Aufundab - Ich weiß nichtmal, ob es wahr ist

  • Hallo zusammen,

    Ich habe das Forum erst heute gefunden, doch bevor mich der Mut wieder verlässt, stelle ich mich vor.

    Ich bin um die 40 und seit ca 3 Jahren mit einem Mann zusammen. Wir wohnen nicht zusammen, doch die Beziehung ist sehr eng und intensiv, er ist sehr viel bei uns (ich habe auch Kinder).

    In der Anfangszeit unserer Beziehung hatte ich manchmal den Eindruck, dass er eine leichte Fahne hat. Er meinte, das ist sein Mundwasser. Das hat aufgehört. Kein Mundwasser mehr, kein Alkoholgeruch.

    Trotzdem gab es immer mal wieder Momente, die mich verunsichert haben. Verwaschene Stimme am Telefon, ganze Wochenenden, an denen er dann doch nicht gekommen ist. Alles selten, so alle 3 Monate ca. Er trifft selten Freunde, aber wenn eskaliert es scheinbar, er trinkt zuviel und fängt dann mit mir Streit an.

    Ich habe nach solchen Vorfällen auch schon leere Alkoholflaschen be ihm gefunden.

    Zumindest in diesen Situationen lügt er mich an, erzählt mir gar nicht, dass er weg geht und ist dann auch nicht erreichbar.

    In der restlichen Zeit ist alles gut. Er ist für mich und die Kinder da, wir haben eine schöne Zeit, wenn wir uns nicht sehen, schreiben wir sehr viel und telefonieren auch.

    Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob er ein Alkoholproblem hat, oder ob ich übertreibe, ihm nichts "erlaube", so wie er das sagt.

    Gerade ist wieder so ein Wochenende, das scheinbar kaputt geht. Ein Teil von mir möchte die Beziehung nicht mehr, obwohl ich ihn sehr liebe.

    Und in 2 Wochen ist Weihnachten, und meine Kinder haben ihn auch sehr gern...

    Danke fürs Lesen

    Einmal editiert, zuletzt von Aufundab (13. Dezember 2024 um 07:39) aus folgendem Grund: Mehr Anonymisierung

  • Hallo Aufundab,

    herzlich willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln sich.

    Ob dein Partner ,nur‘ ein Alkoholproblem hat oder bereits Alkoholiker ist, kann nur er selbst wissen. Und auch nur er selbst kann dann die Entscheidung für sich treffen, ob und wie er mit seiner Erkenntnis umgeht.

    Ein Teil von mir möchte die Beziehung nicht mehr, obwohl ich ihn sehr liebe.

    Und genau da kannst du für dich ansetzen.
    Denn genau wie der Alkoholiker für sich entscheiden muss, wie sein Leben weitergeht, muss das auch der Angehörige für sich entscheiden.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an und schreibe kurz was dazu.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Beim Lesen hier und im Austausch wirst du sicher bald mehr Klarheit haben und auch für dich handeln können.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Liebes Forum,

    Ich befürchte, dass mein Partner ab und zu (alle 1 bis 3 Monate) beim Trinken die Kontrolle verliert. Ich weiß es nicht sicher, denn ich bin nie dabei. Danach meldet er sich tagelang kaum (trinkt vielleicht zuhause weiter), will auf keinen Fall reden, es kommt zum Streit.

    Normalerweise ist er ein anderer Mensch und die Beziehung ist sehr gut, auch zu meinen Kindern. Wir sehen uns sehr oft, er ist mehrere Tage die Woche bei uns.

    Ich glaube ich brauche für mich die Gewissheit, dass der Hintergrund des Problems wirklich ein Alkoholproblem ist, und dass ich das Problem somit nicht lösen kann.

    Es ist so schwierig, weil 90% der Zeit alles gut ist.

  • Normalerweise ist er ein anderer Mensch

    Kein Mensch ist ‚normalerweise’ ein anderer Mensch.

    Aber Alkoholiker können sich sehr gut verstellen.
    Ich habe jahrelang ein krasses Doppelleben geführt. Mit den Jahren habe ich das perfektioniert, gar nicht mal bewusst….das ging automatisch. Mir war immer das Wichtigste, dass ich nicht auffliege, dass niemand merkt, dass ich Alkoholiker geworden bin.

    Ich glaube ich brauche für mich die Gewissheit, dass der Hintergrund des Problems wirklich ein Alkoholproblem ist, und dass ich das Problem somit nicht lösen kann.

    Diese Gewissheit wirst du hier nicht finden können.

    Diese Gewissheit kannst du nur in einem Gespräch mit deinem Partner bekommen. Und auch dann nur, wenn dein Partner ehrlich zu sich selbst sein kann. Denn nur dann kann er auch ehrlich zu sein.

    Es ist so schwierig, weil 90% der Zeit alles gut ist.

    An was machst du die 90 % fest? Am Zeitfaktor? An dem, was denn alles gut ist im Verhältnis zum nicht so guten?

    Fakt ist doch, dass du dich in einem Alkoholikerforum angemeldet hast, in dem Alkoholiker und Angehörige von Alkoholikern Hilfe finden können. Es geht dir also nicht nur um ‚irgendwas‘, was mal eben 10 % nicht so gut ist.

    Was ändert sich für dich, wenn du weißt, dass er Alkoholiker ist …oder eben ‚nur‘ mal alle paar Wochen zuviel trinkt?
    Es kann ja hier nur um dich gehen. Denn du hast dich ja an uns gewandt und nicht dein Partner.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Aufundab!

    Es ist so schwierig, weil 90% der Zeit alles gut ist.

    Das kann ich mir nicht vorstellen daß nach seinen Eskapaden direkt wieder alles gut ist. Ich bin auch der Meinung daß diese 10% die schlecht sind vollkommen ausreichen um ins Grübeln zu kommen und zu überlegen ob man so eine Beziehung will.

    Mein Mann war viele Jahre Quartalstrinker oft lagen Monate zwischen seinen Abstürzen ich war trotzdem unglücklich und unzufrieden mit meinem Leben. So wie er sich betrunken aufgeführt hat hat mich jedesmal tief getroffen.

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

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