Beiträge von Landliebe

    Hallo Pia,


    wie du schreibst, ging es mir ähnlich. Hatte immer Angst dass das Telefon klingt und wenn bin ich nicht mit einem freundlichen Hallo rangegangen sondern direkt mit „was ist passiert?“. Weil eben in all den Jahren so viel passiert ist. Nun ist mein Vater seit einem Jahr tot, traurig keine Frage aber erleichternd für mich. Es wird keinen Anruf mehr geben. Er ist nun in Sicherheit.

    Meine Mutter lebt noch und ist durch die Korsakow Demenz schwer erkrankt.
    Um sich selbst zu schützen, hilft mir nur der Kontaktabbruch zu ihr. Ich kann ihr nicht helfen, zu sehr hat sie mich verletzt. Ich kann nur mir selbst helfen.

    Was spricht gegen einen endgültig Kontaktabbruch?

    Hey Pia, schön das du den Weg hierher gefunden hast. Du bist definitiv nicht alleine!

    Ich bin auch Tochter Alkoholkranker Eltern.. meine Geschichte ist ein wenig anders aber am Ende hat mir auch nur der komplette Kontaktabbruch geholfen wieder glücklich zu werden.

    Ließ dich hier in die verschiedenen Geschichten der anderen ein, du wirst viele Parallelen finden.

    Hast du noch andere Familienmitglieder, die sich um deine Vater kümmern?

    Kannst ungefähr einschätzen wie lange das sagen wir mal gut ging das sie sich sozusagen an ihre eigenen regeln hilt oder wann hast du gemerkt das es ihr egal wird?

    Meine Mutter trinkt schon lange seit ca. 10 Jahren regelmäßig, war aber immer funktionierend. Also Haushalt, Arbeit, Freunde .. das lief. Geändert hat es sich dann Anfang 2024, deren Hund ist gestorben.. ich denke die Menge wurde immer mehr. Und ab dann wurd ihr vieles egal. Körperhygiene, Soziale Kontakte, sie sagte immer wieder Termine ab.. ihr Verhalten veränderte sich bzw. Ihr ganzes Wesen. Ab dem Moment fing es dann auch langsam mit der Vergesslichkeit an. Man merkt die Abwärtsspirale geht dann ganz schnell.

    So viel Kontakt hatten wir in der Zeit dann auch nicht da ich hochschwanger war und sie sowieso jedes Treffen abgesagt hat. Über WhatsApp hat sie immer geschrieben, alles gut .. hier ist alles gut .. auf die Frage was sie so macht immer nur nichts, bisschen Fernsehen gucken. Sie hat sich dann krankschreiben lassen (habe ich erst später erfahren) und dann gekündigt. Dadurch fehlte ihr jegliche Routine.

    Es kam dann alles Schlag auf Schlag (kannst du im Detail in meinem Faden lesen). Erst dann die Distanzierung, dann dachte ich ich bin für sie verantwortlich und habe sie zwangseinweisen lassen, wieder mehr Kontakt weil ich dachte sie hat’s begriffen. Sie hat zu gemacht und Ende Januar habe ich komplett mit meinem Mann auf allen Kanälen sie blockiert und den Kontakt abgebrochen.

    Es war ein Lernprozess für mich. Und wie schon geschrieben nicht von heute auf morgen.

    Mir ist dadurch klargeworden was mir wichtig ist: Ich als Mensch und Person und meine kleine Familie.

    Ist Distanzierung wirklich der richtige Weg? So viele Fragen kreisen in meinem Kopf.

    Ob es der richtige Weg ist, kannst du nur rausfinden wenn du ihn gehst.

    Am Ende führen alle Wege zu einem Ziel, ob es dann das richtige Ziel ist sei mal dahingestellt.

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen, dass mir nur der komplette Kontaktabbruch geholfen hat. Auch vorher habe ich mich distanziert aber meine Gedanken kreisten trotzdem immer um sie. Jetzt ist es ruhiger geworden. Dieser Entschluss kam aber nicht von einen auf den anderen Tag.

    Toll, dass es mit dem Gespräch geklappt hat und du deine Grenzen klar gezogen hast.

