Männlich(49) sucht....Unterstützung beim Trockenbleiben

  • Guten Abend Hartmut,
    danke für deine interessierte Frage.

    Ich bin Alkoholiker, ohne jegliches Wenn und Aber.
    Und,...ich verspürte keinerlei Druck.
    Das meinte ich damit.
    Kein Gedanke, kein Druck, keine Euphorie, einfach nur zufrieden trocken.
    Vor über 8 Monaten war der Gedanke an Trockenheit undenkbar.
    Eigentlich unmöglich.
    Und heute?
    Genau das Gegenteil.
    Wohlfühlzustand.
    Und in dieser Leichtigkeit des Zustandes passe ich sehr gut auf, dass ich nicht leichtfertig werden könnte.
    Die Trockenheitsarbeit vernachlässigen könnte, weil ja ohnehin alles wie geschmiert läuft.
    Diese Arbeit mal "schleifen" lasse.
    Ich empfinde meine Trockenheit nicht als Selbstläufer.
    Ich will mich trotzdem an meine Krankheit (manuell)erinnern, gerade dann, wenn ich weder von innen, noch von außen, automatisch daran erinnert werde.

    Ich hoffe lieber Hartmut, ich konnte konkrete Aufklärungsarbeit leisten, um nicht falsch verstanden zu werden.
    Wahrscheinlich kam mein Text ein bisschen eigenwillig rüber :?
    Da kannst du schon recht haben.

    Einen lieben Abendgruß
    Lito

  • Hallo Lito,

    ich bin wie du ja schon mitbekommen hast immer sehr direkt aber nicht weniger herzlich. Ich bin meinen Weg sehr geradlinig gegangen und deswegen waren mir deine Gedanken auch nicht fremd.

    Wenn mich heute noch das Gefühl packt, unzufrieden zu sein, dann hat das ja nichts mit meiner Sucht zu tun. Die zwar hin und wieder aufflammt und mir nasse Lösungswege in Aussicht stellt. Aber das ist nun mal die Krankheit die nie aufhört .

    Das was du machst finde ich gut . Du schreibst detaliert auf was auf deinem Weg passiert . Genau da können dann "Missverständnisse" oder "Gefahren " geklärt werden .

    Weiter so.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zitat von Litertour

    ...Und in dieser Leichtigkeit des Zustandes passe ich sehr gut auf,
    dass ich nicht leichtfertig werden könnte...


    Hallo Lito,

    dieser Satz fasst sehr gut zusammen, auf was es auch mir ankommt.
    Wobei die Gefahr durch Leichtfertigkeit bei mir ähnlich hoch ist
    wie die Gefahr durch Langeweile.
    Seit etwas mehr als einem Jahr schreibe ich
    ziemlich regelmäßig hier im Forum.
    Fast täglich.
    Das hilft mir, meine Sucht nicht zu vergessen.
    Mit jedem Beitrag halte ich mich auf Kurs.
    Auch dann, wenn ich nichts über Alkohol schreibe.

    Viele Grüße
    Correns

  • Hallihallo ihr Lieben,

    *ichfaltedieHändeundverbeugemichzueurerEhre :oops:*
    Ein "Danke" aus meinem innersten soll euch erreichen.

    Eigentlich mache ich nur das, was mir hier vorgelebt wird.
    Ich brauche das Rad gar nicht neu erfinden.
    Warum sollte ich auch ?
    Ich lese mich immer wieder durch eure Texte, sowie Beiträge von so manch anderen FreundenInnen, und darf erkennen was gut lief ( wo ich mich also gefahrlos bedienen kann :wink: ),
    und wo ein Risiko lauert, wo es sozusagen fast ins Auge ging, oder sogar "das Kind schon in den Brunnen gefallen war" :(
    Ich lese hier im Forum auch von Alleingängen, Experimenten, Versuche die Löcher mit anderen berauschenden Mittel zu füllen,...usw. :cry:
    Und erkenne mich sofort wieder!

    Bei mir war die Wurzel allen Übels, dass ich meine Krankheit verniedlichte, verharmloste, schlichtweg nicht erkennen konnte bzw. wollte.
    Auf diesem wackligem Fundament (mit dieser Einstellung)ein Haus zu bauen ist unreif.
    Es bricht früher oder später zusammen.
    Ich musste erst erkennen, dass es sich hier nicht um einen eingerissenen Fingernagel handelt, sondern Lebensgefahr im Verzug ist.

