Beiträge von Stern

    Er meinte dann, ich sollte dann aber auch etwas 'aufgeben'.

    Ich kann ja immer aus meiner Perspektive als Alkoholiker sprechen.
    Hätte ich meine Abstinenz davon abhängig gemacht, ob andere etwas …..was auch immer ….‘aufgeben‘, würde ich noch immer saufen.
    Was andere machen, darauf habe ich nämlich letztendlich überhaupt keinen Einfluss. Was andere heute machen, kann sich doch morgen schon wieder ändern ….saufe ich dann wieder?

    Es ging erstmal nur um meine Sucht. Um mich. Um nichts anderes. Um niemand anderes. Und da stand ich vor der Entscheidung, ob ich leben will oder weiter vor mich hinvegetieren. Die Entscheidung für mein Leben habe ich nur für mich getroffen. Und genau das, davon bin ich überzeugt, hat mir mein Leben gerettet.

    Als ich fragte, was genau das denn sein könnte - ich bin ja bereit an mir zu arbeiten, bin ja auch nicht perfekt - sagte er so was wie 'ein anderer Mensch werden'.

    Ehrlich? Ich würde meine Zeit nicht mit einem Menschen verbringen wollen, der lieber ‚einen anderen Menschen‘ hätte……Die Welt ist voll von ‚anderen Menschen‘……

    Ich bin nicht der richtige Ansprechpartner für die Angehören, ich war nie Angehöriger von Alkoholikern (und auch nicht von Krebskranken).
    Aus meiner Erfahrung als Alkoholiker kann ich aber sagen: Ein Alkoholiker kann sich zwar nicht heilen, aber er kann seine Alkoholsucht zum Stillstand bringen. Das liegt ganz allein an ihm.
    Ein Krebskranker kann sich nicht für Krebsfrei entscheiden, aber mit Alkohol bleibt ihm vermutlich bedeutend weniger Bedenk- und Lebenszeit.

    Eine Entscheidung gegen den Alkohol war bei mir eine Entscheidung für das Leben.
    Ich habe auch Krankheiten, die das Leben verkürzen können, trotzdem würde ich mich wieder für das Leben entscheiden, und das geht für einen Alkoholiker nun mal nur noch ohne Alkohol.

    Ein krebskranker Alkoholiker bleibt ja ein krebskranker Alkoholiker, auch, wenn er trocken wird, aber dann hat er zumindest eine Chance, die ihm verbleibende Zeit möglichst gut für sich nutzen zu können.
    Ob er das für sich so entscheidet oder ob er sich für‘s Dahinvegetieren entscheidet, darauf hast du keinen Einfluss.

    Einfluss hast du jedoch auf deine Entscheidungen und auch, ob du das Dahinvegetieren mittragen willst.

    Dein ‚Jahresbericht‘ liest sich toll.
    Herzlichen Glückwunsch zu einem Jahr Freiheit. 💐

    Gar nichts muss ich tun von all dem, was die letzten Jahrzehnte meine To-do-Liste gefüllt hat. Ich kann einfach nur dasitzen, Löcher in die Luft starren, nichts leisten und dabei eine rundum liebenswerte Person sein.

    Und schenkt das nicht eine herrliche Entspannung und innere Zufriedenheit?
    Genieße jeden dieser wunderbaren Momente, die es nur ohne Alkohol geben kann.

    Ich meinte es eher die rein theoretische Möglichkeit, "einfach nicht zu trinken" im Vergleich zu "einfach keinen Krebs entwickeln".

    Das sehe ich anders.
    Alkohol ist nun mal schädlich, das weiß jeder, trinkt ihn trotzdem (bis auf die verschwindend geringe Anzahl Menschen, zumindest in unserer Gesellschaft, die wirklich niemals Alkohol getrunken haben). Und so kann auch erstmal jeder Alkoholiker werden.

    Krebs entsteht auch nicht aus dem Nichts, jeder kann ihn bekommen.

    Ein kleiner Stupser hilft mir allerdings manchmal, um in Gang zu kommen ... 😉

    Für was bräuchtest du denn aktuell einen Stupser?