    „Es schmeckt halt.“

    „Mit Alkohol funktioniere ich besser.“

    „Bis jetzt ist ja nichts passiert.“

    Diese Sätze hat meine Mutter auch gesagt, ich trinke ja nur Wein und ja nur abends und nie wenn ich noch fahren muss. Am Ende war es aber wirklich so, dass es ihr egal war was um sie herum passiert und es egal war was sie macht. Die Sucht dringt so tief in die Psyche ein, das ist für Außenstehende unvorstellbar wieso der Alkoholiker nicht einfach aufhört.

    Hallo Josy,


    erstmal schön, dass du hier bist und dich austauschen möchtest. Deine Lage ist wirklich sehr schwierig.

    An erster Stelle sollst du an dich und dein ungeborenes Kind denken! Dies ist keine gute Umgebung und schon gar nicht bald für ein Baby.

    Hast du die Chance zurück zu deinen Eltern zu gehen? Ansonsten findest du auch Hilfe über die Familienhilfe in deiner Stadt/Landkreis. Vielleicht auch erstmal übergangsweise in ein Frauenhaus ziehen, bis du selbst wieder auf die Beine kommst.

    Dein Freund wird leider immer weiter in der Abwärtsspirale bleiben.. wenn keine Gespräche bei ihm fruchten. Der Süchtige muss es selbst wollen, trocken/clean zu werden. Der Ansporn ist ja laut deiner Beschreibung nicht da.

    Vielleicht versuchst du direkt am Montag Kontakt aufzunehmen zur Familienhilfe um dich beraten zu lassen.

    Denke an dich und dein Kind! Wünsche dir alles Gute!

    Naja Ende der Geschichte ist, dass ich nun nicht genau weiß, wie ich damit weiterhin umgehen soll, außer meiner Therapie und deswegen bin ich hier gelandet.

    Erstmal schön, dass du hier bist. Ich hoffe, du kannst hier viel für dich mitnehmen.

    Deine Geschichte ähnelt sich leicht mit meiner. Ich habe mit meiner Mutter den Kontakt abgebrochen, es tat mir einfach nicht mehr gut. Das tat weh, sehr weh. War aber nötig. Am Ende war es noch eine Befreiung.

    Was hat dich damals dazu bewegt wieder mit deiner Mutter in Kontakt zu treten? Sei dir selbst wichtig und stelle dich und deine Bedürfnisse an erster Stelle. Wenn du keine Lust auf oberflächliche Gespräche hast, denn lass es. Dafür ist deine Zeit zu schade.

    Und dann sitze ich hier und schäme mich, weil ich niemandem helfen und nichts zurück geben kann.

    Ist bei mir ähnlich .. Ich lese aber tatsächlich sehr viel hier, meistens abends. Auch die Geschichten der Alkoholiker um auch zu verstehen, wieso manchmal dieser Weg eingeschlagen worden ist und wie kraftvoll sich die Menschen aus der Sucht heraus gekämpft haben.

    Das was Elly schon schrieb, ich konnte aufatmen nach dem Kontaktabbruch zu meiner Mutter. Mein Mann und meine Schiwegereltern haben mir Kraft und Rückhalt gegeben. Ich weiß, dass es ihr dort in der Einrichtung gut geht und das ist dann mein kleiner „Seelenfrieden“.

    Bei meiner Mutter war es ähnlich, da sie gefahren ist obwohl der Sozialpsychatrische Dienst und der Landkreis ihr den Führerschein entzogen haben. Ihr wurden dann die Autoschlüssel abgenommen.

    Das habe ich alles über den Dienst erreicht, einfach das Problem schildern und besonders die Gefahr. Ggf. auch schon den Hausarzt informieren, der Dienst schickt in der Regel einen Amtsarzt nochmal zum Betroffenen um sich ein Bild zu machen.

    Wichtig ist, dass du vielleicht auch nochmal bei der „Waffenbehörde“ (ich weiß leider nicht wer da für die Kontrolle der Waffenscheine zuständig ist) schriftlich die Lage schilderst.

    Ich würde an deiner Stelle den Schlüssel auch behalten, soll er doch klagen. Und sobald er dir oder deiner Familie zu nahe kommt oder Grenzen überschreitet, zögere nicht und rufe die Polizei!! Schäme dich nicht! Es ist nicht deine Verantwortung oder Schuld, dass er so drauf ist!

