Beiträge von Honighummel7

    Es tut mir leid, dass du dich missverstanden fühlst.

    Nein, alles gut. Wie gesagt, das war zwar mein erstes Gefühl, aber wahrscheinlich weil du den Punkt getroffen hast und ich mich davor verschließen wollte. Ich danke dir sehr.

    und dann gibt es Menschen, die enorm viel einstecken, viel Leiden auf sich nehmen, ihre Bedürfnisse und Wünsche hinten anstellen, immer wieder über ihre Grenzen gehen, sich viel gefalle lassen bis hin zur Gewalt und sich trotzdem nicht trennen, man fragt sich „was muss denn noch alles passieren?“ - in diese Kategorie gehören wir….

    Ja, das stimmt leider. Ich glaube auch einfach, dass ich es auch einfach häufig gar nicht merke, dass meine Grenzen überschritten werden oder ich über meine Grenzen gehe. Es ist wie selbstverständlich.. leider.

    Ich habe lang nicht mehr über den Alkohol nachgedacht. Aber heute gab es eine Situation, in der ich mich fragte, ob ich mich jetzt trennen würde, wenn er ein Bier trinken würde. Und zu meinem Erschrecken war die erste Reaktion: "Nein, es wäre ja nur ein Bier. Und ich habe ja die letzten Wochen nicht gelitten. Er zeigt ja, dass er etwas im Vergleich zu vorher verändern möchte." Es hat gedauert, bis ich mir klar machen konnte, dass das wieder ein massives Überschreiten meiner Grenzen wäre. Und das trotzdem immer noch gespickt mit Zweifeln. Warum können sich so viele von uns kaum selbst schützen?

    Zu meiner Schande habe ich direkt überlegt, einen Alkoholtester zu kaufen. Ich bin eben noch durch und durch co.

    Dein Mann weiß auch, dass er zu viel trinkt und es nicht gesund ist. Trotzdem schafft er die Veränderung nicht. Genauso wie du weißt, dass die Beziehung nicht gesund für dich ist und die Veränderung trotzdem (noch) nicht schaffst.

    So habe ich das noch nie gesehen. Irgendwie hilft mir das, gutmütiger über mich selbst zu denken.

    orangeblau da hast du natürlich Recht. Aber das ist für mich gerade nicht der Punkt (bitte nicht als Kritik nehmen). Ich weiß, dass ich einen Mann verdient habe, der Verantwortung übernimmt, von dem ich mich wirklich geliebt fühle und dessen Laune nicht ständig von mir abhängt. Ich weiß das. Aber das reicht nicht aus, weil ich emotional verstrickt bin. Ansonsten wäre das ja super easy. Trennung und ciao. Aber das ist es für mich nicht. Ich arbeite sogar aktiv dagegen und das quasi gegen meinen eigenen Willen. Das ist der Knackpunkt für mich. Es geht darum, herauszufinden, warum ich mich trotz meiner Absichten in der Beziehung halte.

    Ich weiß nicht warum, aber deine Nachricht macht etwas mit mir. Ich fühle mich teilweise irgendwie missverstanden in dem, was ich beschrieben habe. Auch wenn du super liebe Worte für mich gefunden hast - also bitte wirklich nicht als Kritik aufnehmen.

    Mit anderen Passagen triffst du mich aber wirklich ins Herz - weil ich mich tatsächlich so sehr nach dem sehne, was du beschreibst. Einen Teil davon werde ich mir wahrscheinlich aufschreiben und irgendwo hin hängen. So viele Dinge fehlen, die in einer Partnerschaft eigentlich srlbstverständlich sein müssten. Vielen Dank für deine klaren und warmen Worte. Vielleicht habe ich mich missverstanden gefühlt, weil ich so nicht sehen musste, was ich für eine Meinung von mir selbst habe.

    jetzt wo ich das so schreibe... Vielleicht ist das doch irgendwie der Punkt - dass mir diese Dinge nicht nur bewusst sein müssen, sondern, dass ich mir irgendwie klar machen muss, dass ich es tatsächlich wert bin. Vielleicht sind das bisher für mich nur leere Worte, ohne dass ich sie wirklich an mich ran lasse.

