Kann man wirklich so blind sein

  • Hallo Zusammen,

    ich bin erst seit heute hier und habe meine Geschichte bereits in der Vorstellungsrunde erzählt. Wer es möchte kann diese dort sicher nachlesen.
    Ist es tatsächlich möglich eine lange Zeit als Partnerin nichts von der Sucht zu bemerken und einem quasi erst am Tage des Einzugs in eine gemeinsame Wohnung mit roher Gewalt die Scheuklappen von den Augen genommen werden....und man dann erkennen muss, dass da etwas nicht stimmt?

    Wie kann sich ein sonst so bemühter, liebevoller Mann in so ein Scheusal verwandeln.....und kurz nach Einzug, dann auch noch alles über den Haufen schmeißen und wieder ausziehen.

    Hängt das damit zusammen, dass ich Schnapsverstecke fand und seinen über Wochen anhaltenden Alkoholkonsum und seine Beleidigungen und Drohungen, so nicht hingenommen habe?

    Verstehe gerade die Welt nicht mehr

    Gruß Varescu

  • Hallo Varescu

    Herzlich Willkommen hier im Forum :)

    Da ihr so wie ich es verstanden habe erst später zusammen gezogen seit kann es schon gut sein das er seine Sucht gut verstecken konnte und das wo ihr jetzt zusammen gezogen seit nicht mehr so gut möglich ist.

    Ich habe von Anfang an gewußt das mein Freund Alkoholiker war und trotzdem habe ich auch oft die Augen verschlossen und nicht alles gesehen was man hätte sehen müssen. Warum? Vielleicht weil ich es einfach nicht wahr haben wollte das es wirklich so schlimm ist.

    Der Alkohol kann so viel anrichten. Aus dem liebsten Menschen kann plötzlich ein ganz anderer werden das man wirklich Angst bekommen kann und man diesen Menschen nicht mehr wieder erkennt.

    Es wäre gut wenn du deinen Beitrag aus dem Vorstellungsbereich auch hier rein stellen könntest da ich ihn nicht lesen kann dann könnte ich dir bestimmt auch noch etwas ausführlicher Antworten.

    Alles liebe
    Georgina

  • Hallo Varescu

    (ist das Tschechisch?) ... erst mal herzlich willkommen im Forum. Du solltest wissen, daß nur derjenige im Vorstellungsbereich lesen kann, der auch für die geschlossenen Bereiche freigeschaltet ist.

    Aber Du hast ja hier auch schon grob umrissen um was es geht.

    Daß Du bislang nichts bemerkt hast ist mM zwei Sachen geschuldet:

    Zum einen glaubt man ja gern, was man glauben will und zum anderen ist ein Mann der seit Jahren trinkt, sicherlich auch in der Lage, die Sucht lange Zeit geheim zu halten. Wenn er sich und sein Verhalten kennt, - auch sein
    Verhalten nach zu viel Alkohol - dann konnte er das sicher bisher gut timen und auf die Zeit Deiner Abwesenheit legen.

    Warum hat er dann erst zusammenziehen wollen?
    Ich glaube auch in der Hoffnung auf das "morgen wird alles anders"
    machen sich suchtkranke Menschen gern mal was vor. Sind dann aber nicht sich selbst sondern der Umwelt böse, wenn es nicht klappt. Die Selbstreflektion scheint bei vielen nassen Alkoholikern einfach abgeschaltet. Und Streß oder veränderte Umgebung löst da sicher auch noch zusätzlich ganz eigene suchtbedingte Reaktionen aus.

    Aber wichtig ist doch, daß Du so schnell wie möglich erkennst, daß man
    das Verhalten und das Denken von einem in dieser Weise krankhaft vom Alkohol bestimmten Menschen niemals logisch ergründen kann. Da wirst Du bis zum Sankt Nimmerleins Tag nach Erklärungen suchen.

    Wie kommst Du aus der Nummer raus -und willst Du da raus?
    Das wäre jetzt meine Frage an Dich.

    LG Nys

  • Hallo Georgina und hallo Nys,

    danke für eure netten Worte. Nein, ich wusste nicht, dass nicht alle die Vorstellung lesen können.

    Deshalb noch einmal in der kurzen Fassung.

