Janjale - Ehemann alkoholiker- Trennung und gibt mir die Schuld

  • Hallo zusammen, ich muss es mir von der Seele schreiben und brauche echt Feedback, ob mein Kopf richtig sitzt. Nach 16 Jahren Beziehung und Ehe mit 13 jährigen Kind haben wir uns jetzt wohl getrennt. Alkohol ist seit Beginn ein Thema bei uns. Am Anfang habe ich es als Party Anlass gesehen. Als ich ein Kind bekommen habe, wurde es problematisch.

    Er konnte und kann arbeiten. Hat Karriere gemacht. Aber ich war eigentlich alleine und immer in der Rolle zu kontrollieren, Schutz von mir und meines Kindes. Ach, ich könnt soviel an Verletzungen, Fassungslosigkeit, Ohmacht und Tränen schreiben. Meine Seele leidet. Wir drehen uns im Kreis. Er hört mich, wir haben gute Gespräche nach seinen wiederholten Abstürzen und ich verstehe ihn und weiss er kämpft mit sich, gegen seine Dämonen. Seit 4 Jahren sind wir intensiv dabei.

    Er hat gute trockene Phasen, dann ist es gut. Schön nicht, da er auch noch extrem ADHS hat mit cholerischen Wutausbrüchen mir gegenüber und vor unserem Sohn. Es geht nur um ihn. Mein Leben dreht sich um ihn und sein Alkohol. Ich war vor 2 Jahren an dem Punkt, wo ich heute stehe. Vergangenes Wochenende hat er übertrieben und wirklich Grenzen überschritten, die ich erstmal verarbeiten muss. Er war wieder aus Sauftour. Wollte eigentlich einen Freund zum Abendessen treffen. Dann rief er mich an und meinte es wird so 2/3 std später. Dann hörte ich bis morgens 8 Uhr nichts.

    Ich mache es kurz. Er war 28 h weg. Schrieb mir 3 Text, in denen er gelogen hat. Offensichtlich, denn ich habe in der Zeit Bankabbuchungen gesehen, die er gemacht hat, obwohl er wohl seinen Rausch bei einem Freund ausschläft. Insgesamt hat er 3600 Euro ausgegeben und dies in einem Puff. Das konnte ich anhand der Abbuchungen sehen. Er war auch nicht mit den gleichen Leuten zusammen, wie am Abend. Er hat sich seine Saufkumpel gesucht und gefunden. Natürlich hat er , damit er wach bleibt, Koks genommen. Nicht das erste Mal und mir war das klar. Er hat dann anfänglich gelogen wegen dem Puff. Das Geld bekommt er wieder( ja sicher🙄), das Koks hat er zugegeben, aber ich wusdte das sowieso.

    So, ich habe die Reiseleine gezogen und habe ihn gebeten, sich eine Wohnung zu nehmen. Dann habe ich ihn am nächsten Tag „ rausgeschmissen“ ( seiner Meinung) nachdem es klar war, er kann bei einem Freund in seiner leeren Wohnung wohnen. Diese Aktionen sind absolute Grenzüberschreitung. Ich bin fassungslos und muss mich und meinen Sohn schützen. Sowohl emotional als auch finanziell. Für mich ist klar, es kann nur schlimmer werden. Ich wollte damit ein Zeichen setzten und wir haben auch danach gesprochen. Ich habe mehrfach gesagt, dass ich keinen Funken Vertrauen mehr habe nach diesem we.

    Ja er fängt wieder mit der Gesprächstherapie an. Hat er vor 2 Jahren auch gemacht, nach 3 Monaten war vorbei. Ich habe ihm gesagt, dass ich keine Energie mehr habe ihm beizustehen. Das war Zuviel und ich muss das erstmal verarbeiten und ich und unser Sohn brauchen Ruhe und Frieden. Es ist sein Dämon und ich kann ihm nicht helfen.ich hatte gedacht, dass er mich versteht , dass er mir Raum zum Sortieren gibt und dies für ihn als Chance sieht, nun wirklich das Thema Alkohol anzupacken.

