Beiträge von Stern

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Von Alkoholsucht bzw Alkoholmissbrauch kann man sprechen, wenn ein Drang besteht Alkohol regelmäßig zu konsumieren. Oft will der Alkoholiker auch nicht wahrhaben, dass ein Missbrauch besteht. Sollte ein Zwang bestehen, regelmäßig Alkohol zu trinken, kann von einer Sucht gesprochen werden. Man ist Alkoholiker.

    Heute weiß ich, dass Alkoholmissbrauch in der Alkoholsucht seinen traurigen Höhepunkt finden kann, es ist aber nicht das Gleiche.


    Ich denke, der Übergang ist meist schleichend, bei mir ging es allerdings recht schnell, dass aus dem Missbrauch Sucht wurde. Ich habe allerdings auch nicht diese Phase gehabt, in der die meisten Alkohol ‚normal‘ trinken, beim Essen, beim Ausgehen oder beim Grillen oder einfach in netter Gesellschaft….


    Anfangs war es kein Problem, mal ein paar Wochen nichts zu trinken. Aber (rückblickend betrachtet), wurde die ‚Trockenphase‘ recht schnell immer kürzer und die Alkoholmenge immer mehr.

    Weil ich den Zeitpunkt, wo ich überhaupt erst angefangen habe, Alkohol zu trinken ( mit Mitte 30) ziemlich genau benennen kann und aufgrund einer Nacht im Krankenhaus wegen Entzugserscheinungen (ich habe Stimmen gehört und hatte fürchterliche Angst, verrückt zu werden. Ich konnte das damals noch nicht als Entzugserscheinungen einordnen), kann ich für mich sagen, dass es vom 1. Schluck bis zur Sucht keine 2 Jahre gedauert hat. Alkoholmissbrauch habe ich von Anfang an betrieben, es war nie Genuss dabei.

    Ich bin vielleicht mit meinen 14 nüchternen Monaten in den Augen der Langzeittrockenen noch ein Anfänger in der trockenen Welt, aber als ich hier ankam, war jeder, der hier war und nüchtern leben wollte ein Held und hatte jemand schon eine ganze Woche aus tiefster Überzeugung nichts getrunken hatte, war das ein absoluter Held für mich. Das wollte ich auch.


    Den Entschluss, mit dem Saufen aufzuhören hatte ich seit Jahren …. jeden Tag.

    Ich ahnte schon lange, dass ich alkoholabhängig bin, hatte aber doch immer die Hoffnung, dass ich vielleicht doch nicht abhängig bin, jedenfalls nicht so richtig. Schließlich habe ich nur Sekt und Wein getrunken, war (meist) regelmäßig bei der Arbeit, habe meine Rechnungen bezahlt und war (zumindest außerhalb meiner Wohnung) immer sauber und ordentlich.


    Wie ich dann hier gelesen habe, braucht es aber nicht nur den Entschluss, mit dem Saufen aufzuhören, es braucht einen ‚persönlichen Tiefpunkt‘, um auch nüchtern zu bleiben. Nun hatte ich schon einige Tiefpunkte, nur konnte ich trotzdem nicht mit dem Alkohol aufhören. Nachdem ich meinen Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer abgegeben musste, musste ich zur MPU. Das war zwar wirklich bitter und auch mein Job war in Gefahr (und alles zusammen war auch noch richtig teuer). Viele hätten darin einen persönlichen Tiefpunkt gesehen. Ich leider nicht.


    Ich habe immer nur heimlich getrunken. Dann nochmal fast 3 Jahre. Niemand ahnte, was wirklich los ist bei mir.


    An einem Wochenende vor 14 Monaten konnte mich mein bester Freund einige Tage nicht erreichen. Er machte sich Sorgen und kam zu mir. Er fand mich in einem Sauhaufen sternhagelvoll vor, kaum ansprechbar.


    Mein ordentliches perfektes Kartenhaus war zusammengebrochen.


    Ich war nicht mehr mehr ordentlich und perfekt … ich war ein versoffener Haufen Elend.

    In dem Moment war mir klar, was ich eigentlich schon so lange wusste: Du bist Alkoholiker und musst sofort was ändern.


    Ich gestand mir ernsthaft ein, dass ich Alkoholiker bin. Das war schwer. Das war bitter. Das war das Schlimmste, was ich jemals meinem Spiegelbild sagte. Und das war so wichtig und sozusagen mein Startschuss in ein ein neues Leben.