    Wir waren Kollegen und er bemühte sich zwei Jahre um mich. Irgendwann hatte er dann mein Herz erobert und wir führten eine Beziehung von etwas über einem Jahr in getrennten Wohnungen. Allerdings war er doch sehr oft bei mir. Er verstand sich mit meiner erwachsnen Tochter, welche zur Zeit noch bei mir wohnt prima, war liebevoll und aufmerksam und dass wir öfter auch mal an gemütlichen Abenden zusammen saße und Wein tranken, habe ich nicht komisch gefunden, Auch nicht, dass er oft eine Kräuterflasche dazu holte (ich mag so etwas nicht) oder noch mal auf Tour ging, wenn der Wein alle war, um noch etwas zu holen, obwohl ich das nicht mehr brauchte. Er fand dort auch immer einen Grund noch einmal auf irgendwas zu trinken, Mir fiel auch nicht auf, dass er egal wann immer ein Glas in der Hand hatte. Sei es das Glas beim Kochen, zum entspannen oder zum Fernsehabend. Es gab auch mal Streit und er rannte in seine Wohnung. Mir fiel dabei lediglich auf, dass er unter Alkohol eine sehr eigenartige Körperhaltung einnahm und mit ihm einfach ein normales Streitgespräch nicht möglich war. Immer war alles gegen ihn, ich wusste alles besser usw. Normalen Argumenten war er dann nicht zugänglich.Da das meiste aber stimmte und er immer wieder sehr leibevoll war, wollten wir zusammenziehen und haben das auch mit viel Freude geplant. Aber bereits am ersten Abend eskalierte der Streit wie ich ihn nicht kannte,. Ich wurde beleidigt und mir wurden Schläge angedroht. Dieses Szenario wiederholte sich nun in den fünf Wochen mehrmals und es gab keinen Abend, an dem er nicht sehr betrunken war. Ich habe auch Schnapsverstecke mit kleinen, handlichen Flaschen gefunden. Sprach ich ihn auf seinen Zustand an, meinte er von einer halben Flasche Wein und zwei Bier könne er nicht betrunken sein. Als er mir das eine mal Schläge androhte, kam meine Tochter in die Küche und sagte ihm; du fasst meine Mutter nicht an. Seit dem ist sei sein Feindbild und er kann mit ihr nicht unter einem Dach leben, hat sich bereits eine neue Wohnung gesucht und packt nun diese Tage alle Sachen wieder ein. Von er liebt mich undendlich, bis ich bin ein Stück"Sch....." darf ich mir immer wieder alles anhören Mittlerweile weiß ich, dass sich eine Partnerin von ihm bereits 2004 wegen des Alkohols von ihm getrennt hat.

    Deshalb frage ich mich...konnte oder wollte ich nicht sehen? Weshalb drängt er auf einen Zusammenzug, wenn er doch wissen musste, dass ich dann früher oder später dahinter komme.

    Es ist so erschreckend wie er sich verändert und eine Lügengeschichte nach der anderen heraus kommt.

  • Hallo Varescu

    Ich kann dir eins sagen. Es bringt nichts sich mit ihm betrunken zu unterhalten sowas solltest du immer tun wenn er nüchtern ist.

    So wie es sich für mich anhört sieht er selber noch nicht ein das er ein Alkoholproblem hat und hatte deswegen vielleicht auch keine Einwände mit dir zusammen zu ziehen.
    Jetzt hast du ihn auf seinen Akoholkonsum angesprochen und wahrscheinlich fühlte er sich von dir ,,bedroht'' ( du könntest ihm seinen Alkohol verbieten wollen)
    Das er so aggressiv wird unter Alkohol sollte dir wirklich zu denken geben.
    Ich denke auch wenn es hart ist, ist es besser für dich und deine Tochter das er auszieht.
    Du solltest dir keine Schuld geben das du nichts gemerkt hast. Alkoholiker sind perfekte Schauspieler und können sich oftmals sehr gut verstellen und einem was vorspielen.
    Und wenn es darum geht, der Alkohol oder du dann wirst du leider verlieren :( es sei den er sieht sein Problem ein und holt sich Hilfe.
    Du solltest überlegen was du jetzt für dich tun kannst?!
    Schau dich doch einmal etwas um im Forum und les dich mal ein bisschen durch. Das hat mir auch sehr geholfen.
    Schon allein zu wissen das man mit seinen Sorgen, Ängsten und Zweifeln nicht allein ist und es noch andere Leute gibt denen es so geht.
    Ich wünsche dir die Kraft Stark zu bleiben und das beste für dich zu tun.

