hiiumaa - Vorstellung - Hallo an alle!

  • Hallo ihr Lieben,

    ich war lange nicht hier. In meinem Leben - unabhängig von meinem xy ist viel passiert, das mich sehr belastet. Inzwischen ist sogar schon 2026. Ich bin regelrecht erschrocken, als ich gesehen habe, wieviele Neuzugänge es in der Zwischenzeit gab und wieviele Betroffene es gibt.


    Heute habe ich das Bedürfnis, mal wieder über xy und wie es mir damit geht, zu schreiben.

    Er war jetzt vier Monate trocken. Wobei ich nicht hundertprozentig sicher bin… im Herbst war er ein paar Tage bei seinen Eltern, Tante, Schwester ( EU-Ausland ) und dort ist „ein kleiner Drink“ zu jeder Mahlzeit Standardprogramm und xy hat es noch nie geschafft, dort zu sein ohne mitzutrinken - sonst könnte sein Vater ( edit, bitte keine "Diagnosen" für Angehörige hier einstellen, danke ) ja denken, sein Sohn wäre ein Weichei…


    In diesen vier Monaten hatten wir fast täglich WhatsApp-Kontakt und irgendwann haben wir auch wieder angefangen, uns für einen Spaziergang oder einen Tee in der Stadt zu verabreden.

    Kurzer Einschub: Er wollte unter keinen Umständen, dass ich zu ihm nach Hause komme. Diejenigen, die schon länger mitlesen, wissen, dass er seit Sommer 25 im Haus meiner ehemalig besten Freundin wohnt und sie jetzt seine Vermieterin ist. Die Freundschaft zu ihr ging brutal in die Brüche, als sie angefangen hat, die Beziehung zwischen xy und mir zu beeinflussen. Nun hasst sie mich abgrundtief und lässt xy gegenüber kein gutes Haar an mir. Das hat dazu geführt, dass er Angst hat, mich in seine Wohnung - die in dem Haus ist, in dem sie auch lebt, einzuladen. Bei mir zuhause wollte ich ihn aufgrund meines Teenagers auch nicht haben.


    Allein diese Konstellation sagt schon viel.


    xy hat in den letzten Monaten mehr und mehr entdeckt, wie extrem zwanghaft meine ehemalige Freundin ist und hat den Kontakt zu ihr eingestellt bis auf Hallo und Klärung von Dingen, die die Wohnung betreffen.


    Wir hatten eine Weile eine gute Zeit. Er war regelmäßig bei seinem Therapeuten, obwohl er eine Stunde Fahrtzeit mit dem Zug hat und hat regelmäßig davon erzählt.

    Ich war ganz guter Dinge.


    Dann kam Weihnachten und Silvester. Seit ich xy kenne, ist er über diese Zeit immer extrem abgestürzt und die Sauforgie war schlimmer als die sonstigen Sauforgien. Diesmal wollte er 14 Tage bei der Familie im Ausland verbringen. Ich war hin und hergerissen. Einerseits habe ich gehofft, dass ihn das vor dem Totalabsturz in dieser Zeit bewahrt, denn vor der Familie muss der Schein gewahrt werden. Andererseits ist seine Familie der Ursprung seiner Traumata und der Entwicklung seiner Persönlichkeitsstörung. 14 Tage am Stück in diesem Umfeld - das konnte ihm nicht gut tun. Zumal dort wie gesagt täglich Alkohol konsumiert wird und xy nicht nein sagen kann vor der Familie.

    Es kam wie befürchtet. In den ersten Tagen hatten wir noch netten WhatsApp Kontakt. Dann kam auf eine meiner Nachrichten plötzlich eine abwertende Rückmeldung. Da wusste ich schon, dass er emotional dysreguliert ist. Ich habe mich daraufhin rar gemacht und Bilder von der Familie etc nur noch mit Daumen hoch gelikt. In der Silvesternacht kamen dann Textnachrichten der Art, wie sie nur kommen, wenn er betrunken ist. Endlose Nachrichten, die im Sekundentakt wechseln zwischen Lovebombing und Abwertung. Ich habe nicht geantwortet. Mitten in der Nacht noch drei Anrufe. Ich bin nicht drangegangen. Er hat mich in dreieinhalb Jahren Beziehung NUR angerufen, wenn er betrunken war. Es gab kein einziges Telefonat im nüchternen Zustand. Ich bin nicht drangegangen.


    Am nächsten Tag kam eine halbwegs nüchterne Gutes Neues Jahr Nachricht, auf die ich nur „Dir auch“ geantwortet. Am Abend kamen wieder wirre Nachrichten und die Frage wie es mir ginge. Darauf habe ich mit „nachdenklich“ geantwortet.


    Am Tag darauf kam er zurück nach D und das Ganze ist eskaliert, als er nachgefragt hat, warum ich nicht zurückgerufen habe. Ich habe ihm erklärt, dass ich keinen Kontakt will, wenn er in diesem Zustand ist in dem er in der Silvesternacht war und dass ich erst sicher sein muss, dass dieser Zustand vorüber ist. Es folgte, was nach 14 Tagen Elternhaus folgen musste: Vorwürfe, dass er im Heimatland „Krisen“ gehabt hätte und ich nicht da war. Dass ich nicht nach seiner Familie gefragt hätte und dann nur noch wüste Anschuldigungen und Schuldumkehr und die Ansage, dass die Beziehung beendet wäre. ER hätte alles versucht, ICH wäre nicht mit ihm in Verbindung getreten.