    Ich würde den Text trotzdem so stehen lassen. Es ist eine Art Erkenntnisgewinn beim Schreiben und ich glaube, das könnte für mich noch wertvoll zum nochmal lesen sein.

    Danke nochmal!

    Ich wäre dankbar wenn du weiterschreibst denn manches wird auch mir später erst klar oder habe ich so noch nicht gehört

    Okay, klar, gerne. Wenn es zu sehr am Thema vorbei gehen würde, würde sich dann ja bestimmt auch ein Moderator melden und Bescheid geben.

    Also ja, wo fange ich an... Ich habe den Schritt gewagt und mich getrennt. Und wie beschrieben, war ich dabei aber nicht konsequent, weshalb ich wieder genau an dem gleichen Punkt stehe, wie vorher. Nur dass mein Mann im Moment nichts trinkt.

    Um ehrlich zu sein, hatte ich das Gefühl, dass mein Mann dazu gewzungen werden wollte, dass er aufhört, zu trinken. Vielleicht eine Art Selbstbestrafung, die ich ihm aber jetzt untersage? Vielleicht ist es aber auch einfach nur die beschwichtigende Trinkpause, die so oft hier im Forum auftaucht. Ich weiß es nicht.

    Aber wieder weg zur Ergründung des Verhaltens meines Mannes: Während der "Trennung" gab es den Punkt, dass mein Mann gehen wollte. Nicht vorwurfsvoll oder drohend - einfach nur das umsetzend, was ich verlangt habe. Und in diesem Moment habe ich selbst gesagt, er soll bleiben. Und genau das habe ich bereits schon zweimal in unserer Beziehung gemacht. Ich denke mir genau im selben Moment "Hä? Was tust du?? Du bist genau da, wo du hin wolltest. Warum gehst du aktiv dagegen vor?!". Und das ist die Stelle, die ich gerade zu ergründen versuche. Weil das ist nicht normal. Wieso sollte ich eine fünfstöckige Torte backen, um sie dann wegzuschmeißen? Ich hätte ja nicht einmal mehr etwas tun müssen. Ich hätte nur noch abwarten müssen, bis er gegangen ist. Aber nein, ich bemühe mich kraftintensiv darum, dass ich das Gegenteil meines Vorhabens umsetze - in dem Wissen, dass es bescheuert ist.

    Es stehen gerade Thesen im Raum wie "Glaube ich, dass ich nicht geliebt werden kann?" oder "Glaube ich, dass ich es nicht verdiene, geliebt zu werden?". Aber hier muss ich mich erst reinfühlen. Es sind nur Thesen, die ich für mich bestätigen oder ablehnen muss. Es fällt mir aber sehr schwer, mich da rein zu fühlen. Wann ist es eine emotionale Blockade und wann löst es tatsächlich keine Gefühle in mir aus?

    Allgemein bin ich aber super hin und her gerissen, was ich überhaupt möchte. Mein Mann hat sich ziemlich ins Zeug gelegt. Ich habe auch das Gefühl, für bestimmte Dinge muss er nicht mehr so viel Kraft aufwenden, sondern sie werden mehr und mehr selbstverständlich. Und ich glaube, wieder schöne Gefühle im gegenüber zu empfinden. Aber natürlich könnte das alles auch bald wieder vorbei sein. Sehr wahrscheiblich sogar, wenn man die Erfahrungen aller Cos zusammennimmt. Und abgesehen davon gibt es noch immer Dinge, die mich wütend und traurig machen. Diese Dinge will ich nicht verdrängen.

    Dieser Zustand, eigentlich nichts zu wissen - weder was ich fühle, noch was ich möchte, noch welche Einstellungen sich während der Kindheit entwickelt haben, noch was die Zukunft bringt - ist für mich super anstrengend. Ich krieche eomtional auf dem Zahnfleisch. Aber ja... vielleicht bekomme ich irgendwann Ordnung in das Chaos und kann dann endlich einiges in mir lösen.

