Honighummel7 - Meine schwersten Entscheidungen

  • Es tut mir leid, dass du dich missverstanden fühlst.

    Nein, alles gut. Wie gesagt, das war zwar mein erstes Gefühl, aber wahrscheinlich weil du den Punkt getroffen hast und ich mich davor verschließen wollte. Ich danke dir sehr.

    und dann gibt es Menschen, die enorm viel einstecken, viel Leiden auf sich nehmen, ihre Bedürfnisse und Wünsche hinten anstellen, immer wieder über ihre Grenzen gehen, sich viel gefalle lassen bis hin zur Gewalt und sich trotzdem nicht trennen, man fragt sich „was muss denn noch alles passieren?“ - in diese Kategorie gehören wir….

    Ja, das stimmt leider. Ich glaube auch einfach, dass ich es auch einfach häufig gar nicht merke, dass meine Grenzen überschritten werden oder ich über meine Grenzen gehe. Es ist wie selbstverständlich.. leider.

    Ich habe lang nicht mehr über den Alkohol nachgedacht. Aber heute gab es eine Situation, in der ich mich fragte, ob ich mich jetzt trennen würde, wenn er ein Bier trinken würde. Und zu meinem Erschrecken war die erste Reaktion: "Nein, es wäre ja nur ein Bier. Und ich habe ja die letzten Wochen nicht gelitten. Er zeigt ja, dass er etwas im Vergleich zu vorher verändern möchte." Es hat gedauert, bis ich mir klar machen konnte, dass das wieder ein massives Überschreiten meiner Grenzen wäre. Und das trotzdem immer noch gespickt mit Zweifeln. Warum können sich so viele von uns kaum selbst schützen?

    Zu meiner Schande habe ich direkt überlegt, einen Alkoholtester zu kaufen. Ich bin eben noch durch und durch co.

    Dein Mann weiß auch, dass er zu viel trinkt und es nicht gesund ist. Trotzdem schafft er die Veränderung nicht. Genauso wie du weißt, dass die Beziehung nicht gesund für dich ist und die Veränderung trotzdem (noch) nicht schaffst.

    So habe ich das noch nie gesehen. Irgendwie hilft mir das, gutmütiger über mich selbst zu denken.

  • Ja, das stimmt leider. Ich glaube auch einfach, dass ich es auch einfach häufig gar nicht merke, dass meine Grenzen überschritten werden oder ich über meine Grenzen gehe. Es ist wie selbstverständlich.. leider.

    Ich habe lang nicht mehr über den Alkohol nachgedacht. Aber heute gab es eine Situation, in der ich mich fragte, ob ich mich jetzt trennen würde, wenn er ein Bier trinken würde. Und zu meinem Erschrecken war die erste Reaktion: "Nein, es wäre ja nur ein Bier. Und ich habe ja die letzten Wochen nicht gelitten. Er zeigt ja, dass er etwas im Vergleich zu vorher verändern möchte." Es hat gedauert, bis ich mir klar machen konnte, dass das wieder ein massives Überschreiten meiner Grenzen wäre. Und das trotzdem immer noch gespickt mit Zweifeln. Warum können sich so viele von uns kaum selbst schützen?

    Ich merke meine Grenzen auch nicht gut. Hast du schon mal probiert richtig wütend zu werden? Du kannst versuchen deine Wut ganz für dich auszuleben. Das muss keiner hören, sehen und mitbekommen. Hauptsache du spürst sie und lässt sie zu. Wut ist Grenze.

    Oder dir gegenüber das gleiche Mitgefühl entgegenzubringen wie ihm?


    Warum wir uns nicht schützen können? Weil wir es nie gelernt haben.

    Eher angepasst sein. Wer nicht angepasst ist, wird nicht geliebt. Wer nicht aushält, ist alleine. Wer nicht verständnisvoll ist, ist schwierig. Wer nicht empathisch ist, ist böse. Wer für sich selbst einsteht, ist egoistisch. Wer Grenzen setzt, zerstört das scheinheilige Miteinander.