    LG Georgina

  • Hallo Georgina,

    danke für deine Wünsche. Ja, es ist schön sich mit anderen austauschen zu können und Dinge begreifen zu lernen. Allerdings hatte ich, wie die meisten sicher hier auch einmal, noch nichts mit so einem Menschen zu tun und versuche deshalb Dinge logisch zu erklären....aber hier gelingt es mir nicht. Du hast recht, als ich ihn neulich auf seinen Alkoholproblem ansprach, meint er natürlich,dass das Quatsch wäre, hob schon wieder die Stimme, winkte ab und meinte du trinkst doch schließlich auch. Ja...aber doch nicht so. Diese Stimmungsschwankungen sind echt unerträglich.Gestern warf er mir an den Kopf, dass wir sowieso nur eine "F...beziehung" gehabt hätten und heute textet er mir, dass ich eine schöne, kluge und toughe Frau sei, die er gern so in Erinnerung behalten würde. Du wirst das schon richitg sehen, er kann hier nicht unkontrolliert trinken und das wird ihm Angst machen. So denke ich allerdings auch erst, nachdem ich hier ein wenig gelesen habe. Vorher hätte ich alles mögliche dahinter vermutet....eine andere Frau oder sonst was. Die gibt es aber nicht, dazu war er im Nachhinein betrachtet mir gegenüber auch viel zu Besitzergreifend. Ja, ich bat ihn auch darum den Schnaps aus unserer Wohnung zu verbannen....und nachdem er zustimmte, fand ich sodann die besagten Verstecke.
    Trotzdem ist es für mich momentan noch ziemlich unbegreiflich.

    LG Varescu

  • Ich hatte vorher auch noch nie mit so einem Menschen zu tun und mir wurde auch erst nach und nach bewusst wie schlimm diese Krankheit ist.
    Ich bin jetzt seit über 4 Jahren mit meinem Freund zusammen(er ist seit über 10 Monaten trocken) und auch heute noch muss ich mit erschrecken fest stellen das es immer noch Dinge gibt die ich in seinen Nassen Zeiten nie gesehen hab und auch nicht wirklich verstanden hab. Dann Schäme ich mich das ich diese Dinge (z.b seine Manipulationen) damals nie bemerkt habe obwohl ich schon wusste das er krank war/ist.

    Diese Schwankungen kenne ich auch. Mal war er nett und lieb aber manchmal war er auch einfach sehr fieß und verletzend.


    Weißt du denn schon wie es jetzt für dich weiter gehen soll?

    LG Georgina

  • Oh, ich hatte deinen Worten nicht entnommen,dass du dich eigentlich in einer ähnlichen, nur schon sehr viel länger andauernden Situation befindest, Wenn dein Freund aber schon eine Weile trocken ist, dann hoffe ich für dich, dass er durchhält. Aber wie dort die Chancen stehen, damit kenn ich mich leider nicht aus.

    Bei mir geht es so weiter, dass er Mitte Mai ausziehen wird und ich mit der Situation klar kommen muss.Da er vor ein paar Tagen meinte, dass es schade wäre, dass wir im Moment "nicht harmonieren"...ahne ich schon fast, dass er vielleicht irgendwann wieder zurück will......aber ich denke, dass ich das nicht wollen würde. Da ich ihn aber immer noch sehr mag....denn dummer Weise lassen sich Gefühle nicht gleich abstellen, würde ich gern was füer ihn tun. Es scheinen Menschen aus seiner Familie zu wissen, aber keiner macht irgendwas..

    LG Varescu

  • das macht nichts ich hätte es vielleicht schon mal eher dazu schreiben sollen.
    Es ist im Moment nicht einfach aber wir versuchen unseren Weg zu gehen. Jeder für sich aber auch zusammen. Wo das hin führt wird sich zeigen.

    Du solltest dir auf jeden fall überlegen was du für dich möchtest und was nicht und solltest dann auch versuchen Konsequent zu sein fals er doch nochmal auf dich zu kommt. So hart es vielleicht klingt du wirst ihm nicht helfen können. So lang er nicht ein sieht das er ein Problem hat kannst du tun und machen was du willst es würde nichts bringen. Konsequent sein und auf dich achten ist das einzig beste.
    Ich habe damals gebettelt, gefleht und geweint aber es hat alles nichts gebracht. Ich habe immer versucht ihm zu helfen und wollte ihm helfen davon los zu kommen aber ich habe genau das Gegenteil getan. Ich habe seine Sucht noch unterstützt(natürich nicht bewusst) und bin daran fast zerbrochen.
    Mein Freund musste es selbst ein sehen und hat es auch für sich getan und geht jetzt seinen Weg.

