Hallo,
ich bin Juno und ein EKA.
Bei meiner Anmeldung habe ich einen sehr langen Text geschrieben, den ich dann bereut habe und deshalb hatte ich damals die Admins gebeten, diesen zu löschen. Irgendwie wollte ich mir wohl alles von der Seele schreiben.
Seitdem lese ich mit und kommentiere manchmal was. Mir fehlte der Mut, einen eigenen Faden zu erstellen. Aber jetzt brauche ich euch.
Mein Vater ist schon sehr lange alkoholabhängig (25-30 Jahre?) und meine Mutter eine Co.
Ich habe meinen Vater sehr geliebt. Eine schlechte Kindheit hatte ich nicht. Seit ca. 4-5 Jahren ist es aber mit dem Alkohol sehr dramatisch geworden. Das volle Programm. Eine Langzeittherapie hat er auch gemacht, aber leider ohne Erfolg.
Der Alkohol macht ihn zu einem ganz anderen Menschen. Er ist nicht mehr der, der er mal war. Ich hatte vor 2 Jahren für ca. 4 Monate keinen Kontakt, ihn aber dann wegen der Therapie wieder aufgenommen.
Die EKAs kennen das sicherlich, dass man immer ein Stück hofft, das Vertrauen dann missbraucht wird und am Ende sowieso alles so bleibt wie es war.
So langsam merken auch meine Kinder, dass mit ihrem Opa irgendwas nicht stimmt. Treffen müssen kurzfristig abgesagt werden, Verhalten muss erklärt werden und das immer mit einer Lüge. Die Kinder sind noch klein. Ich will sie nicht belasten.
Weihnachten ist auch ins Wasser gefallen und nun habe ich erneut beschlossen, den Kontakt abzubrechen, weil ich hoffe, dass die Last dann von mir fällt.
Mir fällt das viel schwerer als vor 2 Jahren. Keine Ahnung warum.
Man leidet, man zittert, man bebt, man ist wütend und traurig, es ist ja der früher so liebe Papa und doch weiß man genau, dass man den Rücken kehren muss. Die Möglichkeit etwas zu ändern, existierte lange genug.
Ich lese seit dem 24.12. jeden Tag mehrfach hier, um mich darin zu bestärken, dass es das richtige ist. Das kostet sehr viel Kraft und Zeit, die ich eigentlich im Hier und Jetzt sein will, aber mein Kopf ist ganz woanders.
Liebe Grüße vom Jupiter.