    Ich habe ihn einmal freundlich darauf hingewiesen, dass das alte Muster wäre und jetzt eine Chance auf Änderung da wäre. Aber nein. Die Beziehung ist beendet und seine Vermieterin hätte in manchen Dingen in Bezug auf mich doch recht gehabt.


    Ich weiß, was jetzt kommen wird. Vielleicht hält er noch ein paar Tage durch, aber dann wird er wieder abstürzen und die nächsten Wochen trinken bis zur Besinnungslosigkeit. Sein einziger Weg, um die Zeit im Elternhaus und die Tatsache, dass ich nicht zur Emotionsregulierung zur Verfügung stand, zu „verarbeiten“.


    Sein Satz, dass seine Vermieterin doch recht hatte in Bezug auf mich, lässt befürchten, dass er den Kontakt wieder aufnimmt zu ihr und mit ihr trianguliert.


    Wie geht es mir? Ich bin traurig. Es hat mich nicht völlig umgehauen so wie früher. Es ist immer das gleiche Muster. Aber traurig bin ich trotzdem, weil da einfach gar nichts zu machen ist.

  • Hallo hiiumaa,

    klar bist du traurig, die gemeinsame Zeit hat Hoffnung in dir geweckt. Und dann kam der Absturz.

    Mein Exmann hatte gegen Ende der Beziehung, als er merkte, dass ich immer stärker wurde mich zu trennen, eine lange Trinkpause gemacht. Im September hörte er auf. Ich war voller Hoffnung, wir haben sogar noch unsere Silberhochzeit gefeiert. Im November. Ich glaube es war Januar als es wieder losging, schlimmer als je zuvor.

    Ab da wusste ich, dass es nix mehr werden kann mit uns. Er wollte einfach nicht aufhören und ich hab es akzeptieren können und Nägel mit Köpfen gemacht.

    Was hast du jetzt vor?

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hi Aurora!

    Danke für Deine Worte und das Teilen Deiner eigenen Erfahrungen. Es hat mich gerade wirklich erschüttert, dass ihr sogar noch Silberhochzeit gefeiert habt, bevor es dann richtig übel wieder losging.

    Die Tatsache, dass er konsequent in Therapie gegangen ist und sogar annehmen konnte, was sein Therapeut ihm gesagt hat, hat mich zu sehr in Sicherheit gewiegt, dass es DIESMAL klappen könnte. Er hat ja schon mal fast ein Jahr lang ohne Alkohol durchgezogen.

    Ich werde jetzt mal abwarten, ob er anfängt zu trinken oder nicht. In mir ist eine vage Hoffnung, dass er vielleicht in den nächsten Tagen ohnehin einen Termin bei seinem Therapeuten hat und es mit dessen Hilfe ohne Saufabsturz geht. Der Therapeut scheint einen guten Draht zu ihm zu haben.

    Fängt er an zu trinken, bleibe ich weg. Ich frage mich nur, was ich tun soll, wenn er nachts wieder betrunken vor meiner Haustür liegt und sich nicht wegschicken lässt.

    Ich stelle mir natürlich selbst immer wieder die Frage: Was hält mich grundsätzlich?

    Denn man merkt ja, das Trinken allein ist es nicht. Durch seine psychische Erkrankung ist er auch nüchtern in seinen dysregulierten Zuständen nicht einfach nur „schwierig“. Das ist wiederkehrender emotionaler Mißbrauch mir gegenüber.

    Ich entwickle zwar eine gewisse Routine, um damit umzugehen, weil das Muster immer gleich ist - aber will ich das mittragen, bis die Therapie da irgendwann wirklich zu Verhaltensänderungen in den entscheidenden Situationen verhilft?

    Ich habe gemerkt, dass er in den letzten vier Monaten gewisse Situationen anders handeln konnte als vorher. Momente, in denen er sonst wieder mißbräuchlich geworden wäre, hat er anders lösen können.

    Aber ganz offensichtlich ist der Bezug zur ( toxischen ) Familie und dem Alkohol noch immer stärker als der Wunsch auf nachhaltige Entwicklung.


    Will ich das noch weiter mittragen?

  • Ich stelle mir natürlich selbst immer wieder die Frage: Was hält mich grundsätzlich?

    Das scheint mir die wichtigste Frage überhaupt zu sein. Es klingt a) so als würde er ja schon wieder trinken und b) als wäre sein Heilungsweg so oder so noch ewig lang. Und das mit ungewissem Ausgang …

  • Danke ihr Lieben!


    Ja, es scheint sich leider wirklich zu bestätigen, dass er wieder trinkt.

    Ich habe ihn heute an der Bushaltestelle gesehen, als ich mit dem Auto vorbeigefahren bin. Er hatte nicht seinen großen Rucksack dabei, den er normalerweise mitnimmt, wenn er zum Sport fährt, sondern die lederne Aktentasche. Die lederne Aktentasche ist leider sein Flaschen-Depot.

    Natürlich könnte es auch sein, dass er einen Behörden-Termin hatte - aber mit Jogginghose bekleidet eher nicht.


    Ich habe es geschafft vorbeizufahren. Ich habe nicht angehalten und gefragt, was los ist, ob ich ihn in die Klinik oder zum Arzt bringen soll. Es war verdammt hart, aber ich hab ihn sich selbst überlassen.

    Ob ich wohl jemals an den Punkt komme, wo ich es ganz loslassen kann?

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