Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe, Andreas_Rheintal
Vor ungefähr 13 Jahren habe ich meine erste Entwöhnung durchgeführt. Die Ergebnisse wechseln. Von wenigen Tagen bis hin zu fast 6 Monaten reichen meine Abstinenzerfahrungen.
Du schreibst von Abstinenzerfahrungen.
Für mich waren das immer Trinkpausen. Trinkpausen, zwar mit dem festen Willen, dass dies jetzt für immer ist, aber immer auch mit einem kämpfen verbunden und die Gedanken an Alkohol viel zu präsent und übermächtig.
Konntest du in den nüchternen Phasen für dich feststellen, dass es dir wesentlich besser geht oder war jeder Tag ein Kampf gegen den Alkohol?
Was konntest du aus diesen Trinkpausen für mich mitnehmen?
Nunja, ich will nicht jammern. Im Gegenteil, ich weigere mich aufzugeben.
Dieses ‚aufgeben‘ ist mir ins Auge gesprungen.
Was genau meinst du damit?
Ich habe nämlich aufgegeben. Aufgegeben zu kämpfen, aufgegeben, meine Alkoholsucht besiegen zu wollen. Aufgegeben, mir Leid zu tun.
Ich habe meine Alkoholsucht angenommen, sie akzeptiert. Und ich habe verstanden und das akzeptiert, dass ich jetzt für immer Alkoholiker bleiben werde. Da erst konnte ich nüchtern werden, ohne das Gefühl zu haben, ich muss besonders stark sein, um das zu schaffen.
Sucht hat nichts mit Schwäche zu tun ….nüchtern werden und bleiben nichts mit Stärke.
Heute sage ich für mich: Nüchtern werden und bleiben ist eine Entscheidung, meine Entscheidung für mich und für mein Leben.
Die Alkoholsucht geht nie nie wieder weg. Aber mit absoluter Abstinenz geht sie zum Stillstand zu bringen. Für immer. Solange es keinen einzigen Schluck Alkohol gibt.
Den Anfang hast du gemacht. Fühlt sich das nicht befreiend an?
Aber die Sucht ist mächtig, trickst und lügt. Schmeichelt und umgarnt.
Die Sucht ist genauso mächtig, wie du ihr Macht gibst.
Das Suchthirn bleibt erhalten, auch nüchtern.
Aber letztlich ist es nicht die Sucht, die wieder säuft….letztlich bin ich es.
Ist dein Zuhause alkoholfrei?