    Du sagtest das sich eine Partnerin schon 2004 von ihm getrennt hat. Vielleicht hat seine Familie auch schon versucht ihm zu helfen? Aber wenn er keine Hilfe möchte ist man irgendwann auch am Ende und gibt auf. Oder aber seine Familie schätzt das Problem auch nicht richtig ein.

    LG Georgina

  • Hallo Georgina,
    mir sind gestern einfach die Augen zugefallen, denn in letzter Zeit kann ich tatsächlich nicht von viel Schlaf sprechen und meine Träume sind auch nicht wirklich erholsam. Auch musste ich eben deine Antwort erst suchen, weil sie sich nicht an unserem Austausch befand. Muss mich im Forum erst einmal zurecht finden.
    Dass seine Partnerin sich 2004 bereits aus diesem Grund getrennt hat, habe ich erst jetzt von seinem Stiefbruder erfahren, welcher als Umzugshelfer seinen ersten Ausbruch in den Anfängen mit bekommen hat. Er hatte ihn auch noch nie so gesehen. Er erzählte mir, dass die Tochter, welche mein Partner damals mit großzog, sagte, der Papa macht alles kaputt.
    Der Stiefbruder meinte auch, dass mein Partner schon immer Probleme mit Alkohol gehabt haben soll.Es scheinen also Menschen in seiner Umgebung zu wissen, aber sie werden es so sicher nicht wahrnehmen, da sie auch nicht laufend mit ihm zusammen sind. Ein anderer Bekannter welcher ihn an dem Umzugstag durch Zufall seit langer Zeit wieder sah, da auch dort wohl die Freundschaft aus Alkoholgründen zerbrach, sagte, dass er richtig erschrocken war, als er ihn wieder geshen hat. Sein Aussehen muss sich also dramtisch verändert haben, was ich natürlich durch das laufende Sehen, nicht wahrnehme. Nur wenn ich mir Blider von ihm ansehe und vergleiche, dann kann ich bemerken, dass er extrem abgenommen hat, sich starke Tränensäcke gebildet haben u. ä. Allerdings meinte ich, da wir keine 20 mehr sind, dass das so sein müsse. Allerdings dachte ich auch, dass ein reifer, erfahrener Mann weiß was er tut und seine Entscheidungen wohl überlegt. Ich habe nun auch viel über die Anregung des Belohnungszentrums gelesen und dafiel mir auf,dass er für alles was er tat, sogleich gelobt werden wollte. Geschenke gab er mir prinzipiell bereits vor dem eigentlich Ereignis, weil er es nicht aushalten konnte und sehen wollte wie ich mich freue. Auch hier in der neuen Wohnung stand er, wenn ich von der Arbeit kam bereits an der Tür und hat mir sogleich voller Freude gezeigt, was er alles gemacht hat. War mein Lob bei ihm abgeklungen, griff er wieder zum Alkohol.
    Ob seine Familie, besonders seine Mutter wirklich glaubt, was er ihnen erzählt, kann ich nicht einschätzen. Zumindest scheint ihnen nicht aufzufallen, dass seine Begründung, plötzlich nicht mit meiner Tochter zusammenleben zu können, nach allem was vorher war, ziemlich an den Haaren herbei gezogen ist. Denn wie gesagt, wir sind keine Teenies mehr. Durch seinen Stiefbruder weiß ich jetzt allederdings auch, dass in der Famile Alkohol schon immer eine Rolle spielte, allerdings hat seine Mutter wohl irgendwann einen konsquenten Kat gemacht. Vielleicht will sie es ja auch deshalb nicht wahr haben. Liebe Georgina, ich bewundere dich solange bereits damit umzugehen und trotzdem dabei zu bleiben. Wie hat er dich denn manipuliert, oder kommt das heute noch vor? Das Geflecht von Lügen und Manipultion scheint ja ebenfalls ein eindeutiges Zeichen zu sein.

    LG Varescu

  • Hallo Varescu

    Das macht nichts, du musst doch nicht immer gleich antworten.

    Die 4 Jahre waren wirklich nicht einfach und wir haben beide viel falsch gemacht.
    Auch jetzt ist es noch oft sehr schwer. Ich arbeite viel an mir und versuche mein ICH zu finden und zu schauen was ich will. Ich habe mich die Jahre sehr vernachlässigt und das muss/will ich jetzt aufarbeiten.

