Hilfestellung bei Rückfall

  • Hi Anni,es betrübt einen immer wieder,wenn sch Freunde rückfällig werden.
    Wir waren in unserer Gruppe 16 Personen,von denen sind mit mir 3 Personen immer noch trocken.
    (fast 3 Jahre).

    LG P.P

  • Hallo Anni,

    wir hatten das Thema im Chat, und es gibt wohl auch leider keine erfreulichen Lösungen in diesen Momenten. Im Laufe der Zeit, Entgiftungen, Therapien, Meetings, oder, oder..., wachsen einem die Leute ans Herz, Sie sind einem nicht mehr egal in welcher Beziehung auch immer. Das ist ja auch nur menschlich und gut so, befindet man sich ja auch in einem gemeinsamen Kampf gegen den gleichen Gegner Alkohol. Das verbindet , kann als Hilfe dienen, wenn man jemanden kennt der die Problematik beherrscht und weiss wie es einem geht.

    Es ist sehr schwer eine ''nötige'' Grenze zu ziehen, wie das bei Emotionalen Sachen halt so ist.....

    Ich musste das auch erst schmerzhaft lernen, und in solchen Momenten wurde mir das Ausmass der Krankheit immer brutal bewusst.

    Nach meiner Langzeittherapie musste ich feststellen, das niemand aus unserer Gruppe länger als max 3 Monate trocken geblieben ist. Alles für die Katz, habe ich damals gedacht. Heute weiss ich, das ich einfach noch nicht so weit war. Das hat mich damals alles sehr mitgenommen, ich war damals einfach nicht in der Lage mich von einzelnen Leuten genügend abzugrenzen. Nächtelanges Telefonieren, Besuche, Ratschläge, Bedauern...und...und....

    ...

    Später habe ich solchen Leuten gesagt Sie sollen in die Entgiftung gehen, sich wieder melden wenn Sie nüchtern sind. Das kam nicht so gut an....da gibts im vollen Kopf die dollsten Schimpfworte für....also erledigt!!

    Heute biete ich mich garnicht erst an.

    Online ist das machbar, Hilfestellung zu leisten und Ratschläge zu geben....in meinem Umfeld würde ich höchstens einen Arzt anrufen, weitere Gespräche finden nicht mehr statt. Das war auch immer der Grund warum mich keine zehn Pferde mehr in eine reale Selbsthilfegruppe bekommen. Die Gefahr des gegenseitigen Runterziehens ist mir einfach zu hoch, und stellt für mich ein Risiko dar. Auch in einer SHG kann man niemanden der innerlich schon trinken möchte , davon abhalten es zu tun.

    Um das von Karsten aufzugreifen: Ich nenne das einen ''FÜR MICH gesunden Egoismus'', und es muss mir egal sein was die anderen davon halten. Das fällt nicht immer leicht.....aber die anderen haben auch nicht mit den Folgen zu leben wenn ich mich überlaste und wieder abstürze.


    Viele Grüsse an alle

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • hallo anni

    ist schon ein blödes gefühl helfen zu wollen und nicht können, nur siehs mal so wenn jemand hinfällt muß er wieder aufstehen, du kannst ihn nicht tragen, dann fällst du selbst, die andere möglichkeit dich gleich dazuzulegen ist ja wohl außer frage, was dir also bleibt ist weitergehen. fang keinen kampf an, der nicht deiner ist und bei dem du eigentlich nur verlieren kannst. verweise an arzt und suchtberatung mehr solltest du im eigenen interesse nicht tun. da gebe ich white voll und ganz recht.

    gruß doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Liebe Anni,


    ich kann sehr gut die Gratwanderung zwischen Helfenwollen und Selbstschutz verstehen.

    Dennoch rate ich dir, auch wenn es schmerzlich ist, zum Selbstschutz deiner Nüchternheit und Stabilität.

    Gesunde Distanz hat m. E. nichts mit Egoismus zu tun, da wir mit unserer Krankheit ums nackte Überleben kämpfen. Ich würde es Selbsterhaltungschutz nennen.

    Lg. Ari

    Ich bin der Kapitän meines Lebens.

  • Hallo Anni,

    sind ja nun schon ein paar Tage rum, gibt eigentlich was neues??Es müsste sich ja eigentlich schon irgendwas getan haben....so oder so...???

    Hallo Aristoteles, sowas passiert wenn man darauf geimpft ist Egoismus als grundsätzlich negativ zu bewerten:

    Zitat

    Gesunde Distanz hat m. E. nichts mit Egoismus zu tun, da wir mit unserer Krankheit ums nackte Überleben kämpfen. Ich würde es Selbsterhaltungschutz nennen.

    Selbsterhaltung ist reiner Egoismus und nichts anderes. Jeder Mensch ist ein geborener Egoist und auf Selbsterhaltung programmiert. Wenn Du mal drüber nachdenkst steckt da sehr viel über grundsätzliche Verhaltensweisen drinn. Wenn Du immer darauf achtest nicht egoistisch zu wirken ( sowas macht man ja nicht...., mehr geben als nehmen....) gehst du unter.

    Wenn Anni sich distanziert ist das Egoismus, und gut so.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo white,


    However described....kann gut sein, dass du mich missverstanden hast.

    Nach deiner Version müßten Menschen instinktiv handeln....tun sie aber nicht, weil wir instinktreduzierte Mängelwesen sind.

    Dennoch ist der Mensch, im Unterschied zum Tier ein soziales Wesen, welches mit grundlegenden Verhaltensweisen nicht aus Egoismus, sondern aus Erfahrungen bzw. Lernprozessen handelt.

    Ich schrieb:
    ich kann sehr gut die Gratwanderung zwischen Helfenwollen und Selbstschutz verstehen.

    Das heißt nicht, dass ich eine auf das Ego bezogene Haltung verurteile, sondern darauf hinweise das es Lebenssituationen gibt wo wir mit gutem Gewissen egoistisch sein sollten. (gesunder Egoismus)


    Herzliche Grüße Ari

    Ich bin der Kapitän meines Lebens.

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