    Ich werde jetzt hier wieder schreiben, um mich zu sortieren und mir eure "Tritte in den Allerwertesten" abzuholen.

    .
    Ich trete dir nicht in den Allerwertesten und ich wünsche dir, dass dir das Sortieren gelingen möge.

    Ist aber doch anders, weil man den Krebs selbst ja nicht kontrollieren kann, den Alkohol aber schon (also wenn man es denn selbst will).

    Ich bin von der Seite Alkoholiker. Und als solcher sage ich dir, dass ich kein Alkoholiker wäre, wenn ich den Alkohol hätte kontrollieren können. Ich werde ihn nie wieder kontrollieren können. Weil ich krank bin, alkoholabhängig , und jegliche Kontrolle über den Alkohol verloren habe.


    Ein ganz sicheres Zeichen, dass ich die Grenze vom Alkoholmissbrauch zur Alkoholsucht überschritten hatte, war eben genau dieser Kontrollverlust. Und glaube mir, ich wollte so viele Jahre wirklich nichts mehr, als nicht mehr saufen zu müssen. Es lag ganz sicher nicht an meinem Willen, dass ich es nicht geschafft habe…..mein Wille ist sehr stark ausgeprägt…

    Wie ist die denn die letzten 2 Jahre ergangen.

    Jetzt warte ich auf den Arztbericht, der an mich und den Hausarzt geht. Dafür brauchen die weitere 6-8 Wochen.

    =O

    6-8 für nen Arztbericht? :shock:

    Klinik hat sich nicht gemeldet, also dürfte ein Karzinom auszuschließen sein, was die Ärztin beim Ultraschall auch schon unverbindlich mutmaßte.


    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass sich die Mutmaßung der Ärztin auch bestätigt und ein schönes langes Wochenende wünsche ich dir auch.

    So, die 2,5-Jahres-Marke ist schon wieder Geschichte

    Gelebte Geschichte, selbst gestaltete Geschichte, deine Geschichte, auf die du stolz zurückblicken kannst.

    Herzlichen Glückwunsch zu zweieinhalb nüchternen Jahren 💐

    Und solange es sich für mich stimmig anfühlt, mache ich einfach so weiter, wie es sich gerade ergibt. Alles andere wäre purer Stress für mich, und den brauche ich hier nicht.

    Super. 👍

    Herzlichen Glückwunsch 💐

    Ein Jahr ohne Alkohol , ein Jahr Freiheit.

    Es war für mich ein gutes Jahr. So selbstverständlich wie ich mir vor meiner Abstinenz den Alkohol reingekippt habe, so selbstverständlich lebe ich nun mein Leben ohne ihn. Ich vermisse und brauche ihn nicht mehr.

    Dein Weg zeigt, dass es möglich ist, mit der Sucht zu leben, wenn man aufhört, dagegen anzukämpfen.
    So gehe auch ich meinen Weg.

    Willkommen zurück. 💐

    Hatte mich hier rausnehmen lassen, weil es mir zu viel wurde. Zu viele Meinungen, Zu viele gutgemeinte Ratschläge.

    Konntest du auch ohne Selbsthilfegruppe deinen nüchternen Weg weitergehen? Oder hattest du eine reale SHG?

    Findest du, dass hier Ratschläge gegeben werden und Meinungen gestreut werden?
    Ich empfinde das gar nicht so. Vielmehr lese ich die Beiträge hier als Erfahrungsberichte der Anderen. Und natürlich passt da nicht alles für mich, sind ja doch alle unterschiedlich hier. Dann lasse ich das liegen und gehe weiter. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass ich mich später dann doch noch mal umdrehe, das Liegengelassene noch mal anschaue und festgestellt habe: Jetzt passte es doch. Oder eben noch immer nicht. Und das ist doch dann auch absolut okay.

    Fühl mich gerade unterdrückt gesetzt von dir


    Das verstehe ich nicht. Was setzt dich denn so unter Druck?
    Du bist doch für dich hier, da kannst du lesen, was du lesen möchtest, schreiben, wann und was du schreiben möchtest und auch einfach liegen lassen, was für dich nicht passt.