Hallo, es tut mir leid, dass ich immer nur in meinem Faden schreibe, aber ich habe das Gefühl, mich im Moment nicht auf andere Situationen einlassen zu können. Ich weiß, dass das ziemlich egoistisch in einem Forum ist, aber ich habe wieder ein riesiges Chaos in meinem Kopf. Ich hoffe, ich kann bald auch wieder bei anderen etwas beitragen.
Ich habe um ehrlich zu sein in den letzten Wochen kaum einen klaren Gedanken zu meiner Ehe fassen können. Ich habe dann erstmal den Kopf in den Sand gesteckt und nicht mehr so sehr darüber nachgedacht. Tatsächlich hatte ich in anderen Bereichen meiner Psyche einige Aha-Momente, die mich zu dem machen, was ich heute bin.
Heute habe ich wieder die Gedanken über meine Beziehung zugelassen. Mein Mann hat bisher nichts getrunken und ich merke, wie ich wieder leichte Verliebtheitsgefühle entwickle und ich mich zu ihm hingezogen fühle. Allerdings gab es immernoch Momente, in denen ich enttäuscht von seinem Verhalten war. Und deshalb hänge ich momentan an der folgenden Frage: Klammere ich mich im Moment vielleicht zu sehr an das "Alkoholproblem", um zu vermeiden, dass ich mich mit den anderen Problemen auseinandersetze? Ist das gerade nur mein Strohhalm, der mir einen benennbaren Grund gibt, weshalb es so schwer war/ist? Ich weiß, dass die Antwort wahrscheiblic"abwarten" heißt, weil ich nur so sehen werde, wie sich unsere Beziehung ohne den Alkohol entwickelt (falls mein Mann es durchzieht).
Aber irgendwie fühlt es sich so an, als dürfte ich mich nicht in eine positive Entwicklung reinfühlen und als müsste ich jedes positive Gefühl abstreiten, das ich habe. Als wäre es schwach und als wäre eigentlich sowieso schon alles entschieden. Das ist gerade sehr abstrengend für mich.
Und noch was, was wieder in die andere Richtung geht: Mich triggern die Aussagen, dass es eh nichts wird, weil es nicht aus der Überzeugung meines Mannes heraus gekommen ist, sehr. Und mir ist bewusst, dass es mich triggert, weil es an meinen instabilen mentalen Konstrukten nagt, die mir einen Halt geben. Auch wenn der Halt vielleicht nur trügerisch ist. Das soll keine Bitte sein, diese Aussagen wegzulassen, nur weil sie mir nicht gefallen. Es ist mehr eine Info. Vor allem für mich, um sie nicht vor mir leugnen zu können.
Ich schwanke gerade also sehr zwischen: Bin ich zu streng mit mir und meinen Gefühlen und ich sehe Stellen, an denen mich meine Gedanken beirren. Ich weiß einfach immer noch nicht, was ich mir glauben kann und an welchen Stellen ich mir etwas vormache. Wie soll ich meinen Gefühlen vertrauen, wenn sie mich irgendwie auch immer wieder belügen?
Ich habe schon den Fortschritt gemacht, mehr Gefühle zuzulassen und nicht nur die, die gerade in mein momentanes Konzept passen. Aber das unterscheiden, welche jetzt welche sind, fällt mir immens schwer.