    So zu bauen habe ich von euch gelernt.
    Gemeinschaftshütte.

    Weiterhin eine genußvolle Trockenheit,
    das wünsche ich euch allen zusammen.
    Komme da was wolle.

    Bob der Baumeister :wink:
    Lito

  • Zitat von Litertour

    Geht es dir gut ?

    unverschämt gut

    Zitat von Litertour

    Hast du für heute etwas Besonderes geplant ?

    s leben genießen - spass am alltäglichen einerlei haben - is für mich immer was besonderes :wink:

    glück auf

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Einen schönen Sonntag liebe Forumsfamilie,

    die Gespräche mit meinem innerer Schweinehund führten dazu, dass ich einen Handel mit ihm abschloss. Eis für Lauf :wink:

    Jetzt werde ich, nach fast 2 Jahren Pause, einen gaaaanz kurzen und langsamen Waldlauf machen.
    Vielleicht 20 Minuten, nicht länger.
    Schlimmstenfalls wirds ein schnellerer Spaziergang.

    Als Belohnung gibts ein Eis, und innere Zufriedenheit.

    Ihr ahnt ja nicht welche Dimensionen mein Hund hat :roll: Auweia...

    Liebe Grüße
    Lito

  • So ihr Lieben,

    mit der Einstellung eines Kampfhundes lief ich los, verfiel in einen gazellenartigen Sprunglauf, und nach 5 Minuten besonnte mich auf die Gemächlichkeit eines Berhardiners ;)
    In dieser Version trabte ich 32 Minuten durch den Wald.
    Meine 5 kg Übergewicht schwingten fröhlich im Takt mit.

    Wieder angekommen, fiel ich vor lauter Hunger zurück in die Kampfhundeversion und bestieg den Kühlschrank.

    Aber ansonsten gehts mir gut.

    Liebe Grüße, und ein zufriedenes *Wuff*
    Lito

  • Guten Morgen,...oder auch Mahlzeit :wink: liebe Forumsfamilie.

    Morgen bin ich 8 Monate trocken.
    Ich will mir die Dauer meiner Trockenheit nicht wie eine Trophäe umhängen ( irgendwie würde mir es vorkommen wie ein sportliches Ereignis, und nicht wie eine lebenserhaltende Maßahme ),
    aber ich benutze diese Zahl um mich ein bisschen zu orientieren.
    Es ist wie mit dem Alter.
    Zum leben und atmen braucht man diese Zahl nicht, aber zur Orientierung wird es in vielen Fällen brauchbar.

    Was heißt das nun konkret ?
    Ich werde langsam mich weiteren Dingen des Lebens zuwenden, die ich bis heute aus Vernunftgründen hintenangestellt habe.
    Nun folgt ein vorsichtiger Probelauf diese Dinge in mein Leben miteinzubauen, und sie der Trockenheitsarbeit unterzuordnen.
    Und zwar mit äußester Vorsicht.

    Liebste Grüße
    Lito :wink:

  • glück auf lito

    Zitat von Litertour

    Ich will mir die Dauer meiner Trockenheit nicht wie eine Trophäe umhängen ( irgendwie würde mir es vorkommen wie ein sportliches Ereignis, und nicht wie eine lebenserhaltende Maßahme ),
    aber ich benutze diese Zahl um mich ein bisschen zu orientieren.
    Es ist wie mit dem Alter.
    Zum leben und atmen braucht man diese Zahl nicht, aber zur Orientierung wird es in vielen Fällen brauchbar.

    hast du sehr schön formuliert - seh ich ganz genau so.

    Zitat von Litertour

    8 Monate trocken.

    das liest du bitte erst morgen: gratulation :wink:

    schöne zeit - immer schön vorsichtig

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Guten Morgen Lito

    und herzlichen Glückwunsch zu acht Monaten "anderer Weg".
    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem vorsichtigen Probelauf,
    bei dem Du weitere interessante Dinge in Dein Leben einbauen möchtest.
    Lass Dich nicht entmutigen, wenn nicht alles 100% klappt.
    Da Du die richtige Orientierung hast, kannst Du Dich nicht verirren.

    Viele Grüße
    Correns

  • Herzlichen Dank ihr Lieben für eure Glückwünsche,
    über die ich mich ehrlich sehr freue. :D

    Was ist denn jetzt, in meinem trockenen Leben, eigentlich anders ?
    Für mich eine wichtige Frage um, ich zitiere dankenderweise Correns, um "auf Kurs zu bleiben".

