Ich bin hier als Ehefrau eines Mannes, der seit mindestens 10 Jahren einen ungesunden Umgang mit Alkohol hat. Es gab mehrere Situationen, in denen er auch sturzbesoffen war, was auch unsere Kinder miterlebt haben. Er hat aber nicht regelmäßig getrunken. Danach war er bei einer Beratungsstelle und mein Eindruck war, dass er damals seine Situation als nicht so schlimm eingeschätzt hat. Er hat weiter Alkohol getrunken, so gut wie jeden Tag ein bis zwei Gläser Wein und einen "Absacker". Ich gehe aber davon aus, dass er teilweise auch abends getrunken hat, wenn ich schon im Bett war.
Er wirkte nie betrunken, aber unsere Bitten, doch seinen Konsum zu überdenken, hat er abgetan. Er hat auch einmal Alkohol vor mir versteckt. Letztes Wochenende hat unsere Tochter ihm dann gesagt, dass sie sich Sorgen um ihm macht - und ist wohl auch zu ihm durchgedrungen. Er hat kurzfristig für morgen wieder einen Termin bei einer Beratungsstelle bekommen, zum Glück. Seit letztem Wochenende trinkt er wohl keinen Alkohol mehr.
Allerdings geht es mir seit letzter Woche ziemlich schlecht, einerseits bin ich sehr erleichtert, dass er einen neuen Anlauf nimmt, andererseits kann ich nicht aufhören, auf ihn wütend zu sein und ich habe unglaubliche Angst vor dem, was kommt. Ich will einfach nie wieder Alkohol an ihm riechen, das widert mich nur noch an.
Ich bin komplett erschöpft und habe heute fast nur geweint.
Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht.