Clalali - Bin ich hier überhaupt richtig ?

  • Ich habe mich hier angemeldet, weil ich denke, dass mein Freund ein Alkoholproblem hat.

    Wir sind seit 7 Jahren zusammen und strebten eigentlich an zu heiraten. Wir sind schon seit 4 Jahren verlobt. Den Antrag hat er mir übrigens betrunken gemacht.

    Mein Freund, nennen wir ihn A, trinkt nicht jeden Tag aber mehrmals unter der Woche. Er trink bei seinen Musikerfreunden, nach der Arbeit und sonst findet sich immer eine Gelegenheit um zur Flasche zu greifen. Gestern wollte A kurz einen Freund besuchen, kam dann aber erst nach einigen Stunden, um Mitternacht nach Hause.

    A kennt dann kein Limit, wenn er anfängt zu trinken, dann trinkt er bis er kaum mehr stehen kann.

    Schon seit Anfang der Beziehung hat er viel Alkohol getrunken. Allerdings nur am Wochenende. Selten kam es vor, dass er sich unter der Woche betrunken hat. Seit ein paar Jahren ist es schlimmer geworden.
    Ich muss gestehen, dass ich aus einem Milieu komme, in dem Alkoholkonsum „zum guten Ton“ gehört. Alkohol war bei uns immer ein Gut, den man neben Kaffee und Tee Gästen serviert hat. Womöglich waren Anzeichen von Alkoholismus schon von Anfang an der Beziehung mit A da aber wurden von mir nicht wahrgenommen, weil für mich so ein Verhalten normal war.

    A‘s Konsumverhalten sieht so aus: Wenn er trinkt, dann bis zum Vollrausch. Er trinkt bei jeder Gelegenheit. Geburtstage, Weihnachten oder Familienfeiern sind immer eine Gelegenheit, auch die Musikprobe beim Nachbar, an einem Dienstag, ist für ihn eine Gelegenheit.

    A funktioniert allerdings hervorragend im Leben, wenn es um Arbeit geht. Er kommt beispielsweise nachts um 1 Uhr betrunken nach Hause und steht um 6 Uhr wieder auf der Matte um arbeiten zu gehen. Er ist selbstständig und verdient nicht schlecht.

    Meine Sorgen bezüglich seinem Konsumverhalten:

    Ich habe Angst um seine Gesundheit. Er ist nicht mehr der Jüngste und hat zwei liebreizende Kinder von vorheriger Ehe. Die jüngste Tochter ist noch minderjährig. Es bricht mir das Herz, dass seine Kinder ihn so sehen müssen und es bricht mir das Herz daran denken zu müssen, dass er vielleicht nie den Abschlussball seiner Töchter sehen wird. Ich weiß, das sind ganz schwarze Gedanken aber ich habe einfach Angst, weil es ein realer Gedanke ist.
    Er schläft auch kaum. Er schläft täglich durchschnittlich 6 Stunden, mal mehr, mal weniger. Ich weiß gar nicht wie das weiter gehen soll.

    Ich muss ehrlich gestehen, dass ich A nicht mehr Liebe. Es existieren keine romantischen Gefühle mehr zwischen uns. Die Beziehung ist anstrengend und ich habe das Gefühl nicht Ernst genommen zu werden.
    Ich habe schon mehrmals das Gespräch gesucht um ihn mit seinem Konsumverhalten zu konfrontieren. Vergeblich….was kam war Spott und das Kleinreden meiner Probleme. In solchen Situationen zeigt er gerne mal mit dem nackten Finger auf mich und unterstellt mir, dass ich ja auch trinken würde und deshalb kein Recht habe ihn zu „kritisieren“.

    Dabei trinke ich nie bis zum Vollrausch und auch nicht regelmäßig und bei jeder Gelegenheit. Ich nehme täglich Medikamente und wenn ich trinke, dann zum Genuss zwei Gläser Wein, wenn‘s gerade passt oder symbolisch ein Gläschen Sekt zum Anstoßen. Sein Vergleich mit mir macht also keinen Sinn und ich fühle mich dann für dumm verkauft.
    Mittlerweile spreche ich das seltener an, weil es für mich sinnlos erscheint.

    Ich bin nicht Anti-Alkohol. Ich verstehe, dass Alkohol in unserer Gesellschaft eine Schlüsselrolle auf Feiern und Anlässen spielt und man sich sogar rechtfertigen muss, wenn man nicht trinkt.
    Ich wollte ihn auch nicht kritisieren, sondern nur darauf hinweisen, dass er vielleicht langsamer machen soll, weil ich mir große Sorgen um ihn mache.

    Obwohl ich keine romantischen Gefühle mehr für ihn empfinde, schätze ich A. Er ist eigentlich ein herzensguter Mensch und ein toller Vater (wenn er nicht gerade betrunken ist).
    Aber ganz ehrlich: Ich halte das nicht mehr aus. Ich will nicht mehr so ein Leben leben. Ich hatte viele Jahre die Hoffnung, dass es besser wird aber es wurde nie besser.

    Ich möchte Schluss machen, weiß aber nicht wie. Ich habe nämlich die Angst, dass wenn ich A verlasse, er noch mehr trinkt um seinen Kummer zu ertrinken und das löst in mir starke Gefühle von Schuld aus.

    Ich hoffe ich bin mit meinem Anliegen hier richtig. Ich wüsste nicht, wo ich mir sonst Unterstützung holen könnte.

  • Hallo und herzlich Willkommen, Clalali.

    Mit deinen Sorgen und Gedanken bist du hier genau richtig. Hier sind eine Menge Frauen, die gerade vor ähnlichen Entscheidungen stehen, oder bereits einen Weg da heraus gefunden haben. Du wirst mit deinem Anliegen gut verstanden.

    Bitte klicke als nächsten Schritt auf diesen Link und schreibe einen Satz, das genügt. Danach wirst du fürs Forum freigeschaltet.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Linde66 26. November 2025 um 20:07

    Hat den Titel des Themas von „Bin ich hier überhaupt richtig ?“ zu „Clalali - Bin ich hier überhaupt richtig ?“ geändert.
  • Hallo Clalali,

    ich habe dich gerade für den Erfahrungsaustausch im Forum freigeschaltet.

    Du kannst jetzt überall schreiben, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den frisch registrierten Usern mit den orangeroten Namen.

    Komme erst mal in aller Ruhe an und wenn sich Fragen ergeben, einfach stellen.

    Viele liebe Grüße,

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich möchte Schluss machen, weiß aber nicht wie. Ich habe nämlich die Angst, dass wenn ich A verlasse, er noch mehr trinkt um seinen Kummer zu ertrinken und das löst in mir starke Gefühle von Schuld aus.

    Selbst wenn er nach der Trennung mehr trinken würde, wäre das nicht deine Schuld! Er ist erwachsen. Er ist selbst für sich verantwortlich. Und Du für Dich!

    Du schreibst, du liebst ihn nicht mehr. Das ist aus meiner Sicht sehr klar. Also - was hält dich davon ab, jetzt dein Leben zu leben? Oder möchtest du dich für ihn (auf-)opfern?

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