Hallo Zusammen. Ich bin neu hier. Mein Mann ist Alkoholiker. Er ist gerade seit einer Woche in der Entgiftung. Es ist die letzten Wochen und Tage so eskaliert, dass ich offen gesagt habe entweder sucht er sich Hilfe oder ich muss mich und die Kinder (16, 19,21) schützen. Ich bin gerade frisch an der Wirbelsäule operiert. Meine Tochter ist abends um 21 Uhr nochmal raus. Er lag im Hausflur und kam nicht mehr hoch. Meine Tochter und mein Sohn haben ihn in die dritte Etage ohne Fahrstuhl hochgetragen. Meine 16 jährige Tochter hat die ganze Nacht geweint. Konnte nächsten Tag nicht in die Schule. Zwei Tage später ist er besoffen an einer Haltestelle eingeschlafen. Ich habe ihn einsammeln müssen. Ich habe ihm ein Ultimatum gestellt, weil weder ich noch meine Kinder diese Situation noch ertragen können. Vor drei Jahren wurde das erste Mal medizinisch sein Problem dokumentiert. Das Problem besteht aber bereits länger. Er ist tatsächlich noch zur arbeit gegangen. Kam stinkbesoffen nach Hause, schläft, trinkt dann im Wechsel bis er wieder arbeiten geht. Er hat gar nicht mehr an meinem oder das der Kinder teilgenommen, wusste nicht mal das unsere Tochter ihren Abschluss gemacht hat. Er hat sich dann entschlossen in die Entgiftung zu gehen. Ich frage mich, was geschieht danach? Er wird nach 12 Tagen entlassen. Mein Vertrauen ist extrem gering, er hat so viel gelogen, was das Thema betrifft. Was sind eure Erfahrungen?
Cookie1703 - Nachsorge nach Entgiftung
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Hallo Cookie,
willkommen hier.
Du hast ja die letzten Jahre bereits gemerkt, dass du leider keinerlei Einfluss auf seine Trinkerei hast. Wenn ein Süchtiger trinken möchte, dann macht er das. Meist ohne Rücksicht auf Verluste.
Ich kann gut verstehen, dass du dir Sorgen machst. Aber auch für die Zukunft gilt: Es ist sein Problem, er muss an der Lösung arbeiten. Er muss dafür sorgen, dass er trocken bleibt nach der Entgiftung. Dort wird er Lösungen an die Hand bekommen. Inwieweit er sie umsetzt, muss er entscheiden.
Es ist klar, dass das jetzt für dich absolut belastend ist.
Du wirst nach seiner Entgiftung relativ schnell merken, ob er wirklich vorhat trocken zu werden oder eben nicht.
Kommen da ständig Vorwürfe? Unzufriedenheit? Hast du das Gefühl er bricht Streits vom Zaun, um bald wieder nach der nächsten Flasche greifen zu können? Macht er dir Vorwürfe, dass er ja nur wegen dir getrunken hat? Das sind alles keine guten Zeichen. Das Risiko zur Flasche zu greifen schätze ich hierbei als sehr hoch ein.
Oder kümmert er sich? Schaut er selber nach seiner Nachsorge (nur am besten nicht hier. Das ist deine SHG und dein geschützter Rahmen in dem du dich frei austauschen kannst.) Kommen nicht nur Worte sondern wirklich Taten? Das zeigt dann zumindest schon mal, dass er wahrscheinlich den Wunsch hat wirklich trocken zu werden.
Es wird dir bestimmt gut tun, dich hier auszutauschen. Du wirst sehen, dass die Geschichten alle sehr ähnlich sind und du mit deinem Problem nicht alleine bist. Das ist schon mal ganz viel wert. Den ersten Schritt hast du getan.
Ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier.
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Marie04
22. Juni 2026 um 09:31 Hat das Thema aus dem Forum hier vorstellen! nach Erste Schritte für Angehörige und Co Abhängige verschoben. -
Marie04
22. Juni 2026 um 09:31 Hat den Titel des Themas von „Nachsorge nach Entgiftung“ zu „Cookie1703 - Nachsorge nach Entgiftung“ geändert. -
Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Cookie1703. Du hattest dich ja bereits beworben und jetzt kann dein Austausch losgehen.
Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)
Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.
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Hallo Cookie!
Was sind eure Erfahrungen?
Meine Erfahrungen sind diesbezüglich nur negativ. Er hat nach dem Entzug direkt wieder getrunken. Ich habe sehr viele Jahre versucht ihn vom Alkohol wegzubringen, aber bei igm fehlte jegliche Einsicht daß er ein Problem haben könnte. Sein Konsum wurde im Laufe der Jahre immer schlimmer bis er jeden Tag betrunken war.
Er wollte nicht aufhören so sehr ich mir das auch gewünscht habe. Irgendwann habe ich so gelitten daß ich krank wurde, ich war depressiv und total erschöpft. Ich merkte daß ich nur mich retten konnte und nicht ihn, ich habe mich getrennt. Er ist an seiner Sucht gestorben.
Ich bin gerade frisch an der Wirbelsäule operiert.
Ich wünsche dir gute Besserung!
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Er organisiert gerade mit der Klinik die Nachsorge. Ist aber noch nichts festes. Ich habe nur Sorge wenn er Freitag nach Hause kommt und nichts organisiert hat. Ich gehe auf Reha weil ich operiert wurde. Komme zwar nachmittags heim, aber mein Gedanke kreist eben nur um das Thema. Meine Töchter sind dann mit ihm zu Hause. Sie sind 16 und 19 Jahre, meine jüngere fragt mich schon was sollen wir machen wenn er wieder trinkt. Und merke ich das wenn er wieder anfängt. Sie kennt ihren Vater in den letzten paar Jahren nicht nüchtern und hat Angst. Er macht mir übrigens gar keine Vorwürfe, er schämt sich. Er will aber auch nicht darüber reden. So war er schon immer, wenn er sich sorgt, schweigen und möglichst niemanden beunruhigen. Da sehe ich die Gefahr. Wenn er nicht lernt offen darüber zu reden, auch über Probleme oder Sorgen wird er vielleicht wieder zur Flasche greifen.
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hallo Cookie,
Wenn er nicht lernt offen darüber zu reden, auch über Probleme oder Sorgen wird er vielleicht wieder zur Flasche greifen.
darauf habt ihr keinen Einfluss, weder du noch deine Kinder. Es ist nicht deine Aufgabe und auch nicht die deiner Kinder auf ihn "aufzupassen".
Ihr könnt ihn nicht davon abhalten, egal ob ihr vor Ort seid oder nicht.
Ich würde sogar soweit gehen, dass deine Töchter zu Freunden gehen, damit sie diese Last nicht haben. Sie hängen schon tief genug drin.lg Morgenrot
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Hallo Cookie,
kann ich verstehen, dass deine Gedanken gerade nur um ihn kreisen. Ob er sich da was organisiert und so. Es ist wichtig, dass du das Kreisen versuchst zu stoppen denn er sollte all solche Dinge ganz alleine organisieren. Das ist wichtig. Und wenn er es nicht tut dann kannst du auch nichts dagegen tun.
Das ist schwer auszuhalten. Du hast ja aber mit dir und deiner Reha für dich genug zu tun. Und seine Dinge sind nicht deine Aufgabe.
Die Sorge um deine Töchter kann ich auch nachvollziehen. Aber sieh es doch mal so : es ist gut dass sie schon in einem Alter sind, in dem sie selbst handeln können. Sie sind nicht mehr ausgeliefert. Die jüngere Tochter hat Angst, hat sie denn eine Freundin, einen Freund zu dem sie gehen kann? Wenn dein Mann betrunken wäre?
Sie muss ja nicht die ganze Zeit dann aushalten. Oder die Mädels gehen zusammen dann raus, Eisessen oder so. Das kannst du ihr doch so sagen. Ihr Mut machen, dass sie gehen darf wenn es sie belastet.
Es gibt schon Möglichkeiten, weder du noch deine Töchter sind für ihn verantwortlich oder müssen auf ihn aufpassen, ihn bewachen oder so. Im Gegenteil.
Ich hab hier bei den Alkoholikern schon oft über Scham gelesen. Das ist ein schlimmes Gefühl und belastet etliche eine Zeit lang. Mein Exmann hat auch nie darüber reden wollen. Er war, nachdem ich mich getrennt hatte, einige Jahre abstinent.
Aber reden - niemals. " Ich trinke jetzt doch nicht mehr, das wolltest du doch." Und: " da können wir ein Tuch drübermachen". So in etwa. Das war das Einzige, was er gesagt hat. Aber irgendwann war mir das egal, am Anfang hätte ich ihm gerne gesagt, wie schlimm es für mich gewesen war. Ich hatte mir davon erhofft, dass er das anerkennen würde.
Irgendwann hab ich gemerkt, dass es mir egal geworden war. Ich war nicht in der Lage gewesen, mich eher zu trennen. Aus vielen Gründen. Grundsätzlich hätte ich aber schon viel eher gehen können, ich hätte es nicht so lange aushalten müssen.
Ich konnte meinen Frieden mit mir schließen.
Liebe Grüße Aurora
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