    Hallihallo,

    ich möchte nur kurz Bescheid geben, dass es wohl erst einmal etwas ruhiger hier sein wird. Ich lebe seit Kurzem überwiegend räumlich getrennt von meinem Mann. Tatsächlich war das alles aber leider eine überstürzte Aktion. Ich glaube, ich dachte, die Trennung ist das endgültige Ergebnis. Wenn ich das also einfach durchziehen würde, wäre alles fein und ich müsste mich nicht mehr mit mir selbst auseinandersetzen. Falsch gedacht - jetzt bin ich inkonsequent und mache ohne Absicht alles nur halbherzig. Ich muss wohl oder übel in mein Innerstes schauen. Da das aber teilweise viel mit "allgemeinen mentalen Schwierigkeiten" und nicht zwingend nur mit dem Zusammenleben mit einem Alkoholiker zu tun hat, fühlt es sich nicht richtig an, dieses Forum damit zuzutexten. Vielleicht verschiebt sich irgendwann der Fokus wieder, sodass ich wieder mehr teile. Bis dahin bleibe ich erstmal Mitleserin, kommentiere und ergründe mich selbst. 8o

    Liebe Grüße

    Huhu, erstmal danke an AnnaBlume , Rennschnecke und Tabsi für die Nachrichten. Wie gesagt, war ich emotional und kognititv total am Limit, weswegen ich versucht habe, mich für ein paar Tage überhaupt nicht mit dem Thema zu beschäftigen und mir die Erholung zuzugestehen. Jetzt bin ich wieder bereit für den Kampf.

    Ein kleiner Hinweis noch: Ich hatte es schon einmal geschrieben, aber da es nochmal Thema war - ich hatte mich missverständlich ausgedrückt. Ich hatte die Bedingung gestellt, dass nie wieder Alkohol möglich ist. Und davon bin ich auch nicht mehr abgewichen.

    Unabhängig davon war ich heute bei meiner Therapeutin und sie hat eure Aussgagen und auch meine Vermutung bestätigt, dass ich beginne, mich selbst wieder zu belügen. Sie meinte, dass ich starke "intellektuelle Abwehrmechanismen" hätte. Also dass ich meine Gedanken als Schutzreaktion dazu benutze, bestimmte Dinge nicht zu sehen (Leider kann ich mich selbst immer sehr schnell überzeugen). Und dass diese Schutzreaktionen aber wahrscheinlich etwas betreffen, dass schon vor dem Alkoholproblem meines Mannes da war und was mich unfähig macht, mich zu trennen. Ihr letzter Satz war "Das ist eine Sache, die Zeit brauch. Aber Frau Honighummel, das finden wir raus.".Aus diesem Grund bin ich wieder etwas zuversichtlicher.

    Ansonsten hat mein Mann bisher nichts getrunken. Die ersten Tage waren richtig entspannt und er hat sich total eingebracht und Zeit mit uns verbracht. Mittlerweile fühlt es sich aber wieder zumindest tagsüber (die Zeit, in der er auch sonst nicht getrunken hat), an wie vorher. Aber das habe ich erwartet. Es spiegelt auch irgendwie wieder, was mein Mann in uns investiert - egal ob er nicht will oder nicht kann - viel ist es leider nicht.

    Ich hab die Hoffnung gerade erwischt. Sie ist verletzt aus meinem Rucksack gekrochen, als ich im Alkoholikerteil unterwegs war und gesehen habe, wie hart viele darum kämpfen, abstinent zu werden und es trotz starker Überzeugung und trotz eines starken Willens so unglaublich schwer sein kann. Als führsorglicher Co, der ich bin, hab ich sie wieder behutsam in den Rucksack gelegt. Ich habe im Moment das Gefühl, einfach keine Kraft zu haben. Vielleicht noch vom letzten mal. Vielleicht ist das aber auch ein generelles Ding von mir. Ich mache mir jetzt schon Vorwürfe, dass ich das sage, aber ich glaube, ich brauche eine Pause. Ich muss wieder zu mir und in meinen festen Stand finden.

    Also.. erst einmal danke an euch, dass ihr mir so ehrlich schreibt. Dafür bin ich hier.