    Wenn ich jetzt aufhöre zu saufen, ist das eine Entscheidung für‘s Leben. Im wahrsten Sinne des Wortes: Eine Entscheidung für mein Leben und eine Entscheidung für den Rest meines Lebens.


    Klar ist, dass ich keinen Alkohol mehr trinken mehr trinken kann.

    Die Frage, ob ich das will oder darf, stellt sich nicht, ich lasse diese Frage auch gar nicht zu. Ich darf Alkohol trinken, wenn ich das will, keine Frage. Aber ich kann es nicht. Denn ich bin Alkoholiker und wenn ich die Krankheit stoppen will, kann ich keinen Alkohol trinken. Nicht ein bisschen, nicht ausnahmsweise, nicht im Essen verkocht. Gar nicht.


    Ich lebe rückfallfrei. Ein Rückfall gehört nicht dazu, auch, wenn die Statistik was anderes sagt. Es gibt immer ein paar Prozent, die nie einen Rückfall haben. Ich will zu diesen paar Prozent dazugehören.


    Heute bin ich seit 14 Monaten nüchtern.

    Ich bin glücklich damit.

    Die Freiheit, die ich gewonnen habe, ist das größte überhaupt und gar nicht in Worte zu fassen.

    Ich zweifle nie an meiner Entscheidung, ich bleibe nüchtern.


    Ich habe hier im Forum viel gelesen und viel gelernt. Am meisten beeindruckt und geprägt haben mich die folgenden Worte eines seit vielen Jahren nüchternen Alkoholikers hier im Forum:

    „Meine Nüchternheit ist nicht verhandelbar, sie ist bedingungslos.

    Solange ich noch Bedingungen an meine Nüchternheit stelle, sitze ich in der Flasche.“


    Saufdruck, wie es hier manchmal beschrieben wurde, kenne ich nicht. Dafür bin sehr dankbar. Sollte sich jedoch jemals irgendwas in diese Richtung anbahnen, weiß ich, dass hier immer jemand sein wird, der mich auffängt.

    Es wäre jetzt müßig, darüber zu philosophieren, ob das nun physisch oder psychisch ist, ist das Hirn ja auch ein Teil des Körpers.

    Ja, nur gut. Obwohl, bei manchen habe ich doch manchmal den Eindruck, das Hirn läuft 2 m hinter dem Körper…. 🤪


    Zum eigentlichen Thema muss ich noch nachdenken. 🤔

    Alex, so habe dich auch verstanden. Ich habe das auch erst hier im Forum gelernt. Und heute weiß ich das und habe beim Zahnarzt auch gesagt, dass ich Alkoholiker bin. Aber der hat schon lange nix mehr spritzen müssen, nur gucken. 😀

    Die Erfahrung, dass Spritzen nicht so gut wirken, musste ich auch machen. Damals habe ich das allerdings nicht mit meinem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht und natürlich beim Zahnarzt auch nicht gesagt, dass ich saufe. Ich dachte, ich bin einfach nur ein Weichei. Der musste aber echt immer wieder nachspritzen und weh getan hat es trotzdem.

    Ich bin auch überhaupt nicht tolerant, wenn es um Schmerzen geht.

    Du darfst sogar sehr stolz auf dich sein 😀

    Herzlichen Glückwunsch zum 1. Jahrestag deines nüchternen Lebens.

    Und nun geht‘s mit neuen Beisserchen ins 2. Jahr. Viel Erfolg dabei und immer schön wachsam bleiben.

    Hallo Siegrid,

    21 Tage sind 3 nüchterne Wochen 😀 Das ist super.

    Ich lese hier auch sehr viel und konnte mich in vielen Beiträgen auch wiederfinden. Hier zu sehen, dass ich nicht alleine bin und dass ich nicht die einzige Frau auf der Welt bin, die abhängig gesoffen hat, hat mir sehr geholfen, aus diesem ‚ich will nicht mehr saufen‘ ein ‚ich werde nicht mehr saufen‘ zu machen.


    Natürlich merken wir nüchtern noch viel mehr, dass Alkohol überall präsent ist. Er wird auch immer präsent bleiben. Alkohol verschwindet nicht, nur weil wir ihn nicht mehr trinken.

    Und es gibt ja auch genügend Leute, die ein Glas Alkohol tatsächlich genießen können. Ich habe mir klar gemacht, dass ich das nicht kann und dass ich nie wieder Alkohol trinken kann, egal, was andere können oder machen.


