Ich glaube zwar, dass man sichs anders überlegen kann. Und vieleicht trinken ja auch welche wirklich komplett gegen ihren Willen.
Sicherlich, wenn ich von mir ausgehe, dann auch. In den letzten achtzehn Jahren hatte ich nie einen emotionalen Ausnahmezustand, der mir zuflüsterte: „Sauf jetzt!“ Das ist mir völlig fremd. Aber was einem fremd ist, kann ja erstaunlich schnell vertraut werden, ich bin schließlich ein offener Mensch, Und in der Sturm- und Drangzeit ( Trankzeit
) rebellischer Hansdampf in allen Gassen. Das legt man auch im Alter nicht einfach ab. Ja, etwas ruhiger vielleicht, aber es steckt immer noch etwas in einem drin, das bleibt.
Wenn ich Erfahrungsberichte lese oder von Rückfällen höre, ist zwar der eine oder andere dabei, der sagt „es kam aus heiterem Himmel“ das bezweifle ich aber stark. Es gibt Kurzschlussreaktionen, die im Leben und in der Sucht verstärkt auftreten können.
Befinde ich mich in einem Ausnahmezustand, in einem nassen Umfeld, in einer Gruppendynamik, und steht etwas griffbereit vor mir, dann ist der Weg dahin manchmal schneller, als das Hirn schalten kann. Aber, wer schon eine Zeit lang trocken ist, erlebt keinen Rückfall aus heiterem Himmel. das glaube ich nicht.
Da laufen im Vorfeld Prozesse ,Zweifel, der Wunsch „es geht doch“ lange bevorer das Glas tatsächlich in der Hand hält.
Und meine steile These, und nur aus meinem Kopf gewachsen. Wer aus der Sucht gedrängt wurde, durch Druck, durch Drohung „hör auf zu saufen oder es ist vorbei mit uns“ ist anfälliger als jemand, der von Anfang an den Entschluss aus eigener Erkenntnis gefasst hat
Ich bin Alkoholiker, trocken ist meine einzige Alternative.