    Wie er mich manipuiert hat? Wie ich schon vorher geschrieben hab gibt es auch heute noch Sachen die ich jetzt erst richtig verstehe, verstehe was damals geschehen ist.
    Es waren oft so Sätze wie: nur noch heute und morgen ist dann schluss(habe ihm oft das Trinken geholt :( ) und ich habe das geglaubt und Hoffnung geschöpft das ab morgen alles besser wird. Er hat halt immer Gründe gefunden warum er gerade heute nochmal trinken muss und ich habe es meistens immer geglaubt und dafür schäme ich mich heute, auch das ich so blind war und diese Krankheit damals noch nicht richtig verstanden hab.

    Ich merke auch das du in deinem Faden bis jetzt hauptsächlich von ihm schreibst. Deine Gedanken scheinen ja auch die ganze Zeit um ihn zu kreisen?!
    Du solltest versuchen dich auf dich zu konzentrieren auch wenn das sicher nicht immer einfach ist.

    LG Georgina

  • ja, das ist richtig. Momentan kreisen meine Gedanken um das was war und das was ist....und mir fällt es schwer, was da gerade geschieht zu verstehen. Um ehrlich zu sein, ich bin so unbeleckt in diesem Thema, dass ich es auch gar nicht kann. Noch überwiegen andere Gefühle, wie Enttäuschung, Wut und Trauer. Manchmal denke ich, es ist doch nur das, was in tausenden anderen Beziehungen auch passiert und dann fallen mir wieder die Unterschiede und dieses fast schizophrene Verhalten auf. Vielleicht gehört das Gedankenkreisen ja auch zur Verarbeitung, da
    denn dabei stoße ich auf immer wieder neue Dinge aus der Vergangenheit, welche mir vielleicht hätten auffallen sollen. Dinge die ich immer abtat oder verdrängte. Ja, auch er hat versucht mich zu isolieren, keiner meiner Freunde passte ihm und auch dort kam es schon einmal zu einer unangenehmen Situation, indem er sie ziemlich "komisch" behandelte. Ich schob dies damlas darauf, dass er ausgerechnet an diesem Tag die Absage für einen neuen Job bekam. Da ich mich ebenfalls darauf beworben hatte, aber eine Zusage erhielt, warf er mir vor, dass ich dies nur durch Beziehungen erreicht hätte. Ich fand das sehr gemeinn, aber es fiel mir nicht auf, dass man sich so nicht verhält. Auch in diesen Tagen kam es damlas zu Streit unter Alkohol und davonlaufen Seinerseits, aber ich dachte es wäre nur der Frust. Von allem was er sich dann vornahm, ist nichts geschehen...außer das er am liebsten seine Zeit mit mir verbrachte und auch immer wieder einen Grund fand, den er mir gut vermittelte, um zu trinken. Wie gesagt,mir fiel da nichts wirklich auf. Jetzt ist er über das Wochenende weg, sicher um zu trinken, denn die letzten beiden Tage habe ich das nicht wahrgenommen. Allerdings sah ich auch, wie sehr gestresst er aussah und Ladungen von Schokolade in sich hineinaß. Liebe Georgina, wie ich deinen Aussage entnehme, wustest du es von deinem Partner......oder dachtest du auch es wäre nicht wirklich so...oder nicht so schlimm?Hast du gemeint, wenn du ihn mit Alkohol versorgst, dass es dann besser für euch ist?

    LG Varescu

  • Hallo Varescu,
    es mag unfasslich sein und schwer zu akzeptieren, aber Du bist einfach "reingelegt" worden. PUNKT!
    Diesen Mann, den Du glaubtest zu lieben und nun irgendwie "wiederhaben" willst, den gibt es nicht, den gab es noch nie!