    Schön, dass du wieder ein Buch lesen magst 😀 Dabei ist der Kopf beschäftigt und die Gedanken können nicht um Alkohol kreisen.

    Der "Freizeitbereich" ist nur für Mitglieder des Geschützten Forenbereichs einsehbar.

    Wollts nur kurz erwähnt haben, ehe Du Dir nen Wolf suchst :wink:


    Oh. Sorry, das wusste ich gar nicht. Dann kannst du das natürlich nicht finden.

    Aber vielleicht kannst du ja trotzdem das Malen auch wieder für dich gewinnen. Ich finde ja, das macht wirklich den Kopf frei. Und den Kopf frei kriegen ist ja doch recht wichtig, gerade, wenn du ja nun ganz viel Zeit hat. 😀

    Für einen Rückfall gibt es immer ein Grund. Es kommt meist zuvor, zu einem (schleichenden) Verhaltensrückfall. Sprich, es werden wieder alte Gewohnheiten angenommen, höhere Risiken eingegangen, weil man sich durch die langen Jahre sich stabil fühlt. Die eigene Nachsorge wird vernachlässigt. Den Austausch darüber wird nur noch oberflächlich.

    Vermutlich gibt es für einen Rückfall immer einen Grund. Für so ziemlich alles, was mir machen, gibt es einen Grund 🤔.

    Aber was bedeutet denn hier konkret ‚Den Austausch darüber wird nur noch oberflächlich.‘?

    Hallo Siegrid,

    auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum und herzlichen Glückwunsch zu nun schon 14 nüchternen Tagen.

    Das Problem ist aber auch, dass ich gerade in "meiner sicheren Burg" getrunken habe und nicht in der Öffentlichkeit.

    Ich habe auch nur zu Hause getrunken, nie in der Öffentlichkeit.

    Da haben die Worte ,die Sauf-Örtlichkeiten meiden‘ noch mal ne ganz andere Bedeutung, zumindest, wenn man nicht umziehen will.

    Ich habe die ersten Wochen erstmal ordentlich aufgeräumt, mich von vielem getrennt, was seit Jahren ungenutzt und unbeachtet in, auf und vor den Schränken lag und mir so Platz und ein gemütliches Zuhause geschaffen. Das hat kein Geld gekostet, lediglich Zeit ….und die hatte ja nun genug.



    Du hast hier geschrieben, dass du seit Mai in Rente bist und dir nun wegen der fehlenden Arbeit etwas Struktur in deinem Tagesablauf fehlt.

    Nur kurz- gestern abend war nicht so gut, kam mir ohne " Die Alk Entspannung" sehr elend vor, TV-langweilig- lesen keine konzentration, malen viel zu spät und und - jammerjammer bin ich schon um 21.00 ins Bett und fast gleich eingeschlafen.

    ‚malen viel zu spät‘ ist mir direkt ins Auge gesprungen.

    Hast du schon im Freizeitbereich unseren ‚Malen zur Entspannung-Thread‘ entdeckt?

    Mir macht das malen inzwischen wieder unheimlich viel Freude.

    Am Anfang meines nüchternes Lebens war der Tag auch sehr lang. Heute, nach über einem Jahr, fehlen mir jeden Tag gefühlt 4 Stunden für all das, was ich gerne machen würde.


    Komme in Ruhe hier an und freue dich auf dein neues nüchternes Leben, das wird phantastisch 😀.

    👍🏻

    Farbenfrohe Klamotten sollen ja die Stimmung heben. 😀 Und wenn‘s morgen nicht wesentlich besser ist, versuch‘s mit ner Hose in nem leuchtenden orange-grün 😀

    Gute Besserung.

    Ich werde mich gleich mal rasieren und mir was Hübsches anziehen. Wenn's mir schon blöd geht, will ich wenigstens gut aussehen.


    Und, siehst du gut aus? 😀

    Schau dich an und bestimmt geht es dir dann bald besser.

    Manchmal muss man einfach aushalten oder abwarten. Wenn es allerdings nicht besser wird, trotz gut aussehen, meine ich 🤪…. gehe bitte zum Arzt.

    Vielen Dank für deinen offenen Beitrag.

    Ein trauriger Anlass, sich hier mal wieder hier zu melden, aber es ist gut, dass du hier davon geschrieben hast und du dich nun auch nicht in Selbstmitleid verlierst.

    Es ist ja nun mal so, dass wir immer alkoholkrank bleiben werden. Immer. Dass die Sucht einen sofort wieder in den Krallen hat und mal irgendwann ein oder zwei Gläser Alkohol eben nicht gehen, hast du nun leider schmerzhaft erfahren.