    Jetzt zu ein paar Gedanken:

    Aus welchem Grund gibst du ihm diese Chance? Für mich fühlt es sich nach der Hoffnung an, dass er sich ändert.

    Hauptsächlich wegen unseres Sohnes. Ansonsten würde ich sagen, okay, du kannst dich jederzeit wieder bei mir melden, wenn du schon eine bestimmte Zeit lang abstinent lebst. Aber es hängt noch immer mein Sohn dran. Klar ist es die höchste Priorität, ihn vor ständigen Stimmungsschwankungen etc. zu schützen. Aber wenn die Möglichkeit besteht, darpber hinaus keine trennungsbedingten Schäden auszulösen, möchte ich sie gern nutzen. Vielleicht ist das meine Hoffnung.. dass mein Sohn eine Familie mit Vater bekommt (natürlich nur, wenn er selbst keine Gefahr mehr für die Psyche darstellt).

    Fall wenn er nach Hause kommt und schon betrunken auf dem Flur umkippt? Dann hat er in der Wohnung nicht getrunken aber trotzdem ist gewissermaßen Alkohol im Raum.

    Ich habe ihm gesagt, dass diese Chance bedeutet, dass er nie wieder Alkohol trinken wird. Also wäre das auch raus. Da habe ich mich vorhin nicht richtig ausgedrückt.

    "Ich musste mich ja trennen, weil er sich nicht (lange) an unsere Vereinbarung gehalten hat und ihm der Alk wichtiger war."

    So kommst du aber wieder in die Co-Falle, dass Du nach Beweisen für seine "Verstöße" suchst.

    Vielleicht ist das tatsächlich das, was ich anstrebe. Also er bedeutet mir definitiv etwas. Deswegen wollte ich auch gern mit offenen Karten spielen. Aber ich befürchte wirklich, dass er es nicht schaffen wird. Vielleicht will ich auch, dass er und ich wissen, dass ich ihm jede Chance gegeben habe, die ich ihm geben konnte. Ich weiß es nicht..

    Und das mir der Co-Falle macht mir tatsächlich sehr zu schaffen. Für dieses Probleme habe ich bisher auch noch keine Lösung für mich gefunden.

    -

    Ganz allgemein merke ich, dass ich wieder beginne, Dinge besonders gut zu begründen. Das ist für mich ein Indiz dafür, dass ich mich in irgendwas verstricke. Ich habe mir selbst versprochen so schonungslos ehrlich zu mir zu sein, wie ich es kann. Deswgen werde ich diese Sache mit zu meiner Therapeutin nehmen. Sie hat mich schon oft dazu gebracht, mir selbst gegenüber ehrlich zu sein.

    Morgenrot ich kann leider nicht abstreiten, dass es vielleicht so sein könnte, weil ich einfach zu oft gemerkt habe, wie sehr ich mich selbst belogen habe.

    Aber zumindest, wie ich glaube, dass es ist: Ich schätze die Chancen, dass mein Mann es schafft, sehr gering ein (vor allem da die Einsicht fehlt). Ich habe für mich entschieden, dass der Alkohol keinen Platz in meiner Familie und meiner Wohnung hat. Und diese Entscheidung ist unumstößlich. Das sind meine Regeln, die ich für mich und meinen Sohn aufgestellt habe. Ich weiß, dass mein Mann schon Süchte überwinden konnte, wenn er den Willen dafür gefunden hat. Ich wünsche es ihm sehr. Aber es geht mir nicht mehr darum, dass ich hoffe, dass er zur Einsicht kommt. Es geht mir darum, dass die Regeln dieser Wohnung eingehalten werden. Solang er diese Regeln nicht bricht, kann er bleiben. So kalt es klingt.

    Deswegen verbinde ich das Zustimmen meiner Forderungen nichz unbedingt mit Hoffnung.

    Wie gesagt, ich halte es für absolut nicht ausgeschlossen, dass ich mir doch wieder etwas vormache. Ich habe davor sogar ziemliche Angst. Ich weiß, wie beratungsresitent das klingt.