    Da kannst Du Dich dusselig informieren und nach psychologischen Hintergruenden in der Familie fahnden....
    ----
    Fakt ist, er hat eine lange "Karriere" hinter sich.
    Fakt ist, er beherrscht es meisterhaft, nach aussen die Fassade zu wahren (der nette Kollege...etc)
    Fakt ist, er hat auch Dir gegenueber nur die "nette Fassade gezeigt, niemals den wahren Menschen.
    Fakt ist, er hat schon mal eine Familie zerstoert, dem Alk zuliebe .... warum soll das jetzt mit Dir/Deiner Tochter so ganz anders laufen?
    Fakt ist, er will sich mit seiner Sucht nicht auseinandersetzen. Als Du ihn konfrontiert hast und zu erkennen gegeben hast, dass Du das nicht dulden wirst, ist er stantepede ausgezogen.
    Fakt ist, er droht Dir Schlaege an, im Suff. Bald wird es nicht bei Drohungen bleiben.
    Fakt ist, er hat sich verkalkuliert. Hielt Dich fuer Duldsamer und vor allem, hat nicht damit gerechnet, es gleichzeitig mit 2 Frauen aufnehmen zu muessen.
    Fakt ist, daraufhin versucht er einen Keil in die Beziehung zwischen Dir und Deiner Tochter zu treiben. So, dass Du Dich entscheiden musst: er, oder Deine Tochter...
    Fakt ist, Du kannst ihn nicht heile lieben....das hat vor Dir nicht funktioniert (seine Ex, seine Familie) und es wird auch bei Dir nicht funktionieren. =der meinst Du, Du seis aber ganz anders, Deine Liebe viel besser, nur Du verstehst ihn...etc.....?

    FAKT ist: sei froh, dass er aus Deiner Wohnung und evtl. Deinem Leben verschwunden ist. Bevor Du in die Spirale des "Helfen-wollens, sich aufopferns, Verlust des Selbstwertes .........." geraetst.

    Gruesse, Lindi

  • Hallo Lindi,

    knallharte Worte.....aber die Fakten geben dir wohl recht.
    Wahrscheinlich werde ich immer mal wieder darauf schauen, wenn ich versuche etwas zu beschönigen. Was ich allerdings nichtt verstehen kann, ist das er dann so wild war mir mir zusammen zu ziehn um bereits am ersten Tag sein wahres Gesicht zu zeigen.Hätte er nicht mehr davon gehabt, wenn es geblieben wäre wie es war. Ich hätte sicher noch lange gebraucht um das dann zu bemerken....und wäre dann ganz sicher...wie du es beschreibst....in diese Spirale geraten....viellleicht für immer.

    Grüße

    Varescu

  • Hallo Varescu

    Die Gefühle die du hast sind normal und die hatte ich auch und habe sie auch heute noch oft. Viele Dinge die damals geschehen sind will ich heute noch nicht glauben und wahr haben. Bei mir ist es einfach so das ich mir nie vorstellen konnte das ein Mensch so sein kann aber das hat die Krankheit leider mit sich gebracht.
    Und auch wenn es harte Worte sind muss ich Lindi recht geben. So ist es nunmal leider.
    Diese Erkenntniss hat mich in ein tiefes Loch gezogen in das ich auch heute noch sehr oft wieder falle.
    Ich versuche zu verstehen was passiert ist aber gleichzeitig möchte ich auch einfach nur vergessen und jetzt eine normale Beziehung mit ihm führen.
    Bleibt nur die Frage ob das geht?
    Es ist so das wir uns in einer Tagesklinik kennen gelernt haben und ich wusste von Anfang an das er Alkoholiker war. Ich wusste zwar was ein Alkoholiker ist aber die ganze Tragweite dieser Sucht hatte ich damals nicht verstanden. Ich war so blind zu glauben das ich ihn durch meine Liebe retten könnte und musste erst schmerzhaft erfahren das es so nicht möglich ist.

    Zitat

    Hast du gemeint, wenn du ihn mit Alkohol versorgst, dass es dann besser für euch ist?

    Ich wusste immer tief in mir das es das falsche war ihm seinen Alkohol zu besorgen doch es war einfach so das es ihm immer so schlecht ging (Entzug) und er immer einen Weg gefunden hat mich zu überzeugen ihn zu holen. (da hat er mich auch Manipuliert und belogen und ich habe es nicht gemerkt)
    Ausserdem tat er mir immer so leid. Ich hab es nie ertragen ihn so zu sehen wenn er auf Entzug war das hat mir das Herz gebrochen und ich wollte einfach nur das es vorbei geht und ich wusste es geht vorbei sobald er den Alkohol hat. Das ist schlimm und wenn ich jetzt wieder so darüber schreibe schäme ich mich auch sehr dafür das ich mich so verhalten hab aber damals konnte ich einfach nicht anders.

    wünsche dir noch einen schönen Abend
    LG Georgina

  • Nunja, Varescu....
    wie Du Dir vielleicht denken kannst, bin ich auch nicht "schlauer" gewesen als Du.....