    Das tut mir sehr leid zu lesen :cry: . Ich hoffe, Du hast schon gelernt, irgendwie damit umzugehen und Deinen Frieden mit der Situation machen können (soweit das überhaupt möglich ist) .

    Ja ich bin immer noch dabei zu lernen und mit der Situation umzugehen. Das Forum hier hat mir wirklich sehr geholfen, der Austausch mit anderen.

    Erzähle doch etwas mehr von dir .. bin gespannt davon zu lesen 😊

    Hallo XY,


    Wahnsinn! 🤯 deine Geschichte klingt fast 1 zu 1 wie meine. Nur das bei mir die Mutter Korsakow hat und mein Vater verstorben ist.

    Es wird sich sicherlich recht schnell jemand aus dem Moderatoren-Team bei dir melden. Dann kannst du dich austauschen, ich bin sehr gespannt 😊


    Liebe Grüße

    Willkommen hier im Forum!

    Wie Seb schon geschrieben, sollte man erst einen Entzug machen und im Nachgang eine Langzeittherapie. Aber wie er auch schreibt: Der Impuls, der Wille und die Motivation müssen alleine von deiner Mutter kommen. Es bringt nichts von außen so sehr drücken oder zu ziehen, der Alkoholiker muss selbst eine Krankheitseinsicht haben.

    Meine Mutter ist auch Alkoholikerin .. immer „nur“ Wein und ja auch „nur abends“ .. dass es dann jeden Abend 2-3 Liter waren erübrigt sich dann. Sie hat keine krankheitseinsicht und ihr Krankheitsverlauf ging immer nur abwärts bis zur Demenz.

    Wichtig ist, dass es dir gut geht! Wenn du merkst es geht nicht mehr mit ihr, dann reduziere den Kontakt. Du bist nicht für Sie oder ihr Wohl verantwortlich. Du musst sie nicht glücklich machen und schon gar nicht deine Kinder!

    Ich kann da aus eigener Erfahrung sagen, dass es hart ist an der Entscheidung festzuhalten den Kontakt abzubrechen. Auch ich habe Ende Januar den Kontakt zu meiner Mutter komplett abgebrochen und habe mich anfangs auch immer wieder erwischt wie ich bei WhatsApp alte Verläufe gelesen habe, ihr Profilbild angeguckt habe und nach ihr bei ihren Schwestern nachgefragt habe. Aber das ließ jetzt schleichend nach. Denn ich weiß, ich denke viel viel mehr an sie als sie an mich. Sonst würde sich sich ja melden 🙄


    Es wird leichter..

    Du bist nicht alleine, mir ging es ähnlich als ich die Verstecke meiner Mutter gefunden habe. Und auch heute nach knapp einem 3/4 Jahr denke ich noch oft an die Situationen und an das was wäre wenn .. im Endeffekt weiß ich aber, dass ich hätte nichts ändern können. Ich bin für mich verantwortlich (das musste ich auch erst lernen besonders hier durchs Forum habe ich das verstanden) und meine Mutter ist für sich verantwortlich.

    Zu dein Angst, dass sie vergesslich wird - das waren auch bei meiner Mutter die ersten Anzeichen. „Wann treffen wir uns nochmal?.. Achja schon vergessen lachlach.“ oder „ach hab ich dir bei WhatsApp gar nicht geantwortet, das ist untergegangen..“ das waren für mich tatsächlich die ersten Vermutungen.

    Vielleicht hilft ein Gespräch mit deinem Vater, vielleicht ist ihm schon was aufgefallen?

    Ich kann dem nur zustimmen! Ich bin mit alkoholkranken Eltern aufgewachsen und kann mich an so viele Situationen erinnern, die mich auch triggern. Kinder merken so viel!

    Bitte lasse sie nicht mehr dort und halte Abstand. Bitte beschütze sie! Du bist für sie verantwortlich, deine Schwiegereltern sind für sich verantwortlich.