    Guten Morgen. Der momentane Stand ist, dass sich mein Mann für uns entschieden hat. Er ist nach wie vor der Meinung, dass er seinen Alkoholkonsum kontrollieren kann. Zumindest sagt er das. Im Gespräch habe ich manchmal das Gefühl, dass ihm das Gegenteil sehr wohl bewusst ist bzw. dass er bereits von Zweifeln heimgesucht wird. Er verschließt nur sehr hartnäckig die Augen davor. Er hat aber meinen Forderungen zugestimmt, dass er trotzdem in seinem Leben nie wieder Alkohol trinken dürfte. Ich glaube zwar, dass er Hoffnung darauf hat, dass sich das irgendwann wieder ändert, aber keine Ahnung. Ich bin einfach im darüber Spekulieren, was er denken könnte, ausgebrannt. Ich will und kann es nicht mehr.

    Aber es sind Szenarien wie sie immer und immer wieder vorkommen. Dein Mann sieht kein Problem.

    Ja, da hast du recht und ich will es gar nicht versuchen, schön zu reden. Diese Gedanken beherrschen mich gerade sehr - Bin ich am gleichen Punkt wie vorher? Mache ich mir etwas vor? Handle ich gegen besseren Wissens?

    Was ich tatsächlich nicht mache, ist mir Hoffnungen zu machen. Im Gegenteil, ich bin sehr skeptisch. Ich habe mich dazu entschieden, ihm die Möglichkeit zu geben, sein Leben zu ändern, in dem Wissen, dass alles auf dem Spiel steht. Es geht dabei weniger um uns als Paar. Dass die Liebe zu mir nicht ausreicht, weiß ich ja. Ich hoffe nicht auf eine rosarote Zukunft oder darauf, dass wir wieder eine glückliche Ehe führen.

    Es geht mehr darum, dass ich ihm genau gesagt habe, welche Folgen sein Handeln haben wird. Und dass er die Entscheidung hat, ob wir als Familie und als Eltern für unseren Sohn zusammenleben können - dass er entsprechend handeln kann bzw. muss.

    Wie gesagt, natürlich mit vielen Zweifeln und dem Wissen, dass das weiterhin Kraft kosten wird. Aber ich halte meine Augen offen. Das waren keine leeren Worte - seine Taten bestimmen die Folgen und diese werde ich auch umsetzen.

    Hallo Twizzler , danke für deine Nachricht, ich werde später noch darauf antworten.


    -


    Für heute ziehe ich mich mal zurück. Ich fühle mich ausgelaugt und niedergeschlagen. Ich suhle mich in traurigen Gedanken und Slebstmitleid. Ich empfinde gerade viele Gefühle, ohne sie wirklich einordnen zu können. Keine Ahnung, was da gerade an die Oberfläche kommt, aber ich fühle viel Entäuschung, Trauer und Wut. Für heute bin ich mal nur Mitleser im Forum. Morgen ziehe ich dann wieder den Kopf aus dem Sand und stelle mich wieder meiner Situation.

    Sie lachte und sagte, dass ihr das schwer fallen würde.

    Nun stehe ich wieder da wie doof. Ich kann ihr ja nicht noch ihr Hobby verbieten.

    Hallo aenni,

    vielleicht hat sie das auch nur spaßig gemeint? Also du verbietest ihr ja nicht ihr Hobby. Sie kann dem ja immer nachgehen, wenn ihr nicht zusammen seid. Ich meine, ich liebs ja auch von Spaziergängen Naturmaterialien mitzunehmen, aber wenn ich wüsste, dass das für eine Freundin ein Problem oder sogar für die Gesundheit gefährlich wäre, würde es mir im Traum nicht einfallen, überhaupt traurig oder genervt darüber zu sein, es mal nicht tun zu können. Beim Treffen mit Freunden steht doch der Kontakt im Mittelpunkt.

    Oder auch anders, vielleicht ein doofer Vergleich, aber selbst wenn ich zum Beispiel dieses Schätze-im-Wald-finde-Ding liebe und eine Freundin immer mirgenommen habe. Sie mir dann aber erzählt, dass sie das immer sehr an einen Expartner erinnert und deshalb jedes mal zu Hause traurig ist, dann würde es doch überhaupt kein Thema sein, zu sagen, dass man eben zusammen was anderes macht.