    Ich habe DEN Mann meines Lebens kennengelernt (dachte ich). Wir haben ueber mehrere Jahre eine Fernbeziehung (deutschland - Spanien gehabt) irgendwann zog er zu mir (nach Deutschland) alles prima, alles rosig. Klar hat er sich an Sylvester die Nase begossen...aaaber kann ja mal passieren, gelle? Nicht so schlimm.....

    Irgendwann haben wir beschlossen, gemeinsam nach Spanien zu ziehen und uns dort eine Existenz aufzubauen. Er fuhr schon vor, ich blieb noch drei Monate, um zu kuendigen, Wohnung aufzuloesen und so weiter....

    Am Tag X verabschiedete ich mich von meiner Famile, packte die letzten Habseligkeiten is Auto und fuhr los. Ins Glueck, wie ich meinte....
    von unterwegs rief ich an, ich sei jetzt bei Madrid (2 h Fahrt noch) er solle schon mal den Kamin anfeuern...stellte mir das natuerlich TOP-romantisch vor...als ich ankam war alles dunkel im Haus....sein Auto (also eher gesagt MEIN Auto, das er benutzte) stand vor der Kneipe und als ich da rein kam, war der Mann, den ich so liebte und wegen dem ich Arbeit, Famile, Beruf,. Existenz aufgegeben hatte, so stockvoll, dass er mich kaum erkannte. Und ich hatte ja noch vorher angerufen und gesagt, ich sei jetzt gleich da!

    Tja, was soll ich sagen...in dem Moment haette ich gute Lust gehabt, mich auf dem Absatz umzudrehen und wieder zurueckzufahren. Im Licht der nachfolgenden Ereignisse haette ich das auch besser getan. Sch**** auf die Moebel, Sch*** auf die Pferde, S**** auf die gemeinsamen Plaene, Hoffnungen, etc.....

    Warum hat er sich erst von seiner "wahren" Seite gezeigt, als ich sprichwoertlic alle Taue gekappt hatte, haette er nicht besser dran getan, mir weiterhin was vorzumachen....Schall und Rauch. Es hat keinen Sinn, darueber nachzudenken.
    Sucht kann man nicht "verstehen" als Nicht-Suechtiger.....
    Gruesse, Lindi

  • Hallo Georgina,
    hallo Lindi

    ich glaube du Georgina musst dich nicht schämen. ich bin eine lebenserfahren Frau und steh wie man so schön sagt mit beiden Beinen fest im Leben. So manches hat mich schon gebeutelt, aber ich bin nach einer gewissen Zeit immer wieder aufgestanden. Ich habe auch vorher schon Fehler gemacht...allerdings nie Denselben zweimal. Du siehst es hat mir nichts genutzt! Was mir jetzt passiert ist, hätte ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen erahnt. Insofern hat Lindi recht, ich sollte froh sein, dass es so schnell geschehen ist, denn auch ich....und das merkt man ja daran, worum meine Gedanken kreisen, beschäftige mich mehr damit, wie es mit ihm weiter geht, als dass ich daran denke, wie ich möglichst mit geringen Narben aus der Geschichte herauskomme. Auch mir könnte es passieren, dass ich, wenn ich einen Menschen leiden sehe, versuchen würde, dies zu lindern.....und sei es auf die verkehrteste Art der Welt.
    Lindis Worte sind hart...aber ich denke, dass sie recht hat und ich werde mir ihre Worte immer wieder vor Augen führen.

    Liebe Lindi, dann durftest du ja auch vom ersten Tag an erleben, dass du wegen eines "anderen" Mannes nach Spanien gezogen bist. Trotzdem stellt sich mir die Frage, weshalb dann das alles. Bei dir könnte ich mir noch vorstellen, dass er dachte, du kannst so schnell nicht wieder weg...und so wie ich dies in deinen vergangenen Beiträgen gelesen habe, war es ja letztlich auch so. Du meinst es hat keinen Sinn über die Dinge nachzudenken, wahrscheinlich hast du auch damit recht. Nur leider ist die Sache so "frisch" und ich bin von heut auf morgen ins kalte Wasser gestoßen worden, dass ich denke,es ist eine völlig menschliche Reaktion darüber nachzudenken. Würde ich nicht das.... für und wieder; das.... habe ich recht oder unrecht;das ...wie blind war ich;oder das....wie konnte es dazu kommen....hinterfragen wollen....sondern würde es mir von einem auf den anderen gut damit gehen, wäre ich sicher kein Mensch und auch nicht in diesem Forum gelandet.
    Wie ich lese, kommen viele hier über Jahre nicht aus der Situation heraus...oder nicht über die Trennung hinweg...weil sich immer wieder Fragen aufwerfen.
    Vielleicht verstehe ich auch irgendwann, was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht. Um dies zu tun....bin ich hier.