    Ohje ohje meine mutter hat vor kurzem erst gekündigt was wir alle nicht verstehen konnten da sie schon 63 ist sie hat es zwar immer wieder gesagt das es ihr kein Spaß mehr macht und sie mehr zeit mit meinem sohn verbringen will aber das mit dem Kündigung kam dann von heut auf morgen wo ich mich jetzt hat aich frage hat sie wirklich selber gekündigt oder wurde sie gekündigt weil das trinken schon aufgefallen ist

    Auch meine Mutter hat immer gearbeitet in einer Kantine, dann nach den Sommerferien 2024 krank (Magendarm laut AU). Mich hat sie angelogen, mit Lüge wie „sie müsste heute nicht arbeiten, wäre nicht viel los“ oder „eine Kollegin hat ihre Schicht übernommen“. Am Ende stellt sich raus, das meine Mutter sich 6 Wochen krankschreiben ließ und dann selbst gekündigt hat (auch 60+ aber noch kein Rentenalter). Ab dem Moment saß sie auch nur noch zuhause, jegliche Routine ging ihr verloren, bis mittags im Bett liegen, ab 15 Uhr Nachschub holen, bis 24/1/2 Uhr wach sein, Schlafstörungen, keinen Appetit (Kalorien wurden ja genügend zusich genommen, nur halt keine Mahlzeiten), keine Körperhygiene, keine Freunde, Hobbies, Soziale Kontakte … die Abwärtsspirale drehte sich nur so nach unten … am Ende. Korsakow Demenz.

    Du musst dir sicher sein, ob du Kraft hast für ein Gespräch. Für die Antworten, für die ggf. Lügen, Abstreitungen, Runterspielungen und und und. Sei dir bitte bewusst, dass dieses Gespräch nicht ohne ist. Denn am wichtigsten ist, dass es DIR gut geht und deinem Kind.

    Hallo verzweifelte Tochter,


    den gleichen User-Namen hätte ich mir auch geben können, denn auch meine Mutter ist Alkoholikerin. Hat „nur“ Wein getrunken und „nur“ abends - waren dann trotzdem im Schnitt 3 Liter pro Tag.

    Auch bei ihr habe ich das Ausmaß erst gesehen in ihrem Schlafzimmer, leere Flaschen in den Schränken und in Umzugkartons. Dann der Umstieg auf Tetrapack bzw. diese 3 Liter Weinkartons, die konnte man einfach klein machen. Unzählige Blaue Säcke standen im Zimmer und Flur, alles oben, alles ohne das irgendwer was mitbekommt der sich unten aufhält.

    Meine Mutter hat soweit getrunken, dass nichts mehr ging und sie bleibende Schäden davon getragen hat. Um mich zu lösen, nach ganz ganz viel Drama, Sorgen und Ängste habe ich den Kontakt abgebrochen. Endgültig. Auf allen Kanälen. Sie hat keine Krankheitseinsicht, will nicht wahrhaben das sie Alkoholikerin ist. Um mich zu schützen war dies die beste Entscheidung.

    Aufgrund ihrer Folgeschäden ist sie nicht in der Lage selbstständig zu leben, hat einen gesetzlichen Betreuer und lebt in einer Pflegeeinrichtung. Zwangstrockengelegt.

    Trinkt dein Vater hin und wieder auch? Arbeitet deine Mutter noch? Hast du noch weitere Familienmitglieder, die ggf. beim Gespräch dabei sein könnten?

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Hallo Helianthus,
    schön, dass du da bist!
    1. Du bist nicht alleine.
    2. Jedes Gefühl ist richtig und wichtig.

    So ein Kontaktabbruch kommt ja nicht aus heiterem Himmel, es war dann irgendwann zu viel. So war es bei mir und meiner Mutter auch. Nun geht’s mir besser.

    Lass‘ Dich nicht auf Machtspiele ein. Nummer blockieren, löschen, alte Chats löschen und tief durchatmen. Auch wenn’s schwerfällt. Bei mir ist es ähnlich auch 30+ und Babys. Für meine kleine Familie und mich ist es besser so, sich auf uns zu fokussieren.

    Richtig ist auch, dass du erkannt hast, dass dein Vater krank ist. Diese Suchtkrankheit ist unberechenbar. Hast du noch Kontakt zu anderen Familienmitgliedern, die noch Kontakt mit ihm haben?