    Du bist es als Freundin wert, dass man Rücksicht nimmt - egal ob nur wegen persönlichen Interessen oder wegen einer Krankheit.

    Und wenn das nicht geht, liegt der Grund bei deiner Freundin wahrscheinlich auch tiefer in einer Problematik, die sie dir noch nicht offenbart hat. Vielleicht könntet ihr auch versuchen aufs Fahrrad fahren umzusteigen? Eine Rast zum Quatschen kann man ja machen, aber wegen jedem Stück Pfand anzuhalten, macht man ja (glaube ich, sorry falls doch) auch nicht. Oder ihr sucht euch generell ein neues Hobby, dem man draußen, aber an einem nicht wechselnden Ort nachgehen kann.

    Okay.. das Schreiben hat mich irgendwie beflügelt und ich habe es getan. Einfach so. Und es lief mies.

    Einsicht? Nö. Er meint, er hätte schon ein Alkoholproblem, aber Alkoholiker ist er nicht. Dass er immer mies drauf ist, läge daran, dass alle anderen blöd sind. Und ich hätte ihm (nach etlichen Jahren) ja nie die Chance gegeben zu zeigen, dass er ohne Bier leben kann. Er hatte ja doch auch immer aufgehört, wenn ich etwas gesagt habe. Und wenn er gehen müsste, würde er sich wahrscheinlich eh umbringen.

    Ich sehe die Maßnahme des Gesprächs an sich jetzt auch etwas kritisch. Wie du es geschrieben hast Linde66 , befürchte ich, dass ich mir im Ziel etwas vorgemacht habe. Ich hatte irgendwie gehofft, dass es ein Schlussstrich wird, den ich nicht ziehen muss.

    Allerdings bin ich standhaft geblieben und darauf bin ich ziemlich stolz. Es ist für mich auf jeden Fall eine positive Entwicklung. Ich habe nicht mit mir verhandeln lassen oder das Gespräch weglenken lassen, wie es sonst immer war. Ich fühle mich richtig sicher stehend. Es steht: Entweder wir + Taten + für immer nüchtern oder der Alkohol. Er ist direkt (allerdings aus Trotz) zum Arzt, um Blut abnehmen zu lassen. Ich weiß nicht, was er sich davon erhofft. Auf jeden Fall gebe ich ihm jetzt Zeit, sich zu entscheiden. Aber auf diese Frage fordere ich eine klare Antwort. Ich lasse das keinesfalls im Sand vergehen. Und sollte er sich für uns entscheiden, werde ich ihn darauf festnageln.

    Es ist keine Hoffnung, die ich gerade fühle. Ich fühle Kampfgeist, jeden Versuch, mich irgendwie hinzuhalten zu erkennen. Ja, ich gebe ihm die Chance, jetzt etwas zu tun. Aber ich halte meine Augen wachsam. Ich gehe nicht wieder zurück in diese Situation.

    Ich bin jetzt auch echt wahnsinnig erschöpft. Diese Angst vor dem Gespräch hat mich echt fertig gemacht.

    Co-Pilot Um diese Fragen habe ich mich bereits "gekümmert" bzw. haben sich viele Dinge von allein ergeben. Ich verdiene allein das Geld in der Familie, wir haben getrennte Konten, ich organisiere alle Unterlagen. Handyverträge usw. laufen nicht über meinen Mann, die Wohnung gehört mir und ich habe ein eigenes Auto. Und zuletzt ist auch die Betreuung für meinen Sohn geregelt, sollte er dann gar nichts mehr von uns wissen wollen.

    Mir ist noch nicht klar, was genau du Dir von diesem Gespräch erwartest, Honighummel.

    Um ehrlich zu sein, bin ich mir da nicht hundertprozentig sicher. Ich will auf jeden Fall die Karten auf den Tisch legen, dass es mir schlecht geht. Ich möchte, dass er das genau so hört und ich mir nicht mehr einreden kann, dass ihm das nicht bewusst ist.