    In seinem letzten Gespräch hat er mir ein Angebot gemacht. Er würde mich verstehen. Diese 1 Woche woanders wohnen hilft ihm zu reflektieren. Aber ( und jetzt kommt es) ich bin schuld, dass er so explodiert ist. Ich lasse ihn nicht zu Hause trinken bzw. mache Stress/ Diskussionen. Ich sage ihm, er kann sich ja mit Freunden treffen und ich wisse ja, er hat sich nicht unter Kontrolle. Ich als Ehefrau muss ihm den Geschützen Raum bieten, damit er bei Fussball o.ä. Einige Biere trinken kann. Ich bin fassungslos, verletzt, wütend und auch schockiert. Wie kann er mir die Schuld für sein Saufen geben?

    Ich hätte ein Problem, da ich es nicht mag, wenn er angetrunken , mitunter später besoffen zu Hause hockt. Er besäuft sich wirklich alleine dann. Geht heimlich den Keller, damit ich es nicht mitbekommen. Denkt er. Ich kenne sein Gesicht, wenn er besoffen ist. Früher ist er zum Bahnhof gegangen und hat mit irgendwelchen Fremden gesoffen.

    Dann ist er um 4 Uhr, weil er nicht schlafen konnte, zu seinem Freund gefahren. Morgens war er nicht da als ich aufwachte. Jetzt besäuft er sich zu Hause. Mich nicht falsch verstehen, ich gönne ihm sei n Bier. Nur er hat es nicht unter Kontrolle. Es fängt klein an, wird mehr und häufiger und dann kommt es zu einer Sauftour mit oder ohne Koks und heimkommen am nächsten Morgen. 2 Tage dann Komaschlaf. Er sieht es aber nicht so. Alle anderen trinken auch. Das machen Männer so, das ist normal. Ich bin spiessig und verkorkst. Ach ja , in den Puff gehen auch alle Männer.

    Er hat im letzten Oktober schon die Grenze überschritten, da ich weit weg war im Urlaub. Schon in der 2 ten Nacht rief mich mein Sohn weinend und verängstigt an ( 12 Jahre, kein Kleinkind) und sagte mir, dass sein Vater sich im Klo seit Stunden eingesperrt hat und er ihm mit einer komischen Stimme antwortet. Mein Mann ist bei meinen ersten Telefonaten nicht rangegangen. Er wusste schon, was ihm blüht. Ich habe dann meinem Teenie ein Schlaflied vorgesungen, um ihn zu beruhigen. Wenn ich das so schreibe, könnt ich schreien. Mir ist alles so klar, und ich weiss, ich will nicht zurück in diese Hölle. Es kann nur noch schlechter werden, wenn ich zurückgehe, gehe ich daran kaputt. Er will wieder mit der Therapie anfangen, am we geht er erstmal nicht weg und bleibt zu Hause. Er wird keine Freunde treffen, weil das verführt ihn auch.

    Aber er will zu Hause seine Bierchen etc. trinken dürfen, ohne, dass ich was age. Ich habe es ihm gesagt, dass ich gerade nicht kann. Auch nicht, dass er seine Biere trinken darf zu Hause und die Versprechungen ihm nicht mehr glauben kann. Da waren wir schon und nun an dem besagten letzten Wochenende hat er mich nach Strich und Faden angelogen. Er klagt mich weiterhin an, dass all das meine Schuld wäre. Zu wenig Aufmerksamkeit, zu wenig sex( ja , will ich nicht mit jemanden der ne Fahne hat oder einen Kater) zu wenig passe ich auf ihn auf. Das müsste ich als liebende Ehefrau machen. Ich könnt schreien. Was mich wirklich emotional fertig macht ist, dass er so leichtfertig unsere Ehe wegschmeisst. Er sagte, wenn ich seinen Forderungen nicht nachgebe, müssen wir uns scheiden lassen. Er will nicht Monate woanders leben.