    LG Varescu

  • Hallo Varescu

    Es sind einfach auch Sachen passiert die ich nie hätte zulassen dürfen.
    Ich erschrecke vor mir selber wenn ich überlege wie weit ich in diesem Sog mit drin war.
    Ich hatte nicht die Kraft und den Mut aus zu steigen und irgendwie wollte ich es auch nicht weil immer noch ein Stückchen Hoffnung in mir war das alles besser wird.
    Ich frage mich oft wie es jetzt wohl wäre wenn er immer noch trinken würde?! Hätte ich die Kraft gefunden mich zu lösen oder wäre alles noch so wie immer?! Aber ich versuche diese ganzen Fragen die ich habe aus meinem Kopf zu streichen. Das ist alles Vergangenheit und ich kann es nicht rückgänig machen und auch nicht beantworten.
    Ich versuche nach vorn zu schauen und jetzt einiges besser und anders zu machen.

    LG Georgina

  • Hallo Georgina,

    deinen Worten habe ich von Anfang an sehr viel Traurigkeit entnommen. Ich erahne, dass es zwischen euch zu nicht sehr schönen Dingen gekommen ist und du trotzdem ausgeharrt hast...immer in der Hoffnung....auf ein besseres Morgen. Die Frage ist, für welche Geschehnisse....gibt es eine Entschuldigung....oder anders.....was muss passieren....damit man geht....oder den Anderen ziehen lässt. Ein User, selbst nun Trocken.....schreibt, dass es für gewisse Dinge...weder nüchtern noch unter Alkohol Entschuldigungen gibt...und ich finde da er hat recht. Mich macht das, was ich gerade erlebe auch unendlich traurig......aber ich lasse ihn ziehen, weil ich weiß, es würde schlimmer werden....und das Schlimmste wäre, wenn ich JEDE....aber auch JEDE...Achtung vor ihm verlieren würde. Das würde mich dazu bringen, jeden Tag, den ich mit ihm verbracht habe, zutiefst zu bereuen....und ich würde mir die Schuld dafür geben....weil ich es nicht sah!

    LG Varescu

  • Ja es sind viele Sachen geschehen und das macht mich einfach immer noch oft sehr traurig.

    Zitat

    Die Frage ist, für welche Geschehnisse....gibt es eine Entschuldigung....oder anders.....was muss passieren....damit man geht....oder den Anderen ziehen lässt.

    Diese Frage kann ich dir leider auch nicht beantworten.
    Ich habe damals viele Momente gehabt wo ich dachte diese sind mein persönlicher Tiefpunkt aber trotzdem ging es irgendwie immer weiter bis er sich entschloss trocken zu werden.

    Zitat

    Ein User, selbst nun Trocken.....schreibt, dass es für gewisse Dinge...weder nüchtern noch unter Alkohol Entschuldigungen gibt...und ich finde da er hat recht.

    Ich habe diesen Beitrag auch gelesen und ich sehe das genauso. Ich möchte dazu nur sagen das mein Freund nie gewaltätig geworden ist, es waren eher die verbalen und Emotionalen Sachen die mich oft fertig gemacht haben.
    Aber das spielt letztendlich keine Rolle da beides schlimm ist :(

    Irgendwie glaube ich seit den letzten Monaten das sich das warten und hoffen gelohnt hat.(will ich mich damit jetzt selbst trösten?)
    Auch wenn es sehr oft noch schwierig ist und wir an unserer Beziehung noch hart arbeiten müssen glaube ich das wir noch eine Chance haben eine richtige Beziehung führen zu können.
    Er ist jetzt fast 11 Monate trocken, ich mache meine Therapie und jeder versucht seinen Weg zu finden. Ob diese Wege sich dann vereinen oder noch weiter auseinander gehen wird sich zeigen.

    Ich finde das du wirklich eine starke Frau bist Varescu.
    Auch wenn es jetzt alles so schwer ist und die Gefühle manchmal unerträglich sind triffst du die richtige Entscheidung und gehst den richtigen Weg.
    Mach weiter so und lass dich nicht unterkriegen

    LG Georgina

    Mach weiter so und gib nicht auf

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