    Außerdem werde ich ihm zwei Optionen nennen: Nie wieder Alkohol, dafür Suchtberatung und Arzttermine oder eben die Trennung. Und ich werde ihm etwas Zeit geben, sich zu entscheiden, aber ich werde mich nicht wieder abwimmeln lassen, ohne eine konkrete Entscheidung aus seinem Mund zu hören.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, welche Entscheidung ich mir erhoffe.. Entscheidet er sich gegen den Alkohol, werden meine "Anti-co-Kompetenzen" auf einem ganz neuen Level geprüft. Der Kampf würde weiter gehen und ich müsste sehr aufpassen.

    Würde er es einfach ablehnen, wäre die Sache mehr oder weniger klar. Ich müsste mir keine Sorgen mehr machen, nicht zu erkennen, wann ich hingehalten werde.

    Ich weiß einfach nicht, ob die Liebe zu seinem Sohn so stark ist. Zu mir ist sie es offensichtlich nicht. Aber es gibt für mich nur diese beiden Alternativen: lebenslang ohne Alkohol leben oder ohne uns.

    Ich weiß, es klingt nach einem typischen "vielleicht fällt ja diesmal der Groschen". Das ist mir bewusst und es gefällt mir gar nicht. Aber ich habe mir für meinen Sohn geschworen, dass ich ihn das letzte Mal vor die Wahl stellen werde. Danach ist die Wahl für mich aufgrund der Taten getroffen.

    Ich fühle mich gerade wie damals vor meiner Abschlussprüfung - schneller Puls, die Verdauung macht, was sie will - einfach nur so aufgeregt und ängstlich. Jetzt wäre mir die Prüfung allerdings so viel lieber.. Wobei ich eigentlich auch positive Gefühle in Bezug auf das anstehende Gespräch habe: Es könnte sich endlich etwas ändern!

    Aber trotz des Versuches, heute Morgen mit meinem Mann zu sprechen, ist es nicht dazu gekommen. Ich stand wirklich ganz kurz davor - ich habe den Gesprächsbeginn x mal vor mich hin gesagt und dann bin ich schon mit festem Schritt zu ihm zur Küche gelaufen... um aber dann im letzten Moment wieder in ein anderes Zimmer abzudrehen. Bestimmt 10-15 mal. Warum ist das so schwer? Warum kneife ich kurz vor knapp?

    Aber ich kann nicht mehr aufgeben. Das ist einfach keine Option mehr. Es würde für meinen Sohn, mich und auch meinen Mann den Absturz bedeuten. Aber mindestens zwei kann ich retten. Ich werde es auch noch 100 mal versuchen, wenn es sein muss. Bis ich es endlich geschafft habe. Die Aufregung gibt mir mehr Kraft, weil sie meine Reserven plündert. Aber es ist so wahnsinnig anstrengend.. :(

    Ich bin nur spießig und sollte lieber mit trinken und Spaß haben, so zumindest seine Aussage.

    Hallo liebe sommer85,

    genau solche Aussagen findest du zu Hauf in den rückblickenden Worten im Alkoholikerteil hier im Forum. Ich empfehle dir, dich auch da mal reinzulesen. Mir hat das sehr geholfen, überhaupt erst einmal für mich zuzulassen, dass ich auf meine Wahrnehmungen vertrauen kann. Dass mein Bauchgefühl kein Einreden ist, sondern ein berechrigter Einwand meines Nervensystems.

    Und selbst wenn bei mir doch wieder Zweifel aufgekommen sind und ich mich leider wieder in Frage gestellt habe, bleibt die Tatsache: Ich fühle mich schlecht. Und das IST auf jeden Fall ein Problem, auch wenn viele von uns dazu neigen, das runterzuspielen. Wenn es dir schlecht geht, du traurig oder sogar ängstlich bist, IST das ein Problem - egal ob dein Mann Alkoholiker ist oder "nur" einen missbräuchlichen Umgang damit hat.

    Ich wünsche dir alles Gute für deinen nun begonnenen Weg.

    Liebe Grüße