    Ich habe ihm gesagt, dass ich die Trennung als vorübergehend sehe, damit wir uns beide sortieren und an uns und unsere Ehe arbeiten können. Nein, er will dann die Scheidung und ich soll zum Psychiater. Werde ich auch. Aber wegen den seelischen Wunden. Und nur zum wissen: ich habe jahrelang alles unter dem Deckel gehalten. Seine Mutter und Schwester verharmlosen seinen Alkoholkonsum. Klar, er sagt nichts über die regelmässigen Drogen, dem Geld und dem Puff. Für alle bin ich die Böse, Unlustige, die Spassverderberin. Ich sehe richtig, wie alle nicht verstehen, warum er mit mir zusammen ist. Er der Partyschreck, der sympathische und Lustige. Er verkauft mich auch so bei gemeinsamen Veranstaltungen. Er würde ja gerne mehr Party machen, nur ich erlaube es nicht. Und komm schon, es wird überall getrunken und ich übertreibe. Aber er will mich als Aufpasser überall dabei haben, weil er dann nicht abstürzen kann. Diese Rolle habe ich seit 2 Jahren nicht mehr übernommen.

    Mich schmerzt, dass er alle anlügt.Ich finde das so ungerecht. Er erzählt allen, ich bin schuld an der Trennung. Seine Familie hat nicht einmal bei mir angerufen und gefragt, wie es mir geht. Unser Sohn wird zukünftig davon auch beeinflusst werden. Ale sind der Meinung, ich würde übertreiben und unsere Familie ruinieren. Er hat so gar kein Verständnis für mich, für meinen Schmerz., für mein Bedürfnis nach Ruhe und Schutz für unseren Sohn. Ich bin erschöpft, ausgelaugt und bin irgendwie paralysiert. Ich brauch Ruhe und Zeit, dass zu verarbeiten, zu verstehen und sacken zu lassen.

    Ich war immer die Starke. Mich hat keiner aufgefangen und mal in Arm gehalten und getröstet. Ich sehne mich so stark danach, mich auch mal fallenzulassen. Ich bin ohnmächtig und kann nicht glauben, dass ich so lange meine Kräfte gesammelt habe, um ihm beizustehen. Mir soviel Jahre soviel schlaflose Nächte und Angeschreie, Beleidigungen gefallen lassen habe. Und er gibt auf, weil 1 Woche Trennung genug für ihn ist. Und, das kleine Mädchen in mir zweifelt immer noch, ob ich nicht doch hätte noch mehr geben können, mehr Verständnis, mehr Vergebung. Ob ich nicht doch überreagiere, übertreibe. Ich könnt nur heulen. Reisse mich aber wegen unserem Sohn zusammen und warte auf meinen Therapietermin.

    Trotzdem wäre ich wirklich dankbar, wenn ihr mir eure Meinung mitteilt. Ich brauche das. Liegt es an mir oder ist mein Gefühl, meine Intuition und Beobachtung richtig? Mein Inneres schreit „ Lauf, Lauf“ und es sagt mit jeder Faser, ich kann nicht zu diesem Albtraum und Horror zurück. Sonst verliere ich mich und unser Sohn denkt, das ist normal und kopiert es. Es tut mir sehr leid, ich habe viel geschrieben. Ich habe es mir von meiner Seele geschrieben und hoffe, auf Feedback. Danke von Herzen, wenn ihr euch die Zeit für mich nehmt. Danke!

    Einmal editiert, zuletzt von Marie04 (31. Oktober 2025 um 18:47) aus folgendem Grund: Wegen besserer Lesbarkeit Absätze eingefügt.

  • Willkommen hier - eigentlich ist das noch der Vorstellungsbereich - d.h. es wird sich gleich ein Moderator melden und Dich freischalten!

    Ich meld mich dann sehr gern nochmal ausführlicher, weil ich so viel zu sagen hab zu dem, was du schreibst. Nur soviel: Ja, bring Dich und dein Kind in Sicherheit! Der Impuls ist richtig.

    Und lass Dich von Deinem Mann nicht verunsichern. Der hat Dich ganz offensichtlich nicht verdient!

  • Hallo Janjale,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Mit Deinem Problem bist Du bedauerlicherweise nicht allein.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben. Dann wirst Du freigeschaltet und Dein Thema in den Bereich "Erste Schritte für Angehörige" verschoben.