    Hör mal tief in dich rein, was so deine tiefsten Glaubensgrundsätze sind.


    Heute gelesen: „- edit, bitte keine Liedtexte oder sonstigen Texte hier einfügen, danke - .“ Hat mir gefallen

    3 Mal editiert, zuletzt von Linde66 (4. September 2026 um 23:00) aus folgendem Grund: Bitte keine externen Texte hier ins Forum einfügen, danke.

  • Hallo, es tut mir leid, dass ich immer nur in meinem Faden schreibe, aber ich habe das Gefühl, mich im Moment nicht auf andere Situationen einlassen zu können. Ich weiß, dass das ziemlich egoistisch in einem Forum ist, aber ich habe wieder ein riesiges Chaos in meinem Kopf. Ich hoffe, ich kann bald auch wieder bei anderen etwas beitragen.

    Ich habe um ehrlich zu sein in den letzten Wochen kaum einen klaren Gedanken zu meiner Ehe fassen können. Ich habe dann erstmal den Kopf in den Sand gesteckt und nicht mehr so sehr darüber nachgedacht. Tatsächlich hatte ich in anderen Bereichen meiner Psyche einige Aha-Momente, die mich zu dem machen, was ich heute bin.

    Heute habe ich wieder die Gedanken über meine Beziehung zugelassen. Mein Mann hat bisher nichts getrunken und ich merke, wie ich wieder leichte Verliebtheitsgefühle entwickle und ich mich zu ihm hingezogen fühle. Allerdings gab es immernoch Momente, in denen ich enttäuscht von seinem Verhalten war. Und deshalb hänge ich momentan an der folgenden Frage: Klammere ich mich im Moment vielleicht zu sehr an das "Alkoholproblem", um zu vermeiden, dass ich mich mit den anderen Problemen auseinandersetze? Ist das gerade nur mein Strohhalm, der mir einen benennbaren Grund gibt, weshalb es so schwer war/ist? Ich weiß, dass die Antwort wahrscheiblic"abwarten" heißt, weil ich nur so sehen werde, wie sich unsere Beziehung ohne den Alkohol entwickelt (falls mein Mann es durchzieht).

    Aber irgendwie fühlt es sich so an, als dürfte ich mich nicht in eine positive Entwicklung reinfühlen und als müsste ich jedes positive Gefühl abstreiten, das ich habe. Als wäre es schwach und als wäre eigentlich sowieso schon alles entschieden. Das ist gerade sehr abstrengend für mich.

    Und noch was, was wieder in die andere Richtung geht: Mich triggern die Aussagen, dass es eh nichts wird, weil es nicht aus der Überzeugung meines Mannes heraus gekommen ist, sehr. Und mir ist bewusst, dass es mich triggert, weil es an meinen instabilen mentalen Konstrukten nagt, die mir einen Halt geben. Auch wenn der Halt vielleicht nur trügerisch ist. Das soll keine Bitte sein, diese Aussagen wegzulassen, nur weil sie mir nicht gefallen. Es ist mehr eine Info. Vor allem für mich, um sie nicht vor mir leugnen zu können.

    Ich schwanke gerade also sehr zwischen: Bin ich zu streng mit mir und meinen Gefühlen und ich sehe Stellen, an denen mich meine Gedanken beirren. Ich weiß einfach immer noch nicht, was ich mir glauben kann und an welchen Stellen ich mir etwas vormache. Wie soll ich meinen Gefühlen vertrauen, wenn sie mich irgendwie auch immer wieder belügen?

    Ich habe schon den Fortschritt gemacht, mehr Gefühle zuzulassen und nicht nur die, die gerade in mein momentanes Konzept passen. Aber das unterscheiden, welche jetzt welche sind, fällt mir immens schwer.

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