gelassenheit rüber :)

    alles andre schreib ich bei mir (wg. der "Liebsten"), aber erstmal dreh ich mich nochmal um und schlaf noch eine Runde weiter... dafür gibts ja Urlaub... bis dahin wünsch ich dir einen schönen streßfreien Tag.

    Lieben Gruß von Frank

  • Hallo zusammen,

    ich war heute bei der Nachsorge und habe auch da über meine derzeitigen Nöte gesprochen und nächste Woche Mo. habe ich auch einen Termin für ein Einzelgespräch- das gibt mir hoffentlich ein bißchen Sicherheit. Meine Psychologin werde ich morgen anrufen- irgendwie bin ich gerade sehr kraftlos und auch ein wenig melancholisch.
    Ich danke euch für eure Antworten, bin leider nicht in der Lage näher darauf einzugehen- entschuldigt das bitte.
    Merke das ich noch weit davon entfernt bin, stabil zu sein....und das macht mir Angst....im Moment kann ich nur für heute denken, für die nächsten 24 Std. und "heute nicht trinken".
    Ich habe zwar einige Ressourcen für mich erarbeitet, doch irgendwie fühle ich mich grad extrem gefährdet. Habe Angst das ich es nicht schaffe, stark zu bleiben.

    Sorry, möchte euch gegenüber (und mir) ehrlich bleiben.

    Es kommt auch hinzu, das ich mich sehr einsam fühle- ich weiß auch nicht- irgendwas läuft falsch...

    Lena

  • Liebe Lena, wer kann schon immer stark und stabil sein? Ich nicht; und ich kenne auch niemand der das kann. Mal schwach sein ist völlig ok, es gehört zum Leben dazu!

    Mach es dir kuschelig. Ruh dich aus. Tu dir etwas Gutes... und wenn die Gefärdung groß ist geh zu deiner Suchtberatung und sag daß du SOFORT ein Gespräch brauchst, auf solche Notfälle sollten die eingerichtet sein...

    Ganz viel Kraft schick ich dir! LG Frank

  • Danke Frank, ich habe mir was schönes gekocht, viel hier gelesen und mich ausgeruht....morgen ist ein neuer Tag und vielleicht sieht die Welt dann schon etwas besser aus....

    wünsche dir einen schönen Abend, gruß Lena

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