    Bitte achte auf darauf nicht zu sehr ins Detail zu gehen damit du nicht im www. erkannt wirst. Wir legen hier sehr viel Wert auf Anonymität.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 1. November 2025 um 21:28

    Hat den Titel des Themas von „Ehemann alkoholiker- Trennung und gibt mir die Schuld“ zu „Janjale - Ehemann alkoholiker- Trennung und gibt mir die Schuld“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Janjale.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Janjale,

    als ich heute Morgen deine Vorstellung gelesen habe, dachte ich, da hat jemand mein Leben aufgeschrieben.

    Ich habe so viel genauso erlebt. Vielleicht findest du die Zeit meinen Faden zu lesen.

    Bleib bei dir und tu nur noch was dir gut tut. Du musst dich befreien. Es wird sehr wahrscheinlich schlimmer werden.

    LG ☀️

  • Liebe alle, ich danke euch für euren Anteilnahme❤️Ich habe einige Geschichten gelesen. Sie ähneln sich. Eigentlich haben Alkoholiker alle die gleichen Abläufe. Das ist einerseits gut für mich, da ich dadurch über die Jahre verstanden habe, dass ich ihm nicht helfen kann. Überraschend finde ich, dass er sein Leben nach aussen weiterleben kann. Beruflich erfolgreich und leistungsfähig, sozial integriert und akzeptiert und gern gesehen. Diese ganzen Abgründe zu Hause, was er uns zugemutet hat, sieht gar keiner. Ich habe ihn immer gedeckt, ihn verstanden mit seiner Krankheit. Ich kenne seine Abläufe, habe sie ihm immer vorhergesagt, wir haben nach seinem Absturz immer gut darüber reden können. Ich habe ja die letzten Jahre gesehen, dass er sich bemüht. Aber der Knoten ist nicht geplatzt. Er hält am Alkohol fest und will das nicht wahrhaben. Er kann mich doch nicht lieben und zusehen, wie ich darunter leide. Ich habe vor ihm geweint, so oft. Es tut ihm dann leid und dann hat er sich wieder eine Zeit zusammen gerissen. Aber ich sage immer, er ist wie ein Vampir. Bei einem Tropfen bekommt er Lust auf mehr und dann ist es nur eine Frage der Zeit bis zum Saufgelage / Eskalation . Ich habe jetzt Ruhe, Normalität und Berechenbarkeit zu Hause ohne ihn. Ich habe das Gefühl, dass unser Sohn das auch ganz extrem braucht. Wir tun so, als ob nichts wäre. Als ob er auf Geschäftsreise wäre. Er will darüber nicht reden. Das hat er ganz deutlich gesagt. Mein Mann unternimmt was mit meinem Sohn etc. alles läuft gesittet. Ich rede mit ihm nicht, nur noch Schriftlich und dann geht’s nur ums Organisatorische. Ich will ihm absolut keine Plattform mehr bieten, seinen ganzen Müll, den er sich so für sich zurechtgedacht hat, über mich auszuschütten. Seine haltlosen verletztenden Vorwürfe. Beim letzten Mal hätte ich mich wieder wie ein Kleinkind zusammenkauern können und hemmungslos heulen können. Und das in meinem Job. Ich musste mich so zusammenreissen. Das ist so oft in den vielen Jahren passiert. Ich verstehe nur einfach nicht, dass er sogar keine Empathie für mich und unseren Sohn hat. Das will mir nicht in den Kopf. Die vielen Jahre Schmerz sind harmlos, ich übertreibe. Die vielen Tränen vor ihm, Gespräche. Ich habe ihm gesagt, dass unser Sohn seit den letzten Jahren morgens schon nicht mal mehr fragt, wo er ist. Das nimmt er zur Kenntnis und findet es nicht schlimm. Und immer noch ist er egozentrisch, es geht um ihn, Seine Gründe warum er was macht, seine Depressionen, alle Gespräche nur um ihn. Er schmeisst so leicht alles weg. Kommt mit Versprechungen, die er erfahrenermassen nicht einhalten kann. Ich soll ihm wieder aus dem Nichts einen Vorschuss geben. Er hat keine Taten folgen lassen. Er kämpft nicht um mich, um unsere Familie. Ich bin darüber so fassungslos und ich bin über sein jetziges Verhalten verletzt, schockiert und auch echt angewidert. Kennt ihr diese Gefühle? Was offensichtlich ist, wo jeder sagt, dass sind Red Flags, redet er sich immer noch schön, spielt es runter und gibt mir die Schuld, ich wäre der Auslöser. Der Irrsinn!