    Ich denke, es gibt hier keinen einzigen, ich bitte um Entschuldigung liebe Damen, natürlich auch keine einzige :wink:,
    der oder die sich nochmals in die nasse Zeit zurückwünscht.
    Und das sagt ja schon alles über die trockene und die nasse Qualität des Lebens.

    Was habe ich denn, als meine Krankheit noch aktiv war, für ein Theater in meinem Kopf veranstaltet wenn es um Trockenheit ging !?

    Allein der Gedanke an " nichts mehr trinken" war gepflastert von Horrorvorstellungen.
    In meinem Kopf war Abstinenz gleichbedeutend mit "den Sinn des Lebens verlieren", jedoch war parallel dazu auch das dumpfe Gefühl "sich auf Raten selbst zu zerstören".
    Welch ein Wahnsinn regierte und diktierte mein Leben !
    Diese Dualität der Gedanken entfachte ein chaotische Höllenfeuer in meinem Kopf.
    Ich bin mir sicher ich ging durch die Hölle. Leider mussten auch Gesunde mit.

    Ich möchte mich bei euch liebe Gemeinschaft für die Unterstützung bedanken, und wünsche uns allen weiteres
    "Auf Kurs bleiben"

    Der Lito :wink:

  • Hallo Lito,

    Zitat

    In meinem Kopf war Abstinenz gleichbedeutend mit "den Sinn des Lebens verlieren

    "

    Diesen Satz habe ich bis vor 5 Monaten auch so gefühlt.

    Von wie vielen Menschen habe ich diesen Satz schon gehört anhand meiner Trockenheit ?

    Es waren sehr sehr viele.

    Menschen in den tollsten Positionen, mit allen finanziellen und intellektuellen Möglichkeiten, die man sich vorstellen kann.

    Was war/ist dieser Sinn des Lebens, von dem so viele in Zusammenhang mit Alkohol sprechen ?

    Ich kann mir nur vorstellen, dass Alkohol der Sinn ist um alle anderen Sinne zu betäuben, die ohne Alkohol nicht "betört", "genährt" werden.

    Weil diese Sinne dann brach liegen und vertrocknen und das tut weh.

    Dieses nähren und betören ;) tun wir aber nun und darum brauchen wir den Alkohol nicht mehr.

    Ich finde mit Alkohol hatte das Leben wenig Sinn.
    Es war NICHT sinnlich.

    Jetzt schon !!!

    Viel Spass beim Trommelabend.

    Kriegst was auf die Ohren ;) .

    Marion

  • Einen schönen sonnigen 8) guten Morgen alle zusammen.

    So ein sonniger Herbsttag hat schon was.
    Die Luft ist etwas klarer, die Temperaturen nicht erdrückend, die Natur in farbigem Kleid.
    Ich denke der Nachmittag wird mich ins Freie leiten.

    Der Vormittag gehört dem Umsetzen meiner Pläne, und unterordnen meiner Trockenheitsarbeit.
    Nachdem ich ein Mensch bin der nur mit allergrößter Mühe nach Stundenplan leben kann, musste ich eine andere Lösung finden.

    Also gibt es bei mir keinen Stundenplan, oder Tagesplan.
    Eher einen Wochenplan.
    Ich habe 7 Zettel, für jeden Tag einen.
    Auf jedem dieser Zettel steht etwas, was ich schon immer gerne tun wollte, aber der Hund in mir größer war, ergo, ich ohne (ausreichende) Disziplin bin.

    Z.B. Englisch vertiefen, am nächsten Zettel Sport, dann wieder ein Buch lesen, usw...
    Wichtig für mich, dass nur ein Vorhaben pro Tag diesen Zettel ziert, ich es wirklich möchte, nur für mich mache, und ein Wochenziel erreiche.

    Diese Zettel sind nicht an Wochentagen gebunden, und untereinander austauschbar.
    Wichtig ist mir hier meine Selbstdisziplin zu trainieren, dranzubleiben, und mir Freude zu bereiten.
    Und wenn es nicht zu 100% klappt, dann werde ich eine Lösung finden.

    Denn zum Betanken meiner Selbst hatte ich auch immer genügend Zeit.

    Liebste Herbstgrüße euch allen wünscht euch
    Lito :wink:

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