    Aber nun heißt es: Aufstehen und gucken, warum du nun plötzlich der Meinung warst, wieder ‚normal trinken‘ zu können, obwohl du doch weißt, dass wir nie wieder ‚normal trinken‘ können. Oder war das gar nicht ‚plötzlich‘‘?


    Dass du mit deiner Frau darüber reden willst, finde ich gut und richtig. Aber wieder nüchtern bleiben musst du alleine.

    700 nüchterne Tage 👍


    Du liest dich gut, und natürlich geht es immer mal hoch und auch mal wieder runter. Das ist Leben. 😉


    Nüchtern können wir so viel schaffen. Du schaffst ja gerade, dich von der Depression zu befreien. Ich wünsche dir dafür alles Gute.

    Mir persönlich war und ist es wurscht, was für ein Säufer ich war.

    Fakt ist, ich musste aufhören zu saufen, um die Krankheit zu stoppen. Und Fakt ist, wenn ich das erste Glas nicht stehen lasse, saufe ich bald wieder genauso viel wie vorher, vermutlich sogar noch mehr. Und dann ist es auch wurscht, ob Alpha, Gamma, Delta ….. Für uns Alkoholiker ist Alkohol der Abgrund, egal wie hübsch sortiert man das bezeichnet.

    Ich denke, diese Typisierung ist eher sogar nachteilig für den Betroffenen, weil das vielleicht suggerieren könnte, das es je nach Trinkertyp dann ja auch individuelle Wege aus der Sucht geben könnte.

    Es gibt nicht nur einen Weg, aber eben auch nicht hunderte.

    Das sehe ich genau so.

    Aber 11 Monate sind toll, keine Frage.

    11 Monate sind super toll 👍.

    Herzlichen Glückwunsch.


    Viel Glück bei der Suche nach einer passenden Fahrschule. Das wird schon 😀. Ich habe manchmal das überfliegende Gefühl: Nüchtern ist alles möglich. 😀

    Hallo Mond,

    Herzlich willkommen und herzlichen Glückwunsch zu 2 nüchternen Monaten.

    Ich hatte nach Feierabend jeden Tag den gleichen Trott. Schnell nach Hause maximal kurz einkaufen, damit es nicht so auffällig ist, zu den Weinflaschen noch ein paar harmlose Lebensmittel in den Korb. Zu Hause angekommen gerade so die Jacke ausgezogen und dann der erste Schluck zur Belohnung…

    Genau so war es bei mir auch.

    Nur nicht ‚zur Belohnung‘. Oft hatte ich die Jacke noch nicht mal ausgezogen als ich die erste Flasche Wein noch im Flur halb leer hatte. Aber das war nicht zur Belohnung. Vielleicht war es noch nicht mal Gewohnheit. Das war, um die Sucht zu bedienen…um ganz schnell diese innere Unruhe loszuwerden …. um den Puls zu normalisieren….


    Bitte gebt mir ganz viel Tipps das ich den Supermarkt nicht anfahre.

    Ich war selten einkaufen, den Einkaufszettel habe ich so geschrieben wie der Supermarkt eingerichtet ist. So konnte ich stur durch die Regalreihen rennen, nicht nach links und nicht nach rechts gucken, den Einkaufswagen vollkrachen, obendrauf ne Packung Eis und ein bunter Blumenstrauß. Und dann habe ich die ersten Male jemanden mitgenommen zum Einkaufen.


    In den letzten 2 Monaten (seit ich abstinent) habe ich wirklich nur positive Äußerungen zu meinem Auftreten und meiner Ausstrahlung bekommen.

    Lies das noch mal 😀 Ist das nicht phantastisch?


    Ich denke dann, wenn du eh alles verloren hast, kannst du auch trinken


    Egal, was dir dein Suchthirn einreden will: Du hast nicht alles verloren.

    Du hast schon 2 Monate die Freiheit kennenlernen dürfen, die du so lange nicht hattest. Zu lange warst du gefangen in der Suchtspirale. Und jetzt hast du den Ausgang gefunden. Nüchtern hast du die Freiheit entscheiden zu können, was du trinkst und was du nicht trinkst. Nach einem Glas Alkohol kannst du das nicht mehr. Setzte diese Freiheit nicht auf‘s Spiel.


    Mir hilft auch der Gedanke, dass ich gegen den Alkohol nicht gewinnen kann. Er ist stärker. Immer.