  • Hallo Janjale,

    ja, ich kenne die Situation. Das Empathielose, die Kälte, die Gleichgültigkeit. Und Deine Tränen und Fassungslosigkeit wie er so sein kann. Er säuft und kokst, das hat ihn so einfrieren lassen. Er ist suchtkrank. Wie Ihr - Du und Dein Sohn - leidet, das kommt nicht mehr wirklich an ihn ran, auch wenn er gelegentlich kurz mal Besserung verspricht, um Dich zu beruhigen - und das dann im Wechsel mit haltlosen Schuldzuweisungen. Für ihn stehen seine Suchtmittel im Mittelpunkt. Mag sein, dass er jetzt nach außen noch gut funktioniert, aber das wird sich ändern. Der Absturz ist auch da vorprogrammiert.

    Ich wiß genau, wie bitter es ist, sich das alles klar zu machen, aber nur so kannst Du eine Veränderung für Dich angehen. Deine Wahrnehmungen sind vollkommen angemessen. Schütze Dich und Euren Sohn und geh auf Abstand, am besten dauerhaft innerlich und auch räumlich. Genau wie Du schreibst:

    Deinem Mann kannst Du nicht helfen oder ihn bekehren. Wenn überhaupt kann nur er selbst trocken und clean werden, weil er das aus eigenem Antrieb will. Du bist machtlos.

    Liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von EllaDrei (2. November 2025 um 10:11)

  • Zehn Zitate hatte ich aus deinem ersten Beitrag kopiert, die ich alle kommentieren wollte. Inzwischen weiß ich gar nicht mehr, ob das noch nötig ist, weil Du ja schon selbst erkannt hast, wie sehr sich die Geschichten ähneln und daraus auch deine eigenen Schlüsse ableiten kannst.

    Zu Deinem neuen Post kann ich Dir sagen: mein Vater hat bis zu seinem Tod gearbeitet und die Fassade aufrecht erhalten können. Auch durch das „Heile-Welt-Theater“ meiner Mutter.


    Gut, dass du Dich und Deinen Sohn schützt. Du hast alles richtig gemacht.

    Jetzt fehlt noch der nächste wichtige Schritt. Du beklagst zu Recht, er denkt nur an sich und seinen Konsum.
    Aber du scheinst auch noch sehr darauf fixiert! Er denkt nicht an Dich und Du auch nicht!


    Ich verstehe, dass Du fassungslos bist und so viele Fragen hast … Aber das bringt Dich nicht weiter.


    Es nutzt nichts. Es kostet nur Deine Energie! Konzentriere Dich auf Dich! Und Dein Kind! Schau auf das, was ist und werden kann. Nicht auf das was war und hätte sein können.


    Und ja - ich kenne das Gefühl sich zusammenkauern zu wollen, weil da nichts ist als kindliche Ohnmacht und Schmerz und Entsetzen. Weil nicht zu verstehen ist, warum jemand so handelt. Warum er deine Liebe nicht erwidert. Warum er nicht versucht Dich zu verstehen … Aber es ist, wie es ist. Nur Du kannst es ändern!


    Für mich war wichtig zu erkennen, dass es mein Leben ist - und dass es an mir liegt, was ich daraus mache.

    Ich kann Menschen nicht ummodeln oder dazu bringen, mich zu wertschätzen oder zu lieben.

    Aber ich kann gehen und mir selbst eine liebevolle Gesellschaft sein. Und für mich hat diese Erkenntnis alles verändert. Ich wünsche Dir einen guten Start hier und ganz viel Selbstvertrauen und Selbstliebe und Kraft!

  • Liebe lananana, ich danke dir für deine tröstenden Worte, Mitgefühl und Erfahrungsaustausch. Ich heile. Aber es tut weh. Ich kann nur nach vorne, das schreit jeder Faser meines Körpers, meiner Seele. Ich habe Angst vor der Zukunft, vor dem Alleinesein, obwohl ich das nicht bräuchte. Es schmerzt , das Thema Familie ist zu Ende. Es schmerzt, den guten und schönen Menschen in ihm gehen zu lassen, loszulassen. Ich kann schwer loslassen auch wenn ich gehe. Aber ja, nur nach vorne. Zurück geht nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr für diesen Irrsinn. Und ich muss unseren Sohn Normalität und Ruhe geben. Ich danke dir von Herzen ❤️

  • Liebe EllaDrei, herzlichen Dank für deine Unterstützung und verständnisvollen Worte. Das hilft mir enorm zu sehen, dass meine Wahrnehmung, Einschätzung und Gefühle nicht irrsinnig sind. Man zweifelt so oft an sich. Er hat es geschafft, dass ich manchmal alles an Vorwürfe glaube. Ich habe inner letzten Jahren Tagebuch geführt bzw um Kalender seine Sauftouren, Abstürze zu Hause, Streitereien vor dem Kind mit Tränen und seinen regelmässigen Alkoholkonsum notiert. Auch im Beisein seiner Mutter - unfassbar! Eben auch, um mich selbst abzuholen. Habe ich gerade durchgelesen und ja, ich hab genug. Ich werde meine Gedanken so konzentrieren, dass ich mich nicht mehr mit seinen Problemen auseinandersetzte. Ich war dem jahrelang ausgeliefert! Jetzt reicht es. Mein armer Junge. Ich schäme mich, dass ich als Mutter den Absprung nicht früher geschafft habe. Ich danke dir/ euch von Herzen, dass ich hier auf Verständnis stosse, alles raus lassen kann und Unterstützung bekomme. Nach aussen kann man das nicht erzählen. Zuviel Abgründe und man verschreckt damit auch Menschen.

  • Das hast Du gut gesagt - Dich selbst abholen. Ich halte mir auch immer wieder vor Augen, wie viel Negatives es in meiner Beziehung gab. Da könnte ich auch Bücher drüber schreiben.

    Mein Ex ist nicht so ein erfolgreicher Macher wie Dein Mann, hat aber die gleichen Baustellen, ist fast direkt nach einer Reha kürzlich wieder rückfällig geworden und abgetaucht. Damit war meine Grenze überschritten. Ich kenne ihn seit Jahrzehnten und kann aus dieser Erfahrung sagen: Er ist nicht mehr der Mensch, der er mal war. Und selbst wenn ich ihn aufgrund von Therapien jetzt phasenweise nüchtern erlebt habe, hat mir das den Mann, in den ich mich mal verliebt hatte, nicht mehr zurückgebracht.

    Die Scham war bei mir auch immer wieder Thema. Aber es gibt keinen Grund dafür, Du bist ins Handeln gekommen, was nach diesen schweren Jahren ein Kraftakt ist. Und Du klingst gerade sehr reflektiert und entschlossen. Das machst Du super, nutz diese Energie für Dich und Dein Kind!

  • Hallo Janjale,

    das kennen wir Co‘s hier alle. Ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht. Für meine Kinder war es irgendwann normal, dass der Vater morgens und/oder abends nicht da war. Anfangs kam er immer nach Hause, kurz bevor die Kinder aufgestanden sind. Irgendwann war ihm auch das egal. Er brachte wichtige Termine oder Ereignisse durcheinander oder vergaß sie komplett. Das machte die Kinder immer ganz traurig.

    Wichtig ist nur die Sucht, Alkohol und das Trinken. Alles andere kommt danach. Das habe ich verinnerlicht. Verstehen werde ich es wohl nie. Und hinnehmen schon garnicht. Dafür ist mir mein Leben zu kostbar und das meiner Kinder erst recht.

    LG ☀️

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!